Schulungen, Tests und schlechte Laune

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs !!)

Die Schulungen der nächsten Tage waren dann auch, wie erwartet, lang und anstrengend…aber letztlich erkenne ich mehr und mehr wiederkehrende Muster und die Logik dahinter.

Das neue Programm bleibt aber weiterhin eine Wundertüte, denn auch die Tests liefern schleppend…vieles funktionierte einfach nicht, es wurde also ständig daran gebastelt und dann einfach gesagt: ach stellt Euch vor, das wäre jetzt soso und so, dann könnt ihr dann: das und das machen – hmm danke sehr schön.

Wir 3 Controller haben gemäß unserem Naturell den Schulungen beigewohnt: Der Controller nur mässig interessiert und ganz schnell in der „keinen Bock und langweilig“-Phase, hat dann einfach nicht mehr zugehört. Katrin hat zugehört, war aber immer schnell frustriert und äußerte auch laut und harsch ihren Unmut wenn sie nicht verstand wozu sie das überhaupt braucht, bzw. wenn sie den Faden verloren hatte“…hat aber nach Bestem Wissen mitgemacht, sich die Abläufe notiert und auch viele gute Fragen gestellt.

Und ich war die ganze Zeit aufmerksam dabei, habe auch mitgeschrieben, mitgemacht, auf Dinge hingewiesen, nachgehakt und Fragen gestellt. Doch jedes Mal kommt der Punkt, dieser eine Moment, wo ich mich dann komplett überfordert fühle, weil es dann auch mir einfach zu schnell geht und zu viel wird.

Leider neige ich dann dazu, das mir einfach die Tränen kommen und ich keinen vernünftigen Satz mehr sagen kann…als mir das am Mittwoch passierte (es ging dabei um ein komplett Neues Modul, welches wir für die Projektentwicklung benötigen, das so unfassbar kompliziert und verschachtelt ist). musste ich den Raum verlassen.

Es nutzt auch nichts, wenn mir dann nach meiner Rückkehr in den Schulungsraum alle sagen: jaaa das ist auch kompliziert und umständlich durch die Cross-Company-Buchungen und wir lassen Euch auch nicht damit alleine, und alle waren am Anfang so frustriert wegen dieses einen Moduls usw…dann kommen mir sofort wieder die Tränen. Lasst mich doch einfach in Ruhe (hab ich natürlich nicht laut gesagt) …Natürlich werde ich irgendwann auch damit umgehen können.

Dieses tränenklüderige ist etwas, was ich bei mir überhaupt nicht mag…aber leider kann ich es nicht kontrollieren…nun, so ist es nun einmal, aber es war mir natürlich unangenehm. Zum Glück gab es auch nur diese eine Situation.

Dafür gab es dann Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Controller und mir, weil er sich wieder einmal blockierte und dann auch noch die Unwahrheit während der Schulung sagte, was ich so nicht stehen lassen konnte. Es kam nämlich genau das, was ich beim letzten Mal schon gedacht habe: also das hört er heute zum 1.Mal – das hätte ihm noch keiner gesagt….DOCH lieber Kollege, das hat man uns schon gesagt…Du hast nur nicht zugehört.

Er wollte mir dann verbieten weiter etwas zu dem Thema zu sagen, zeigte das auch, indem er seinen Zeigefinger vor seinen Mund hielt und mich böse anblickte, damit ich still bin….meinte dann, ich solle aufhören auf seine Aussagen zu antworten…er möchte meine Einwände nicht hören und auch von mir keine Erklärungen dazu bekommen.

Ja super – kannst Du kriegen….also hab ich ihn für den Rest des Tages fast komplett ignoriert…soll er doch selber klar kommen.

Leider war ich zu lange in einer Teamleiter-Funktion und neige auch heute noch dazu, mich verantwortlich zu fühlen, wenn jemand etwas nicht versteht. Mir geht es nicht um Profilierung, sondern darum, das wir alle den gleichen Wissensstand haben und den Schulungen folgen können und dann auch weiter machen können und nicht auf der Stelle treten.

Natürlich ist es sein gutes Recht unwissend und ratlos zu bleiben und auch Erklärungen von meiner Seite aus abzulehnen, wir sind ja gleichberechtigte Kollegen. Er muss von mir nichts annehmen.

Aber mich nervt, wenn er dann behauptet die Anderen hätten es uns nicht ordentlich bei gebracht. So kam es denn auch am Abend…die Schulungen sind sch….e, schlecht aufgebaut, unkoordiniert, lückenhaft usw. Für alles was er nicht versteht, macht er Jemanden verantwortlich – nicht aber sich selbst.

Er will partout nicht mit den Testfirmen im „Sandkasten“ testen…sondern lieber im Produktivsystem die echten Firmen, die er gerade übernommen hat, weiterführen…das wäre für ihn die „RICHTIGE“ Methode zum Testen…ja mag sein, aber so erkennst Du doch nicht, ob Deine große Firma korrekt migriert wurde.

Und wir haben dann auch prompt einen großen Fehler im Anlagevermögen entdeckt. Mir war aufgefallen, das da etwas nicht stimmen kann, weil die Schulungsleiterin meinte, wir legen nun zum Testen einen neuen Laptop als „intangible“ an. Auf meine Entgegnung das ist doch nicht richtig, es ist „tangible“, kam es zu einer Diskussion, weil sie keine andere mögliche Anlagenklasse sah und dann hat sie uns erst das Auswahlfeld gezeigt…neee also da fehlen ja noch ein paar deutsche Anlageklassen. Mit anderen Worten, das war purer Zufall.

Dann kam noch hinzu, das unser bisheriger Kontenplan nicht korrekt mit dem neuen Kontenplan „gemappt“ wurde. Es fehlen im Testsystem noch jede Menge sehr spezielle Deutsche Sachkonten. Alle Einstellungen im Testsystem werden am Ende auf das Produktivsystem übertragen…von daher sind solche Tests enorm wichtig.

Die diversen Externen die uns schulen sollten, waren im Laufe der Tage auch mehr als einmal frustriert, weil wir nicht so schnell voran kamen, wie sie gehofft hatten und die dänischen Kollegen, die uns in dieser Phase betreuen, waren auch nicht wirklich zufrieden, weil vieles im System nicht lief und sie gleichzeitig auch noch die polnischen Kollegen bei der Migration betreuen, die mit den Tests ca. 2 Wochen vorher angefangen haben, jetzt also auch viele Fragen per Mail stellen….

Bei all dem gut gelaunt zu bleiben, war also gar nicht möglich. Aber letztlich hab ich zumindest vieles gelernt, erkenne Muster und Routinen, die in den verschiedenen Modulen der Software immer wieder auftauchen. Es gibt inzwischen auch von unserem Migrationsteam, Ablaufpläne und Schulungsvideos auf English für viele verschiedene Standard-Arbeiten…da kann man sich also auch drüber informieren.

Es ist also kein schwarzes Loch mehr, ich werde damit arbeiten können….aber bis alles reibungslos läuft, werden noch ein paar Monate vergehen…und an die nächsten 3-Monate mag ich gar nicht denken…

Ein Gedanke zu “Schulungen, Tests und schlechte Laune

  1. Gute Taktik – ignorier den Controler und konzentrier dich auf dich selbst.
    Soll er doch zusehen wie er klar kommt!

    Null Bock hilft in solchen Situationen schließlich nicht weiter. Ist für mich auch absolut inakzeptabel!

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