Der Abschied

Letzten Dienstag, der Tag meines letzten Arbeitstags vor dem Urlaub und damit mein letzter gemeinsamer Arbeitstag mit dem Controller, bin ich ins Büro gefahren, anstatt wie üblich, im Homeoffice zu bleiben.

So ein letzter Tag vor dem Urlaub ist bei mir immer trubelig und das war auch dieses Mal nicht anders. Wieso sind in der Zentrale wieder einmal ALLE Entscheidungsträger und Unterschriftsberechtigten GLEICHZEITIG in Urlaub? Es war also ein kleiner Kampf eine sehr wichtige und sehr hohe Rechnung für eine neue Investition unterschrieben und im nächsten Schritt diese auch bezahlt zu bekommen (die Zahlung musste von einem Bankkonto erfolgen, auf das ich keinen direkten Zugriff habe, sonst wäre es ja einfach). Der Kollege aus der Projektentwicklung hat sich um eine unkomplizierte Rechnungsfreigabe per Mail, ich habe mich um die Zahlungsfreigabe gekümmert (denn auch hier waren die normalerweise zuständigen Personen bereits im Sommerurlaub). Zusammen haben wir es dann doch noch hin bekommen…puhhh. Wie in jedem Sommer scheinen 90% der Mitarbeiter in der Firmenzentrale im Kollektiv-Urlaub zu sein.

Nun gut, durch all diese kleinen und größeren Probleme, blieb mir kaum Zeit mit dem Controller zu quatschen…aber dann hab ich mir dann doch ein wenig Zeit dafür genommen.

Am Morgen hatte ich bereits seinen Arbeitsplatz leicht geschmückt, eine große Topfpflanze mit Naschpaprika und meine persönliche Abschiedskarte auf seinem Schreibtisch drapiert. Er war sichtlich gerührt und hat sich sehr gefreut. Es war nur mein Abschied an ihn, denn sein eigentlich letzter Arbeitstag sollte ja erst am Freitag sein.

Am Abend sind wir dann zu Viert in eine spanische Tapas-Bar in der Nähe gegangen. Der Controller hatte uns eingeladen. In der Tapas-Bar gab es genau DAS: Tapas…und zwar ausschließlich Tapas. Da war schon der Bestellprozess lustig und etwas trubelig, bis Kollegin Katrin die Führung übernommen hat.

Es war ein lustiger und unterhaltsamer Abend. Der Controller und ich haben noch mal ein paar Anekdoten aus der Corona-Zeit erzählt und über „die guten alten Zeiten“ sinniert und auch über den Zeitpunkt, seitdem sich so Vieles verändert hat und seine Unzufriedenheit immer größer wurde. Der Teamleiter und Katrin sind ja noch nicht so lange da.

Vom Essen waren wir alle ein bisschen enttäuscht….es war reichlich – ja, aber teilweise war die Qualität wirklich nicht gut…und die meisten Tapas waren in Olivenöl ertränkt, ohne das es dem Geschmack geholfen hätte. zum Beispiel die „Hackbällchen in Tomatensoße“ von der Karte, kamen als Hackbällchen in Öl mit ein paar Tomatenstückchen. Am Besten schmeckten mir die Datteln im Speckmantel….hmmmmm lecker.

Und auch die Lokation war jetzt nicht optimal…der größte Teil des Restaurants bestand aus Glaswänden und Glasdach und es war proppevoll. Die Geräuschkulisse war derartig laut, das wir uns teilweise anbrüllen mussten…meine Stimme versagte zwischenzeitlich.

Wir blieben trotzdem von 18 Uhr bis weit nach 22 Uhr…dann wurde es Zeit für uns. Die Kollegen mussten am nächsten Tag wieder arbeiten und ich wollte früh am Morgen schon in Richtung Hessen fahren….

Jaaa ein paar Tränchen flossen bei mir dann doch…ich hab den Controller umarmt und ihm und seiner Frau noch einmal alles Gute gewünscht. Wir sind quasi jetzt schon zum Grünkohl-Essen auf dem Weihnachtsmarkt verabredet hahaha…mal sehen ob das dann auch klappt.

Auf der Fahrt nach Hause konnte ich mich gut in den Controller hineindenken…bei mir sind es jetzt knappe 6 Jahre her, seitdem ich mich in Hessen von meinen langjährigen Kollegen verabschiedet habe, um in den Norden Deutschlands zu ziehen.

Es ist schwer sich nach 13 Jahren von einer Firma zu trennen. Man kennt alle Kollegen, kennt sein Aufgabengebiet in- und auswendig, kennt alle Abläufe (ob sie einem nun gefallen oder nicht). Beim Abschied bekommt man noch einmal gespiegelt, wie einen die Kollegen schätzen und ist überrascht von all den positiven Meldungen (hahahaha wie ehrlich die alle gemeint sind, sei mal dahin gestellt). Unwillkürlich fragt man sich: war die Entscheidung jetzt richtig?

Für mich gesprochen, nach diesen 6 Jahren: Es war die beste Entscheidung meines Lebens (auch wenn nicht alles glatt lief) und genau das wünsche ich dem Controller auch. Das er in den nächsten Jahren rückblickend sagen kann: ja – das war eine gute Entscheidung.

Für uns, die wir zurück bleiben und uns weiterhin durch das Chaos der nicht enden wollenden Umstrukturierungen kämpfen, kann es auch besser werden. Dann, wenn wir endlich einen einen Ersatz für den Controller gefunden haben.

Leider geht die Suche langsamer als gedacht…was zum Teil wieder einmal hausgemacht ist, denn der Teamleiter kämpft aktuell mit der HR-Managerin über die Deutungshoheit, wer was zu entscheiden hat….unfassbar…inzwischen musste auch schon unser GF eingreifen, um unseren Teamleiter zu stärken. Die HR-Managerin ist der Meinung wir haben doch keinen Zeitdruck. Sag mal – geht`s noch? Der Controller ist Ende der Woche weg und Kollegin Katrin auch bald für mehrere Wochen im Sommerurlaub.

