Für Dummheit bin ich nicht zuständig

(Achtung! nur langweiliges Arbeitszeugs)

…dieser Satz kam mir in dieser Woche mehr als einmal in den Sinn.

Kennt Ihr das auch, das es immer wieder Kollegen gibt, die bei fast jeder Aktion erst einmal eine Grundsatzdiskussion anzetteln müssen, das das Programm so nicht gut läuft, das es so oder so (je nach Tagesform) vor eingestellt sein muss, das die Abläufe nicht stimmen und „JEMAND“ das erst einmal erklären sollte, das es uns niemals gesagt wurde wie wir es zu machen haben, das das ganze System im Prinzip großer Mist ist usw.

Ich gebe dem Controller ja teilweise auch Recht, aber andererseits kann man sich das Leben auch schwerer machen, als notwendig.

Wenn unser System bestimmte Einschränkungen hat, dann ist das von der Zentrale aus gesteuert und so gewollt, also ist es eine indirekte Anweisung es so und nicht anders zu machen. Na klar passieren da Fehler – auch Logikfehler. Aber in sich ist das System stimmig und ich zumindest, kann damit ganz gut umgehen…meistens zumindest und bei den Logikfehlern versuche ich dem Kollegen in der Zentrale das sich daraus ergebene Problem für uns zu erläutern, damit er eine Anpassung vornehmen kann. Das funktioniert in der Regel mit leichter Zeitverzögerung – aber ich hab einen guten Draht zu dem Kollegen und er verschließt sich guten Argumenten nicht…manchmal sind aber auch ihm die Hände gebunden.

Ja auch mir passen einige Einschränkungen nicht, und manchmal wird es auch absurd bei bestimmten Konstellationen…dann brauche ich viel Zeit, um die Einschränkungen zu umgehen, damit es doch noch nach unseren Deutschen Firmenregeln richtig wird. Aber das sind dann eher die Ausnahmen. Das Meiste funktioniert einigermaßen stimmig….wenn auch nicht bedienerfreundlich. Aber Niemand hat ein Recht auf „einfach anzuwendende Software“. Wir müssen mit dem Leben, was wir haben.

In dieser Woche hat der Controller die Diskussionswut gehabt…und hat dabei selbst die kleinsten Normalitäten einfach vergessen, verdreht und immer wieder Sachen behauptet, die nicht stimmen, und damit Kollegen per Mail beschuldigt Sachen falsch zu machen.

Und es ist ja nicht so, das wir nicht einen Tag zuvor schon darüber gesprochen haben, und den Tag zuvor und und und, ich hab es ihm erklärt, und noch einmal erklärt, sogar Katrin hat das Prinzip anhand meiner Erklärungen verstanden…das dieses Thema hier eine der unglücklichen Konstellationen ist (eine Anpassung im Freigabeprozess, Urlaub einer Kollegin)…und prompt kam heute Morgen seine wütende Mail an die betroffenen Kollegen mit den Falschbehauptungen…ja sag mal das kann er doch nicht so raushauen.

Also sah ich mich genötigt, das klar zu stellen…mit den betroffenen Kollegen in cc.

Und dann ging es erst richtig los und zwar in meine Richtung….je mehr er sich reinsteigerte umso mehr blockierte er sich selbst, so das er am Ende nicht einmal mehr in der Lage war, den Freigabeprozess aus der Rechnungseingabe abzulesen!! Denn der wird für jede Rechnung im System einzeln angezeigt. Stattdessen sollte ich ihm sagen, was er jetzt machen soll.

??? Was willst Du bei dieser Rechnung denn „machen“…sie ist doch bereits am Endes des Freigabeprozesses beim GF? Wo ist das Problem?

Irgendwann im Laufe des Tages – nach vielen Stunden mit Mails hin und her, habe ich dann endlich verstanden, wo seine Probleme lagen. Er selbst war nicht in der Lage das einzeln zu benennen, es war für ihn eher ein diffuses Gefühl das ALLEs Mist ist…er hat immer mehr Dinge in Frage gestellt, Dinge falsch interpretiert und noch mehr falsch behauptet…es war zum Verzweifeln.

Ich habe mehrfach versucht mich dieser unfruchtbaren Diskussion per Mail zu entziehen…aber ich bin leider so veranlagt, das ich Falschbehauptungen nicht einfach stehen lassen kann…Ich MUSS das dann geraderücken…und damit hat er mich immer wieder zu einer Antwort „genötigt“.

Sein eigentliches größtes Problem war dann doch ganz einfach: er hatte nicht die Geduld darauf zu warten das der GF die Rechnungen freigibt und wollte den Freigabeprozess ändern, damit andere Kollegen das stattdessen machen…was aber nicht der Firmenlogik entspricht und dementsprechend lässt das System das auch nur bedingt zu…aber es würde gehen….wenn man denn weiß wie es geht, aber wie gesagt, das soll so eigentlich nicht gemacht werden.

Er schimpft also auf ein angeblich falsch laufendes System, das aber gar nicht falsch läuft, sondern genau das macht, was uns vorgegeben wurde. Und er erkennt nicht, das er es ist, der hier falsche Annahmen trifft und das Programm einfach falsch bedient. Und anstatt mir sein wahres Problem zu erläutern (der GF braucht zu lange für die Freigaben)…beschuldigt er Kollegen Dinge falsch zu machen.

Ich war an 3 Tagen im Homeoffice, hab mich auf „beschäftigt“ bzw. „nicht stören“ gestellt und bin doch nur mühselig langsam zu meiner eigentlichen Arbeit gekommen. Leider bin im am Quartalsende auch noch darauf angewiesen auf den Controller zu warten, bis der seine Debitoren-Rechnungen schreibt, von denen ein paar auch für meine Gesellschaften sind…seit Mittwoch hatte er es versprochen. Aber er war ja so mit ärgern und diskutieren beschäftigt, das er daran schon lange nicht mehr gedacht hatte….Freitag Nachmittag hat ich sie dann bekommen, nachdem ich nachgefragt hatte. Montag muss ich diese Daten bereits in die Zentrale melden…und noch müssen sie ins System und durch den Freigabeprozess.

Zum Glück hab ich gute Kontakte zu „meinen“ Freigebern und auf meine freundliche Nachfrage das doch bitte noch am Freitag zu erledigen, haben auch Alle gleich reagiert und mir sogar noch das „erledigt“ zurück gemailt….Wie wunderbar einfach es doch sein kann, wenn man einfach freundlich miteinander redet.

Das versöhnt mich dann wieder mit dem Tag…denn ganz ehrlich: Diese Diskussionen mit dem Controller haben mich diese Woche, zu all dem zeitlichen Druck, echt zermürbt und unsere Systemumstellung kommt erst noch….auweh

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