schon wieder Urlaub – und ein kleiner Blick zurück

Da ich meine Urlaubstage in kleinen „Häppchen“ nehme, habe ich schon wieder Urlaub…also für die nächsten 4 Arbeitstage.

Seit ein paar Tagen überlege ich nun schon, was ich mit den freien Tagen anstellen werde. So langsam ist ja Ende der Urlaubs-Hauptsaison, aber die Hotelpreise in Norddeutschland sind immer noch sehr hoch…zu hoch für meinen Geschmack und so habe ich mich gegen eine auswärtige Übernachtung entschieden.

Das gesparte Geld habe ich dann lieber am Samstag für ein paar schöne Dinge ausgegeben: Ich war Samstagfrüh bei der Friseurin und anschließend war ich shoppen. Immerhin ist schon Herbst, also gab es ein paar knöchelhohe Boots, eine Jeans, zwei Pullover und ähmmm….eine Softshelljacke in dunkelblau.

Jaaaa Jacken sind meine große Schwäche, besonders bei Strickjacken kann ich nicht nein sagen, aber auch Regenjacken und Übergangsjacken sind so schön und so praktisch….also eigentlich habe ich genügend…aber immerhin ist die eine oder andere Jacke inzwischen auch etwas zu groß geworden, das sieht dann nur noch plump aus…also konnte ich nicht widerstehen, immerhin war sie im Preis runter gesetzt.

Anschließend habe ich mir noch den Luxus geleistet, mein Auto von Außen und Innen reinigen zu lassen…nach meinen letzten Touren in den Wald zum Pilze sammeln, war mein Auto wirklich dreckig…und mich um die Innenreinigung zu kümmern, da hatte ich überhaupt keine Lust zu….in Hamburg gibt es diese Waschstraßen, die auch eine Fließband-Innenraumreinigung anbieten, das reicht für mein Auto allemal und mit einem Kombipreis von 40 EUR wurde mein Auto einmal rundherum betreut.

Morgen früh muss ich jetzt noch zum Arzt und anschließend setze ich mich dann ins Auto und fahre nach Bremen – das Schnoorviertel wollte ich ja schon länger mal besuchen und ist auch nur ca. 145km entfernt.

Ich mache also nur einen Tagesausflug und dann schaue ich einfach mal, was mir sonst noch so für die nächsten Tage einfällt, außer Gardinen waschen und Wohnung putzen.

Aktuell bin ich mal wieder in einer Phase, wo ich nichts Überflüssiges herumstehen haben möchte…hab bereits gestern angefangen langjährige Deko-Elemente weg zu räumen und kleinere Sachen umzustellen bzw. Ventilator und anderen Kram aus dem Arbeitszimmer, in den Keller zu räumen.

Ich bin froh das der Sommer nun größtenteils für dieses Jahr vorbei ist und rückwirkend atme ich auf, das die extrem heißen und trockenen Zeiten in diesem Jahr fast komplett an uns vorbei gegangen sind….im letzten Jahr war es viel heißer hier oberhalb von Hamburg. Puh – Glück gehabt, diese extremen Temperaturen aus den anderen Bundesländern…da haben mir die Menschen echt leid getan…und freue mich über meine Entscheidung in den Norden der Republik gezogen zu sein….und das vor genau 6 Jahren.

Gestern vor 6 Jahren (an einem Freitag den 13.) bin ich im mit meinen letzten Habseligkeiten im Auto, in Schleswig-Holstein angekommen. An dem Freitagmittag hatte ich meinen Laptop in der alten Firma bei Frankfurt abgegeben, mich von den letzten Kollegen schnell verabschiedet (die eigentliche Verabschiedung hatte ja schon ein paar Tage zuvor stattgefunden) habe mich ins vollbepackte Auto gesetzt und bin hier hoch gefahren. Meine Möbel waren ja schon vorher umgezogen….nur ich musste noch Vorort arbeiten.

Tja was soll ich sagen – das war tatsächlich eine meiner besten Entscheidungen, die ich im Leben getroffen habe…und es war auch nicht das erste Mal, das ich so einschneidende Ortveränderungen vorgenommen habe…und jede dieser Entscheidungen war richtig, aber diese hier – das war eindeutig die Beste.

Und zu den 6 Jahren Schleswig-Holstein, gesellt sich noch ein „Jubiläum“….Wordpress hat mich darauf aufmerksam gemacht, das ich hier bereits seit 10 Jahren angemeldet bin. Übrigens immer mit dem gleichen Bild und unter dem gleichen Namen. Ich hatte nie eine Veranlassung das zu ändern. Dabei ist so viel passiert in diesen Jahren…krass wie die Zeit vergeht.

Eine Flugreise in Aussicht

Ich bin ja nicht so der Reise-Typ. Aber na klar, gibt es auch bei mir ein paar Ziele, die ich gerne einmal besuchen würde…wenn, ja wenn, es dort nicht immer so heiß und vor allem nicht auch noch so voll wäre.

Eines dieser Wunschziele lautet: Venedig.

Durch diese alt-ehrwürdige Stadt mit ihrem morbiden Charme, den wunderschönen Häusern, Palästen, Brücken und Kanälen würde ich ja gerne mal schlendern. Diese Mischung aus Ehrfurcht vor der Baukunst alter Zeiten und der drohenden Gefahr eines langsamen Untergangs (Beides durch Menschenhand geschaffen) ist für mich sehr anziehend.

Ich sehe mich aber definitiv nicht in den Massen an Touristen, die Venedig wie eine Art Disneyland betrachten und sich genau so verhalten. Wo bleibt der Charme wenn sich Tausende Menschen auf dem Markus-Platz tummeln oder durch die kleinen Gassen schieben.

Vor ein paar Wochen reifte nun der Plan, ich reise einfach dann, wenn es NICHT heiß und NICHT von Touristen überbevölkert ist. Ich reise im Spätherbst.

In dieser Woche bin ich bei mir im Ort ins Reisebüro gegangen und habe mit der Hilfe einer netten Mitarbeiterin einen 4-Tages-Trip mit Flug und Hotel zusammengestellt für Mitte November. Leider gibt es von Hamburg aus, zu dieser Zeit, keinen Direktflug, aber egal….ich fliege mit der Swiss-Air, mit einmal Umsteigen in Zürich. So dauert die Anreise zwar länger, aber das ist für mich okay. Zwischen den beiden Flügen bleibt genügend Zeit, um mein Gepäck und mich auch zusammen nach Venedig zu bringen.