Naja – ich will mich nicht aufregen – ist ja zum Glück nicht meine Verantwortung…aber letztlich bleibt dann ein Teil der Arbeit auch bei mir hängen.

Aber wenn auch das überwunden ist, DANN kann es bei uns im Team endlich wieder aufwärts gehen…dann kann Ruhe einkehren und wir ziehen dann hoffentlich bald wieder alle an einem Strang.

kommender Abschied und Urlaub voraus

Mein privates Leben blieb dabei in den letzten Tagen echt auf der Strecke….Arbeiten, essen, ausruhen, Walken, schlafen gehen….und wieder von vorne. Viel Zeit für Anderes blieb da nicht …aber natürlich hab ich mich, trotz all der Arbeit, mit den unterschiedlichsten Kollegen ausgetauscht…vor allem mit Kollegin Katrin und auch mit dem Teamleiter und dem Controller.

Der Controller hat schon bald seinen letzten Arbeitstag und wir sind schon in den Vorbereitungen für seinen Abschied, so mit Karte und Geld einsammeln für ein Geschenk Gar nicht so einfach bei mehreren Standorten verteilt auf ganz Deutschland, gut das es Paypal gibt.

Ich habe tatsächlich nur noch 2 Arbeitstage mit ihm. Ab nächste Woche Mittwoch bin ich im Sommerurlaub ( für 1 1/2 Wochen) und verpasse damit seinen tatsächlichen letzten Arbeitstag.

Aber das ist okay für ihn…nächsten Dienstag hat uns der Controller zum Abendessen in ein Restaurant eingeladen…also unser kleines Team. Da bekommt er von mir auch noch ein eigenes kleines Abschiedsgeschenk…immerhin haben wir 5 1/2 Jahr zusammen gearbeitet, er war bei meinem Bewerbungsgespräch mit dabei und wir haben auch lange zusammen im gleichen Büro gesessen. Und er war ja nicht immer so, wo er sich in den letzten Monaten gegeben hat.

Meinen Urlaub kann ich aber auch nicht mehr verschieben, ich bin schon für ein paar Tage verplant und habe auch schon das Hotelzimmer gebucht. Ich fahre nach Frankfurt (also eher Großraum Frankfurt), in die „alte Heimat“. Das ist in den 6 Jahren, tatsächlich erst das 3. Mal, das ich Freunde und ehemalige Kollegen besuche.

Ich weiß auch noch nicht, ob das so eine gute Idee ist. Denn eigentlich bin ich echt urlaubsreif und könnte ein paar Tage Ruhe und Entspannung vertragen….aber wenn ich in Urlaub fahre, dann immer zu Anfang…damit ich hinterher genügend stumme Zeit zum erholen habe. Frankfurt im Sommer kann aber auch sehr unangenehm heiß sein….na für Bedenken ist es jetzt eh zu spät…

Osterurlaub – Zuhause

Mein einwöchiger Urlaub startete bereits am Gründonnerstag…und da war ich voller Elan und freute mich auf die freien Tage. Das waren ja immer noch die Urlaubstage aus dem Vorjahr, die ich nun endlich nehmen musste…Einen aller letzten alten Urlaubstag hab ich dann noch am 30.04. Es blieb vorher einfach keine Zeit diese Tage zu nehmen…zu groß war noch das Chaos im Job.

Jetzt ist es ein schöner Gedanke immer noch 30 Urlaubstage für dieses Jahr zu haben, die ich auf die kommenden 8 Monate verteilen kann.

Am ersten Urlaubstag hab ich erst einmal die Reifen an meinem Auto wechseln lassen….und während der Wagen beim Reifenhändler stand bin ich in das Cafè des Supermarktes gegenüber gegangen und habe mir zum Frühstück einen Becher Kaffee und eine belegte Laugenecke gekauft.

Ich gehe ja nicht so oft zum Bäcker und hole mir Brötchen oder gar ein belegtes Brötchen oder ähnliches…backe mein Brot ja immer noch gerne selbst. Entsprechend irritiert war ich also als ich für diese „Laugenecke“ belegt mit etwas Salat und ein paar Putenbrustscheiben 5,10 EUR bezahlen musste….mit dem Kaffee zusammen waren das also 8,10 EUR. WHAT? Es ist keine Bioware oder handgekneteter Teig von einem Handwerksbäcker mit besten Zutaen…es ist eine dieser Bäckerei-Ketten, die es haufenweise überall gibt und die ihre Ware massenweise industriell produzieren.

Irgendwie war es mir einfach zu teuer…aber gegessen hab ich es trotzdem und die Laugenecke war knusprig und frisch…also auch lecker….aber 5,10 EUR grummel…

Anschließend bin ich noch gaanz in aller Ruhe durch den Supermarkt geschlendert, habe mir Zeit gelassen…hab hier und dort geschaut, noch etwas Deko für Ostern (nur für die Wohnungstür) hier, noch ein kleines Mitbringsel für Schwester+Schwager dort…den ersten frischen grünen Spargel usw. alles nicht großes, aber es hat mir Freude gemaht.

Dann war die Wartezeit auch rum und ich konnte meinen Wagen wieder abholen…mit dem Hinweis das meine Winterreifen aus 2016 nun ein Alter erreicht haben, wo ich über neue Nachdenken sollte.

Generell sollten Reifen nicht älter als 10 Jahre sein, der TÜV empfiehlt maximal 6 Jahre…immer unter der Voraussetzung, das noch genügend Profiltiefe vorhanden ist und die Reifen noch nicht sichtbar porös sind.

