Winter und Fühling zugleich

Für Samstagvormittag war ich mit Schwester+Schwager in Flensburg verabredet…meine Schwester ist jetzt seit mehr als 1 Woche wieder zuhause, meine Corona-Infektion und die stressige Woche sind vorbei…also kehrt so langsam wieder Normalitität in mein Leben….inclusive das ich seit letztem Wochenende wieder weiter Dänisch lerne.

Gestern ging es erst einmal um ein vorgezogenes Krokusblüten-„Fest“…das es in Flensburg zwar nicht gibt…aber es gibt einen wunderschönen alten Friedhof mit vielen Krokussen und die blühen gerade.

Aber erst einmal gab es bei mir zuhause SCHNEE. Noch im Bett liegend hörte ich Jemanden Schnee schippen…ohhhh…es gibt Schnee…aber erst beim Blick aus dem Wohnzimmerfenster begriff ich, wieviel Schnee tatsächlich in der Nacht gefallen war…es waren ca. 3-5 cm und auch auf den Straßen blieb der Schnee liegen.

Mit dem Aufstehen hab ich mir etwas zu viele Zeit gelassen…hab noch im Bett gelesen….so das mir am Ende dann keine Zeit mehr blieb noch einen Schnee-Spaziergang zu machen…aber ich hab alles eingepackt und gedacht…na dann schneit es in Flensburg bestimmt auch.

Aber schon nach ca. 40km in Richtung Norden, war vom Schnee nichts mehr zu sehen und so blieb es zwar vorläufig bei strahlend blauem Himmel…aber ohne Schnee und später dann auch mit Schneeregen und Regen und dann wieder Sonnenschein und mit Krokussen und Schneeglöckchen…eine tolle Kombination:

Das „richtige“ Krokusblütenfest findet kommendes Wochenende in Husum statt…da sind dann so viele Krokusse, das man keinen Rasen mehr sieht…ein Meer aus Blüten…das ist ein tolles Schauspiel – aber auch fürchterlich überlaufen….da ich kommenden Freitag Urlaub habe, werden wir uns evtl. Freitagmittag dort treffen…also VOR dem Fest und den Menschenmassen. Aber das ist erst einmal nur eine lockere Absichtserklärung…

Meine Schwester hat ihre lebendige Art zurück und auch mein Schwager ist ziemlich erleichtert und man merkt ihm sehr deutlich an, wie sehr ihn die letzten 6 Wochen alleine zuhause, zugesetzt haben…Beide waren übermäßig laut beim Sprechen und mein Schwager hat mich kaum einen Satz zu Ende sprechen lassen. Das war super anstrengend und auch teilweise schon nervig. Das war nichts für mich, um mich zu entspannen…trotzdem war es ein schöner Tag….am späten Nachmittag bin ich dann auch schon wieder heimgefahren.

Beiden geht es soweit gut, das Finanzielle regelt sich auch langsam bei Beiden, mein Schwager bewirbt sich fleißig- hat bisher aber nur Absagen erhalten. Die körperlichen Narben meiner Schwester verheilen gut, aber sie darf noch lange nicht wieder körperlich Arbeiten..ist noch krankgeschrieben..Die seelischen Attacken mit Angst und Panik sind fort …wieder Zuhause zu sein, tut ihr richtig gut.

Uund ich bin auch raus aus dem Krisenmodus….alles wird wieder gut …noch nicht jetzt sofort….aber Stück für Stück und mit jedem Tag ein bisschen mehr.

Wieder Zuhause

Heute Morgen war mein 1. Gedanke: Ich darf wieder nach Hause fahren. Und das nach 3 Übernachtungen in einem Hotel in Deutschland, also nicht in einem Slum der Welt oder fernab der Zivilisation.

Ich weiß ja, das ich zu den Menschen gehöre, die nicht so gerne lange von Zuhause weg sind. Dabei hab ich mich auf den Urlaub gefreut….mal ein paar Tage raus zu kommen, war auch gut….trotzdem bin ich froh jetzt wieder hier zu sein.

Mein Rückzugsort, meine Trutzburg….hier fühle ich mich wohl und hab alles was ich brauche… hier trampelt Niemand bis fast 24.00 Uhr über mir herum…hier kann ich die Fenster öffnen ohne das „Terror“-Mücken mir das Leben schwer machen…ich kann die Stille auf dem Balkon geniessen und werde nicht zerstochen….

An meinem 1. Abend im Urlaub hab ich einen Anruf von einem guten Freund erhalten und wir haben eine Weile geplaudert. Er lebt auch alleine und hat mich gefragt, warum ich eigentlich in Urlaub fahre (gerade jetzt während der Corona-Zeit) wenn ich ja auch im Urlaub alleine bin…da könnte ich ja auch Zuhause bleiben…..

Bei solchen Sonnenuntergängen frage ich mich das auch:

Hmmm da mein Leben hier im Norden Deutschlands in manchen Teilen inzwischen meinem Ideal eines Urlaubs entspricht (Ruhe / Erholung / Wandern / Radfahren / Wasser und Strand) sollte ich mir tatsächlich überlegen, wie ich zukünftige Urlaube anders gestalten kann, damit sie sich noch mehr von meinem normalen Leben unterscheiden…. meine Wochenend-Ausflüge ähneln ja schon sehr diesem „Urlaub“, nur das ich Abends wieder in meinem eigenen Bett schlafen kann.