Die Dame hat mich nach meinem Reisebudget gefragt…ich wollte aber keinen Betrag festsetzen, sondern erst einmal schauen, wie teuer es überhaupt ist. Ich bin das letzte Mal vor 15 Jahren geflogen und diese Billig-Airlines kommen nicht in Frage (ich mag deren Methoden nicht). So hat sie ein 4-Sterne-Hotel in der Altstadt als Basis genommen und dazu nach Lufthansa und Swiss-Air Flügen geschaut. Der Preis lag mit knappen 900 EUR dann sogar noch ein Stück weit unter meiner „inneren Grenze“, also den Wert den ich innerlich bereit bin, dafür zu zahlen.

Den Transfer vom Flughafen zum Hotel muss ich allerdings selber organisieren…aber auch das ist okay. Das kann ich bereits im Vorfeld von Deutschland aus organisieren.

Sooo jetzt habe ich also einen gebuchten Urlaub im November – und ich freue mich darauf.

Allerdings ist mein letzter Flug sooo lange her, das ich von der modernen Art online und vorab einzuchecken, so gar keine Ahnung habe…das macht mich etwas nervös.

Auf meinen Reiseunterlagen steht eine ganze Menge, was ich wie zu machen habe…damit beschäftige ich mich aber erst, wenn der Urlaub nicht mehr ganz so weit entfernt ist. Noch dauert es ja 3 Monate.

Ach ja im Internet habe ich gelesen, das im November die Temperaturen so ca. zwischen 4-11 Grad liegen sollen…das es auch mehrere Regentage gibt und morgens die Stadt öfter mal im Nebel liegt…..klingt für mich klasse.

Kleiner Rückblick in die Vergangenheit:

Mein bisher letzter Flug ging übrigens vor 15 Jahren nach Wien. Den Urlaub hatte ich meinem damaligen Freund und mir zum Geburtstag geschenkt. Unser erster gemeinsamer Urlaub war ein kleines Desaster – wir waren erst 1/2 Jahr zusammen und unserer Lebenswelten passten nun mal überhaupt nicht zusammen….seufz…es war mega anstrengend, wir haben viel gestritten und teilweise sind wir dann auch getrennt durch Wien gelaufen.

Und doch bin ich noch weitere fast 8 Jahre mit ihm zusammen geblieben…das passiert, wenn das Herz über den Verstand siegt. Ich habe alle Warnsignale gehört und überhört und das obwohl wir zu dem Zeitpunkt durch seine permanente Lügerei bereits einige Krisen hatten…mein Verstand wollte sich schon zu dem Zeitpunkt mehrfach von ihm trennen…das Herz war einfach verliebt. Ja im Laufe der Zeit haben wir uns dann irgendwie so einigermaßen mit unseren unterschiedlichen Lebens-Rhythmen und -Vorstellungen arrangiert…solange bis es bei mir nicht mehr ging.

Urlaubs-Resümee

Jaaa – in diesem Jahr war ich mal wieder echt spät dran. Die Abgabefrist für die Steuererklärung rückt ja immer näher und ich hatte noch nicht einmal angefangen.

Obwohl, so ganz stimmt das nicht, bereits im Februar hatte ich die neueste Version meines Steuerprogramms runtergeladen. Ich habe seit ein paar Jahren ein Abo, das kostet nur 15,99 pro Jahr für die Steuersoftware. Also habe ich mich gestern Morgen endlich mal daran gemacht.

Inzwischen vertraue ich dem Programm. Alle Daten aus dem Vorjahr können übernommen werden, die Bescheinigungen vom Finanzamt werden runtergeladen und gleich in die richtigen Zeilen eingetragen, ein „Lotse“ hilft einem durch die einzelnen Programmpunkte.

Es fehlten nur noch solche Angaben wie z.B. die Steuerbescheinigung der Banken, die Angaben zu den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, sowie Homeoffice-Tage und Spenden und so ein Kram. Ich habe ja nicht viel, was ich beachten muss, besitze kein Wohneigentum, habe weder einen Mann, noch Kinder, pflege Niemanden und die finanzielle Unterstützung von Schwester und Schwager ist auch nicht steuerlich anzusetzen.

Nach 1,5 Stunden war ich mit allem fertig. Das Programm errechnete eine kleine Rückerstattung mit der ich zufrieden bin. Über das Streuerprogramm und mein Elster-Zertifikat wurde die Steuererklärung auch gleich an die Steuerbehörde übermittelt. Erledigt !

Und weil ich gerade dabei war, hab ich nun auch endlich mal über die Krankenkassen-App meine Rechnung über Zahnreinigung eingereicht.

Das Wetter hat sich inzwischen beruhigt und so konnte ich nach den heftigen Winden, der letzten Tage, meinen Balkon mal wieder sauber machen…All die heruntergefallenden Blätter und kleinen Sauereien der Vögel beseitigen…Geländer abwischen und die Blumen begutachten, verdorrte Triebe und verblühte Blüten abschneiden. Jetzt sieht es wieder ordentlich aus.

Vor meiner Fahrt nach Hessen habe ich mir noch 2 Töpfe mit Minze gekauft. Jetzt hab es mal wieder frischen Minz-Tee….hmmm lecker.

Es war mein letzter Urlaubstag gestern und nun fühle ich mich auch richtig erholt. Meine Strategie mit der Fahrt ganz zu Beginn und einer ganzen Woche dann zuhause, war genau richtig. Die „Stillen Tage“ nach der Fahrt, waren ja vorhersehbar und ich habe sie auch zugelassen.

Habe mich die ersten Tage nach der Fahrt, komplett zuhause eingeigelt, wenig gemacht, viel geschlafen, viel gelesen….keine Nachrichten gehört, nicht kommuniziert. Ich habe mich aus meinem Alltag ausgeklinkt. Habe mich von manchen Geschichten einfach davon tragen lassen und den Rest der Welt einfach mal ausgesperrt.

Und nach ein paar Tagen hat sich das Ganze dann wieder normalisiert…ich höre wieder Nachrichten, kümmere mich um die Wohnung und um alles andere, was so zum Leben dazu gehört. Meine Energien kommen zurück…und immer noch habe ich das ganze Wochenende für mich.

Hanau – warum Hanau?

Meine Fahrt nach Hessen startete also um 7 Uhr morgens…früh genug, um noch keinen Stau vor dem Elbtunnel zu haben….und kaum war ich ein paar Minuten auf der A7, staute es sich schon bei Schnelsen…nanu…das ist eher ungewöhnlich an dieser Stelle…die Strecke fahre ich ja sonst auch zur Arbeit und eigentlich ist hier morgens nie etwas. Ach so – es war ein Auffahrunfall, der den Verkehrsfluss stoppte.

