Das Wasser, der Feudel und Ich

Nun gut…da stand ich nun barfuß in der dreckigen Brühe, die immer noch mehrere cm hoch in meinem Kellerabteil stand und musste entscheiden, was ich nun als Erstes mache.

Viele Optionen hatte ich ja nicht, also hab ich einfach angefangen einen 15l Eimer und einen Feudel (Wischlappen) aus der Wohnung zu holen und dann war ich die nächsten Stunden damit beschäftigt den Putzeimer mit der dreckigen Brühe zu füllen. Immer mit dem Oberkörper nach vorne gebeugt, leicht in die Kniee gehend, später auch in die tiefe Hocke gehend, Feudel mit Wasser vollsaugen lassen und in den Eimer auswringend….Feudel um Feudel…Eimer um Eimer….Jeden vollen Eimer hab ich dann vor das Haus gebracht und dort in den Gulli ausgeleert.

Irgendwann stand das Wasser nicht mehr cm hoch…und so hab hab ich von hinten nach Vorne alle Sachen vom Boden aufgelesen und nach weiter nach vorne gebracht….und hab vor allem in hinten Teil das Wasser mit dem Feudel aufgenommen….aber selbst als ich nach 3 1/2 Stunden das meiste Wasser aus dem Raum aufgenommen hatte und KEIN Wasser mehr stand, blieb das nur ein paar Minuten so…denn mein Kellerabteil füllte sich immer wieder mit Wasser, das war allerdings jetzt fast klares Wasser…WO kommt das denn her?

JAAAA…das kam aus der Rille zwischen Wand und Betonboden…und damit scheinbar aus einem kleinen Nachbarkeller. Als am späten Nachmittag dann endlich mein Kellernachbar sein Abteil öffnete, war dort nur noch alles nass und schmutzig, aber bei ihm stand wirklich kein Wasser mehr im Keller – na da hat der Nachbar aber Glück gehabt.

Ich habe also weiter das Wasser mit dem Feudel aufgenommen…zwischenzeitlich hab ich alle Gegenstände (vor allem die nassen Teppiche), die ich ohnehin in ein paar Tagen zum Recyclinghof bringen wollte, in die Tiefgarage gebracht und hinter mein Auto gestellt…damit das Wasser ablaufen konnte und alle übereinandergestapelten Plastikboxen hab ich dann in meine Wohnung gebracht…andere Dinge kamen sofort auf den Balkon, um dort zu trocknen.

Wichtig war jetzt nur, den Boden von allem zu befreien…also musste ich auch den (immer noch vollen, aber ausgeschalteten) Gefrierschrank verschieben. Habe dazu die Hilfe eines Nachbarn in Anspruch genommen, der mit viel Humor versuchte, sein eigenes großes und vollgestopftes Kellerabteil auszusortieren…die Familie hat Kinder und da kommt eine Menge Kram zusammen.

Irgendwann war dann wirklich jeder Quadratzentimeter des Kellers vom stehenden Wasser befreit. das waren insgesamt fast 85Liter die ich „rausgefeudelt“ habe.

Aber damit war ja nur der 1. Teil der Arbeit erledigt…noch stand da mein großer Gefrierschrank: immer noch vollgefüllt und ohne Strom. Dann die Kartons mit Büchern: alle komplett aufgeweicht und meine Metallkisten mit allem was mir an Erinnerungen wichtig war…nur das diese eben keine Vollmetall-Kisten waren und sich ebenfalls komplett mit Wasser vollgesogen hatten, die waren so schwer durch das eingedrungene Wasser, das ich sie kaum heben konnte.

Ich hatte bis zum Mittag nur eine Pause gemacht. Der Rücken tat mir weh….und die Sehnen an den Armen fühlten sich vom Auswringen überlastet an. In der Muskulatur an Armen, Brustmuskeln und Beinen begann bereits ein heftiger Muskelkater, der auch heute noch (am 3.Tag) stark schmerzt…und ich war hundemüde.

Jeder der schon mal einen Wasserschaden im Keller oder in der Wohnung hatte, weiß wahrscheinlich wovon ich rede….und ich habe ja echt noch Glück gehabt, des war nur der Keller.

Aber Tag war noch nicht vorbei….noch musste ich mich wenigstens um den Gefrierschrank kümmern…

Weniger ist Mehr

Kaum zu glauben, das ich gestern Nachmittag bei der fast unerträglichen Schwüle nur schwer atmen konnte, während ich im Internet las, das nur knappe 10 Kilometer entfernt, der restliche Kreis Pinneberg schon seit dem Vormittag in einem Starkregen geradezu absoff….und hier bei mir NICHTS.

Es war bewölkt und gegen 18 uhr grollte der Himmel und grollte auch ganz gewaltig über eine längere Zeit…aber von Regen war noch nichts zu merken.