Im ersten Moment war ich irritiert: warum sind die Winterreifen von 2016, wenn der Wagen von 2020 ist….hahahaha – irgendwann fiel es mir wieder ein: Ach ja – das sind ja noch die Reifen von meinem ersten Fiat 500L. Den hatte ich ohne die zusätzlichen Winterreifen verkauft.

Okay – also ich habe mich entschlossen im nächsten Herbst bekommt mein Auto 4 neue Winterreifen…dann bin ich auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Immerhin die die Reifen die einzigen Teile am Auto, die direkten Kontakt mit der Straße haben.

Später bin ich dann noch nach Henstedt-Ulzburg gefahren… hab später noch ein paar Frühlings-Shirts gekauft…viele meiner Klamotten sind mir inzwischen ja viel zu groß geworden, brauchte noch ein VGA-Kabel, um meinen 2. Monitor im Homeoffice an die neue Dockingstation anzuschließen.

Der Verkäufer traute meiner Aussage nicht und fragte wie ALT mein Gerät sei hahaha….Die Monitore sind alt, die Dockingstation und das Laptop sind nigelnagelneu und JA ich benötige ein VGA-Kabel…da alle anderen Steckplätze an der Dockingstation bereits belegt sind.

Im Laufe der Jahre ist hier meine völlige Unkenntnis über die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten von Kabeln, einem gewissen Pragmatismus gewichen, so das ich inzwischen in der Lage bin, die Art der Anschlüsse an den Geräten abzulesen. Denn entweder es ist ein Symbol drauf oder aber es wird sogar die Anschlussart beim Namen genannt…und das war hier der Fall. Für den 2. Monitor brauche in ein VGA-Kabel auf beiden Seiten.

Den Rest des Tages hab ich dann damit verbracht meinen Kleiderschrank wieder auf Frühlingsbetrieb umzustellen und Wäsche zu bügeln, Wäsche zu waschen und die Wohnung vom Staub zu befreien….es war ein schöner und entspannter Tag…

Dem Impuls widerstehen

Nach meinem Ausflug ins Pietzmoor bin ich dann weiter nach Soltau gefahren…habe mich erst einmal in einem Supermarkt mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt, bevor ich weiter zur Ferienwohnung gefahren bin.

Die Ferienwohnung war über eine schmale Metall-Wendeltreppe von der Gartenseite des Hauses zu erreichen. Den Schlüssel bekam ich aus einer verschließbaren Box. Das war alles sehr unkompliziert. Nur die Treppe war derartig schmal, da passte ich gerade eben so durch, aber schon mit der Reisetasche wurde es so eng, das ich sie nur eng am Körper vor mir hertragen konnte.

Als es dann am Abend auch noch mit dem Schnee anfing, musste ich jeden Schritt auf der Treppe genau abwägen…es war glatt und die Vermieterin hatte mich per Whatsapp auch schon vorab darauf aufmerksam gemacht.

Diese kleine Wohnung mit einem großen Wohn-Schlafraum, einem großen Bad und einer Mini-Pantry-Küche in einer dunklen Ecke im Flur (es gab aber unglaublich viele Lampen) war schön…sie hatte sogar einen verglasten Balkon, überhaupt gab es sehr viele Fenster, die viel Licht hineinliessen, mit einem schönen Blick in die Gärten drumherum. Bei Minusgraden ist das mit den vielen Fenstern nicht unbedingt von Vorteil und so gab es für alle Fenster auch Thermo-Vorhänge.

Leider hatte die Pantryküche keine Herdplatte, dafür Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher und Kaffeemaschine…nun gut…damit entfielen mein geplantes Abendessen und auch das Mittagessen am nächsten Tag. Was auch fehlte war ein kleines Spülbecken zum Abwaschen des benutzen Geschirrs…dafür gab es aber eine Waschschüssel – das Wasser musste man sich dann eben aus dem Bad holen – haha das war jetzt nicht komfortabel, aber auch kein Problem. Also die „Pantry-Küche“ war nichts weiter als ein Einbauschrank im Flur, der mit Elektrogeräten und Küchenutensilien ausgestattet war.

Ansonsten war alles da, was man brauchte…sogar ein kleiner Willkommensgruß in Form einer großen Flasche Wasser und ein paar Süßigkeiten neben einem Willkommensschild. Es gab auch Teebeutel, Filtertüten und Kaffeepulver (hab ich aber nicht genommen)….auch Shampoo, Duschgel und andere Toiletten-Artikel wurden zur Verfügung gestellt. Da ich in solchen Dingen eigen bin, hab ich natürlich meine mitgebrachten Sachen genutzt…fand es aber trotzdem nett.

Und obwohl alles so richtig nett und gemütlich war, wollte ich was? Ich wollte einfach nur nach Hause. Ich kann gar nichts dagegen machen, es ist ja keine bewusste Entscheidung, sondern einfach das Gefühl, das ich jetzt doch viel lieber wieder Zuhause wäre..in meinem eigenen Zuhause.

Und hätte ich nicht bereits für den nächsten Vormittag einen Massagetermin vereinbart, ich wäre wahrscheinlich sogar wieder gefahren. So konnte ich dem inneren Impuls widerstehen. Das war gar nicht so leicht und mein Verstand musste mich erst einmal überzeugen.

Das hier ist ein schöner Ort, ich habe für 2 Nächte bezahlt, ich hatte einen schönen Ausflug heute und morgen kommt noch eine Massage. In die Therme wollte ich eigentlich auch, wenn ich denn auch die gepackte Sporttasche mit genommen hätte – hab ich aber nicht. Aber okay, es gibt anderes was ich machen kann. Okay ich bleibe heute hier…morgen kann ich immer noch nach Hause fahren…ich muss ja nicht beide Nächte hier verbringen. Aber eine Nacht sollte ich hier bleiben.

