Am Strand und im Meer

Am Strand und im Meer

Mittags hab ich an der Seepromenade im Schattenbereich eines Restaurant gesessen…es ging immer noch etwas Wind, das machte es angenehm. Es gab für mich gebratenes Schollenfilet mit einem Salat und Pommes.

Das Restaurant war nicht überfüllt….und die Atmosphäre war ruhig/ entspannt….ich bin dann noch eine Weile sitzen geblieben und hab mir die vorbei flanierenden Menschen angeschaut.

Ich finde es spannend wie Menschen miteinander umgehen und schon ganz lange hatte ich nicht mehr die innere Ruhe oder auch die Möglichkeit einfach mal entspannt nach dem Essen im Restaurantbereich sitzen zu bleiben. Hier hatte ich weder vorab reserviert und noch ein Zeitfenster genannt bekommen. Das war quasi Essen-gehen-wie früher….herrlich und für mich inzwischen fast ungewohnt.

Nach dem Essen bin ich langsam wieder zum Strandkorb geschlendert, dort hab ich mich noch etwas ausgeruht, bevor ich zu einem weiteren Spaziergang ins Wattenmeer aufbrach….der Treffpunkt für die geführte Wattwanderung lag ein ganzes Stück weit weg….also bin ich ca. 200-300m vom Strand weg ins Wattenmeer gelaufen, bevor ich mich parallel zum Strand entlang bewegte. Ich wusste nicht mehr ganz genau, auf welcher Höhe der Treffpunkt war, bin dadurch etwas zu weit gelaufen, dann zurück zum Strand und an der Promenade entlang, bis ich mein Ziel erreicht hatte.

Es war früher Nachmittag und die Sonne war inzwischen gnadenlos…es war heiß und wurde langsam auch etwas stickig…zumindest am Strand. Ich war immer noch etwas zu früh und hab am Rand, im Schatten, auf das Startsignal des Wattführers gewartet.

Eine Familie mit mehreren Kindern stand unmittelbar neben mir und ich musste laut auflachen als einer der Söhne, so ca. 9-10 Jahre alt, seine Mutter anschaute und dann meinte :

„Mami geht es dir gut? Du siehst so angestrengt aus. Entweder Du bist hochkonzentriert oder depressiv“. Die Mutter schaute ihren Sohn empört an und musste auch lachen…dann zog sie ihren Sohn beiseite und die Stimmung bei der Familie war auf einmal wieder locker.

Und dann ging es los und auf einmal wusste ich wieder, warum ich eigentlich keine geführte Wattwanderung mehr machen wollte. in der ersten 3/4 Stunde kamen wir nur ganz langsam von der Stelle, weil der Wanderführer jedes Lebewesen im Wattenmeer ausführlich erklärte und es war eine große Gruppe, bis da alle Fragen beantwortet waren, dauerte es eben….und dann ging es wieder ein Stück weiter ins Watt.

Ich dagegen interessiere mich eher für das Wasser und die Weite und eben das Laufen im Watt. die Gezeiten, die Gefahren, die Priele usw. Herumstehen und nach Wattwürmern buddeln oder Herzmuscheln beim eingraben zu beobachten finde ich dagegen nicht so spannend und außerdem spürt man beim Laufen auch den leichten Wind besser bei dieser Hitze….wieder hatte ich mich eingecremt und mein leichtes Sommertuch als zusätzlichen Sonnenschutz über Nacken und Arme gelegt…aber das war jetzt schon fast unangenehm…es waren mehr als 32 Grad.

Warum ich dann diese Tour gebucht hatte? Nun, das letzte Mal war ich vor 2 Jahren hier und ich wollte lieber noch einmal diese Tour machen, um kein unnötiges Risiko einzugehen, alleine der Flut entgegen zu gehen…und das war auch richtig so – denn er hat auf eine neue, sich gerade bildende Priele hingewiesen, die sich parallel zum Strand entwickelt, d.h. wenn man nicht aufpasst kann einem hier der Rückweg abgeschnitten werden…denn die Priele laufen bei Flut als erstes voll. Noch ist die Priele nicht tief…aber das kann in 1-2 Jahren bereits anders aussehen.