Der Stau löste sich dann auch relativ schnell wieder auf…und den „Rest“ der 520 km konnte ich fast reibungslos fahren. Es war zwar voll auf den Straßen…aber der Verkehr floss. Ich wollte eh nicht rasen und blieb bei einer Reisegeschwindigkeit von 120-140 kmH.

Entgegen meinen sonstigen Angewohnheiten beim Autofahren, machte ich alle 2 Stunden eine kurze Pause, um meinem Rücken zu recken und strecken. Seit ein paar Tagen habe ich wieder Schmerzen auf Höhe des Steißbeins…nicht zu doll, aber immer wenn ich zu lange sitze oder auch liege. Ich bin da leider, wie die meisten Menschen, sobald der Schmerz wieder weg ist, lasse ich die Übungen schnell wieder schleifen hahaha und dann kommt der Schmerz eben auch wieder und sagt Hallo. Ich muss mich an dieser Stelle echt mehr disziplinieren…seufz.

Meine Zeitplanung für diesen Tag sah so aus: Um 18.30 Uhr war ich In Bad Soden im Taunus (50km hinter Hanau) verabredet. Mittags wollte ich in Bad Soden-Salmünster (40 km vor Hanau) Halt machen und am Nachmittag noch eine Runde durch Hanau schlendern, bevor ich dann ab 15 Uhr ins Hotelzimmer konnte um mich auszuruhen und frisch zu machen.

Hanau und Umgebung kenne ich nur ganz flüchtig….mit meiner Tanzclique waren wir hier mal auf einer Geburtstagsfeier, Fulda kenne ich auch nur von Tanzturnieren und von Bad Soden-Salmünster kenne ich nur die Therme…da hatte ich vor vielen Jahren mal ein Date.

Bad Soden-Salmünster zur Mittagszeit war jetzt eher eine Enttäuschung…die kleine Altstadt war ganz niedlich, aber es gab keine Möglichkeit sich irgendwo zum Mittagessen niederzulassen – außer beim Bäcker – der war dafür proppevoll. Ich bin etwas herumgelaufen, das Wetter war unbeständig und schwül und ich wurde echt hungrig…Noch überlegte ich, ob ich in den Supermarkt gehe und mir dort etwas zum Essen besorge, da sah ich den kleinen Dönerladen…Na gut – dann gibt es einen vegetarischen Döner…und der war sogar lecker.

Als der große Regen kam, bin ich dann doch schon weiter nach Hanau gefahren, bis direkt ins City-Parkhaus und dann durch die Innenstadt geschlendert. Die Stadt glänzt jetzt nicht mit vielen historischen Bauten oder mit einem besonderen heimeligen Charme, dazu wird überall gebaut.

Aber der Fußgängerzonenbereich ist sehr groß, es gibt tatsächlich viele gemütliche Cafès, etwas was ich in Quickborn und Umgebung sehr vermisse. Es gibt auch viel Geschäfte und ich schlenderte gemütlich umher….allerdings hatte das Wetter beschlossen sehr unbeständig zu sein…es war zwar warm, regnete aber immer wieder ganz unvermittelt alle paar Minuten.

Für die dünne Regenjacke, die ich dabei hatte, war es einfach zu warm, nass werden wollte ich aber auch nicht…also habe ich mir tatsächlich den ersten Regenschirm seit vielen Jahren gekauft. Im Norden Deutschlands macht ein Regenschirm meistens überhaupt keinen Sinn, denn dort ist es fast immer auch windig, wenn es regnet. Deshalb besitze ich gar keinen Regenschirm mehr…dafür aber unzählige Regenjacken: gefüttert, ungefüttert, teilgefüttert, lang, kurz, für den Wald, für die Stadt hahaha.

Kaum saß ich in einem überdachten Außenbereich eines nettes Cafès, prasselte es gerade mal wieder so richtig vom Himmel…wie sagt man so schön: Es regnete Bindfäden. Der Kaffee war lecker, ich komplett entspannt, textete gerade mit dem Rentner, der wissen wollte, ob ich gut angekommen bin und fühlte mich auf einmal so richtig im Urlaub.

Dieses Gefühl von haaaaaach – herrlich ich kann einfach hier sitzen und das Leben an mir vorbei ziehen lassen. Ich muss mich nicht hetzen, muss nichts erledigen, keine aktuellen Sorgen…ich kann einfach hier sitzen und dem Regen beim regnen zuschauen.

Als die Sonne dann später wieder kam, bin ich weiter geschlendert. Der Regen kam in unregelmässigen Abständen immer wieder…zum Glück hatte ich ja den Regenschirm. Ich fand noch einen Thai-Massage-Salon (der hatte sehr gute Bewertungen im Internet) und hab mir gleich für den nächsten Morgen einen Termin geben lassen und in einem Blumenladen hatte ich ein kleines Rosengesteck drapiert in einer Schachtel gefunden…ein kleines Dankeschön für die ehemalige Kollegin, die so flexibel wegen unserer Verabredung war.

Irgendwann später ging es dann zum Hotel. Das hatte ich ja (entgegen meiner sonstigen Art) einzig danach ausgesucht ob die auch eine Klimaanlage in den Zimmern haben und das es nicht weit weg ist, vom Wohnort des Rentners. Es lag an einem groß ausgebauten Verkehrskreisel…aber ich bekam ein ruhiges Zimmer im 5 Stock und mit Blick auf den Innenhof und es war richtig ruhig…hab sogar bei offenem Fenster schlafen können.

Das Zimmer war echt schön…modern, alles relativ neu und super-sauber. Es gab eine kleine „Kaffee-Station“ mit einem Wassserkocher (ganz ohne Kalk-Ablagerungen) und einigen Tees und Päckchen mit löslichem Kaffee. Prima.

Habe mich dann für 1/2 Stunde aufs Bett gelegt und Nachrichten geschaut…erst einmal ausruhen…später ging es unter die Dusche, hab mich schick gemacht und dann ging es auch schon bald weiter in Richtung Bad-Soden (am Taunus).

Auf dem Weg über die A66 kam ich direkt an Frankfurt vorbei und die Skyline ist immer wieder toll…auch wenn ich die Sicht von dieser Seite eher selten sehe…normalerweise komme ich aus der anderen Richtung direkt über die A7. Das ist dann der ganz große Auftritt für Frankfurt – für mich der schönste Blick auf die Stadt.

