Verabredungs-Wirrwarr

Ist es schon soweit, das wir es verlernt haben Verabredungen einfach wahr zunehmen? Und ist es heute normal, selbige einfach kurzfristig abzusagen aus einem diffusen Gefühl heraus oder aus dem „Ach dann doch kurzfristig keine Lust dazu“?

Ich bin gerade frustriert….Der junge Kollege Milosz hatte mich vor einiger Zeit ja gefragt, ob ich nicht doch eine Einweihungsfeier machen wolle und so hab ich nach einigem Zögern einen sehr kleinen Kreis eingeladen….Milosz und Kim waren begeistert….der Controller auch…aber der hatte gleich abgesagt: keine Zeit.

Die Beiden Anderen wollten super gerne kommen und ja toll…volle Begeisterung und ich hatte noch eine relativ neue Kollegin eingeladen. Dienstag kam die Absage von Kim…okay sie fährt bald für mehrere Wochen ins Ausland und jetzt war es ihr dann doch einfach zu unsicher geworden…Milosz hatte ich Mittwoch noch einmal gefragt, ob er denn noch kommen wolle…juuuup….und er hatte auch schon gefragt ob ich ausreichend Essen machen würde….er hatte scheinbar Angst zu wenig zu bekommen. Das fand ich schon etwas merkwürdig. Gleichzeitig hatte der Controller gesagt, er könne wohl doch kommen…sein Pläne hätten sich geändert…aber so ganz sicher war er nicht…egal…ob einer mehr oder weniger….

Ich war also Mittwoch nach Feierabend einkaufen…hab alles für ein nettes Abendessen eingekauft…bei mir musste noch nie jemand hungrig vom Tisch aufstehen….es gibt immer mehr als genug. Ich hatte Rinderrouladen gekauft, dazu sollte es selbstgemachten Rotkohl geben und Bayrisch Kraut mit Kartoffelklößen. Als Vorspeise Bruschetta und wer das nicht mag: Möhrensuppe….zum Nachtisch eine Himbeer-Mascarpone-Creme auf Löffelbiskuit. Getränke hatte ich auch besorgt…weiß ja inzwischen was jeder so gerne trinkt. Und weil nicht jeder Rindfleisch mag, hatte ich noch ein paar Schnitzel mitgenommen.

Donnerstag Morgen bekam ich dann ich Absage von Milosz…so ganz ohne Erklärung, bzw. irgend etwas wirr Genuscheltes.

OKAY…kein Problem…jeder hat das Recht abzusagen…trotzdem wäre es schön gewesen, es einen Tag früher zu wissen, als ich noch einmal gefragt hatte….und als ich das dem Controller erzählte, hat dieser dann auch abgesagt….sooooo und nun hab ich dann der neuen Kollegin auch noch abgesagt….denn

…jetzt hab ich keine Lust mehr. Um nicht zu sagen, ich hab überhaupt keinen Bock mehr, überhaupt noch einmal einzuladen. Soviel hin und her….dafür ist mir meine Zeit einfach zu schade.

Sooo und jetzt hab ich mich heute den 8 Rinderrouladen gewidmet, die sind aktuell noch im Backofen und wandern dann später, immer schön zu zweit verpackt, in den Gefrierschrank. Auch die hauchdünn geschnittenen Schnitzel hab ich paniert und gebraten….eines gab es gleich mal als Abendessen mit etwas vom frisch zubereiten Bayrisch Kraut….da hab ich dann auch ein paar Tage etwas davon…bzw. genügend um auch davon noch etwas einzufrieren.

Tja ich dachte, ich schaffe es noch die Mascarpone-Himbeer-Creme heute Abend fertig zu machen….dann hätte ich diese Morgen mit ins Büro genommen…aber Sahne, Quark, Joghurt, Mascarpone halten noch ein paar Tage….Die Himbeeren sind sowieso gefroren …warum soll ich mich also hetzen.

Nächstes Wochenende treffe ich mich mit Schwester und Schwager, wir wollen ins Gottorfer Museum in Schleswig…da nehme ich die einen Teil der Getränke einfach mit…die trinken gerne Fruchtsäfte – ich nicht so.

Das Essen ist also verarbeitet und es wird nichts verderben…aber ein unschönes Gefühl bleibt nach dieser Aktion, doch bei mir zurück.