Ich habe also gelernt auch bereits bei Ebbe auf neue Priele zu achten und das man sich unmittelbar, wenn man die Flut erreicht hat, auf den Rückweg machen sollte…nur nicht zu lange warten. Die Flut kommt am Anfang mit einer Geschwindigkeit von ca. 3kmh, das ist eine moderate Geschwindigkeit mit der man locker mitgehen kann, und das Wasser reicht einem dabei bis max. bis zu den Knien.

Die Gefahr kommt aber nicht vom Wasser das vor oder hinter einem liegt (je nach Blickrichtung zum Strand oder vom Strand weg) , sondern von dem, welches sich fast unbemerkt von den Seiten nähert und einen dabei auch noch überholt.

Aber der Moment, wenn man knappe 1,50 – 2 km vom Strand entfernt auf die Flut trifft…die man bei dem gleißendem Licht, kaum vom Himmel und dem feucht glänzendem Watt unterscheiden kann …ist ein unbeschreibliches Gefühl. Gut erkennen kann man die Flut, wenn man auf die Möwen achtet, die sich in der Ferne sammeln…das wo sie sind, ist auch das Wasser.

Unvermittelt standen wir also im Wasser…und nach ein paar Minuten ging es dann langsam wieder zurück zum Strand- eben mit der Flut. Ich finde das Gefühl unbeschreiblich…diese Kraft des Wassers. Da fühlt man sich als Mensch auf einmal ganz klein und demütig.

Nach Abschluss der Tour bin ich dann wieder am Strand entlang, zurück zum Strandkorb gelaufen…dieses ich bin im Sand gelaufen und nicht im Wasser…vor 2 Jahren hatte ich eine sehr schmerzhafte Erfahrung als ich mit einem Fuß in ein gebuddeltes Loch geraten bin, welches ich durch das Wasser nicht sehen konnte…die Erfahrung wollte ich auf keinen Fall wiederholen.

Als es langsam Zeit wurde mein Hotelzimmer zu beziehen, hab ich den Strandkorb verlassen und bin an Strand und Promenade entlang zurück zu meinem Auto gelaufen…das Hotel lag nur knappe 10 Minuten Fahrzeit entfernt. Insgesamt bin ich an diesem Tag 14,3 km gelaufen (die Strecke kommt auch daher, das ich bei der Wattführung Nicht stand wie alle anderen, sondern mich ständig in der Nähe der Gruppe bewegt habe…bin immer weiter gelaufen, um die Gruppe herum, hin- und her gelaufen, hab mich etwas entfernt und dann wieder zurück…ich stehe nun mal nicht gerne still).

Ich war dann aber auch froh, als ich im Hotel ankam…mein Zimmer war zwar alt, aber sauber und vor allem war es angenehm kühl…

Im Wattenmeer

Natürlich hab ich es nicht ganz geschafft, mit 5 Uhr aufstehen…aber letztlich war ich um kurz vor 6 Uhr abfahrbereit…mit gefüllten Kaffeebechern und gebuttertem Brot für später.

Die knappen 50 km bis zur Fähre Glückstadt verliefen auch unkompliziert…nur das mich mein Navi in die Stadt, anstatt zum Fähranleger geleitet hat…die Schilder Vorort haben mich in die entgegengesetzte Richtung geführt – gut das ich denen dann gefolgt bin. Es ist ja nicht so, als ob ich hier noch nicht gewesen wäre…aber es ist schon länger her…seufz.

Die Fähre hat für mein Auto und mich 11 EUR gekostet…das hatte ich tatsächlich teurer in Erinnerung. Kann es sein, das die wieder günstiger geworden sind? Ich erinnere mich beim letzten Mal einen „Kraftstoff-Zuschlag“ bezahlt zu haben…das war nach der Pandemie, als die Spritpreise so hochgeschossen waren.

