Alte-NEUE Chefs

Geschichte wiederholt sich doch. und es ist schon erschreckend zu sehen, das Chefs so gar nichts dazu lernen wollen.

Mein früherer Chef, der daran beteiligt war das ich 2009 haarscharf an einem Burnout vorbeigeschrammt bin, der dann für ein paar Jahre im Ausland eine Dependance geleitet hat, zurück kam und von Posten zu Posten gereicht wurde, ist seit September letzten Jahres (seit meine Chefin sich hat versetzen lassen und ich den Konzern ganz verlassen habe) jetzt wieder auf seinem alten Posten….ich bin froh, das ich ihn nicht wieder als Chef hatte…aber meine Mädels haben jetzt ja auch noch eine neue Teamleiterin und darüber eben sitzt mein ehemaliger Chef jetzt wieder.

….gestern hatte ich ein sehr langes Telefonat mit der Kollegin, die nach meinem Weggang als Einzige in der Lage war unsere Abteilung am Laufen zu halten, die den neuen Teamleiter versucht hat zu unterstützen, die dann kommissarisch für ein paar Monate die Leitung übernommen hat, als man meinen Nachfolger entlassen hat…und die jetzt der neuen Teamleiterin hilft sich einzuarbeiten.

Sie steht heute seelisch da, wo ich 2009 stand und die Chefs machen die gleichen Fehler. Die Kollegin ist verheiratet und hat noch kleine Kinder….um die Abteilung am Laufen zu halten hat sie vorübergehend auf Vollzeit aufgestockt und man hatte ihr versprochen ihren Einsatz entsprechend zu honorieren…Also anfallende Überstunden zu bezahlen und es sollte noch einen Bonus geben.

Doch jetzt ist die neue Teamleiterin da und auf einmal ist vom Bonus keine Rede mehr….angeblich wegen Corona….Aber das kann es nicht sein, wenn auf der anderen Seite die Ergebnisse immer noch überdurchschnittlich sind (vielleicht sollte man einem Buchhalter, der ja die Ergebnisse des Unternehmens zusammenstellt NICHT mit so einem Argument kommen)..

Auf jeden Fall ist es unfair und fördert nicht gerade die Zufriedenheit der Mitarbeiter und zusätzlich möchten die neuen Chefs jetzt auch noch ihren Vertrag ändern….auf 5 Tage die Woche, anstatt 4 Tage….aber es war immer klar, das wenn sie wieder reduziert, sie wieder auf den bisherigen Vertrag zurück geht…Zum Glück ist das auch so schriftlich fixiert….

Es ist erschreckend das der aussergewöhnliche Einsatz der Kollegin im Nachhinein nicht richtig gewürdigt wird und es passiert das, was ich auch kenne: Körper und Seele streiken und der Arzt hat ihr eine tiefe seelische Erschöpfung diagnostiziert…sie geht trotzdem arbeiten…. ich hab ihr geraten nicht den gleichen Fehler zu machen, den ich damals gemacht habe….

Sie will ab sofort aber keine Überstunden machen (haha- guter Plan, wird aber bei Menschen wie wir es sind, nicht dauerhaft funktionieren), und wenn sich bis Ende des Jahres der Ton und der Umgang der neuen Teamleiterin zu ihren Mitarbeitern nicht verändert, wird sie sich nach einem neuen Job umschauen.

Die neue Teamleiterin ist Anfang 30….und der alte Chef heizt ihr bestimmt gut ein…Er (Controller) fand das wir (Buchhalter) schon immer viel zu genau und „umständlich“ gearbeitet haben….und schon fängt sie an, alles in Frage zu stellen…sogar die Arbeit der Wirtschaftsprüfer…..hahahaha (neeeeeeiiin wir sind nicht Wirecard).

Na klar muss sie sich als „Die NEUE“ ihre Sporen verdienen, aber um Dinge beurteilen zu können, sollte sie erst einmal lernen, wie alles zusammenhängt und sich nicht mittendrin eine Sache heraussuchen und sofort ändern. Zumal sie sich als Teamleiterin „nicht im Tagesgeschäft sieht“ und wohl auch noch keine Erfahrungen in Personalführung mitbringt… LOL … na dann viel Spaß – dann fehlen mindestens noch 1-2 Personen in der Abteilung….So werden die verbliebenen Kolleginnen sehr schnell verheizt…leider sieht der alte/neue Chef das nicht….genau wie damals als er die Überbelastung nicht gesehen hat und mir später vorwarf: Warum haben sie nichts gesagt? ….hatte ich – mehrfach….trotzdem hat er es nicht ernst genommen….

Ich kann nur sagen, mehr als 10 Jahre lief mit mir die Buchhaltung reibungslos und wirklich ALLE waren zufrieden mit uns: Geschäftsleitung, kfm. Leitung, Andere Abteilungen, Konzernleitung, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater….

