Stau…

Aktuell stehe ich seit ca. 30 Minuten im Stau auf der Autobahn…. ich bin noch 16km vom Ziel entfernt ….

Jetzt sind gerade zwei Abschleppwagen durch die vorbildliche Rettungsgasse gebrausst…es wir also noch ein paar Minuten dauern, bis es weiter gehen kann.

Dadurch das ich gestern nichts für meine heutige Fahrradtour vorbereitet hatte, bin ich etwas später los gefahren als geplant….

Ich stelle mich immer noch auf Selbstversorgung ein…also verhungern und verdursten werde ich in diesem Stau definitiv nicht hahaha

Sooo jetzt kommt noch eine Spezialfirma für die Reinigung der Fahrbahn..irgend etwas ist wohl bei dem Unfall vorne aufgelaufen….

Zeitprotokoll – Recyclinghof

Diese unsägliche Aktion mit der Mikrowelle bringt mich in Zugzwang…WOHIN jetzt mit dem alten Teil…solange das Ding noch in der Wohnung steht, erinnert mich der Geruch daran, das sie unbedingt weg muss.

Meine Schwester hat mich darum beneidet, das hier der Recycling-Hof noch geöffnet hat… aber nur von 8 – 13 Uhr….also habe ich heute Morgen mein Auto mit einigen Dingen bepackt, die ich eh weg bringen wollte….

Der Neid hielt sich allerdings in Grenzen, als ich ihr eine Art Zeitprotokoll per WhatsApp geschickt habe:

8:44 Ankunft an der Links-Abbiegespur von der Landstraße auf die Straße an der am Ende der Recyclinghof liegt. 4 Autos vor mir. Aus der Gegenrichtung so ca. 20 Autos die ebenfalls auf diese Straße abbiegen wollen., Abbiegen nicht möglich, wegen Autoschlange bis zur Landstraße. Entfernung zum Zielpunkt: ca. 1 km

9:05 ich stehe immer noch auf der Linksabbieger-Spur, es sind nur noch 2 Autos vor mir auf dieser Spur….gefühlte 100 aus der Gegenrichtung. Die Dame im Auto vor mir kommt zu mir und erklärt ihr Auto springt nicht mehr an…sie ruft ihren Mann an. Ich überlege die Aktion doch abzubrechen…bleibe aber. Entfernung zum Zielpunkt: ca. 1 km

9:43 Ich bin um das liegengebliebene Auto herum gefahren und ein netter Bulli-Fahrer aus der Gegenrichtung hat mich abbiegen lassen. Inzwischen riecht mein Auto auch schon nach verkohltem Brötchen….Dann bewegt sich erst einmal NICHTS weiter…..Entfernung zum Zielpunkt: ca. 900 m

10:56 Ich hab mir die Zeit mit Online-Zeitung lesen vertrieben. Ich hab Hunger (gut das ich meine Reserve-Snacks im Auto habe) und Durst (Wasser ist auch genügend da)…allerdings muss ich auch mal auf die Toi….. Mache mir langsam Sorgen ob das bis 13 Uhr noch klappt. Entfernung zum Zielpunkt: ca. 300 m

11:24 Ich hab einen kleinen Begleiter bekommen Der kleine Freund hat mich so ca. 10 Minuten begleitet, er hat immer wieder mit dem Schnabel gegen den Außenspiegel und gegen das Fenster geklopft…süß nicht? Entfernung vom Zielpunkt: ca. 260 m

11:50 Das Tor ist in Sicht, es sind noch 2 Fahrzeuge vor mir…ich MUSS immer noch…aber auf keinen Fall gebe ich jetzt auf. Entfernung zum Zielpunkt: ca. 20 m.

12:02 Ich bin drin…das Abladen und in die verschiedenen Container sortieren hat nur ein paar unwesentliche Minuten gedauert.

12:13 Ich fahre an einer laaaaaangen Autoschlage zurück bis zur Landstraße….die Armen….die immer noch warten.

3,5 Stunden hat es gedauert…aber egal, Hauptsache das Thema Mikrowelle ist erledigt….die genauen Zeitangaben stammen übrigens von der WhatsApp-Konversation mit meiner Schwester …

Warten….

Wie immer brauchte ich bei Änderungen ein paar Tage bis ich damit gut umgehen kann….so hab ich zwar in dieser Woche viel Freizeit, aber eben wenig geschrieben.

Mir geht es gut und ich bin entspannt….alle Parameter stehen auf Erholung…und doch hab ich eine leichte innere Unruhe, weil ich nicht genau abschätzen kann, wie es weiter geht.

Also anstatt voll in meinen Urlaub zuhause einzutauchen, hab ich eine innere On-hold Haltung…aber ich warte ja eigentlich auf Nichts.

