Heute Morgen bin ich bereits kurz vor Sonnenaufgang zu einer stillen Walkingrunde aufgebrochen….ich wollte der Knallerei bei auffrischendem Wind am Nachmittag / Abend entgehen.
Der Wind hatte bereits am Morgen spürbar zugenommen…es war sehr ungemütlich und trotzdem war es ein schöner Morgen. Und auf meinem einstündigen Weg durch die Felder habe ich noch einmal das Jahr 2024 Revue passieren lassen.
Und ich verlasse, trotz all den Ereignissen in diesem Jahr, entspannt und versöhnt das Jahr 2024….ich bin mit mir und meinem Leben zufrieden und, durch den plötzlichen Tod meines Ex-Freundes, musste ich mal wieder erkennen, wie wichtig es ist, sich in seinem eigenen Leben wohl zu fühlen und mit sich im Reinen zu sein.
Das neue Jahr kann also kommen…ich bin vorbereitet und weiß natürlich ganz genau, das die nächsten 1-3 Monate sehr herausfordernd werden …aber im Moment schaffe ich es, mich von dem Gedanken nicht unterkriegen zu lassen und vor allem nicht jetzt schon damit zu hadern und daran zu verzweifeln.
Ich werde mich von Tag zu Tag durchhangeln….mich von Problem zu Problem durchbeißen…ich habe sie wieder – die Zuversicht, das Ich das schon irgendwie hinbekommen werde.
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und ganz viel Zuversicht, das das Leben schön ist und auch noch besser werden kann.
Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht, bin ich recht früh wach geworden…zum Glück hat die Feuerzangenbowle keine Kopfschmerzen verursacht…ich blieb also im Gästezimmer und hab etwas gelesen und hing noch meinen Gedanken nach…
Um 7.30 Uhr bin ich dann aber doch aufgestanden, während meine Familie noch schlief…hab mich fertig gemacht und mich um die Portionierung der Brötchen-Teige auf die mitgebrachten Backformen gekümmert. War aber erst einmal irritiert, das ich den Weizenmehl-Teig, optisch nicht vom Dinkelmehl-Teig unterscheiden konnte…nur am Geruch konnte ich die Unterschiede „erschnüffeln“…aber nur, weil ich beim Dinkelteig noch einen Hauch Gewürz beigefügt hatte. Beide Teige waren perfekt aufgegangen und die gebackenen Ergebnisse waren toll.
Normalerweise biegt sich der Frühstückstisch fast, bei all dem war wir üblicherweise zuhause auffahren, wenn wir zusammen frühstücken…dies Mal hatten wir jedoch verabredet auf all die übermässigen Auswahlmöglichkeiten zu verzichten…also gab es neben den Brötchen mit Butter, Lachs, Mett und frisch gekochten Eiern nur je eine Sorte Käse und Wurst….und trotzdem war es viel zu viel…aber mein Schwager war schon etwas überrascht….meinte ständig es würde doch noch etwas fehlen, weil es so übersichtlich aussah…aber letztlich war ALLES auf dem Tisch, was wir gerne Essen. Keiner wollte Marmelade oder Honig oder Quark, oder mehr Käse..und da macht es ja keinen Sinn den Tisch zu überladen, nur um dann doch nicht gegessen zu werden.
Bis wir mit dem Frühstück fertig waren war es schon fast 11 Uhr…ich hab mich dann auf den Heimweg gemacht. Die Reste vom Abendessen, Mitternachts-Snack und Frühstück haben wird dann geschwisterlich unter uns Dreien aufgeteilt…auch eine effiziente Form der Reste-Verwertung…ich hab Zuhause gleich einiges eingefroren, damit nichts verschwendet wir.
…
Ich bin jedoch nicht auf direkten Weg nach Hause gefahren. Bei der Autobahnabfahrt: Bordesholm hab ich die A7 verlassen und bin zur Klosterinsel gefahren. Und um den Bordesholmer See gibt es einen schönen Spazierweg…eine Runde ist knappe 5km lang.
Schon seit längerem wollte ich hier mal wieder laufen, aber wie schon geschrieben, fahre ich nicht mehr einfach so unbedarft drauflos…überlege mehr, immerhin ist Bordesholm auch ca. 50km von meinem Zuhause entfernt…aber nun kam ich auf der Rückfahrt ja quasi daran vorbei.
Sonntagmittag am Neujahrstag…und das Wetter spielte einigermaßen mit…meine Regenjacke war immer noch vom Vortag nass, aber darunter hatte ich ja trockene und warme Kleidung an…
Das Wolkenspiel am Himmel war schon grandios…und der Weg um den See war ruhig und angenehm…manchmal etwas zu windig, aber mit Mütze und Kapuze der Jacke war es top…ich fühlte mich einfach herrlich entspannt (nicht ausgelaugt, wie sonst öfter mal, wenn ich auf der Rückfahrt von Schwester+Schwager bin) und diese freudige Entspanntheit muss ich wohl auch nach Aussen gezeigt haben. Als ich einer entgegenkommenden Dame ein frohes Neues Jahr wünschte meinte sie, ich würde so freudig und strahlend ausschauen…das sähe man in der letzten Zeit nicht sooft. Oh – danke schön.