Die Konsequenz daraus ist sehr typisch für mich. ich werde mich erst einmal etwas zurück ziehen und zukünftige Verabredungen werden sich so schnell nicht mehr auf mein Zuhause beziehen.

Verabredungen – hin und her

Mein Hauptaugenmerk lag in dieser Woche auf meiner Arbeit…immerhin versuche ich, mit so wenig Überstunden wie möglich, alles zu schaffen, was notwendig ist…und noch klappt es…auch wenn die Arbeitstage dadurch vollgepackt sind.

Neben meinen täglichen Walkingrunden am Morgen und Abend, mache ich Zuhause gerade sehr wenig. Gut war da der Anruf von Familie Nett, meinen ehemaligen Nachbarn, die um eine Verschiebung unseres Treffen gebeten hatten. Deren Familienrat hatte beschlossen, das ein Treffen bei den steigenden Inzidenzen, jetzt doch keine so gute Idee ist…immerhin ist die Familie noch nicht geboostert. Mir passt das auch ganz gut.

Einige meiner Kollegen hatten schon kurz nach dem Einzug in mein neues Zuhause gefragt, ob ich denn nicht eine Einweihungsfeier machen wolle….jaaa eine kleine Feier sollte es schon werden, aber erst wollte ich das Thema mit dem Drachen erledigt haben und dann brauchte ich noch eine Weile ….und dann kam Omikron.

Jetzt haben wir bereits Mitte Januar und ich hab beschlossen jetzt oder nie…dafür hab ich aber die Einladung nicht allgemein ausgesprochen, sondern expliziert die 3 Kollegen eingeladen, mit denen ich am Meisten zu tun habe. Anders geht es in diesen Zeiten eben nicht….zumal wir ja jeden Monat neue wirklich tolle Kollegen hinzubekommen und soviel Platz habe ich hier auch nicht.

Das mit den Termin war gar nicht so einfach…und letztlich haben wir uns auf ein Datum geeinigt…nur der Controller kann an dem Freitag dann doch gar nicht…und er war enttäuscht. Dafür haben wir jetzt verabredet, das Er und seine Frau ein anderes Mal zum Abendessen kommen.

So also hab ich jetzt eine kleine Feier mit den jungen Kollegen Kim und Milosz. Sie fliegt anschließend für mehrere Wochen mit ihrem Freund nach Thailand….um sich von der Depression und den schwierigen langen Monaten in ihrer Beziehung zu erholen…es geht ihr zum Glück wieder besser.

Kurz vor Jahresende hat mein ehemaliger Tanzpartner dann auch unsere Gutscheine für die in 2020 stornierten Karten für den Cirque de Soleil, in Karten für „Wicked“ eingelöst…Im Juni 2022 wird er also ohne Mann und Hund für ein Wochenende nach Hamburg/Quickborn kommen…da freue ich mich schon riesig drauf. Nicht so sehr auf das Musical, das hab ich vor vielen Jahren schon mal in Stuttgart geschaut, als vielmehr das Er zu Besuch kommt.

Gleichzeitig bin ich regelmäßig alle 1-2 Wochen zum Telefonieren verabredet…mit dem Rentner aus Hessen.

5 Jahre ist er schon in Rente und 2 1/4 Jahre davon bin ich schon in Schleswig-Holstein. Vorgestern schrieb er in einer Nachricht, das einer seiner Söhne heute die gleichen Fehler macht, wie wir Beide damals im Job: zu viel Arbeit bei zu wenig Mitarbeitern, zu wenig Pausen, hohes Verantwortungsgefühl, hohes Engagement, keine Erholung und keine Perspektive das sich das Arbeitsaufkommen normalisiert. Das ist bitter für den heute 68jährigen Rentner, denn immerhin hat ihn diese Art zu arbeiten körperlich krank gemacht, jahrelange Schlaflosigkeit, Herzprobleme, Bluthochdruck usw….deshalb hat er die erste sich ihm bietende Gelegenheit in Rente zu gehen auch sofort genutzt. Aber Eltern können die Kindern zwar beraten, aber sie nicht vor Fehlern beschützen.

Jetzt freue ich mich auf ein ruhiges Wochenende…..