Auto – versus Fahrrad fahren bergauf?

…heute Morgen, noch lange bevor es hell wurde, habe ich mein Auto in die Werkstatt gebracht (Ihr wisst schon ….der „Blech-Schaden“ ohne Blech, dafür mit Kunststoff)

Und dann folgte der lange Weg: erst zu fuß, dann per Straßenbahn bis zum Hauptbahnhof, dann per S-Bahn bis raus aus Frankfurt – ab in den Taunus…bis zur Arbeit.

Nach Feierabend der gleiche Weg zurück: S-Bahn, Straßenbahn, laufen…und mein Auto bezahlt und wieder mit genommen. Nun das hat pro Strecke  1,15 Std. gedauert….

Wieder zuhause habe ich mein Auto abgestellt, mich schnell umgezogen und ab aufs Fahrrad. Bei dem schönen Wetter musste ich unbedingt heute damit starten.

Hahaha….ja und nun hab ich den Salat….Das HIER ist schon eine andere Hausnummer, als in Frankfurt mal eben locker an der Nidda  ebenerdig eine Runde zu drehen. Das HIER nennt man Taunus …und am oberen Ende des Taunus ist der FeldBERG.

Mit anderen Worten  entweder ich fühle mich wie ein Downhiller oder wie ein Bergprofi…nur ohne die entsprechende Kondition.  Wenn ich mich mit 9kmh nach oben bewege fühle ich mich, als ob ich auf der Stelle trete und bei noch mehr Steigung sinkt das noch auf 7kmh …da überholt mich ja jedes Kind zu Fuß…lol….

Na prima…jetzt ist es amtlich…hier MUSS ich einfach meine Beine wieder trainieren und Ausdauer gleich dazu…lach…na eigentlich war es genau das, was ich wollte…nur nicht so anstrengend…seufz

Job und Leben

Am 1. April 2016 hab ich 10jähriges gefeiert. 10 Jahre  arbeite ich nun schon für diesen Konzern. Dabei wollte ich bereits nach 3 Tagen unbedingt wieder weg. Ich fand es fürchterlich.

Aus einer Position mit viel Verantwortung und 130%igem Einsatz, war ich auf einmal auf einem Posten der nur ca. 4 Tage im Monat etwas Arbeit bot. Den Rest der Zeit wollte mir aber niemand etwas Arbeit abgeben und schon gar nichts erklären.

Ich war definitiv fehl an diesem Platz, da weder mein Engagement, noch mein Fachwissen benötigt wurde. Da meine Fragen auch etwas unfreundlich abgewehrt wurden, habe ich auch das Reden eingestellt….und habe mich zu Tode gelangweilt.

Eine schreckliche Situation…blöde Umgebung, blöder Job…. Erst ein paar Monate später bekam ich die Anfrage aus einer anderen Abteilung ob ich nicht helfen könnte…das hat es dann leichter gemacht.

Und nach ca. 1 Jahr bekam ich das Angebot in eine Schwestergesellschaft zu wechseln, die gerade im Aufbau war….und genau hier war ich richtig. Genau mein Ding….Aufbau-Arbeit, Strukturen schaffen…herrlich. Viel Arbeit….viiiiiiiieeeel  Arbeit und eine große Herausforderung.

Jaaa und nun sind insgesamt 10 Jahre vergangen und aus der anfänglichen Aufbauarbeit, die insgesamt fast  7 Jahre dauerte…. Ist inzwischen ein großes Unternehmen, mit 3 Gesellschaften geworden, welches sich vorbildlich in den Konzern integriert hat.