Ohh was bin ich froh, das ich nicht mehr dort arbeite….die Diskussionen mit dem Alten/Neuen Chef kann ich mir gut vorstellen…und das brauche ich wirklich nicht mehr. Wenn ich darüber nachdenke merke ich, wie diese alten Geschichten wieder hervorkommen…und das stresst mich sogar noch heute, obwohl ich 600km entfernt, und entspannt auf meinem Balkon sitze..

Ich gehe inzwischen wieder gerne arbeiten…und der Job macht mir Spaß und die Kollegen sind klasse. Und von Hessen nach Schleswig-Holstein zu wechseln war genau richtig… Körperlich und seelisch bin ich inzwischen wieder richtig gut dabei….

4 Gedanken zu “Alte-NEUE Chefs

  1. Ich mag auch gar nicht mehr an meine Stelle denken, die ich bis 2015 hatte. Immerhin habe ich da eine gewisse Abgrenzung gelernt, die mir auf meiner jetzigen Stelle zugute kommt. Diese Stelle hat nämlich auch das Potenzial, einen Mitarbeiter aufzusaugen. Allerdings finde ich es auch ein wenig traurig, dass ich mich nicht mehr mit meiner Arbeit identifiziere, keine Verantwortung dafür übernehme. Ich arbeite meine 20,5 Stunden. Ob das Projekt es schafft oder nicht ist mir egal, die Verantwortung müssen andere übernehmen. Wenn ich darauf bestehe, notwendige Dokumente in meiner Arbeitszeit zu sichten, egal wie oft mir gesagt wird, dass man das zuhause außerhalb der Arbeitszeit machen soll, schaffe ich es, das inzwischen an mir abrutschen zu lassen und lese im Büro.
    Und leider schon wieder denkt ein Chef, dass er immer alles selbst machen muss, weil er unfähige bzw. unwillige Mitarbeiter hat. Weil es nicht honoriert wird, wenn man hart arbeitet, weil es nie genug ist. Weil jeder Fehler trotzdem stärker als die Leistung angerechnet wird. Nee, inzwischen kann ich sowohl Arbeit als auch den Chef im Regen stehen lassen. Letztendlich ist an diesen Stellen die Fluktuation hoch, die Personaldecke eng, sie können einfach nicht auf mich verzichten. So ein bisschen finde ich mich in diese Rolle erst noch ein. Aber mit jedem Mitarbeiter der geht, und jedem neuen der kommt merke ich, dass mein Standing trotzdem besser wird. Aber auf solchen Stellen kann man nur so verhindern, dass man nicht verheizt wird.

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    1. Liebe SamyBee, das klingt ja echt nicht schön….und es ist eine Unverschämtheit wenn so offen gesagt wird, das man das AUßERHALB der Arbeitszeit lesen soll…..
      Schön das Du es schaffst Dich abzugrenzen. aber ich kann verstehen das Du Dich mit der gesamten Situation nicht zufrieden fühlst. Das ist eine sehr offensichtliche Ausbeutung der Arbeitnehmer und leider denken die Chefs immer viel zu kurz. Die Fluktuation ist ein sicheres Zeichen, das etwas schief läuft….ja so machst Du Dich zwar unentbehrlich,…aber zufriedener wirst Du dort auf diese Weise wahrscheinlich eher nicht 😦
      In meinem Fall was es damals eine versteckte Ausbeutung…also eine Selbst-Ausbeutung… Die Parameter was gefordert wurde, waren gesetzt, keine zusätzlichen Mitarbeiter eingestellt und ich sollte nicht soviel Überstunden machen…hahaha…. da es von der Masse her nicht zu schaffen war, hab ich selber beschlossen mehr zu arbeiten um das zu schaffen…FÜR die Firma, FÜR die Chefs. und FÜR meine Zufriedenheit es zu schaffen… Überstunden wurden ja eh nicht erfasst (Vertrauensarbeitszeit) und damit auch nicht bezahlt….ich hab jahrelang versucht mich aus dieser Spirale zu befreien – und hab es erst mit meiner Kündigung geschafft.
      Ich finde es ätzend wenn Leistung nicht anerkannt wird…nur die wenigsten Chefs wissen wie richtige Personalführung funktioniert 😦 und Denken mit Druck und Verboten den Mitarbeiter unter Kontrolle halten zu können….. pass Du auch auf Dich auf 🌷🎈

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      1. Absurderweise gibt es bei uns eine genaue Erfassung der Arbeitszeit. Und wenn die Überstunden ein gewisses Maß übersteigen, muss der Chef berichten und Gespräche mit den Mitarbeitern führen, dass sie ihre Überstunden abbauen müssen. Aber es gibt Kollegen, die loggen sich aus und arbeiten dann weiter 🙈. Beförderung kann ich mir halt abschminken. Vertragsgemäßes liefern von Arbeitszeit hilft da nicht weiter. Aber ich habe auch gerade keinen Nerv, mich irgendwie neu zu beweisen.
        Ich komme eigentlich auch ganz gut klar und so ungern gehe ich gar nicht hin. Ich erkenne nur mich selbst von früher gar nicht wieder 🤷‍♀️. Und das fühlt sich merkwürdig an!

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