Auf der Suche – alles online

Ich bin erschöpft von der Woche….dabei hatte ich sogar 2 Tage Urlaub und das Wochenende, um mich zu erholen. Wobei ich ja sagen muss, es lag nicht alleine an meinem Job…sondern an der Maschinerie, die ich ans Laufen gebracht habe.

In dieser Woche hatte ich bereits Erstgespräche per Telefon mit einigen Recruitern, später dann Vorbesprechungen…dann auch schon bei 2 Firmen Bewerbungsgespräche und die Nachbesprechungen wieder mit den Recuitern….alles über Teams.

Das ist schon krass, wie schnell heute alles mit Teams oder anderen Programmen gehen kann. Der komplette Bewerbungsprozess wird dadurch beschleunigt. Dafür musste ich mir aber auch die APP auf meinen privaten Laptop installieren und auch ein kostenloses Konto anlegen. Ich war ja etwas skeptisch, aber jawohl das hat alles ganz gut geklappt und mein Wlan hat auch einwandfrei funktioniert.

Auf jedes Bewerbungsgespräch muss man sich immer wieder neu vorbereiten. Sich mit der Firma beschäftigen. Also zumindest in meinem Job ist so etwas wichtig. Eine der ersten Fragen ist immer: Was wissen Sie über uns…da ist es hilfreich sich mit der Webseite und dem HR-Auszug beschäftigt zu haben, wenn möglich ein paar Zahlen über Umsatz, Mitarbeiterzahl und Ebitda parat zu haben und evtl. auch schon mal Gedanken über die buchhalterischen Besonderheiten in der jeweiligen Branche zu machen. Und ja, auch die Kleidung ist wichtig…und das man über die Kamera nicht aussieht wie eine Leiche (ist mir vorher noch nie aufgefallen, wieviel Gesichtsfarbe so eine Kamera schluckt…also hab ich etwas mehr Makeup aufgelegt, als ich es normalerweise tun würde, und sah immer noch fast ungeschminkt aus).

Und megawichtig ist auch, das man super pünktlich in das Meeting eintritt und das die Technik funktioniert…ich habe vor jedem Gespräch mein Headset 2x kontrolliert.

Alles zusammen ist zwar nervig und kostet viel Zeit, ist aber notwendig und gehört einfach dazu.

Meine beiden Vorstellungsgespräche fanden in einer netten Gesprächsatmosphäre statt, waren lang, teils lustig und informativ…und trotz aller Lockerheit geht es für beide Seiten darum, sich zu präsentieren und abzuschätzen, ob es mit dem Gegenüber passen könnte.

Der vom ersten Gespräch wollte die mich gerne sofort für das 2. Gespräch einladen. Der Personaler mit dem ich das Gespräch führte, war brutal offen, welchen Herausforderungen sich diese Firma seit fast 2 Jahren mit ihrer Systemumstellung stellen muss.

Und das ist genau die gleiche Software, auf die meine jetzige Firma auch gerade umstellt. Und nach 2 Jahren läuft die Software bei denen immer noch nicht so, wie sie sollte….immer noch müssen mehr als 30% der Arbeiten manuell nachgearbeitet werden. Auch die wurden in zu kurzer Zeit einfach von Ihrer Zentrale einfach umgestellt und auch diese Firma ist eine DÄNISCHE Konzernmutter.

Bei den vielen Gemeinsamkeiten mit meinem jetzigen Job (obwohl es eine ganz andere Branche ist) hat es mich eher abgeschreckt…das klingt für mich zu sehr nach „vom Regen in die Traufe“….der Job hätte mich schon gereizt…aber da waren auch noch ein paar andere Kriterien, die nicht ganz nach meinem Geschmack waren…obwohl das Gehalt sogar über meinem jetzigen gelegen hätte. Ich hab mir Bedenkzeit bis Montag erbeten.