Ich hab mich dann erst einmal auf die Couch gelegt und für die nächsten Stunden tief und fest geschlafen und als ich später am Abend aus dem Fenster schaute, hatte es geschneit…es lagen so ca. 2-3 cm Schnee. Ohhhh – wie schön…also wieder Wanderschuhe an und ab nach Draussen….herrlich wie der Schnee bei jedem Schritt knirschte…alles war ruhig und friedlich und menschenleer…und jeder Schritt fühlte sich federleicht an…

Mal sehen, wie es Morgen weiter geht.

Wochenende ist da und Urlaub voraus

(diesen beitrag hatte ich schon veröffentlicht )In den letzten Wochen habe ich auf Sparflamme gelebt. Durch die viele Arbeit blieb kaum Zeit für mehr als meine abendlichen Walkingrunden…und den Rest der Zeit hab ich mich nur mit dem Nötigsten versorgt, hab mich wieder etwas vermehrt um Schwester+Schwager gekümmert (telefonisch) und bin früh schlafen gegangen und sonst? Naja da war nicht ganz so viel.

Den Samstagvormittag hab ich erst mal wieder konzentriert gearbeitet und hab einen weiteren wichtigen allgemeinen Abgabetermin einhalten können…das was jetzt in den nächsten Tagen zu erledigen ist, ist eher Masse, statt Klasse…reine Fleißarbeit mit nur wenig Herausforderung. Das sollte mir locker von der Hand gehen.

Es war eine gute Idee mir den Friseurtermin für heute Mittag geben zu lassen…so bin ich dann mal wieder richtig zum Erledigen privater Dinge gekommen.

Mit der Friseurin komme ich echt super zurecht…inzwischen vertraue ich ihr, so das ich jetzt tatsächlich alle 4-5 Wochen regelmäßig einen Termin bei ihr habe…seitdem fühle ich mich nicht mehr wie ein Bobtail – sie schneidet mir die Haare richtig gut und wir können uns prima unterhalten. Die Chemie stimmt. Sie ist über 60 Jahre und Friseurmeisterin – so eine Frau, die im Leben steht und viel erlebt und durch gemacht hat.

Anschließend war ich noch Lebensmittel einkaufen….hab anschließend mein Auto durch die Waschstraße gejagt und dann auch noch von Innen gereinigt. Bin dann in Pinneberg in die Innenstadt gefahren, und durch ein paar Geschäfte gebummelt.

Anschließend hab ich mich in einem Eiscafè mit einem Cappuccino und 2 Kugel Eis im Becher, in dem fast leeren Gastraum nieder gelassen, direkt am Fenster. Das war so schön…endlich mal in Ruhe hier sitzen…und die Leute draußen beobachten…dazu noch ein paar Whatsapp`s mit ein paar meiner Kontakte austauschen….wie schön gemütlich und entspannt.

Später bin ich noch weiter durch die Stadt und den angrenzenden Stadtwald gelaufen, bevor es wieder nach Hause ging. Einkäufe verstauen, Wäsche waschen und aufhängen, Spülmaschine starten, Staub wischen und die Küche aufräumen, gleichzeitig das Abendessen zubereiten.

Ich fühle mich ruhig und entspannt…auch wenn mein Ruhepuls immer noch zu hoch ist…mental fühle ich mich ruhiger als gedacht.

Anfang der Woche wurden wir im Job aufgefordert unseren Resturlaub nun endlich bis zum 31.03. zu nehmen…wir sollen sofort die Anträge stellen. Wie soll ich denn bitte im größten Stress noch 8 Urlaubstage unterbringen? Die Alternative wäre, sie verfallen zu lassen – denn es wurde schon vorher klar gestellt, eine Verlängerung gibt es nicht.

Ich habe also bis Freitag gewartet und dann meine Urlaubstage beantragt: 3×2 Tage, 2×1 Tag über die nächsten 1,5 Monate verteilt…und kaum hatte ich die Anträge genehmigt bekommen, kam eine Mail vom Controller. Seit Mittwoch gibt es von unser Interims-Chefin (der Finanzchefin aus der Zentrale) die Genehmigung an das Accounting-Team, das wir die Tage bis in den April hinein nehmen können. Die Mail ist aber nur beim Controller angekommen und er hat sie nicht weiter gegeben…bzw. er hat es Katrin gegenüber erwähnt- mich aber nicht informiert…sehr kollegial.

Okay ich hab dann einen Kompromiss für mich gefunden. 2 Tage hab ich im März wieder storniert und neu im April beantragt. Die restlichen 6 Tage nehme ich jetzt, wie geplant.

Und im Cafè sitzend hatte ich auf einmal Lust für die 2 ersten Urlaubstage, Ende nächster Woche, auch wirklich weg zu fahren.

Wer mich kennt weiß ja, das ich nicht so gerne verreise und so ist es auch gar keine weit entferntes Ziel…ich fahre für 2 Tage in die Lüneburger Heide…noch im Café hab ich mir eine Ferienwohnung in der Nähe von Soltau rausgesucht und reserviert. 108 EUR für 2 Übernachtungen – ist ja gerade keine Saison. Die Bewertungen haben die Sauberkeit und Ruhe dort in den höchsten Tönen gelobt und da ich ja ohnehin nicht frühstücke, brauche ich auch kein Hotelzimmer mit Frühstück…deshalb versuche ich es jetzt mal mit einer Ferienwohnung.

Ich hatte mich mit Kollegin Katrin im Laufe der Woche darüber unterhalten und sie meinte, es wäre evtl. besser wenn ich doch wegfahren würde, damit ich eben nicht im Urlaub auf die Idee komme zu arbeiten. So einfach ist das aber nicht – denn die Arbeit verschwindet ja nicht so einfach.

So hab ich den Kompromiss mit mir selber geschlossen, ich arbeite Donnerstag früh noch etwas (falls nötig) und fahre am Vormittag los, dann bin ich in etwas mehr als einer Stunde am Ziel und habe dann fast genau 2 Tage Zeit Vorort…das wird mir für die Erholung reichen.