Auch in Bad Soden habe ich ich bewusst auf einen Erinnerungs-Spaziergang verzichtet. In diesem Ort habe ich ja viele Jahre gearbeitet. War mittags oft im Kurpark spazieren oder im Sushi-Restaurant in der kleinen Passage essen. Die Firma besuchen wollte ich ja eh nicht…und selbst wenn, dann hätte ich dafür nach Eschborn fahren müssen…denn die Kollegen mussten im letzten Jahr umziehen.

Die Muttergesellschaft braucht inzwischen das gesamte Gebäude selbst…die Tochtergesellschaften wurden ausgelagert. Das war von Anfang an klar, als wir damals dort einzogen, das das Gebäude schnell zu klein werden wird….und da es direkt am Bahnhof keine Chance auf Erweiterung gibt, mussten andere Lösungen her.

Noch einmal kurz zum Thema Hanau. Warum sollte man da hinfahren? Muss man nicht…es ist echt keine besonders touristische Stadt…hat aber trotzdem schöne Ecken. Es ist der Geburtsort der Gebrüder Grimm, hat ein paar wunderschöne alte Gebäude, wie z.B. das Deutsche Goldschmiedehaus, in dem sich heute ein Museum für Gold-und Silberschmiedekunst befindet.

Es gibt den Staatspark Wilhelmsbad mit wunderschönen kleinen Bauten, dem historischen Karussell und einem Spielzeugmuseum:

und der Park ist weitläufig und bietet verschlungene kleine Wege zum flanieren.

Das Schloss Philippsruhe ist auch nicht weit entfernt und liegt direkt am Main um nur ein paar Stationen zu nennen.

Der Abschied

Letzten Dienstag, der Tag meines letzten Arbeitstags vor dem Urlaub und damit mein letzter gemeinsamer Arbeitstag mit dem Controller, bin ich ins Büro gefahren, anstatt wie üblich, im Homeoffice zu bleiben.

So ein letzter Tag vor dem Urlaub ist bei mir immer trubelig und das war auch dieses Mal nicht anders. Wieso sind in der Zentrale wieder einmal ALLE Entscheidungsträger und Unterschriftsberechtigten GLEICHZEITIG in Urlaub? Es war also ein kleiner Kampf eine sehr wichtige und sehr hohe Rechnung für eine neue Investition unterschrieben und im nächsten Schritt diese auch bezahlt zu bekommen (die Zahlung musste von einem Bankkonto erfolgen, auf das ich keinen direkten Zugriff habe, sonst wäre es ja einfach). Der Kollege aus der Projektentwicklung hat sich um eine unkomplizierte Rechnungsfreigabe per Mail, ich habe mich um die Zahlungsfreigabe gekümmert (denn auch hier waren die normalerweise zuständigen Personen bereits im Sommerurlaub). Zusammen haben wir es dann doch noch hin bekommen…puhhh. Wie in jedem Sommer scheinen 90% der Mitarbeiter in der Firmenzentrale im Kollektiv-Urlaub zu sein.

Nun gut, durch all diese kleinen und größeren Probleme, blieb mir kaum Zeit mit dem Controller zu quatschen…aber dann hab ich mir dann doch ein wenig Zeit dafür genommen.

Am Morgen hatte ich bereits seinen Arbeitsplatz leicht geschmückt, eine große Topfpflanze mit Naschpaprika und meine persönliche Abschiedskarte auf seinem Schreibtisch drapiert. Er war sichtlich gerührt und hat sich sehr gefreut. Es war nur mein Abschied an ihn, denn sein eigentlich letzter Arbeitstag sollte ja erst am Freitag sein.

Am Abend sind wir dann zu Viert in eine spanische Tapas-Bar in der Nähe gegangen. Der Controller hatte uns eingeladen. In der Tapas-Bar gab es genau DAS: Tapas…und zwar ausschließlich Tapas. Da war schon der Bestellprozess lustig und etwas trubelig, bis Kollegin Katrin die Führung übernommen hat.

Es war ein lustiger und unterhaltsamer Abend. Der Controller und ich haben noch mal ein paar Anekdoten aus der Corona-Zeit erzählt und über „die guten alten Zeiten“ sinniert und auch über den Zeitpunkt, seitdem sich so Vieles verändert hat und seine Unzufriedenheit immer größer wurde. Der Teamleiter und Katrin sind ja noch nicht so lange da.

Vom Essen waren wir alle ein bisschen enttäuscht….es war reichlich – ja, aber teilweise war die Qualität wirklich nicht gut…und die meisten Tapas waren in Olivenöl ertränkt, ohne das es dem Geschmack geholfen hätte. zum Beispiel die „Hackbällchen in Tomatensoße“ von der Karte, kamen als Hackbällchen in Öl mit ein paar Tomatenstückchen. Am Besten schmeckten mir die Datteln im Speckmantel….hmmmmm lecker.

Und auch die Lokation war jetzt nicht optimal…der größte Teil des Restaurants bestand aus Glaswänden und Glasdach und es war proppevoll. Die Geräuschkulisse war derartig laut, das wir uns teilweise anbrüllen mussten…meine Stimme versagte zwischenzeitlich.

Wir blieben trotzdem von 18 Uhr bis weit nach 22 Uhr…dann wurde es Zeit für uns. Die Kollegen mussten am nächsten Tag wieder arbeiten und ich wollte früh am Morgen schon in Richtung Hessen fahren….

Jaaa ein paar Tränchen flossen bei mir dann doch…ich hab den Controller umarmt und ihm und seiner Frau noch einmal alles Gute gewünscht. Wir sind quasi jetzt schon zum Grünkohl-Essen auf dem Weihnachtsmarkt verabredet hahaha…mal sehen ob das dann auch klappt.

Auf der Fahrt nach Hause konnte ich mich gut in den Controller hineindenken…bei mir sind es jetzt knappe 6 Jahre her, seitdem ich mich in Hessen von meinen langjährigen Kollegen verabschiedet habe, um in den Norden Deutschlands zu ziehen.

Es ist schwer sich nach 13 Jahren von einer Firma zu trennen. Man kennt alle Kollegen, kennt sein Aufgabengebiet in- und auswendig, kennt alle Abläufe (ob sie einem nun gefallen oder nicht). Beim Abschied bekommt man noch einmal gespiegelt, wie einen die Kollegen schätzen und ist überrascht von all den positiven Meldungen (hahahaha wie ehrlich die alle gemeint sind, sei mal dahin gestellt). Unwillkürlich fragt man sich: war die Entscheidung jetzt richtig?