Aber insgeheim warte ich doch:

1. auf eine Mail von meinem neuen Arbeitgeber, das sie mir noch vor Arbeitsantritt am 1.4. den Vertrag kündigen…

2. das die Corona-Pandemie noch wesentlich schlimmer wird (die ich übrigens unterschätzt habe, da ich nicht davon ausgegangen bin, das es sich zu einer Pandemie entwickelt)

3. das irgendetwas sonst noch passiert…

Dabei mache ich mir keine Sorgen, das ich persönlich krank werden könnte….keine Ahnung warum. Ich weiß das keiner immun ist, aber ich empfinde mein Ansteckungspotential als sehr gering….das soll nicht überheblich oder so klingen, aber in meinem Landkreis sind es offiziell per heute 155 infizierte Personen bei ca. 296.000 Einwohnern, noch!

Aber es macht mir inzwischen Sorgen, was da noch alles an Fallzahlen auf die Welt zukommt und was für Auswirkungen es mittelfristig auf unsere Wirtschaft hat und was es langfristig mit unserer Gesellschaft macht.

vom Hund lernen…

Gestern gab  es eine Reportage über Hannelore Kohl, die Frau des ehemaligen Bundeskanzlers die sich  2001 selbst das Leben nahm.

Und obwohl ich diese  Reportage bereits kannte, hat mich eine Aussage sehr berührt. Ich hab gleich mal im Internet (das Netz vergisst ja bekanntlich nichts) danach gesucht. Im Spiegel bin ich fündig geworden:

Zitat aus dem „Spiegel  09.07.2001

„Man müsse „vor allem warten können“, gestand sie 1992 der ZDF-Reporterin Barbara Friedrichs. Aber nach „vier, fünf Stunden echten Wartens“ könne man nur noch von einem Hund verlangen, dass er sich immer noch freut. Bitter fügte sie hinzu: „Ich habe von unserem Hund gelernt.“

Eine Frau sie sich nach außen nie etwas hat anmerken lassen  wie schlecht es ihr ging und wie sehr ihr Leben nicht so verläuft, wie sie es sich vermutlich gewünscht hätte… Viele haben sie falsch eingeschätzt.

Sie wirkte immer perfekt…und doch gab es bereits 1992 diesen …ja fast schon Gefühlsausbruch…der offenbart das hier etwas ganz und gar nicht richtig läuft.

Ich weiß nicht wieso, aber als sie die Worte oben  in der Reportage aussprach, schauderte es mich…

Ich WARTE….

Ich warte… und warten macht mir keinen Spaß, wenn ich nicht weiß, ob es klappt.

Seit der Wohnungsbesichtigung warte ich auf eine Entscheidung. Zuerst auf die Entscheidung der Maklerin mich überhaupt als Mieter vorzuschlagen. 1. Hürde geschafft. Seitdem warte ich darauf, dass der Vermieter sich meldet und seine Entscheidung trifft.

Schon lange gab es nichts mehr, was ich so herbei gesehnt habe, wie diese Entscheidung. Ich möchte die Wohnung. Und wenn ich sie nicht bekomme, dann möchte ich das wenigstens auch schnell wissen.

Warten kostet Nerven, denn ich müsste bis nächste Woche Montag spätestens die Kündigung bei meinem jetzigen Vermieter haben, habe also etwas Zeitdruck im Nacken. Zudem hat es weitreichende Konsequenzen mitten im Dezember/Januar einen Umzug und eine Wohnungsrenovierung durch zu führen, wenn man – wie ich – eben genau in dieser Zeit fast GAR KEINE Zeit hat. So etwas muss dann noch viel akribischer geplant werden.

Warten kostet viel Kraft, denn ständig muss ich mich zur Ordnung rufen, um mein Gehirn von weitreichenden Planungen abzuhalten…Planen ohne zu wissen ob es klappt reibt mich nur auf.

Ich habe jetzt 2 Tage Urlaub und fühle mich durch die Warterei in meinem Handeln blockiert. Ständig ertappe ich mich dabei wie ich meine Mails checke…ich kann mich nicht wirklich aufraffen etwas Sinnvolles zu tun.

Die Maklerin hat gesagt, dass der Vermieter sich z.Z. in Asien aufhält und sie nicht weiß, wie schnell er reagieren wird…also heißt es warten….warten….

Hab ich jemals erwähnt, dass ich keine große Geduld habe? Um nicht zu sagen ich bin sehr ungeduldig und warten ist gegen meine Natur, ich hasse unklare Situationen. Wenn dann erst mal alles klar ist, dann kann ich auch auf die Durchführung warten…aber es muss eine Entscheidung her.

Los jetzt….