Samstagmittag fahre ich dann direkt aus der Lüneburger Heide, an meinem Zuhause vorbei, nach Flensburg…denn am kommenden Samstag holen wir unser verschobenes Weihnachtsessen nach…so mit Weihnachtsgans, Rotkohl und Klößen. Das Wetter ist geradezu ideal dafür.

Sooo und bis zum Urlaub nächsten Donnerstag muss ich noch einiges fertig bekommen….das heißt viel Arbeiten und wenig quatschen – ich bleibe also die nächsten Tage wieder einmal im Homeoffice. Aktuell dürfen wir sooft und solange wie wir wollen remote arbeiten – wenn es uns hilft durch die Migration und die Abschlüsse zu kommen – und diese Regelung haben wir alle Drei in der letzten Woche auch intensiv genutzt.

Nun werde ich mir gleich noch meine Wanderschuhe anziehen und auch noch eine kleine Walkingrunde laufen…obwohl ich heute bereits viel Bewegung hatte. Aber ich glaube ich brauche das jetzt einfach.

Am Strand und im Meer

Am Strand und im Meer

Mittags hab ich an der Seepromenade im Schattenbereich eines Restaurant gesessen…es ging immer noch etwas Wind, das machte es angenehm. Es gab für mich gebratenes Schollenfilet mit einem Salat und Pommes.

Das Restaurant war nicht überfüllt….und die Atmosphäre war ruhig/ entspannt….ich bin dann noch eine Weile sitzen geblieben und hab mir die vorbei flanierenden Menschen angeschaut.

Ich finde es spannend wie Menschen miteinander umgehen und schon ganz lange hatte ich nicht mehr die innere Ruhe oder auch die Möglichkeit einfach mal entspannt nach dem Essen im Restaurantbereich sitzen zu bleiben. Hier hatte ich weder vorab reserviert und noch ein Zeitfenster genannt bekommen. Das war quasi Essen-gehen-wie früher….herrlich und für mich inzwischen fast ungewohnt.

Nach dem Essen bin ich langsam wieder zum Strandkorb geschlendert, dort hab ich mich noch etwas ausgeruht, bevor ich zu einem weiteren Spaziergang ins Wattenmeer aufbrach….der Treffpunkt für die geführte Wattwanderung lag ein ganzes Stück weit weg….also bin ich ca. 200-300m vom Strand weg ins Wattenmeer gelaufen, bevor ich mich parallel zum Strand entlang bewegte. Ich wusste nicht mehr ganz genau, auf welcher Höhe der Treffpunkt war, bin dadurch etwas zu weit gelaufen, dann zurück zum Strand und an der Promenade entlang, bis ich mein Ziel erreicht hatte.

Es war früher Nachmittag und die Sonne war inzwischen gnadenlos…es war heiß und wurde langsam auch etwas stickig…zumindest am Strand. Ich war immer noch etwas zu früh und hab am Rand, im Schatten, auf das Startsignal des Wattführers gewartet.

Eine Familie mit mehreren Kindern stand unmittelbar neben mir und ich musste laut auflachen als einer der Söhne, so ca. 9-10 Jahre alt, seine Mutter anschaute und dann meinte :

„Mami geht es dir gut? Du siehst so angestrengt aus. Entweder Du bist hochkonzentriert oder depressiv“. Die Mutter schaute ihren Sohn empört an und musste auch lachen…dann zog sie ihren Sohn beiseite und die Stimmung bei der Familie war auf einmal wieder locker.

Und dann ging es los und auf einmal wusste ich wieder, warum ich eigentlich keine geführte Wattwanderung mehr machen wollte. in der ersten 3/4 Stunde kamen wir nur ganz langsam von der Stelle, weil der Wanderführer jedes Lebewesen im Wattenmeer ausführlich erklärte und es war eine große Gruppe, bis da alle Fragen beantwortet waren, dauerte es eben….und dann ging es wieder ein Stück weiter ins Watt.

Ich dagegen interessiere mich eher für das Wasser und die Weite und eben das Laufen im Watt. die Gezeiten, die Gefahren, die Priele usw. Herumstehen und nach Wattwürmern buddeln oder Herzmuscheln beim eingraben zu beobachten finde ich dagegen nicht so spannend und außerdem spürt man beim Laufen auch den leichten Wind besser bei dieser Hitze….wieder hatte ich mich eingecremt und mein leichtes Sommertuch als zusätzlichen Sonnenschutz über Nacken und Arme gelegt…aber das war jetzt schon fast unangenehm…es waren mehr als 32 Grad.

Warum ich dann diese Tour gebucht hatte? Nun, das letzte Mal war ich vor 2 Jahren hier und ich wollte lieber noch einmal diese Tour machen, um kein unnötiges Risiko einzugehen, alleine der Flut entgegen zu gehen…und das war auch richtig so – denn er hat auf eine neue, sich gerade bildende Priele hingewiesen, die sich parallel zum Strand entwickelt, d.h. wenn man nicht aufpasst kann einem hier der Rückweg abgeschnitten werden…denn die Priele laufen bei Flut als erstes voll. Noch ist die Priele nicht tief…aber das kann in 1-2 Jahren bereits anders aussehen.

Ich habe also gelernt auch bereits bei Ebbe auf neue Priele zu achten und das man sich unmittelbar, wenn man die Flut erreicht hat, auf den Rückweg machen sollte…nur nicht zu lange warten. Die Flut kommt am Anfang mit einer Geschwindigkeit von ca. 3kmh, das ist eine moderate Geschwindigkeit mit der man locker mitgehen kann, und das Wasser reicht einem dabei bis max. bis zu den Knien.