Für mich gesprochen, nach diesen 6 Jahren: Es war die beste Entscheidung meines Lebens (auch wenn nicht alles glatt lief) und genau das wünsche ich dem Controller auch. Das er in den nächsten Jahren rückblickend sagen kann: ja – das war eine gute Entscheidung.

Für uns, die wir zurück bleiben und uns weiterhin durch das Chaos der nicht enden wollenden Umstrukturierungen kämpfen, kann es auch besser werden. Dann, wenn wir endlich einen einen Ersatz für den Controller gefunden haben.

Leider geht die Suche langsamer als gedacht…was zum Teil wieder einmal hausgemacht ist, denn der Teamleiter kämpft aktuell mit der HR-Managerin über die Deutungshoheit, wer was zu entscheiden hat….unfassbar…inzwischen musste auch schon unser GF eingreifen, um unseren Teamleiter zu stärken. Die HR-Managerin ist der Meinung wir haben doch keinen Zeitdruck. Sag mal – geht`s noch? Der Controller ist Ende der Woche weg und Kollegin Katrin auch bald für mehrere Wochen im Sommerurlaub.

Naja – ich will mich nicht aufregen – ist ja zum Glück nicht meine Verantwortung…aber letztlich bleibt dann ein Teil der Arbeit auch bei mir hängen.

Aber wenn auch das überwunden ist, DANN kann es bei uns im Team endlich wieder aufwärts gehen…dann kann Ruhe einkehren und wir ziehen dann hoffentlich bald wieder alle an einem Strang.

kommender Abschied und Urlaub voraus

Mein privates Leben blieb dabei in den letzten Tagen echt auf der Strecke….Arbeiten, essen, ausruhen, Walken, schlafen gehen….und wieder von vorne. Viel Zeit für Anderes blieb da nicht …aber natürlich hab ich mich, trotz all der Arbeit, mit den unterschiedlichsten Kollegen ausgetauscht…vor allem mit Kollegin Katrin und auch mit dem Teamleiter und dem Controller.

Der Controller hat schon bald seinen letzten Arbeitstag und wir sind schon in den Vorbereitungen für seinen Abschied, so mit Karte und Geld einsammeln für ein Geschenk Gar nicht so einfach bei mehreren Standorten verteilt auf ganz Deutschland, gut das es Paypal gibt.

Ich habe tatsächlich nur noch 2 Arbeitstage mit ihm. Ab nächste Woche Mittwoch bin ich im Sommerurlaub ( für 1 1/2 Wochen) und verpasse damit seinen tatsächlichen letzten Arbeitstag.

Aber das ist okay für ihn…nächsten Dienstag hat uns der Controller zum Abendessen in ein Restaurant eingeladen…also unser kleines Team. Da bekommt er von mir auch noch ein eigenes kleines Abschiedsgeschenk…immerhin haben wir 5 1/2 Jahr zusammen gearbeitet, er war bei meinem Bewerbungsgespräch mit dabei und wir haben auch lange zusammen im gleichen Büro gesessen. Und er war ja nicht immer so, wo er sich in den letzten Monaten gegeben hat.

Meinen Urlaub kann ich aber auch nicht mehr verschieben, ich bin schon für ein paar Tage verplant und habe auch schon das Hotelzimmer gebucht. Ich fahre nach Frankfurt (also eher Großraum Frankfurt), in die „alte Heimat“. Das ist in den 6 Jahren, tatsächlich erst das 3. Mal, das ich Freunde und ehemalige Kollegen besuche.

Ich weiß auch noch nicht, ob das so eine gute Idee ist. Denn eigentlich bin ich echt urlaubsreif und könnte ein paar Tage Ruhe und Entspannung vertragen….aber wenn ich in Urlaub fahre, dann immer zu Anfang…damit ich hinterher genügend stumme Zeit zum erholen habe. Frankfurt im Sommer kann aber auch sehr unangenehm heiß sein….na für Bedenken ist es jetzt eh zu spät…

Osterurlaub – Zuhause

Mein einwöchiger Urlaub startete bereits am Gründonnerstag…und da war ich voller Elan und freute mich auf die freien Tage. Das waren ja immer noch die Urlaubstage aus dem Vorjahr, die ich nun endlich nehmen musste…Einen aller letzten alten Urlaubstag hab ich dann noch am 30.04. Es blieb vorher einfach keine Zeit diese Tage zu nehmen…zu groß war noch das Chaos im Job.

Jetzt ist es ein schöner Gedanke immer noch 30 Urlaubstage für dieses Jahr zu haben, die ich auf die kommenden 8 Monate verteilen kann.

Am ersten Urlaubstag hab ich erst einmal die Reifen an meinem Auto wechseln lassen….und während der Wagen beim Reifenhändler stand bin ich in das Cafè des Supermarktes gegenüber gegangen und habe mir zum Frühstück einen Becher Kaffee und eine belegte Laugenecke gekauft.

Ich gehe ja nicht so oft zum Bäcker und hole mir Brötchen oder gar ein belegtes Brötchen oder ähnliches…backe mein Brot ja immer noch gerne selbst. Entsprechend irritiert war ich also als ich für diese „Laugenecke“ belegt mit etwas Salat und ein paar Putenbrustscheiben 5,10 EUR bezahlen musste….mit dem Kaffee zusammen waren das also 8,10 EUR. WHAT? Es ist keine Bioware oder handgekneteter Teig von einem Handwerksbäcker mit besten Zutaen…es ist eine dieser Bäckerei-Ketten, die es haufenweise überall gibt und die ihre Ware massenweise industriell produzieren.

Irgendwie war es mir einfach zu teuer…aber gegessen hab ich es trotzdem und die Laugenecke war knusprig und frisch…also auch lecker….aber 5,10 EUR grummel…

Anschließend bin ich noch gaanz in aller Ruhe durch den Supermarkt geschlendert, habe mir Zeit gelassen…hab hier und dort geschaut, noch etwas Deko für Ostern (nur für die Wohnungstür) hier, noch ein kleines Mitbringsel für Schwester+Schwager dort…den ersten frischen grünen Spargel usw. alles nicht großes, aber es hat mir Freude gemaht.

Dann war die Wartezeit auch rum und ich konnte meinen Wagen wieder abholen…mit dem Hinweis das meine Winterreifen aus 2016 nun ein Alter erreicht haben, wo ich über neue Nachdenken sollte.

Generell sollten Reifen nicht älter als 10 Jahre sein, der TÜV empfiehlt maximal 6 Jahre…immer unter der Voraussetzung, das noch genügend Profiltiefe vorhanden ist und die Reifen noch nicht sichtbar porös sind.