Die knappen 30 Minuten Überfahrt nach Wischhafen waren toll…so fing der Urlaub echt schon schön an…immerhin fahre ich nur selten mit der Fähre…es war also etwas Besonderes für mich.

Und auch die restlichen knappen 60km bis nach Cuxhaven/Duhnen waren ruhig und entspannt und ich extrem gut gelaunt und voller Vorfreude…dabei ging es nur langsam voran…immerhin wollten die Bauern noch ihre Ernten einfahren, bevor es in den nächsten Tagen anfängt zu regnen…es sollte ja der bisher heisseste Tag des Jahres werden….dementsprechend viele Trecker waren unterwegs…aber ich hatte ja keine Eile.

Ich bin ohne weiter anzuhalten bis nach Duhnen gefahren….wusste ja noch vom letzten Urlaub hier, wo genau ich in der Nähe des anvisierten Strandes kostenlos parken konnte und bin direkt an den Strand gegangen…die Temperaturen lagen schon bei 22 Grad…aber es waren um diese Zeit (kurz nach 9 Uhr morgens) fast keine Besucher da…perfekt für mich.

Natürlich hatte ich mich vorher im Internet schlau gemacht, wann Wattwanderungen an dem Tag möglich sind….ich bin ca. 1,5 Stunden vor der idealen Zeit losgelaufen…so das ich noch die letzten Ausläufer des sich zurückziehenden Wassers durchwaten konnte…d.h. meine Füße waren immer leicht vom Wasser umspült. Durch den, durch Pricke (oder auch Prigge) genannten Wegweisern, sicheren Weg durch das Wattenmeer, wusste ich genau wo ich schon jetzt gefahrlos laufen konnte…und die noch etwas tieferen Stellen habe ich einfach umlaufen…

und es war einfach himmlisch….und auch ziemlich windig…ich hatte zum Glück einen leichten Schal mit dabei, den ich um Nacken und Arme gelegt habe. Mein Wanderrucksack hatte neben Kaffee, Wasser, etwas zu Essen und Notfallpack natürlich auch eine Windjacke parat – aber dafür war es mir einfach schon zu warm.

Ach ja und natürlich gab es auch ausreichend Sonnenschutz…mein Cappi hatte ich schon auf und mit Sonnenschutz-Creme hatte ich mich bereits im Auto eingecremt. Ich hatte auch noch ein großes Handtuch und für alle Fälle auch Wattschuhe eingepackt…aber natürlich bin ich barfuß gelaufen…immerhin ist es genau das, was ich hier so liebe…mit bloßen Füßen laufen zu können. Der Rucksack war gut vollbepackt…aber er machte mich auch unabhängig vom Auto…so das ich den ganzen Tag nicht zurück zum Auto laufen brauchte.

Ich blieb 1,5 Stunden im Wattenmeer bevor ich mir tatsächlich einen Strandkorb mietete. Übrigens zum ersten Mal in meinem Leben…hahaha bisher fand ich es immer okay, mich einfach irgendwo am Strand nieder zu lassen…aber ich wollte ja noch bis zum Nachmittag bleiben und dieser prallen Sonne wollte ich mich dann lieber doch nicht aussetzen…und das war genau die richtige Entscheidung…

Am Nachmittag hatte ich ja noch die geführte Wattwanderung vor mir…

Vorfreude und Freundschaften

Die Entscheidung für den relativ spontanen Kurzurlaub kam genau richtig…obwohl es hätte für mich nicht unbedingt „der heißeste Tag des Jahres“ sein müssen…aber es kamen eben für so eine  kleine Auszeit, nur genau diese 2 Tage in Betracht.

Ich hatte die Vorbereitung mit Reisetasche packen und Reiseproviant vorbereiten usw. am Montagabend gut geplant, bin dann aber an einer Telefon-Verabredung mit meinem ehemaligen Tanzpartner hängen geblieben.

Dabei hätte ich es wissen müssen, denn auch bei unserer letzten Telefon-Verabredung haben wir uns ganz locker 2,5 Stunden ausgetauscht…und hätte ich dieses Mal nicht nach 2 Stunden auf meine noch ausstehenden Reisevorbereitungen hingewiesen, wäre es auch dieses Mal noch länger geworden.

