So eine nette Begegnung

Am letzten Morgen der Dienstreise war ich dann schon beim Aufstehen irgendwie in einer Art innerem Kampfmodus…Kampf mit mir selbst, immer noch mit den Kollegen so enge zusammen sein zu müssen und Kampf um mich, trotz der räumlichen Nähe, innerlich etwas abzugrenzen.

Also hab ich mich der Frühstückszeit verweigert (esse ja durch mein 16:8 Intervallfasten normwalerweise nichts vor 11 Uhr) und war stattdessen kurz vor Sonnenaufgang noch einmal unten am Fjord.

Die kühle Morgenluft einatmen und noch einmal die Stille geniessen, bevor wir aus dem Hotel auschecken, zur Firma fahren und noch 1/2 Tag Schulung erhalten.

Und manchmal gibt es so wunderbare kleine Begegnungen…und genau so eine, hatte ich an dem Morgen.

Ich lief am Fjord entlang, der Weg lag noch leicht im Dunklen, da stand ein älterer zerbrechlich wirkender Mann, so Ende 60, Anfang 70 würde ich schätze. Da er so unsicher schaute, wurde ich langsamer und mit einigem Abstand lächelte ich ihn an und wünschte ihm ein „Godmorgen“ .

Sofort entspannten sich seine Gesichtszüge, er lächelte kam auf mich zu und entgegnete mir etwas in einem Schwall dänischer Sätze, die ich nicht verstand. Also wechselte ich ins Englische, das ich nur wenig Dänisch kann und er meinte er würde kaum Englisch sprechen.

Er fragte mich woher ich komme und als ich „Tyskland“ sagte, meinte er in einem Kauderwelsch aus Dänisch/Englisch , seine Frau wäre mit ihm in Deutschland gewesen…dabei strahlte er über das ganze Gesicht.

Auf seine weiteren Fragen meinte ich, ich arbeite für ein dänisches Unternehmen in der Nähe und das ich hier schon ein paar Mal zu Besuch war…und ich den Fjord liebe…und das ich mich jetzt leider auch verabschieden muss, weil ich zurück zum Hotel muss.

Er streckte mir seine Hand entgegen sagte mir seinen Vornamen und wünsche mir einen schönen Tag….ich nahm seine Hand und musste lachen, mein Vorname ist die weibliche Form, seines Vornamens …das hat ihn so gefreut, das er mich spontan ganz kurz in den Arm nahm…und ich liess es zu.

Noch ein kurz Wink und ein freundliches Lächeln und wir gingen beider unseres Weges.

Ich bin nicht naiv und immer auf der Hut, wenn ich irgendwo Menschen im Nirgendwo begegne, aber der alte Mann wirkte so unbekümmert und freundlich…und irgendwie hatte er etwas fast Kindliches an sich, so etwas hatte ich schon mal bei einem Menschen mit beginnender Demenz erlebt.

Die gesamte Situation hatte überhaupt nichts Bedrohliches an sich….und ich hab mich über diese kleine Begegnung so gefreut, das auch ich mich noch entspannt in den Frühstücksraum zu der Kollegin gesetzt habe um eine Tasse Kaffee zu trinken.

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