Die Gefahr kommt aber nicht vom Wasser das vor oder hinter einem liegt (je nach Blickrichtung zum Strand oder vom Strand weg) , sondern von dem, welches sich fast unbemerkt von den Seiten nähert und einen dabei auch noch überholt.

Aber der Moment, wenn man knappe 1,50 – 2 km vom Strand entfernt auf die Flut trifft…die man bei dem gleißendem Licht, kaum vom Himmel und dem feucht glänzendem Watt unterscheiden kann …ist ein unbeschreibliches Gefühl. Gut erkennen kann man die Flut, wenn man auf die Möwen achtet, die sich in der Ferne sammeln…das wo sie sind, ist auch das Wasser.

Unvermittelt standen wir also im Wasser…und nach ein paar Minuten ging es dann langsam wieder zurück zum Strand- eben mit der Flut. Ich finde das Gefühl unbeschreiblich…diese Kraft des Wassers. Da fühlt man sich als Mensch auf einmal ganz klein und demütig.

Nach Abschluss der Tour bin ich dann wieder am Strand entlang, zurück zum Strandkorb gelaufen…dieses ich bin im Sand gelaufen und nicht im Wasser…vor 2 Jahren hatte ich eine sehr schmerzhafte Erfahrung als ich mit einem Fuß in ein gebuddeltes Loch geraten bin, welches ich durch das Wasser nicht sehen konnte…die Erfahrung wollte ich auf keinen Fall wiederholen.

Als es langsam Zeit wurde mein Hotelzimmer zu beziehen, hab ich den Strandkorb verlassen und bin an Strand und Promenade entlang zurück zu meinem Auto gelaufen…das Hotel lag nur knappe 10 Minuten Fahrzeit entfernt. Insgesamt bin ich an diesem Tag 14,3 km gelaufen (die Strecke kommt auch daher, das ich bei der Wattführung Nicht stand wie alle anderen, sondern mich ständig in der Nähe der Gruppe bewegt habe…bin immer weiter gelaufen, um die Gruppe herum, hin- und her gelaufen, hab mich etwas entfernt und dann wieder zurück…ich stehe nun mal nicht gerne still).

Ich war dann aber auch froh, als ich im Hotel ankam…mein Zimmer war zwar alt, aber sauber und vor allem war es angenehm kühl…

Spontane Urlaubspläne

Wenn es mir gut geht, dann bin ich auch spontan…und so hab ich Freitag kurzfristig beschlossen in der nächsten Woche am Dienstag und Mittwoch Urlaub zu machen – bevor der Controller Ende der Woche seine 2 Wochen Sommerurlaub startet und ich mit der neuen Kollegin alleine sein werde.

In meinem „Sommerurlaub“ war es ja nicht so erholsam, wie gehofft ( Erledigen dringender Dinge für den Job/ Schwester im Krankenhaus / Überflutung des Kellers). Jetzt bin ich wieder raus aus dem Sorgenmodus.

Inzwischen hat auch die Rentenversicherung alles was sie braucht, um zu Entscheiden ob sie meinem Schwager eine Umschulung zum Busfahrer genehmigt. Da gab es ja aufgrund der Krankheit eines Arztes auch noch Verzögerungen und so langsam nähert sich das Ende des Arbeitslosengeldes.

Jetzt muss also eine Entscheidung her, sonst sieht es bei den Beiden bald zappenduster aus. Immerhin ist meine Schwester ja immer noch krank geschrieben und kommt bald zur „Anschluß-heilbehandlung“…rutscht also auch wieder ins Krankengeld.

Auf mein Drängen sich doch erst einmal wieder als LKW-Fahrer oder wenigstens als sonst wie Aushilfsfahrer zu bewerben bekam ich nur hören: die Dame vom Arbeitsamt hat ihm abgeraten einen anderen Job anzunehmen, weil dann die Umschulung mangels Notwendigkeit eher nicht genehmigt würde. Tja – was soll man dazu sagen.

Aber zurück zu meinem Urlaub…den hab ich am Freitag auch gleich genehmigt bekommen und mich für Cuxhaven entschieden…ich möchte mal wieder ins Watt.

Der nächste Gedanke: vielleicht lege ich vorsichtshalber die alten Krücken mit ins Auto – beim letzten Urlaub in Cuxhaven bin ich am Stand in ein überspültes tiefes Loch getreten und habe mir die Bänder am rechten Fußgelenk gedehnt…das war sehr schmerzhaft und ich hab es kaum mit dem Auto nach Hause geschafft.

Nun gut – also ich habe bereits den Wattwanderungskalender studiert und es passt auf jeden Fall…und ich habe auch bereits ein Hotelzimmer für eine Nacht gebucht und das sogar zu einem annehmbaren Preis von 85 EUR für ein Einzelzimmer inclusive Frühstück und Parkplatz. und die Bewertung des Hotels war auch gut.

Sooo – und jetzt bin ich tatsächlich in Urlaubsstimmung…freue mich auf die kleine Auszeit.

Ich besitze zwar keine Koffer mehr (den kleinen Koffer hatte ich im Großen gelagert und auch das Beautycase war darin – alles zusammen stand im Keller im Wasser und liegt inzwischen in einem Müllcontainer), aber für eine Übernachtung reicht mir meine kleine Reisetasche und die liegt zum Glück gut verstaut im Einbauschrank in der Wohnung.

Den großen Koffer hab ich eh seit Jahren nicht mehr gebraucht. Wann fahre ich mal mehr als ein paar Tage irgendwohin und der Koffer war inzwischen auch schon mehr als 20 Jahre alt. Den hatte ich damals angeschafft, als ich für 3 Wochen zur Sprachenschule nach Cambridge geflogen bin. Damals lebte ich noch in NRW zusammen mit meinem heutigen Ex-Mann und wollte unbedingt weg vom reinen Schul-Englisch.