Das zweite Gespräch war zwar nicht ganz so locker und lustig, aber es war ein sehr langes und auch sehr nettes Bewerbungsgespräch. Das waren fast 1,5 Stunden. Diese Firma hatte ein paar Bedenken wegen meiner Gehaltsvorstellungen (die ich ja schon um ein paar Tausend EUR reduziert hatte) und meinem Wunsch nach 2 Homeoffice-Tagen und ich habe zusätzlich noch Bedenken wegen deren fehlender Digitalisierung .

Zusammen gefasst hieße das: hier würde ich viel weniger verdienen als bisher, hätte einen wesentlich längeren Arbeitsweg und dann auch nur die Möglichkeit an Tag remote zu arbeiten. Dafür dann eine Firma, die noch nicht einmal mit der Digitalisierung angefangen hat, die also in den nächsten 1-2 Jahren nur mit Systemumstellungen beschäftigt sein wird und was soll ich dann auch mit einem Tag Homeoffice anfangen, wenn die nicht einmal ihre Rechnungen scannen, keine Cloud-Ablage haben oder ein Datenmanagement-System…geschweige denn ein Rechnungs-Workflow.

Es ist zwar nicht gerade vorteilhaft im Dezember nach einem neuen Job zu suchen, weil ich mich auf meine Jahresabschlüsse vorbereiten muss…aber Stellenangebote gibt es Unzählige…ich muss nur noch das richtige für mich finden, das soweit ganz gut passt.

Feiern in Zeiten von Online-meetings

Wenn ich heute alles doof finde, dann liegt es wohl an mir und NICHT an den anderen.

Mir gehen heute im Homeoffice diese Meetings auf den Keks. Ein Deutschland-Meeting für ALLE deutschen Kollegen. Und wieder läuft es inhaltlich kilometerweit an meiner eigenen Arbeit vorbei.

Genauso gut hätte man das Meeting als „Projekt-Planungs-Meeting“ ausrufen können…dann wären es nur 5 Kollegen weniger gewesen. Integriert war sogar eine kleine interne Schulung zu einem speziellen Planungs-Thema. Nicht umsonst benötigt man für solche Arbeiten besonders ausgebildetes Fachpersonal….und ich weiß nicht, ob ich jemals in die Verlegenheit kommen werden „Schall“ berechnen zu müssen hahahaha. DANN könnte mir das Wissen evtl. nützlich sein…aber verstanden hab ich es sowieso nicht….es wimmelte von Abkürzungen und Fachbegriffen die ich noch nie gehört hatte.

Ich hab das dann genau so gemacht, wie der Controller: eigene Kamera und Mikrophon ausgestellt und über Headset zugehört, während ich gleichzeitig weiter gearbeitet habe.

Immerhin haben wir Steuer-und andere Abgabetermine die teilweise heute und teilweise Montag fertig sein müssen….und da es auch die Quartalszahler betrifft, sind es bei mir in diesem Monat wieder 21 Gesellschaften.

Zusätzlich waren wir noch zu einer europaweiten „celebration“ eingeladen…..die Teilnahme wurde erbeten…aber da war auch nur wenig zu sehen oder neues zu erfahren…und als die Vorort Kollegen in DK in der Kantine die Sektflaschen öffneten, blieb für uns an den Bildschirmen nur der Button „leave“…..nachträglich bekamen wir noch den Link zu einem youtube -Video wo die Schwester-Gesellschaft feierte…aber auch das endete abrupt. Irgendwie blieb das ganze unbefriedigend schlecht organisiert….es kam kein Wir-Gefühl auf.

Okay – also in DK wird gefeiert….und scheinbar waren eine Menge Kollegen GEMEINSAM in der Kantine ( haben wir nicht noch eine Pandemie – die es uns intern verbietet, das sich mehrere Personen im gleichen geschlossenen Raum aufhalten?)…..aber egal, den Kollegen gönne ich es ja….

Dann bleibt mir jetzt nur meinen eigenen Arbeitstag als insoweit gelungen zu feiern, das ich die heuten Termine alle eingehalten habe und die für Montag schon zu mehr als der Hälfte fertig hab…..sooo also Hoch die Gläser 🎈🍷…

Ich wünsche Euch allen ein tolles Wochenende….lasst Euch nicht ärgern und geniesst die kommenden schönen Tage