Wir sind uns eigentlich einig, das wir öfter als alle 3 Monate miteinander plauschen sollten…aber in der Realität schaffen wir das dann doch nicht. Aber WENN wir dann mal telefonieren, ist es immer so, als ob wir uns gerade erst ein paar Tage zuvor gesehen hätten…das ist sooo schön und neben dem Rentner aus Hessen + seiner Frau, ist das meine engste und wichtigste Freundschaft.

Bei meinem letzten Besuch in Hessen im letzten Jahr, waren Er und sein Mann leider im Urlaub und so ist unser letztes Treffen tatsächlich schon 2 Jahre her…aber er plant im Herbst mit anderen Freunden nach Hamburg zu kommen….und dann werden wir uns auf jeden Fall treffen.

Es war daher schon recht spät als ich mich um Reisetasche, Wanderrucksack und Proviantkorb gekümmert habe…um es etwas zu beschleunigen hab ich auf die eigentlich geplanten Blumenkohl-Frikadellen verzichtet und statt dessen nur Ananas und Wassermelone in Stücke geschnitten, dazu noch die Haferkekse eingepackt und ein paar Scheiben meines Haferflockenbrots zum auftauen raus gelegt. Die wollte ich am Morgen dann kurz aufbacken und mit Butter+Gurkenscheiben belegen.

Nach den Kühlakkus musste ich erst einmal fahnden…irgendwo im Keller sollten sie sein…aber nach der hektischen Räumaktion durch die Überflutung war ich mir nicht mehr so sicher, wo die abgeblieben sind…aber na klar hab ich sie gefunden. Die gekauften Wasserflaschen (normalerweise beschränke ich mich auf meine Glasflaschen mit ungekühltem Leitungswasser) wollte ich in der Kühlbox mitnehmen …bei der angekündigten Hitze war das auch notwendig…eine der Flaschen hatte ich dann auch tatsächlich tagsüber im Auto vergessen: das Wasser hatte am Abend ungefähr 40 Grad – nicht sehr schön zum trinken.

Und dann lag ich endlich um 23.30 Uhr im Bett….und war voller Vorfreude auf die Fahrt und die ebenfalls noch kurzfristig gebuchte Wattwanderung „Mit der Flut an den Strand“ und war auf einmal wach. Hellwach. Ich hab mich so sehr auf das alles gefreut, das ich einfach nicht schlafen konnte. Das ist für mich sehr ungewöhnlich. Normalerweise würde ich an der Stelle eher darüber nachdenken, alles wieder abzusagen…aber nein, ich freute mich unbändig und wurde von Minute zu Minute wacher.

Ich wollte früh los fahren, damit ich die Fähre Glückstadt-Wischhafen ohne große Wartezeit nehmen kann. Aufstehen wollte ich so ca. um 05.00 Uhr am Morgen…es wurde also endlich Zeit für etwas Schlaf. Nun gut, ich hab dann mein aktuelles Hörbuch angeschaltet, den Timer auf 1 Stunde gestellt und irgendwann hab ich es dann auch geschafft einzuschlafen.

Weite und himmlische Ruhe

Weite  und himmlische Ruhe

Meistens wenn ich von schönen Ausflügen berichte, geht es um Stille, friedliche Atmosphäre, um Freiheit und um Weite. Sei es im Wald, am Wasser oder an Feldern entlang.

Nach einer erholsamen Nacht ging es heute (Freitag und damit meineme 2.Urlaubstg) am frühen Morgen alleine ins Wattenmeer. Mein Kaffeebecher war gefüllt, der Rucksack gepackt und als Fühstücks-Ersatz für unterwegs gab es eine Packung Butterkekse.

Butterkekse hatten wir früher schon in der Familie immer mit, wenn wir unterwegs waren ….die sind nahrhaft, süß und haben trotzdem keine Schokolade…also perfekt für heiße Tage mit Kindern (und auch ohne grins).

