Einblicke in ein Buchhalter-Leben

….ACHTUNG ….nur langweiliges Arbeitszeugs …

Neu auftauchende berufliche Sachverhalte immer und überall mit dem erlernten Fachwissen abzugleichen, mit dem was ich in 35 Berufsjahren zu den Themen so oder so ähnlich schon mal hatte, und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen immer auch zu hinterfragen ist mir so in Fleisch- und Blut übergegangen, das ich auch jetzt nicht einfach etwas still ignorieren konnte.

Denn das Thema Anlagevermögen gehörte immer schon zu meinen Lieblingsthemen….ich konnte also eine aus der Zentrale einzeilige Anweisung nicht einfach gehorsam ausführen. Denn diese Anweisung passte nicht – nicht mehr. Sollte am Anfang etwas gekauft werden, wird es jetzt geleast.

Also hab ich mich an meine deutschen Wirtschaftsprüfer gewendet und eine detaillierte Beschreibung des Sachverhalts gegeben, den Vertrag angehängt, die wichtigste Passage in die Mail kopiert, aufgezeigt wie ich es verbuchen würde und warum und um ihre Einschätzung gebeten.

Leider hat der WP meine Anfrage nicht genau gelesen und mir dieselbe Antwort gegeben, wie der dänischen Zentrale. Ich habe jedoch die Angewohnheit, eine für mich unlogische Anweisung noch einmal in einer Mail zusammengefasst zurück zu geben: „Okay – ich werde also die Buchung so vornehmen, obwohl die Anlage im Eigentum des Leasing-Gebers verbleibt“.

Danach erhielt ich einen Anruf…er hätte erst jetzt gemerkt, das es um Leasing geht und nicht mehr um einen Kauf….also da müssten sie jetzt noch mal ran….also das müsste noch einmal neu geprüft werden… mit dem Leasinggeber sprechen, den Leasing-Erlass noch einmal genau nachlesen usw… und unsere Dänische Zentrale informieren…immerhin betrifft das sehr viele Gesellschaften.

Der Controller war nicht begeistert, das ich mich mit dem Thema an die WP gewendet habe…also er hätte es lieber still und leise einfach verbucht ohne die Anweisung zu hinterfragen….ja – ich hätte ja auch nicht gedacht, das eine so große Welle daraus wird….aber ich kann in solchen Dingen einfach nicht über meinen Schatten springen, dafür fühle ich mich für das was ich da mache, immer noch verantwortlich.

Immerhin hat es Auswirkungen ob man etwas in den Aufwand oder ins AnlageVermögen verbucht.

Ich werde eben doch auch fürs Denken bezahlt und nicht fürs sture Abarbeiten.

2 Gedanken zu “Einblicke in ein Buchhalter-Leben

  1. Ich bin zwar kein Buchhalter, aber es würde für mich auch unlogisch sein, etwas, was mir nicht wirklich gehört, also „gemietet“ wurde, als Anlagevermögen zu verbuchen. OK, vermutlich ist das alles viel komplexer als ich das als ehemaliger Abteilungsleiter für einen ganz anderen Bereich überblicken kann.

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    1. mit gesundem Menschenverstand und etwas Logik ist das auch als Nicht-Buchhalter zu verstehen 🌼…allerdings ist es in der Tat viel komplexer, als ich es hier beschreibe…sonst wäre es ein Fachaufsatz über die „Behandlung von Installationskosten für eine geleaste Teil-Anlage die in eine bestehende Großanlage eingegliedert wird“ 🙃 Hier liegt der Teufel im Detail und in den gesetzlichen Vorschriften.

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