Ja der Rundgang um den See hat mir genau das gebracht: freudige Entspanntheit und das starke Gefühl von ich bin fit und munter und alles andere wird sich schon finden und richten. Mit einem Wort: Zuversicht.
Ich starte das neue Jahr voller Zuversicht und dem Vertrauen, das ich mein Leben wieder und weiter gestalten kann. Ich bin gesund, mir geht es gut, ich habe einen tollen Job der gut bezahlt ist, eine Wohnung in der ich gerne lebe, Ich habe meine kleine Kernfamilie in der Nähe, lebe relativ frei und selbstbestimmt und lasse mich von den Sorgen um die Gesundheit meiner Schwester, Jobproblem meines Schwagers, Krieg durch Russland in der Ukraine, allgemein steigende Preise und der Energiekrise, nicht die Freude am Leben nehmen…Mir geht es so gut, wie schon länger nicht mehr…und mit der körperlichen Gesundheit, kann ich allem Anderen, das mich besorgt, entgegentreten.
Und mit diesem Gefühl und dem schönen Ausblick auf den See, ging es dann auch endlich wieder nach Hause
Das es für mich ja nichts mehr wirklich Wichtiges zu erledigen gab, hab ich noch ein wenig meine Wohnung umdekoriert…und ähmmm Fenster geputzt…GRINS. Als ich die Blumen auf der Fensterbank und die Weihnachtsdeko umstellen wollte, wurde mir bewusst wie dreckig die Fenster sind…wollte ja die Silvester-Raketen vom Fenster aus betrachten…und ehe ich noch weiter darüber nachgedacht habe, hab ich kurzerhand alle Fenster geputzt…Prima – denn das mache ich nun wirklich nicht gern.
Für das Abendessen brauchte ich heute KEINEN Herd, ich hatte mich für ein mediterranes Vorspeisen-Potpourri entschieden: grüne frische Oliven, gefüllte Weinblätter, Fladenbrot mit verschiedenen Frischkäsecremes, dazu noch geräucherten Lachs und Seranoschinken…..es fehlte eigentlich nur die Melone…die hatte ich vergessen zu kaufen. Aber egal…dazu ein Glas lieblichen Muskateller vom Weingut Weizel…. so schön kann Leben sein…
Da mich so gar nichts im Fernsehen fesseln konnte…jedes Jahr sind es die gleichen Shows, und „lustigen Sketche“….das Meiste ist eh nicht mein Fall…hab ich einen Infosender eingestellt, die Kopfhörer aufgesetzt und mich mit meinem persönlichen Jahresrückblick am PC beschäftigt. Mit anderen Worten, ich hab das Jahr in meinem privaten Tagebuch aufgearbeitet.
Den Kopfhörer hätte ich heute eigentlich gar nicht benötigt, da ich ja ruhig auf der Couch gesessen habe und ganz allein im Haus bin (meine Vermieterin ist in Urlaub geflogen). Aber hier wurde den GANZEN TAG über schon ununterbrochen mit Knallern und Raketen hantiert. Also wie blöd…WENN die doch knallen wollen, dann doch bitte ab Mitternacht, von mir aus stundenlang. Da gehört es hin und dann ist es dunkel und man sieht wenigstens etwas am Himmel… ich fand es nervig….weil unnötig.
Irgendwie vergingen die Stunden bis Mitternacht ganz rasch und beinahe hätte ich es sogar verpasst. Als das permanente leichte Dauerknallen, welches ich trotz der Kopfhörer wahr nahm, mit einem Mal zu einem Stakkato anwuchs schaute ich irritiert auf die Uhr: 0:00 Uhr. Da ist es – das Neue Jahr – 2020, ein neues Jahrzehnt beginnt.
Mit dem Weinglas in der Hand hab ich mich ans geöffnete Badezimmer-Fenster gestellt und hatte eine herrliche Aussicht (warum hatte ich noch mal die Fenster geputzt…grins…), aber nach ein paar Minuten hab ich Schuhe und Jacke angezogen und bin mit meinem Weinglas auf die Straße gegangen. Die Nachbarn von Gegenüber und Nebenan standen ebenfalls draußen und ich hab mit Ihnen angestoßen…
Das Feuerwerk was hier in meiner neuen Heimat…in dieser Norddeutschen Provinzstadt von den Menschen abgefeuert wurde, hätte jeder Großstadt zur Ehre gereicht….so toll, so viel gleichzeitig und so lange…wow….also von Zurückhaltung wegen Feinstaub und so…keine Spur. Insgeheim glaube ich ja, das es zwar viele gibt die nicht mehr knallen…aber die, die es ohnehin tuen sagen sich: jetzt erst Recht…wer weiß ob wir das im nächsten Jahr überhaupt noch dürfen….
Sooo, das war`s dann…ich hab in diesem Jahr von Vielen und Vielem Abschied genommen und jetzt hab ich das Jahr 2019 selber auch verabschiedet. Es war turbulent, es war anstrengend, es war mühevoll, zugleich aufregend und hat mich in ein neues Leben katapultiert.
Ein im wahrsten Sinne des Wortes aufbrechendes Jahr. Ich habe meine Strukturen aufgebrochen und bin neue Wege gegangen…mich auf den Weg gemacht.
Und diese Aufbruchstimmung transportiere ich voller Zuversicht und Hoffnung in das Jahr 2020.