Inzwischen sind wir so gut organisiert und strukturiert, das wir sogar zertifiziert sind…und  wir sind in ein starres Korsett der Muttergesellschaft gezwängt in dem die Anwälte mehr zu sagen haben, als andere Abteilungen und  aus unserer anfängliche Stärke der schnellen Entscheidungen in flachen Hierarchien und der abteilungsübergreifenden Arbeit ist  inzwischen ein so großer Apparat geworden, das es mir manchmal wie eine Behörde vorkommt. Alles muss dokumentiert sein, alles muss beweisbar sein….vorbei die Zeiten wo man pragmatische Lösungen gefunden hat, für Dinge die einem auf Zuruf aufgetragen wurden. Unsere Flexibilität und Schnelligkeit war ein enormer Vorteil.

Trotzdem liebe ich den Job. Nach all der Aufbauarbeit in vielen Jobs, habe ich hier endlich den Aufbau überstanden….habe mein eigenes Büro und Mitarbeiter die einen Teil der Arbeit machen. Endlich hab ich mal Zeit und bin nicht nur gehetzt und gestresst. Meine Chefs, Kollegen und Mitarbeiter vertrauen mir….

Und mit Erschrecken erkenne ich das ich inzwischen schon 30 Jahre arbeite….ununterbrochen….mit Ausnahme des einzigen Monats in meinem Leben, in dem ich Unterstützung vom Arbeitsamt benötigte…und das ist auch schon wieder 13 Jahre her….

Politiker heute

Hab nur ich den Eindruck oder geht es auch anderen so….im Moment sterben viele  Politiker die meine Jugend und mein Leben  allgemein mit bestimmt haben.

Helmut Schmidt, Guido Westerwelle, Lothar Spät, jetzt auch noch  Hans-Dietrich Genscher. Im letzten Jahr Helmut Schmidt, Richard von Weizäcker.

Wieso kommt es das mir die Namen von früher viel präsenter sind und ich mich an viele sehr rege erinnere, während ich die heutigen Politiker oft farblos und konturenlos empfinde, ich es schwer finde die Namen in Bezug zu Ihren Ämtern und zu Ihren politischen Positionen einzuordnen.

Alle erscheinen so ….einerlei, farblos….so egal und austauschbar. Bis auf wenige Ausnahmen und dazu zähle ich insbesondere unsere Bundes-Angie und Wolfgang Schäuble und sogar Roland Koch.

Ein Politiker muss es nicht allen recht machen. Ein guter Politiker  muss Entscheidungen treffen, auch wenn diese auf den ersten Blick nicht verständlich sind. Auch wenn es unpopuläre Entscheidungen sind und dem Volk einiges abverlangen… Für mich muss ein guter Politiker so ehrlich sein zu sagen: JAAA es ist unbequem, aber es führt kein Weg daran vorbei. JAAA es wird teuer….aber wir können das erreichen. Neeeiiinnn es geht nicht schnell, es dauert Jahre.

Genau DAS erwarte ich. Das ein Politiker das Große und Ganze zum Ziel hat, und den Blick auf dieses Ziel gerichtet hält.  Und ich erwarte das ein Politiker nicht gleich klein beigibt, nur weil es Widerstand gibt…

Und wenn Niemand einen besseren Weg weiß, warum dann nicht erst mal einen neuen Weg einschlagen…und wenn der nicht zum Ziel führt, dann muss man eben sagen: okay, so geht es auch nicht, aber es war einen Versuch wert (z.B. Agenda 2010)…aber  immer nur motzen und alles für schlecht  befinden, das bringt es doch auch nicht. Und wahrscheinlich macht das Politiker heute so farblos, sie haben Angst Farbe zu bekennen und dafür gleich abgestraft zu werden.

Wir versuchen unsere Politiker ständig zum  Rücktritt zu puschen, so als ob wir 1000 Personen als in der Hinterhand haben um ihn zu ersetzen.

Die  meisten Erfolge in der Weltgeschichte sind erst durch Niederlagen entstanden oder aus Zufällen, Unachtsamkeit und Unfällen.  Menschen machen Fehler und versuchen doch das Beste daraus zu machen. Warum lassen wir das bei Politikern nicht auch zu?