Direkt am Strand von Duhnen angekommen, hab ich das Auto im Schatten kostenfrei abstellen können, und bin die ca 300m bis zum Strand gelaufen….Es war 6:43 Uhr als ich mit den bloßen Füßen den Wattboden betrat…und es war nur eine Dreiergruppe die seitlich vor mir ebenfalls zu einer Wanderung ins Watt aufbrachen.

Mein Zweiter Blick galt dann den Pricken…also den Holzbüscheln imWattboden, die den sicheren Weg markierten….ich blieb ein Stück davon entfernt, habe aber Beides (also den Weg und die Dreier-Gruppe schräg vor mir ) immer wieder ins Auge gefasst.

Und dann bin ich einfach immer geradeaus gelaufen….und es war geradezu himmlisch…

so eine Ruhe …so ein friedlicher Morgen…keine Geräusche, diese unglaubliche Weite, das schöne schon 23Grad warme Wetter…der blaue Himmel, die noch leichte Kühle des feuchten Bodens und die kleinen Pfützen durch die ich gelaufen bin….alles an dieser Wanderung war einfach überwältigend.

Um die Weite einzufangen, hab ich meinen Kaffeebecher auf den Boden gestellt…immer weiter bin ich gelaufen.

Oftmals bin ich den kleinen Wasserläufen gefolgt und ich wusste inzwischen, das diese kleinen Wasserrinnen von den Prielen gefüllt werden. Priele sind die Wasseradern, die das Watt durchziehen und die auch bei Ebbe meistens Wasser führen.

Abolut gefährlich wird ein Priel für Wanderer bei aufkommender Flut. Denn die Priele füllen sich als erstes mit Wasser. Ein ungeübter Wanderer erkennt eventuell nicht einmal, das er bereits einen Priel durchschritten hat und er vom Rückweg zum Strand abgeschnitten ist, weil er bereits vom Wasser in den Prielen eingeschlossen wurd….und für normale Menschen ist die Strömung innerhalb eines volllaufenden Priels viel zu stark, um diesen zu durchschwimmen.

Es gibt noch weitere Gefahren, deshalb ist es wichtig für Alleingänger wie mich und Ungeübte sowieso sich an die Pricken (ungefährlihe Wattwege) zu halten.

Meine Wanderung führte mich knapp 3,5 km geradeaus bis an ein gößeres Priel heran….das Wasser ist glasklar und ging mir bis knapp an die Kniee.

Und obwohl das Niedrigwasser noch nicht erreicht war, hab ich es vermieden weiter durch das Priel zu gehen…ich habe an dieser Stelle kehrt gemacht und bin wieder in Richtung Strand gelaufen.

So eine wunderbar Tour, so himmlisch friedlich und beeindruckend ….ja das war ein schöner Morgen und als ich nach insgeamt knappen 7,4 km wieder am Stand ankam, füllte sich dieser gerade mit den Sonnenhungrigen. Also genau die richtige Zeit für mich wieder zu gehen.

An einem der überall stehenden Häuschen u.a. mit Toiletten und Fußwasch-Becken…hab ich Schlamm und Sand abgespült, die Füße ordentlich getrocknet und bin wieder in meiner Schuhe geschlüpft. Auch für meine Füße ist das Laufen auf dem Wattboden phantastisch.

Nun ging es zu einem deftigen Frühstück in die Stadt….genau dorthin, wo ich einen Tag zuvor Mittags war…. man kann gemütlich draußen im Schatten sitzen, das Essen ist gut und die Bedienungen sind nett.

Gegen Mittag hab ich dann den Weg nach Bremerhaven angetreten…das sind knappe 43km mit dem Auto….heute wollte ich, als weiteres Highlight, noch ins Auswanderermuseum.

Das erste Mal im Watt

Das erste Mal im Watt

Die Wattführungen richten sich natürlich nach den Gezeiten….in der Regel starten die Führungen ungefähr 2-3 Stunden vor Erreichen des Niedrigwassers. Ebbe und Flut finden 4x am Tag statt und dauern je zwischen 6-7 Stunden…je nach Windstärke und MondPhase.