Ich war dort die gesamte Zeit bei einer Familie untergebracht, das war eine tolle Erfahrung und hat mir tatsächlich geholfen mein Furcht vor falsch angewendeter Grammatik zu nehmen, sondern einfach drauf los zu sprechen. Genau das hilft mir heute bei meiner täglichen Arbeit und die Gewissheit: für die Anderen ist es ebenfalls eine Fremdsprache.

Ich mache also einen Kurzurlaub und freue mich drauf….

Ein Tag Zuhause

An meinen letzten Urlaubstag war ich dann zwar irgendwie müde, aber dennoch die meiste Zeit aktiv. Der Vollmond hatte mir mal wieder einen Streich gespielt…und ließ mich in der Nacht nicht gut schlafen.

Anstatt etwas „Schönes“ zu machen, hab ich den halben Tag in der Wohnung rumgewuselt….Wäsche waschen, trockene Wäsche zusammen legen, Bügeln, Kleiderschrank auf „Frühjahrs-Betrieb“ umstellen…. eine Tür an meinem Kleiderschrank neu justieren und ölen und eine Blende versetzen…das störte mich schon eine ganze Weile. Das Bett ist frisch bezogen und dem Staub hab ich mal wieder nachgejagt…quer durch die ganze Wohnung, bin mir allerdings nicht sicher wer jetzt gewonnen hat…fühlte mich aber wenigstens für einen Moment als Sieger.

Das Bad ist auch grundgereinigt und auf dem Balkon sieht es auch wieder ordentlich aus. Nur zum Fensterputzen hatte ich echt keine Lust.

Nach einer kleinen Shopping Tour und dem notwendigen Wiederauffüllen meiner Vorräte hatte ich mittags Gemüse im Backofen gegrillt – schön mit Olivenöl beträufelt .

Ein Pizzateig hatte ich Vormittags schon angesetzt, so gab es am Abend frische Pizza mit Tomatensoße und Mozzarella und belegt mit dem restlichen Grillgemüse vom Mittag.

Das klingt jetzt alles nicht nach wirklichem Urlaub…für mich war es trotz Allem ein wunderbarer Tag….ganz in Ruhe, ohne Hektik und ohne Zwang…eines hat das Andere ergeben und mir machen solche Räumaktionen immer viel Freude. Ordnung ist mir wichtig…und beruhigt meine Gedanken (wie schon öfter erwähnt: äußere Ordnung = innere Ordnung) und tut meiner Seele gut.

Zu viel unterwegs – zu wenig Erholung

Zu viel unterwegs – zu wenig Erholung

Es ist jetzt Mitte meiner 2. Urlaubswoche….und nächste Woche geht es wieder ans Arbeiten. In der ersten Woche war ich ja erst für 3 Tage in Hessen (Frankfurt und Umgebung), dann wieder einen Tag Zuhause, dann für 3 Tage In Flensburg und Dänemark mit meiner Schwester) und ich bin seit Samstagnachmittag erst wieder zuhause.

Das waren insgesamt mit allen Ausflügen usw. 1.640 km die ich im Auto unterwegs war. Die ersten Tage waren sehr heiß, dann in Flensburg und Dänemark war es sehr windig. Ich bin in Hessen viel mit dem Rad gefahren (ebenerdig), dann viel Rad mit meiner Schwester (man sollte nicht glauben wie viele Steigungen es in Flensburg gibt – meine Schwester hat zum Glück ein E-Bike – ich nicht) und stundenlang in Rømø /DK am Stand entlang gelaufen.

In Frankfurt den Stress Montagabend, das extrem tolle Treffen am Dienstag mit dem Rentner+seiner Frau bei ihnen zuhause, in der Nähe von Hanau. Dazu die anschließende tagelange ununterbrochene Kommunikation mit meiner Schwester. Es gibt einfach keine Redepausen, wenn ich bei ihr bin – also gar keine.

Dazu immer und immer wieder die alten Geschichten, mit denen sie nicht abschließen kann, da kommt soviel Bitterkeit mit hoch, und sie behauptet zwar, es verarbeitet zu haben…aber man merkt sehr schnell…das sind nur Worte und die stimmen nicht.

Diese alten Geschichten haben zum Glück nichts mit mir zu tun…unsere Themen sind geklärt.

Ich hab schon so oft versucht ihr Wege aus diesen Gedanken-Spiralen aufzuzeigen, aber ich kann ihr dabei nicht helfen, solange sie nicht einsieht, das sie sich selbst damit blockiert und sie es selber „angehen“ muss, um endlich wirklich inneren Frieden zu finden.

Ich finde die Unterhaltungen darüber jedoch von mal zu mal belastender….weil sie die Verantwortung immer auf „die Anderen“ schiebt. Das sie aber heute, nach 30-40 Jahren, auch selber die Verantwortung für ihren jetzigen Umgang mit den Themen übernehmen kann, will sie nicht wahrhaben. Ja es braucht Zeit und Mut und man muss ehrlich zu sich selbst sein…das kann nicht jeder.

Womit man mal wieder sieht: jeder muss seine eigenen Wege finden mit schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit und seelischen Verletzungen umzugehen.

Seitdem ich wieder zuhause bin, fühle ich mich nicht erholt, sondern erschlagen….wahrscheinlich auch, weil ich die Dosierung einer Tablette auf Anraten des Arztes verdoppelt habe, und die Wirkung ich erst jetzt erst bemerkbar macht….und schon als ich mit den Tabletten im März begann, hab ich Wochen gebraucht, bis ich mich nicht mehr so müde gefühlt habe.

Also seit Samstagnachmittag bin ich körperlich erschöpft, müde, mir tun Knochen und Muskeln weh, ich bin seelisch ausgelaugt, ich hab mich total in meine Wohnung zurück gezogen…dazu hat das Wetter umgeschlagen und es ist bei 18-23 Grad zwar warm, aber ständig bedeckt, extrem windig…vorgestern gab es ein heftig langanhaltendes Gewitter und die Sonne mag auch nicht mehr scheinen….ich schlafe sehr viel und lange und so richtig motiviert viel in meiner letzten Urlaubswoche zu machen, bin ich auch nicht.