Im ersten Moment war ich irritiert: warum sind die Winterreifen von 2016, wenn der Wagen von 2020 ist….hahahaha – irgendwann fiel es mir wieder ein: Ach ja – das sind ja noch die Reifen von meinem ersten Fiat 500L. Den hatte ich ohne die zusätzlichen Winterreifen verkauft.

Okay – also ich habe mich entschlossen im nächsten Herbst bekommt mein Auto 4 neue Winterreifen…dann bin ich auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Immerhin die die Reifen die einzigen Teile am Auto, die direkten Kontakt mit der Straße haben.

Später bin ich dann noch nach Henstedt-Ulzburg gefahren… hab später noch ein paar Frühlings-Shirts gekauft…viele meiner Klamotten sind mir inzwischen ja viel zu groß geworden, brauchte noch ein VGA-Kabel, um meinen 2. Monitor im Homeoffice an die neue Dockingstation anzuschließen.

Der Verkäufer traute meiner Aussage nicht und fragte wie ALT mein Gerät sei hahaha….Die Monitore sind alt, die Dockingstation und das Laptop sind nigelnagelneu und JA ich benötige ein VGA-Kabel…da alle anderen Steckplätze an der Dockingstation bereits belegt sind.

Im Laufe der Jahre ist hier meine völlige Unkenntnis über die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten von Kabeln, einem gewissen Pragmatismus gewichen, so das ich inzwischen in der Lage bin, die Art der Anschlüsse an den Geräten abzulesen. Denn entweder es ist ein Symbol drauf oder aber es wird sogar die Anschlussart beim Namen genannt…und das war hier der Fall. Für den 2. Monitor brauche in ein VGA-Kabel auf beiden Seiten.

Den Rest des Tages hab ich dann damit verbracht meinen Kleiderschrank wieder auf Frühlingsbetrieb umzustellen und Wäsche zu bügeln, Wäsche zu waschen und die Wohnung vom Staub zu befreien….es war ein schöner und entspannter Tag…

Dem Impuls widerstehen

Nach meinem Ausflug ins Pietzmoor bin ich dann weiter nach Soltau gefahren…habe mich erst einmal in einem Supermarkt mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt, bevor ich weiter zur Ferienwohnung gefahren bin.

Die Ferienwohnung war über eine schmale Metall-Wendeltreppe von der Gartenseite des Hauses zu erreichen. Den Schlüssel bekam ich aus einer verschließbaren Box. Das war alles sehr unkompliziert. Nur die Treppe war derartig schmal, da passte ich gerade eben so durch, aber schon mit der Reisetasche wurde es so eng, das ich sie nur eng am Körper vor mir hertragen konnte.

Als es dann am Abend auch noch mit dem Schnee anfing, musste ich jeden Schritt auf der Treppe genau abwägen…es war glatt und die Vermieterin hatte mich per Whatsapp auch schon vorab darauf aufmerksam gemacht.

Diese kleine Wohnung mit einem großen Wohn-Schlafraum, einem großen Bad und einer Mini-Pantry-Küche in einer dunklen Ecke im Flur (es gab aber unglaublich viele Lampen) war schön…sie hatte sogar einen verglasten Balkon, überhaupt gab es sehr viele Fenster, die viel Licht hineinliessen, mit einem schönen Blick in die Gärten drumherum. Bei Minusgraden ist das mit den vielen Fenstern nicht unbedingt von Vorteil und so gab es für alle Fenster auch Thermo-Vorhänge.

Leider hatte die Pantryküche keine Herdplatte, dafür Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher und Kaffeemaschine…nun gut…damit entfielen mein geplantes Abendessen und auch das Mittagessen am nächsten Tag. Was auch fehlte war ein kleines Spülbecken zum Abwaschen des benutzen Geschirrs…dafür gab es aber eine Waschschüssel – das Wasser musste man sich dann eben aus dem Bad holen – haha das war jetzt nicht komfortabel, aber auch kein Problem. Also die „Pantry-Küche“ war nichts weiter als ein Einbauschrank im Flur, der mit Elektrogeräten und Küchenutensilien ausgestattet war.

Ansonsten war alles da, was man brauchte…sogar ein kleiner Willkommensgruß in Form einer großen Flasche Wasser und ein paar Süßigkeiten neben einem Willkommensschild. Es gab auch Teebeutel, Filtertüten und Kaffeepulver (hab ich aber nicht genommen)….auch Shampoo, Duschgel und andere Toiletten-Artikel wurden zur Verfügung gestellt. Da ich in solchen Dingen eigen bin, hab ich natürlich meine mitgebrachten Sachen genutzt…fand es aber trotzdem nett.

Und obwohl alles so richtig nett und gemütlich war, wollte ich was? Ich wollte einfach nur nach Hause. Ich kann gar nichts dagegen machen, es ist ja keine bewusste Entscheidung, sondern einfach das Gefühl, das ich jetzt doch viel lieber wieder Zuhause wäre..in meinem eigenen Zuhause.

Und hätte ich nicht bereits für den nächsten Vormittag einen Massagetermin vereinbart, ich wäre wahrscheinlich sogar wieder gefahren. So konnte ich dem inneren Impuls widerstehen. Das war gar nicht so leicht und mein Verstand musste mich erst einmal überzeugen.

Das hier ist ein schöner Ort, ich habe für 2 Nächte bezahlt, ich hatte einen schönen Ausflug heute und morgen kommt noch eine Massage. In die Therme wollte ich eigentlich auch, wenn ich denn auch die gepackte Sporttasche mit genommen hätte – hab ich aber nicht. Aber okay, es gibt anderes was ich machen kann. Okay ich bleibe heute hier…morgen kann ich immer noch nach Hause fahren…ich muss ja nicht beide Nächte hier verbringen. Aber eine Nacht sollte ich hier bleiben.

Ich hab mich dann erst einmal auf die Couch gelegt und für die nächsten Stunden tief und fest geschlafen und als ich später am Abend aus dem Fenster schaute, hatte es geschneit…es lagen so ca. 2-3 cm Schnee. Ohhhh – wie schön…also wieder Wanderschuhe an und ab nach Draussen….herrlich wie der Schnee bei jedem Schritt knirschte…alles war ruhig und friedlich und menschenleer…und jeder Schritt fühlte sich federleicht an…

Mal sehen, wie es Morgen weiter geht.

Wochenende ist da und Urlaub voraus

(diesen beitrag hatte ich schon veröffentlicht )In den letzten Wochen habe ich auf Sparflamme gelebt. Durch die viele Arbeit blieb kaum Zeit für mehr als meine abendlichen Walkingrunden…und den Rest der Zeit hab ich mich nur mit dem Nötigsten versorgt, hab mich wieder etwas vermehrt um Schwester+Schwager gekümmert (telefonisch) und bin früh schlafen gegangen und sonst? Naja da war nicht ganz so viel.

