Verzwickt noch mal…

(Achtung: nur langweiliges Arbeitszeugs!!)

Während in vielen Firmen bzw. Abteilungen, bereits jetzt schon die Aktivitäten, mit Blick auf das Jahresende, runter gefahren werden, steigt in meinem Job der Taktschlag merklich an. Hier „leihe“ ich mir immer den Begriff aus dem Börsenjargon: „Jahresendrally“.

Auf einmal werden alle wach…huuuch noch quasi 2 Wochen, dann ist alles vorbei, weil ab Weihnachten sowieso mit der Zentrale nichts mehr geklärt werden kann…also jetzt werden Differenzen auf den Buchungs-Konten geklärt, lange aufgeschobene Fragen werden JETZT geklärt…was dann aber meistens schon zu spät ist, um bis Jahresende eine gangbare Lösung zu finden. Neue Anweisungen kommen auch mal eben um die Ecke…jetzt ist die Zeit, um für den fast-close Jahresabschluss alles vorzubereiten.

Und ausgerechnet dann, kommen die Kollegen aus der Zentrale mit der Bitte, das ich noch intensiver die Datenübernahme für den ERP-Wechsel, der ja auch bald kommen soll, mit vorbereite…d.h. ich erkläre unsere ganz besonderen Anforderungen für Deutschland, erkläre und erkläre wie wir unsere Daten für die Umsatzsteuer-Voranmeldung aufbereiten müssen. Mit diesen Infos kann die externe IT-Firma (natürlich auch eine Dänische), das neue Buchhaltungsprogramm endsprechend unserer Bedürfnisse programmieren.

Ich hab ja schon vor fast 2 Jahren fest gestellt, das die dänischen Kollegen, für die deutschen Gesellschaften, die deutsche Umsatzsteuer-Voranmeldung nicht wirklich beherrschen.

Auch der Controller hat mir hier das Feld freudig überlassen, ich hatte für „seine“ Firmen die Kodierungen überarbeitet und dann korrekt mit dem offiziellen Formular verknüpft. In dem neuen Programm, darf ich das dann nicht mehr …das wird vorher alles festgelegt und fixiert, so das Niemand mehr einfach etwas verändern kann. Es ist also ein sehr wichtiges Thema.

Die UST ist schon früher eines meiner Spezialgebiete gewesen, indem ich auch jetzt noch Vieles an aktivem Wissen habe, zumindest mehr als der durchschnittliche Buchhalter. Aber der Teil, den ich davon nicht mehr regelmäßig nutze (z.B. Dreiecksgeschäfte, Reihengeschäfte innerhalb Europas und dem Rest der Welt) der verblasst langsam…weil wir in unserem Tagesgeschäft eben keine Waren quer durch die Welt verkaufen, sondern Energie und Dienstleistungen.

Ich hatte also in dieser Woche einige Meetings mit der Zentrale, und ausgerechnet jetzt tauchen andere Probleme auf, Themen mit denen ich es in meiner langjährigen Arbeitswelt bisher so noch nicht zu tun hatte.

Verträge die nicht eindeutig sind, sich teilweise im Inhalt widersprechen und interpretiert werden müssen. Weitere Sachverhalte, die mich nur am Rande betreffen, die aber unbedingt noch geklärt und in weiteren Verträgen fixiert werden müssen, aber keiner will an diese Themen ran. Verträge sind für mich nur ein Vehikel um meine Arbeit richtig zu machen….ich selber schreibe keine Verträge, das ist nicht meine Aufgabe…ich hab alle Infos dazu zusammengestellt und mir Unterstützung aus unserer Rechtsabteilung geholt, so das die Themen jetzt an die oberen Etagen gehen können, damit es geklärt wird…..ich befürchte jedoch, das wird nichts mehr bis Ende des Jahres und ich befinde mich in einer Zwickmühle.

Hab mich jetzt entschlossen Montag, im nächsten Meeting, meinen Chef und unsere Wirtschaftsprüfer um Mithilfe zu bitten…ich brauche einfach eine zügige Klärung von ganz oben, WAS genau in solch einem Fall für ein Vorgehen gewünscht wird. Dann erst kann ich mit der Lösung, um die Ausarbeitung weiterer Verträge bitten…..das alles ist mühselig und zäh, weil alle zwar immer sagen: ja das war schon immer ungeklärt, da müsste man, da sollte man…aber es geschieht nichts…und keiner will sich dem unangenehmen Thema stellen….und ich, als ausführendes Glied am unteren Ende der Entscheidungskette, muss aber bis Ende des Jahres einen Sachverhalt verbuchen, den ich weder in EUR beziffern kann, noch weiß ich wer der Vertragspartner sein soll.

Jede Diskussion in dieser Woche hat bisher zu keinem Ergebnis geführt, weil keiner von uns die Entscheidungsgewalt hat…und die, die Entscheiden müssen, es nicht tun. Das nenne ich mal verzwickt.

9 Gedanken zu “Verzwickt noch mal…

    1. jaaa lieber Jürgen, das mache ich auch meistens so…bin aber öfter mal desillusioniert weil per Telefon und Teams-Meeting doch das wirkliche Klären oft auf der Strecke bleibt…das ist eben ein Nachteil wenn die Zentrale oder der Chef so weit weg sind. 🤔

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    1. Hallo Lieber Jürgen…leider passiert das öfter das ich Kommentare von „Jemand“ oder „Anonymus“ erhalte…das weiß ich leider nie, WER das nun eigentlich war
      DANKE das Du Dich noch einmal gemeldet hat…freue mich immer über Deine Kommentare 🍀ich wünsche Dir einen schönen 2.Advent . Liebe Grüße Wirbelwind

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  1. Es liest sich bei Dir so, wie es früher bei uns in der Firma lief.
    Im Kleinen wie im Großen – in der Politik bekommen sie auch kaum noch etwas auf die Kette.
    Ja, und die Menschen mit „Wissen“ (ich auch) gehen so langsam alle in Rente und der Nachwuchs weiß nicht weiter….

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    1. ja das stimmt…zum Glück sehe ich bei uns – in anderen Abteilungen – viele junge Kollegen, die sehr wissbegierig und motiviert sind…das macht mir Mut für die nächste Generation.
      Allerdings nicht in meinem Beruf…der scheint immer unbeliebter zu werden…dabei kann man da ganz gut Geld verdienen und ist branchen-unabhängig…Buchhalter werden überall gesucht…vor allem die, mit Zusatzausbildung

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