Ehrliches Fazit: Es war einfach zu viel.

Meine anfängliche Euphorie endlich mal wieder raus zu kommen und den Urlaub zu genießen, hat tatsächlich verdrängt, das die Tage mit meiner Schwester anschließend für meine Erholung auch nicht so toll sein werden. Dabei waren auch die Tage mit und bei ihr schön…aber eben auch anstrengend.

Es ist, wie es ist…ich brauche einfach viel Ruhe für mich selbst…und selbst wenn ich meine eigenen Bedürfnisse missachte, wie in diesem Fall, holt es mich am Ende wieder ein.

Seit Samstagmittag bin ich wieder Zuhause und erst seit gestern Abend (Dienstag) fühle ich mich wieder lebendig. Die Tage dazwischen hab ich mich nur etwas um meine Wohnung und die Wäsche gekümmert…ansonsten hab ich auf der Couch gelegen und gelesen, etwas gekocht, auf dem Balkon etwas aufgeräumt und stundenlang den Vögeln zugeschaut und eben sehr viel geschlafen.

Gestern Abend war ich dann endlich mal wieder zu meiner normalen Walkingrunde am Abend unterwegs..sehr schön…jetzt bin ich also wieder da…

Urlaubstag in Frankfurt

Urlaubstag in Frankfurt

Die Nacht im Hotel war erstaunlich gut. Am nächsten Morgen hab ich mein Rad aus dem Auto geholt, nur um festzustellen, das die Kette abgesprungen ist…nanu…das ist mir so auch noch nicht passiert.

Aber egal…nach nicht mal 2 Minuten war auch das behoben und ich erst einmal dreckig. Das kommt davon, wenn man sein Rad nicht zwischendurch auch mal sauber macht. Rüge an mich selbst: DRINGEND Rad putzen.

Dann aber ging es los. Von Eschborn ging es auf meinen alten Schleichwegen nach Frankfurt-Rödelheim und von dort nach Bockenheim. Die meisten Wege hab ich auch tatsächlich auf Anhieb gefunden… nur einmal hatte ich einen Weg verpasst und war in die verkehrte Richtung gefahren….hab es aber dann schnell gemerkt und auch sofort in entgegengesetzter Richtung den kleinen Fußgängertunnel wieder gefunden…der konnte ja auch nicht verloren gegangen sein.

Es war noch früh am Morgen und leicht kühl, so das die Fahrt mit knappen 16km mir sehr viel Spaß gemacht hat….und dann war ich auch schon an der Bockenheimer Warte, bei meinem Lieblingsbistro/-Café.

Normalerweise sind die Tische draußen auch vormittags immer gut belegt…immerhin ist es unweit der Uni…aber an diesem Montag war es leer….also richtig leer. Mir sollte es Recht sein…und auch die freundliche Bedienung freute sich über etwas Ruhe am Morgen und einem Gast, der endlich mal Zeit hatte in Ruhe zu Frühstücken.

ohhh ja, ich hatte Zeit und und war knappe 2 Stunden dort….dabei blieb mein Frühstück eher unspektakulär….aber es war genau das, worauf ich jetzt Lust hatte und sehhr frisch und lecker.

Nach dem Frühstück blieb ich einfach sitzen, trank noch einen Kaffee und beobachtete die Menschen die vorbei hasteten. Das ist genau das Problem in dieser Stadt:

Die Uhren laufen einfach schneller…die Menschen fahren schneller, laufen schneller, bei Rot über die Ampel zu gehen ist hier überall relativ normal, weil sich niemand Zeit nimmt auf Grün zu warten. (Nur die Radfahrer sind hier nicht so kamikaze-mäßig unterwegs wie in Hamburg…was mir dort schon mehr als einmal einen Schock versetzt hat hahaha)

Und diese äußere Hektik der Stadt übertrug dann auch sehr schnell noch am gleichen Tag auf mich….jetzt weiß ich wieder genau, warum ich hier weg bin. Aber noch war alles in mir entspannt und ich freute mich auf den Tag.

Später bin ich dann mit dem Rad weiter in Richtung Innenstadt gefahren…an der Alten Oper vorbei

und durch die „Fressgass“ zur Hauptwache…dort hab ich das Rad abgestellt, hab die Zeil (die Einkaufs-/Fußgängerzone) erst einmal links liegen gelassen und bin zum „Römer“ gelaufen, runter bis zum Main, dann durch die erst vor ein paar Jahren fertiggestellte Nachbildung der „Altstadt“ mit netten kleinen Häusern, Plätzen und Höfen.

Das sieht auch alles super aus…fühlt sich für mich aber trotzdem eher fremd an…ist mehr ein Touristen-Ort zum Flanieren…weniger ein Ort um dort zu Leben.

So hab ich mich dann auch relativ zügig weiter zur Kleinmarkthalle begeben. Das ist quasi wie ein überdachter Wochenmarkt, nur das dieser an jedem Wochentag statt findet. Oben gibt es eine Weinbar und kleine Geschäfte, im Souterrain befinden sich die Fischhändler…und alles andere, was man zum täglichen Leben benötigt, bekommt man im Erdgeschoss….ich mag diese Markthalle in dem alten und schmucklosen Gebäude….hier spielt das Leben, treffen sich die Menschen bunt gemischt aus allen Gesellschaftsschichten.

Der Himmel strahlte mit wolkenlosen Blau und die Temperatur steuerte schon wieder unbeirrbar auf die 30 Grad zu…ich lies mich daher auf der Zeil in einem Cafè mit riesigen Sonnenschirmen nieder und genoss meine Auszeit…