Den Samstagvormittag hab ich erst mal wieder konzentriert gearbeitet und hab einen weiteren wichtigen allgemeinen Abgabetermin einhalten können…das was jetzt in den nächsten Tagen zu erledigen ist, ist eher Masse, statt Klasse…reine Fleißarbeit mit nur wenig Herausforderung. Das sollte mir locker von der Hand gehen.

Es war eine gute Idee mir den Friseurtermin für heute Mittag geben zu lassen…so bin ich dann mal wieder richtig zum Erledigen privater Dinge gekommen.

Mit der Friseurin komme ich echt super zurecht…inzwischen vertraue ich ihr, so das ich jetzt tatsächlich alle 4-5 Wochen regelmäßig einen Termin bei ihr habe…seitdem fühle ich mich nicht mehr wie ein Bobtail – sie schneidet mir die Haare richtig gut und wir können uns prima unterhalten. Die Chemie stimmt. Sie ist über 60 Jahre und Friseurmeisterin – so eine Frau, die im Leben steht und viel erlebt und durch gemacht hat.

Anschließend war ich noch Lebensmittel einkaufen….hab anschließend mein Auto durch die Waschstraße gejagt und dann auch noch von Innen gereinigt. Bin dann in Pinneberg in die Innenstadt gefahren, und durch ein paar Geschäfte gebummelt.

Anschließend hab ich mich in einem Eiscafè mit einem Cappuccino und 2 Kugel Eis im Becher, in dem fast leeren Gastraum nieder gelassen, direkt am Fenster. Das war so schön…endlich mal in Ruhe hier sitzen…und die Leute draußen beobachten…dazu noch ein paar Whatsapp`s mit ein paar meiner Kontakte austauschen….wie schön gemütlich und entspannt.

Später bin ich noch weiter durch die Stadt und den angrenzenden Stadtwald gelaufen, bevor es wieder nach Hause ging. Einkäufe verstauen, Wäsche waschen und aufhängen, Spülmaschine starten, Staub wischen und die Küche aufräumen, gleichzeitig das Abendessen zubereiten.

Ich fühle mich ruhig und entspannt…auch wenn mein Ruhepuls immer noch zu hoch ist…mental fühle ich mich ruhiger als gedacht.

Anfang der Woche wurden wir im Job aufgefordert unseren Resturlaub nun endlich bis zum 31.03. zu nehmen…wir sollen sofort die Anträge stellen. Wie soll ich denn bitte im größten Stress noch 8 Urlaubstage unterbringen? Die Alternative wäre, sie verfallen zu lassen – denn es wurde schon vorher klar gestellt, eine Verlängerung gibt es nicht.

Ich habe also bis Freitag gewartet und dann meine Urlaubstage beantragt: 3×2 Tage, 2×1 Tag über die nächsten 1,5 Monate verteilt…und kaum hatte ich die Anträge genehmigt bekommen, kam eine Mail vom Controller. Seit Mittwoch gibt es von unser Interims-Chefin (der Finanzchefin aus der Zentrale) die Genehmigung an das Accounting-Team, das wir die Tage bis in den April hinein nehmen können. Die Mail ist aber nur beim Controller angekommen und er hat sie nicht weiter gegeben…bzw. er hat es Katrin gegenüber erwähnt- mich aber nicht informiert…sehr kollegial.

Okay ich hab dann einen Kompromiss für mich gefunden. 2 Tage hab ich im März wieder storniert und neu im April beantragt. Die restlichen 6 Tage nehme ich jetzt, wie geplant.

Und im Cafè sitzend hatte ich auf einmal Lust für die 2 ersten Urlaubstage, Ende nächster Woche, auch wirklich weg zu fahren.

Wer mich kennt weiß ja, das ich nicht so gerne verreise und so ist es auch gar keine weit entferntes Ziel…ich fahre für 2 Tage in die Lüneburger Heide…noch im Café hab ich mir eine Ferienwohnung in der Nähe von Soltau rausgesucht und reserviert. 108 EUR für 2 Übernachtungen – ist ja gerade keine Saison. Die Bewertungen haben die Sauberkeit und Ruhe dort in den höchsten Tönen gelobt und da ich ja ohnehin nicht frühstücke, brauche ich auch kein Hotelzimmer mit Frühstück…deshalb versuche ich es jetzt mal mit einer Ferienwohnung.

Ich hatte mich mit Kollegin Katrin im Laufe der Woche darüber unterhalten und sie meinte, es wäre evtl. besser wenn ich doch wegfahren würde, damit ich eben nicht im Urlaub auf die Idee komme zu arbeiten. So einfach ist das aber nicht – denn die Arbeit verschwindet ja nicht so einfach.

So hab ich den Kompromiss mit mir selber geschlossen, ich arbeite Donnerstag früh noch etwas (falls nötig) und fahre am Vormittag los, dann bin ich in etwas mehr als einer Stunde am Ziel und habe dann fast genau 2 Tage Zeit Vorort…das wird mir für die Erholung reichen.

Samstagmittag fahre ich dann direkt aus der Lüneburger Heide, an meinem Zuhause vorbei, nach Flensburg…denn am kommenden Samstag holen wir unser verschobenes Weihnachtsessen nach…so mit Weihnachtsgans, Rotkohl und Klößen. Das Wetter ist geradezu ideal dafür.

Sooo und bis zum Urlaub nächsten Donnerstag muss ich noch einiges fertig bekommen….das heißt viel Arbeiten und wenig quatschen – ich bleibe also die nächsten Tage wieder einmal im Homeoffice. Aktuell dürfen wir sooft und solange wie wir wollen remote arbeiten – wenn es uns hilft durch die Migration und die Abschlüsse zu kommen – und diese Regelung haben wir alle Drei in der letzten Woche auch intensiv genutzt.

Nun werde ich mir gleich noch meine Wanderschuhe anziehen und auch noch eine kleine Walkingrunde laufen…obwohl ich heute bereits viel Bewegung hatte. Aber ich glaube ich brauche das jetzt einfach.

Am Strand und im Meer

Am Strand und im Meer

Mittags hab ich an der Seepromenade im Schattenbereich eines Restaurant gesessen…es ging immer noch etwas Wind, das machte es angenehm. Es gab für mich gebratenes Schollenfilet mit einem Salat und Pommes.