Kurzfristig hatte ich schon überlegt, mich einfach ins Auto zu setzen und dem Regen entgegen zu fahren….war aber dann doch zu träge und müde.

Dann endlich ging es auch hier mit dem Regen los….na endlich…..Der Regen war jetzt nicht so stark, dafür blieb er aber auch gut 1,5-2 Stunden…bot aber auch nur eine mäßige Abkühlung.

Als ich um 21 Uhr zu meiner abendlichen Walkingrunde aufbrach, war die Luft zwar kühler und angenehmer, als am Nachmittag, blieb aber unangenehm feucht-warm….schon nach einigen Minuten war ich vom zügigen Gehen nass geschwitzt…..und mit 2,8km blieb es eine kleine Runde.

Bin aber froh, das ich wieder in Bewegung komme….mein verstauchter Knöchel ist noch nicht komplett abgeheilt, schmerzt immer noch leicht, noch ein paar Tage und auch das wird überstanden sein.

In dieser Woche war ich bisher auch nur an 3 Tagen moderat walken, bin noch weit entfernt von meinen normalen Strecken….und Donnerstag gegen Abend, gab es eine kleine Radtour mit knappen 16km. Den Knöchel schütze ich dabei immer noch vorsichtshalber mit einer elastischen Binde.

Meine Unternehmungslust steigt jedoch schon wieder, wie immer im umgekehrten Verhältnis zum Wetter:

=>Je kühler und schlechter das Wetter wird, umso lieber bin ich draussen unterwegs….Regen hat mich bisher nur selten aufgehalten.

=> Je wärmer und sonniger das Wetter wird, umso träger werde ich und meide möglichst lange Aufenthalte im Freien

Während meine Kollegen meinten, ich hätte ja absolut tolles Wetter im Urlaub gehabt, muss ich Ihnen zwar Recht geben, das es meistens strahlend blauen Himmel gab und die Sonne ununterbrochen mit bis zu 34 Grad vom Himmel schien, das aber andererseits auch ein wenig meine Laune auf Unternehmungen gebremst hat.

Mir hätten 10 Grad weniger, wahrscheinlich mehr Freude bedeutet. Aber ich will nicht klagen, hatte ich doch auch so echt tolle Tage…die hitzebedingten kleinen Durchhänger blende ich jetzt einfach mal aus.

So langsam freue ich mich auch wieder auf richtige längere Wanderungen im Wald und Ausflüge in Moore und Naturschutzgebiete…freue mich auf Sonntage die schon vor Sonnenaufgang starten…ja, ich freue mich auf den bald beginnenden Herbst.

Haarscharf dran vorbei….

Haarscharf dran vorbei….

….am aktuellen Unwetter in Hamburg.

Bereits kurz vor 15 Uhr  war für mich heute Feierabend und da ich mein Rad immer noch im Auto habe, wollte ich jetzt endlich mal mit dem Rad bis zu den Landungsbrücken fahren.

Meine Kollegen meinten, es soll bereits ab 16 Uhr regnen…okay also hab ich zügig Feierabend gemacht…mit einem ruhigen Gewissen, da meine Datenübernahme ja FERTIG ist.

Extra für die Fahrt in Hamburg hab ich mein sonst übliches Cäpi gegen den Fahrrad-Helm getauscht…den trage ich normalterweise nicht wenn ich Über-Land oder in meiner kleinen Stadt hier unterwegs bin…aber der Verkehr in Hamburg ist schon ein anderes Kaliber…

Bis zu den Landungsbrücken waren es nur knappe 6km….und inzwischen hatte sich das strahlende Blau am Himmel schon etwas gewandelt…..Mit Blick auf die Elbphilharmonie und eines der Museumsschiffe hab ich mich am  „Alex“ nieder gelassen…draußen und es war ….. HIMMLISCH.

Gemütlich im Cafe bei Kaffee  und einem kleinen Sorbet hab ich die Atmosphäre entspannt auf mich wirken lassen…erst als es am Himmel bedrohlich dunkel wurde, hab ich mich wieder aufs Rad geschwungen und bin noch kreuz und quer gefahren…

Zurück am Auto war es: 17.01 Uhr,  4 Minuten später kamen unvermittelt Blitz und Donner, weitere 5 Minuten später kam der Starkregen….das war haarscharf…. ich hab keine regentauglichen Klamotten dabei und wäre minutenschnell vollkommen durchnässt gewesen…Glück gehabt.

Jetzt regnet es seit knapp einer Stunde ununterbrochen…also Warten hätte mich auch nicht weiter gebracht.

Und so hab ich zu meiner Feierabend-Erholung  so nebenbei ganz locker zusätzliche  knappe 12km für mein  wöchentliches  „Fitness-Konto“ erhalten…Auch nicht schlecht.