Doch von all diesen Infos hab ich aber erst später – während der Wattführungen – erfahren. Als ich ankam wusste ich nur, an diesem Donnerstag ging es um 17.30 uhr los. Die Parkplatzsuche gestaltete sich bei diesem tollen Wetter und den dadurch ins Watt strömenden Menschenmassen, als ziemlich schwierig….Aber bereits am nächsten Tag wusste ich, wo ich am Besten kostenfrei und sogar im Schatten parken konnte…für den ersten Abend kostete es mich dafür 8 EUR Parkgebühren….aber okay – hinterher ist man immer schlauer.

So war ich aber immerhin pünktlich am Treffpunkt und es war eine große Gruppe von ca. 50 Personen inclusive vieler Kinder….die staatlich geprüfte Wattführerin war sehr nett und mitteilsam…so das wir viel über die tierischen Bewohner des Watts gelernt haben, dabei aber nicht einmal die Hälfte der vorher angekündigten 4 km weit gelaufen sind….es ging immer nur ein paar Meter vorwärts….dann blieben wieder stehen und es gab die nächste tierische Exkursion.

Das Weltnaturerbe Wattenmeer bei Cuxhaven ist riesig und man kann kilometerweit ohne Probleme laufen….also könnte….ich blieb natürlich auch stehen, wenn alle stehen blieben…. aber langes Stehen mag ich nicht und kann ich nicht so gut, ich blieb also meistens in leichter Bewegung, wähend ich aus dem Hintergrund den ausführlichen Erläuterungen der Wattführerin lauschte.

So hatte ich es mir allerdings nicht vorgestellt…aber okay …gelernt hab ich eine Menge über den Artenreichtum im Boden des Meeres. Die für mich spannenderen Infos, worauf man im Watt achten muss, wo und wie man gefahrlos laufen kann…wie weit die Fahrrinne entfernt ist, wo die Priele anfangen usw. das hab ich zum Teil erst bei der 2. Wattführung am Samstag mit bekommen….denn da gab es die wesentlich spannendere Führung „mit der Flut zum Strand“ …und die Tour war wirklich aufregend und aufschlußreich zugleich.

Aber jetzt hab ich erst einmal nur die Grundlagen über das Watt mitbekommen….es ist schon beeindruckend wenn man hört, das sich das Wasserr hier bei Cuxhaven bis zu 25km zurückzieht ( es gibt andere Teile des Watt wo es 40km sind)….und man kann hier gefahrlos 3,5 km geradewegs in Richtung Wasser laufen, bevor man überhaupt zur ersten Priele kommt….

und die Schiffe, die man in weiter Ferne trotz Ebbe vorbei fahren sieht,sehen kann, sind mindestens 10km entfernt….und die Insel Neuwerk ist ca.13km entfernt, kann also auf keinen Fall auf dem direkten Weg durch das Watt angesteuert werden…dafür gibt es ausgewiesene Wege die bei Ebbe durch die sogenannten Pricken (Priggen) gekennzeichnet werden. Das sind Baumzweige die gebündelt in regelmässigen Abständen im Wattboden stecken und zeigen, wo man gefahrlos durch das Watt laufen kann…am Ende solcher Wege gibt es auch Rettungsbaken.

Ich bin fasziniert vom Wasser und als Kind hab ich mich nicht um Ebbe / Flut gekümmert…aber hier und jetzt, war ich begeistert. Jaaaaa auch die Tiere im Watt sind interessant, aber sorry, aber ich finde die Kraft des Wassers und die Kraft von Erde und Mond wesentlich spannender….und Laufen auf dem Meeresboden…barfuß ….einfach klasse….