Das Restaurant war nicht überfüllt….und die Atmosphäre war ruhig/ entspannt….ich bin dann noch eine Weile sitzen geblieben und hab mir die vorbei flanierenden Menschen angeschaut.

Ich finde es spannend wie Menschen miteinander umgehen und schon ganz lange hatte ich nicht mehr die innere Ruhe oder auch die Möglichkeit einfach mal entspannt nach dem Essen im Restaurantbereich sitzen zu bleiben. Hier hatte ich weder vorab reserviert und noch ein Zeitfenster genannt bekommen. Das war quasi Essen-gehen-wie früher….herrlich und für mich inzwischen fast ungewohnt.

Nach dem Essen bin ich langsam wieder zum Strandkorb geschlendert, dort hab ich mich noch etwas ausgeruht, bevor ich zu einem weiteren Spaziergang ins Wattenmeer aufbrach….der Treffpunkt für die geführte Wattwanderung lag ein ganzes Stück weit weg….also bin ich ca. 200-300m vom Strand weg ins Wattenmeer gelaufen, bevor ich mich parallel zum Strand entlang bewegte. Ich wusste nicht mehr ganz genau, auf welcher Höhe der Treffpunkt war, bin dadurch etwas zu weit gelaufen, dann zurück zum Strand und an der Promenade entlang, bis ich mein Ziel erreicht hatte.

Es war früher Nachmittag und die Sonne war inzwischen gnadenlos…es war heiß und wurde langsam auch etwas stickig…zumindest am Strand. Ich war immer noch etwas zu früh und hab am Rand, im Schatten, auf das Startsignal des Wattführers gewartet.

Eine Familie mit mehreren Kindern stand unmittelbar neben mir und ich musste laut auflachen als einer der Söhne, so ca. 9-10 Jahre alt, seine Mutter anschaute und dann meinte :

„Mami geht es dir gut? Du siehst so angestrengt aus. Entweder Du bist hochkonzentriert oder depressiv“. Die Mutter schaute ihren Sohn empört an und musste auch lachen…dann zog sie ihren Sohn beiseite und die Stimmung bei der Familie war auf einmal wieder locker.

Und dann ging es los und auf einmal wusste ich wieder, warum ich eigentlich keine geführte Wattwanderung mehr machen wollte. in der ersten 3/4 Stunde kamen wir nur ganz langsam von der Stelle, weil der Wanderführer jedes Lebewesen im Wattenmeer ausführlich erklärte und es war eine große Gruppe, bis da alle Fragen beantwortet waren, dauerte es eben….und dann ging es wieder ein Stück weiter ins Watt.

Ich dagegen interessiere mich eher für das Wasser und die Weite und eben das Laufen im Watt. die Gezeiten, die Gefahren, die Priele usw. Herumstehen und nach Wattwürmern buddeln oder Herzmuscheln beim eingraben zu beobachten finde ich dagegen nicht so spannend und außerdem spürt man beim Laufen auch den leichten Wind besser bei dieser Hitze….wieder hatte ich mich eingecremt und mein leichtes Sommertuch als zusätzlichen Sonnenschutz über Nacken und Arme gelegt…aber das war jetzt schon fast unangenehm…es waren mehr als 32 Grad.

Warum ich dann diese Tour gebucht hatte? Nun, das letzte Mal war ich vor 2 Jahren hier und ich wollte lieber noch einmal diese Tour machen, um kein unnötiges Risiko einzugehen, alleine der Flut entgegen zu gehen…und das war auch richtig so – denn er hat auf eine neue, sich gerade bildende Priele hingewiesen, die sich parallel zum Strand entwickelt, d.h. wenn man nicht aufpasst kann einem hier der Rückweg abgeschnitten werden…denn die Priele laufen bei Flut als erstes voll. Noch ist die Priele nicht tief…aber das kann in 1-2 Jahren bereits anders aussehen.

Ich habe also gelernt auch bereits bei Ebbe auf neue Priele zu achten und das man sich unmittelbar, wenn man die Flut erreicht hat, auf den Rückweg machen sollte…nur nicht zu lange warten. Die Flut kommt am Anfang mit einer Geschwindigkeit von ca. 3kmh, das ist eine moderate Geschwindigkeit mit der man locker mitgehen kann, und das Wasser reicht einem dabei bis max. bis zu den Knien.

Die Gefahr kommt aber nicht vom Wasser das vor oder hinter einem liegt (je nach Blickrichtung zum Strand oder vom Strand weg) , sondern von dem, welches sich fast unbemerkt von den Seiten nähert und einen dabei auch noch überholt.

Aber der Moment, wenn man knappe 1,50 – 2 km vom Strand entfernt auf die Flut trifft…die man bei dem gleißendem Licht, kaum vom Himmel und dem feucht glänzendem Watt unterscheiden kann …ist ein unbeschreibliches Gefühl. Gut erkennen kann man die Flut, wenn man auf die Möwen achtet, die sich in der Ferne sammeln…das wo sie sind, ist auch das Wasser.

Unvermittelt standen wir also im Wasser…und nach ein paar Minuten ging es dann langsam wieder zurück zum Strand- eben mit der Flut. Ich finde das Gefühl unbeschreiblich…diese Kraft des Wassers. Da fühlt man sich als Mensch auf einmal ganz klein und demütig.

Nach Abschluss der Tour bin ich dann wieder am Strand entlang, zurück zum Strandkorb gelaufen…dieses ich bin im Sand gelaufen und nicht im Wasser…vor 2 Jahren hatte ich eine sehr schmerzhafte Erfahrung als ich mit einem Fuß in ein gebuddeltes Loch geraten bin, welches ich durch das Wasser nicht sehen konnte…die Erfahrung wollte ich auf keinen Fall wiederholen.

Als es langsam Zeit wurde mein Hotelzimmer zu beziehen, hab ich den Strandkorb verlassen und bin an Strand und Promenade entlang zurück zu meinem Auto gelaufen…das Hotel lag nur knappe 10 Minuten Fahrzeit entfernt. Insgesamt bin ich an diesem Tag 14,3 km gelaufen (die Strecke kommt auch daher, das ich bei der Wattführung Nicht stand wie alle anderen, sondern mich ständig in der Nähe der Gruppe bewegt habe…bin immer weiter gelaufen, um die Gruppe herum, hin- und her gelaufen, hab mich etwas entfernt und dann wieder zurück…ich stehe nun mal nicht gerne still).

Ich war dann aber auch froh, als ich im Hotel ankam…mein Zimmer war zwar alt, aber sauber und vor allem war es angenehm kühl…