Wieder mal nicht richtig hingeschaut

Meine Zahn-Zusatzversicherung habe ich jetzt bereits seit 15 Jahren, ein paar Leistungs-Anpassungen kamen so nach und nach hinzu, um mich vor zukünftigen hohen Zahnarztkosten zu schützen…bis ich feststellen musste, dass die vertragliche Leistung gar nicht so dolle ist…es gibt bessere Verträge – die zwischen 90 bis zu 100% der Kosten übernehmen. Meine Versicherung bezahlt zusätzlich nur denselben Betrag, den die GKV übernimmt…und da die Kassenleistung immer weiter reduziert wurde, komme ich damit auf ca. 60% Kostenabdeckung und den Rest muss ich dann immer noch selber bezahlen.

Bereits 2x hab ich die herein flatternden Angebote in Verbindung mit meiner Krankenkasse verpasst anzunehmen. Diese Angebote haben den charmanten Vorteil, das eine Vorabprüfung des Gesundheitszustandes entfällt, mehr Leistungen inkludiert sind und eine höhere %uale Erstattung ermöglichen, als meine bisherige Versicherung.

Nun kam vor ein paar Wochen wieder so ein Angebot und dieses Mal wollte ich den Wechsel ernsthaft prüfen und hab mir jetzt die Mühe gemacht meine bisherigen Vertragsbestandteile mit dem neuen Angebot zu vergleichen. Was gar nicht so einfach ist, weil die Bezeichnungen der einzelnen Teil-Tarife und die darin enthaltenden Bestandteile bei beiden Versicherungen nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.

Also hab ich mich heute Morgen endlich mal mit damit beschäftigt, welche Tarife, welche Leistung beinhalten, welcher Anteil wird wofür erstattet und wie teuer sind die jeweiligen Teil-Tarife.

Ich hatte mich zwar schon immer darüber gewundert weil so viele Zusatz-Tarife in meiner Versicherungspolice enthalten sind, hab mir aber nie die Mühe gemacht, die einzelnen Tarife zu hinterfragen.

Als ich den Vertrag damals abgeschlossen habe, hab ich mich wohl nur von dem Werbeprospekt überzeugen lassen und hab nie alles Einzeln nachgelesen, nur so kann ich es mir erklären, das ich jetzt – nach 15 Jahren, auf einmal realisiere, das ich bei dieser Zahnzusatzversicherung seit 2007 auch eine Krankenhaus-Tagegeld-Versicherung abgeschlossen habe, die mich pro Monat sage und schreibe fast 7 EUR kostet. So eine Versicherung hab ich bisher nicht gebraucht und finde es auch für mich überflüssig.

Das neue Angebot des anderen Anbieters habe ich genau durchforstet und auch mit der Wartezeit in den ersten Jahren, in denen die Erstattungs-Beträge gedeckelt sind, würde ich mich besser stellen….und so richtig teuer mit dem Zahnersatz wird es dann i.d.R. bei den Meisten ja erst mit dem Rentenalter. Jetzt ist daher der richtige Zeitpunkt den Wechsel zu machen.

Sympathischer werden mir Versicherungen damit immer noch nicht wirklich….aber immerhin kann ich damit in der Zukunft tausende Euro sparen…das sehe ich jetzt gerade bei dem Rentner aus Hessen und seiner Frau. Die Kosten für ihre fast 2 Jahre dauernde Odysse bei der Behandlung hätten, lt. seinen Aussagen, fast für den Kauf eines Mittelklasse-Autos gereicht.

Risiko-Kompetenz

…ein Wort das ich heute gelernt habe…. natürlich im Zusammenhang mit dem Covid 19….

Gerade wir in Deutschland müssen lernen, das Risiken zum Leben dazu gehören…und die allgemeinen Lebensrisiken sollten wir entsprechend einschätzen…das fördert das Bewusstsein, was uns wirklich Angst machen sollte und was nicht.

So starben im Jahr 2019 3.059 Menschen im Straßenverkehr, das sind 8 Tote pro Tag in DEUTSCHLAND (lt. statistischen Bundesamt Destatis). Im Jahr 2018 starben 556 WELT-weit bei Flugunfällen…und trotzdem haben wir mehr Angst vor einem Flugzeugabsturz, als vor einem Autounfall.

Risiko-Kompetenz bedeutet also, die realen Risiken erkennen und entsprechend einzuschätzen….UND noch viel wichtiger…

Wir müssen endlich lernen, das zum Leben immer auch ein gewisses Risiko gehört…

Das ist gerade für uns Deutsche nur schwer zu akzeptieren, immerhin lebt fast die gesamte Versicherungsbranche von unserer Angst es könnte ja etwas passieren, ..die „Vollkasko-Mentalität“ in unserem Land führt dazu, das wir Unmengen an Geld in überflüssige Versicherungen investieren….

Jeder Schritt im Haushalt, jeder Schritt vor die Tür KANN dazu führen, das etwas Unvorhergesehenes passiert…aber wie wahrscheinlich ist es…und bleiben wir deshalb einfach im Bett liegen und machen gar nichts mehr?

Warum schreit jetzt schon die deutsche Bevölkerung nach dem Staat?…. wir haben durch das Corona-Virus in Deutschland aktuell offiziell bestätigte (6.3.20 18.20 Uhr) 668 Infizierte….und es werden noch mehr werden….

bei 82.000.000 (also 82 Millionen) Deutschen, sind offiziell jetzt 668 infiziert, das sind 0,000448% und der Verlauf dieser Infektion ist bisher in den meisten Fällen harmloser als bei der normalen Grippe. 2018 starben an der Influenza mehr als 25.000 (das waren 0,03%). Und trotzdem haben wir mehr Angst vor dem Corona-Virus, als vor der jährlich wiederkehrenden Grippe….

Eine Branche mit besonderem Hang zur Panik ist die Finanzwelt…mit Staunen nehme ich die Aktienwelt zu Kenntnis, die so tut als ob Morgen mit einem Schlag die gesamte Welt in einem globalen Krieg versinken würde….Natürlich gibt es da die reale Gefahr, das die Weltwirtschaft sich negativ entwickelt…trotzdem ist die Angst an den Märkten jetzt schon viel stärker…da stellt sich die Frage beflügelt die Angst vor dem Abschwung den tatsächlichen Abschwung? Quasi als sich selbsterfüllende Prophezeiung?

Bitte nicht den gesunden Menschenverstand aus den Augen verlieren…und einfach mal selber nachdenken, wir sollten doch keine Lemminge sein…. Vorsicht ja – Panik nein

…also immer schön gelassen bleiben