Helfen – ein tolles Gefühl

Eine Kollegin hatte uns darauf aufmerksam gemacht, das es im Kreis Pinneberg ein Logistik-Unternehmen gibt, das einen Konvoi zusammenstellt um Hilfsgüter an die Ukrainische Grenze in Rumänien zu bringen….auf einem Merkzettel stand, alles was sie dorthin transportieren wollen: neben warmer Kleidung, Schlafsäcken und Decken, auch haltbare Lebensmittel, Wasser, Baby-Nahrung und -Windeln, Hygiene-Artikeln wie Zahnbürsten, Seifen und Zahnpasta, auch Batterien, Powerbank, Medikamente, Verbandskästen usw.

Über diese detaillierte Aufstellung hab ich erst realisiert, es herrscht Not am Nötigsten um Vorort ein Überleben der Bevölkerung zu sichern, wo die Häuser zerbombt wurden, Menschen innerhalb des Landes flüchten müssen…oder eben über die Grenzen in andere Länder flüchten.

Davon aufgerüttelt, hatte ich meine Schwester gebeten zu schauen, was sie an Kleidung und anderem nicht mehr braucht und hab während meiner Urlaubstage auch einiges zusammengestellt und Mittwoch hab ich das Auto genommen und noch Wasser und Lebensmittel in Dosen/Gläsern eingekauft, und Nudeln, Müsliriegel und so etwas…jetzt nicht riesige Mengen…aber so, das ich mich damit gut gefühlt habe.

Donnerstag nach Feierabend hab ich dann unsere gesammelten Spenden zu dem Logistik-Unternehmen gebracht….es war nach 17 Uhr und es herrschte ein geschäftiges Treiben auf dem Firmengelände….man konnte nicht so richtig erkennen wie es organisiert ist…aber es waren viele Frauen und Männer vor Ort die damit beschäftigt waren, die Sachspenden zu sortieren…ich sollte meine Sachen einfach abstellen, nur Kleidung hätten sie zu viele…die gehen nicht mehr mit.

Und spontan hab ich gefragt, ob noch Hilfe benötigt wird…ja klar…ich könne gerne helfen…also hab ich das Auto ausgeladen und dann geparkt und bin dann in der „Abteilung“ Lebensmittel gelandet…einkommende Sachspenden sollten in normierte Kartons gepackt werden, damit diese dann auf Paletten gepackt, foliert und später auf die LKWs geladen werden.

Es gab jetzt Niemandem der das Sagen hatte (also zumindest nicht sichtbar)…auch konnte man nicht erkennen, wer Helfer oder Angestellter des Unternehmens war….einige waren schon seit Stunden da, andere – wie ich – waren gerade erst gekommen….alle waren gleich beim Du und egal ob alt oder jung….jeder hat einfach gemacht…und hab ich von einer netten Dame erklärt bekommen, wie wir packen sollen und worauf man achten sollte (z.B. abgelaufene Lebensmittel – unglaublich die gab es tatsächlich)…hab ich später kommenden Helfern das auch so erklärt.

Alles lief unkompliziert und irgendwie trotzdem alles Hand-in-Hand….ruhig und trotzdem geschäftig durcheinander…es gab nicht so viel Platz, aber das hat mich nicht gestört…ich hab also große Umzugskisten gepackt….Sachspenden Kartons auseinander genommen und sortiert, hab leere Kartons weg gebracht und später auch zerkleinert, bin in Gitterboxen geklettert und habe Getränkegebinde und Flaschen angereicht, als es hieß die Box muss umgepackt werden…und als ich meinte: lasst und doch eine Kette bilden, weil es eben wenig Platz gab um aneinander vorbeizulaufen, haben alle gleich mitgemacht. Fast 3 Stunden hab ich hier mit gearbeitet und es war eine interessante Erfahrung…

Es erschien mir wie eine Art Schwarm-Intelligenz…wo dezentral jeder Helfer Entscheidungen trifft die dem kollektiven Ziel dienen, ohne das vorher darüber debattiert werden muss…jeder macht, viele machen mit und kleine Entscheidungen führen alle zu einem Ergebnis….und das ohne das es Kompetenz-Gerangel oder persönliche Befindlichkeiten gibt.

Das Schönste ist, überhaupt etwas tun zu können…nicht nur hilflos vor den Nachrichten zu sitzen und zu denken: ja spinnt denn der Putin….zu sehen, wieviel Sachspenden alleine hier zusammen kommen, wie viele Menschen sich spontan, wie ich auch, zum mit Anpacken entschieden…nach Feierabend, einfach so, fremde Menschen die sich kurzfristig zusammen finden um zu helfen – das ist ein so schönes Gefühl.

2 Gedanken zu “Helfen – ein tolles Gefühl

  1. Hallo Wirbelwind,
    ich finde es toll das du spontan mit angepackt hast.
    Bei uns werden übrigens auch keine Kleiderspenden mehr angenommen. Somit kann ich mir weiterhin Zeit damit lassen einen gewissen Kleiderschrank auszusortieren.
    Ich wünsche dir einen tollen Samstag.
    Liebe Grüße
    Trude

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  2. Ich hätte mir gewünscht, dass ebenso beim AhrHochwasser geholfen worden wäre. Bei denen schlafen immer noch viele Menschen nicht in ihren eigenen Betten

    Ja, helfen kann wundervoll sein.
    Leider mehren sich die Anzeichen, dass gerade Kleidung an zentralen Lagern in Polen aus den LKWs geschmissen und vernichtet wird. Die LKWs fahren dann mit ??? weiter in die Ukraine.

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