Dienstreise – 2.Teil – reden reden reden

Das Resümee über diese Dienstreise ist dieses Mal nicht eindeutig positiv.

Bei der Ankunft war es trotzdem, wie immer – ein großes Hallo…mit vielen Kollegen, hab ich ein paar Worte gewechselt…aber schon da merkte ich, die Unbeschwertheit war nicht mehr so unbeschwert und die gezeigte Sorglosigkeit fühlte sich etwas angestrengt an….so wie ich es bereits aus vielen Mails und Telefonaten entnehmen konnte: eine allgemein steigende Anspannung ist deutlich zu spüren und die Unzufriedenheit, auch (oder gerade) in kleinen Dingen wird größer.

Hygge (gemütlich, entspannt) ist hier nur noch wenig, wenn selbst das Anstellen in der Kantine, mehr als 10 Minuten dauert und nicht mal mehr Alle geemeinsam Platz dort finden, weil es einfach immer mehr Mitarbeiter werden und auch die neue Erweiterung des Gebäudes, nach der gerade erst fertig gewordenen zweiten Erweiterung, noch nicht fertig ist und wenn deshalb die Schreibtische immer enger zusammen gestellt werden und so jetzt schon 2 Arbeitsplätze auf der offenen Treppenhaus-Empore eingerichtet werden mussten. Auch hier in der Zentrale weiß nicht mehr jeder wer nun eigentlich wer ist…ich fragte nach „meinem“ contruction manager …da kannten die Controller nicht einmal den etwas ungewöhnlichen Vornamen des jungen Mannes. Antwort: und Du bist sicher, der sitzt HIER? hahahaha – jaaaaaa ganz sicher…

Da einige Kollegen in Urlaub waren, fand ich jedoch schnell einen freien Platz zum Arbeiten bei den Kollegen….und dann ging es den ganzen Tag Schlag-auf-Schlag… wie vorher gehofft, hatte ich die Möglichkeit mit einigen Kollegen sehr spontan Gespräche zu führen um Themen zu klären…das war sehr positiv. Reden, reden, reden…erst am Nachmittag fand ich dann mal Zeit für ein paar stille Arbeiten…dann als die Meisten schon Feierabend machten.

Aber ausgerechnet mein Chef erschien am Vormittag nicht zum fixierten Meeting…also ging ich auf die Suche und zusammen mit der Kollegen vom Empfang fanden wir ihn dann in einem Sorgengespräch…etwas mit der System-Umstellung funktionierte wohl nicht so, wie gehofft. Mein Chef war erstaunt mich zu sehen, hatte er doch gedacht, ich wäre auch krank (wie der Controller) ….die letzten Mails hatte er wohl gar nicht richtig gelesen.

Dann nahm er sich widerstrebend aber doch die Zeit und ich hab wieder einmal eine Menge erfahren und vor allem verstand er mein wichtigstes Problem mit den internen Weiterbelastungen und dem neuen Vertrag (den er nur vom hören-sagen her kannte). Wir haben uns auf eine Vorgehensweise geeinigt, solange, bis er es mit dem CFO klären kann, weil sich Vertrag und seine Anweisungen widersprachen…dann schauen wir weiter. Ich hoffe für den Controller und mich nun, das wir jetzt eine endgültige Lösung finden werden.

Ein weiteres Problem auf das ich ihn aufmerksam machte, fand er nicht „materiell“ genug …..da war ich sprachlos, immerhin reden wir hier von einigen hunderttausenden EURO (nicht DKK), die falsch zugeordnet waren….also, das als nicht materiell genug zu betrachten, um es in der Zentrale korrigieren zu lassen, fand ich schon sehr speziell…wo ich sonst jede 2,75 EUR am Umsatz korrigieren muss. Als ich es später meiner Kollegin in Brandenburg erzählte, war sie noch schockierter, als ich es war.

Aber gut … ich hab ihn als meinen Chef informiert, das ich die Kollegen aus der Konzernbuchhaltung schriftlich um Klärung gebeten habe….was die daraus machen, ist mir dann eben jetzt egal. Ich hab es erwähnt und wenn es niemand korrigieren möchte – ist das nicht mehr mein Problem.

Am Ende hatte er sich dann doch noch Zeit genommen, um mich zu fragen, wie es mir (gesundheitlich) geht und wie ich mit den Veränderungen in unseren Abläufen klar komme…Alles prima soweit – noch komme ich gut zurecht.

Leider hab ich nur wenig über unser neues ERP-System erfahren, der entsprechende Kollege war im Krisenmodus und hatte dann doch überhaupt keine Zeit für mich, obwohl er vorher gesagt hatte, ich kann jederzeit kommen…aber na klar – seine Arbeit hat jetzt absoluten Vorrang. Aber auch einige andere Gesprächspartner waren dann doch nicht, wie gehofft, im Büro. Das kläre ich dann eben zu einem späteren Zeitpunkt.

Trotzdem war ich froh über den teilweise sehr erfolgreichen Tag und noch mehr freute ich mich, als dieser dann auch endlich vorbei war. Hurra – geschafft und jetzt ist Feierabend.

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