Dienstreise und Projekt-Leichen

Das gesamte Wochenende hab ich hin-und her überlegt, ob ich die Geschäftsreise nach Brandenburg tatsächlich am Montag antreten soll.

Ja, sie ist genehmigt, der Mietwagen ist bestellt…aber ist es auch klug zu fahren? Die Corona-Regeln innerhalb der Firma wurden nach der Genehmigung verschärft, …also was mache ich?

Ich hab die Reise angetreten, denn es handelt sich ja nicht um eine Fahrt zur Belustigung oder gar einen Betriebs-Ausflug, sondern um etwas, was man nicht mal eben mit einer Video-Konferenz regeln kann…

Um 7 Uhr Morgens hab ich den Mietwagen abgeholt und bin die knapp 230km gen Osten gefahren. Allein um durch Hamburg durch zu kommen hab ich fast 30 Minuten gebraucht, aber um kurz nach 10 Uhr war ich am Ziel.

Bis zum späten Nachmittag haben wir Punkt für Punkt durch gearbeitet…es war anstrengend, es war teilweise auch nervig für uns alle….aber wir haben uns da durch gewurschtelt. Es ist immer schwer nach einem Firmen-Zukauf alle Zahlen auch tatsächlich zu verstehen.

Sooo, jetzt haben wir hoffentlich alle Leichen ausgegraben (also Projekt-Leichen in der Bilanz) und müssen nur noch schauen, ob diese „Leichen“ evtl. noch leicht atmen, wir diese wieder-beleben können oder endgültig beerdigen müssen (um mal bei dem Bild zu bleiben) hahaha….

Am Ende des Tagen war die To-Do-Liste nicht gerade kürzer …aber die zu lösenden Aufgaben werden immer konkreter….und die Liste für die Beerdigung uralter Projekte ist doch länger geworden, als wir gedacht hatten.

Für meine neuen Kollegen vor Ort ist es nicht so einfach mit diesen Unstimmigkeiten umzugehen, denn die Arbeiten noch zum Teil für den bisherigen Inhaber….da kommt es ganz schnell auch mal zu einem Loyalitäts-Zwiespalt.

Zum Glück verstehe ich mich mit den neuen Kollegen sehr gut und kann hier meine Erfahrungen als Teamleiter (genauer den Teil der Personalführung) mit einbringen…habe also das notwendige Verständnis um die Kollegen „mit-zu-nehmen“ und versuche auch Niemanden an den Pranger zu stellen (weder die Kollegen, noch die bisherige Steuerberaterin oder den bisherigen Inhaber). Ich möchte nur Schritt für Schritt den alten Ballast klären, so das wir bis Ende des Jahres locker und unbelastet voran gehen können…. Aber es war echt anstrengend…

Da ja seit diesem Tag der neue Lockdown gilt, war es mit dem Mittagessen nichts…zum Glück hatte ich unterwegs ein belegtes Brötchen von der Tankstelle mit genommen.

Das Büro liegt in einem kleinen Dorf und die gesamte Erscheinung des Grundstücks am Rande des Dorfes, mit unterschiedlichen kleinen Firmen auf einem Gelände, wirkte eher wie zweifelhafte Hinterhof-Werkstätten mitten im Nirgendwo.

Unweigerlich hab ich beim Betreten des Werkstatt-Hofs erwartet, das Jemand mit Mistgabel und umgeben von Hühnern um die Ecke kommt und mich unfreundlich fragt, was ich hier zu suchen habe (ich schaue echt zu viele Krimis….grins). Aber die Menschen denen ich dort begegnet bin und vor allem meine Kollegen sind einfach super nett…..gar keine Frage.

Mit knurrendem Magen hab ich dann am späten Nachmittag die Rückreise angetreten. Ich wollte unbedingt noch vor 19 Uhr den Wagen wieder abgegeben haben, also hab ich mir nur ein weiteres belegtes Brötchen an einem Rastplatz gekauft (Grummel…die hatten außer den Brötchen wirklich NICHTS Nahrhaftes….außer Süßigkeiten) und bin sofort weiter gefahren.

Es war nass, windig, dunkel und erstaunlicherweise sehr voll auf der Autobahn und voll in Hamburg…aber kurz vor 19 Uhr war auch die Rückgabe erledigt und zuhause bin ich nur noch auf die Couch gefallen.

So – das wäre dann endlich erledigt….

2 Gedanken zu “Dienstreise und Projekt-Leichen

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