…nach Abschluss der 2stündigen Tour bin ich noch dort geblieben und bin noch etwas weiter gelaufen…und für den nächsten frühen Morgen hab ich gleich mal den Gezeiten-Kalender geprüft….ja um 6.30 Uhr passt es prima um mit einer richtigen Wanderung durch das Watt zu starten…

Sommer: Urlaubs-Vorplanung

Soooo …. mein Sommerurlaub startet ja schon in ein paar Tagen….bis auf das verlängerte Spa-Wochenende mit meiner Schwester so mittendrin im Urlaub, hab ich noch nichts weiter geplant gehabt.

Jaaa – war irgendwie blöd gelaufen, das das Wellness-Wochenende jetzt in meinen Urlaub fällt..beim mehrmaligen Verlegen des Sommerurlaubs anhand unseres Firmenkalenders, hab ich das irgendwie nicht richtig gesehen….macht aber auch nichts…fahre ja selten eine ganze Woche oder mehr weg.

Am Mittwoch muss mein Wagen noch zur 30.000km-Inspektion und am Donnerstag hab ich dann Urlaub…in den letzten Tagen hatte ich mehrere Reiseziele ins Auge genommen…und wieder verworfen.

Meinen ursprünglichen Plan mit dem Auto nach Kopenhagen und von dort rüber nach Schweden: also das geht nur mit mindestens 1 Woche Urlaub…kommt jetzt also nicht in Frage und ist mir aktuell auch einfach zu teuer. Der Wellness-Kurzurlaub im 5 Sterne-Hotel mit Spa-Anwendungen für Zwei wird schon echt ein teures Vergnügen….aber darauf freue ich mich total.

Hmmm okay, also nach London will ich schon seit Jahren mal wieder…aber bei den aktuellen Flugpreisen bin ich gleich mal zurück gezuckt…okay, ich bin ja ein Verfechter das Fliegen eben auch angemessen teuer sein sollte, halte von diesen Billig-Anbietern wie Ryanair gar nichts..die sparen auf Kosten ihrer Mitarbeiter, das ist die reinste Ausbeuterei.

Geflogen bin ich überhaupt das letzte Mal vor ca. 10 Jahren nach Wien….und bei den Preisen die aktuell zwischen Hamburg und London aufgerufen werden, bleibt es auch erst einmal bei dieser Erinnerung an eine Flugreise.

Ich nehme also das Auto und mein Fahrrad kommt mit….2-3 Tage aber wohin? ….Lüneburger Heide geht ja immer…oder doch an die Küste. Es ist Hochsommer und alles ist überall so richtig voll und vieles fast ausgebucht.

Und dann kam heute Morgen beim Kaffee auf dem Balkon der Gedanke wieder….ich hab noch nie eine Wattwanderung gemacht…noch nie… also doch Küste…und der nächste Gedanke war: in das Auswanderer-Museum Bremerhaven wollte ich ja schon seit längerem mal.

Bei der Suche nach einer Unterkunft hab ich nach einem fast-Drama mit dem Wellness-Urlaub, die Plattform „Booking.com“ gemieden und lieber direkt über das Touristik-Büro der Region gesucht….und dann auch für zwei Nächte ein Ferienzimmer gefunden und auch gleich gebucht.

Funfakt: Interessanterweise ist der Gesamtpreis für 2 Übernachtungen geringer, als wenn ich irgendwo nur für 1 Nacht gebucht hätte…das muss ich mir merken, da ich öfter eine Übernachtung suche und die Kosten dann oft als überteuert empfinde….Also einfach mal nach 2 Übernachtungen suchen, mit etwas Glück weniger bezahlen und dann doch nur eine Nacht bleiben.

Und gerade bekomme ich auch schon die Bestätigung für die Wattwanderungen….eine Abends am Ankunftstag und eine Andere am Abreisetag morgens …das passt ja prima…und in dem Tag dazwischen gehe ich ins Auswanderer-Museum und evlt. noch Schwimmen oder leihe mir ein Kajak aus.

Sooo – also mein Urlaub ist jetzt fixiert und kann kommen…ich bin bereit!!!…um nicht zu sagen, ich kann es kaum noch erwarten endlich mal wieder zwei Wochen Urlaub am Stück zu haben….