Brutto oder Netto … das ist hier die große Frage

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs)

Auch nach dem Besuch von Schwester+Schwager war ich angespannt, denn mir fehlten für den Quartalsabschluss jetzt ca. 1,5 Arbeitstage. Freitag war ja der Feiertag und Donnertag hab ich auch nicht soo viel gearbeitet.

Es war also klar, ein wenig musste ich die Zeit aufholen…das war aber komplett okay- das hat mich nicht gestresst, wenn inzwischen weiß ich ja, was und wie ich die Daten für die neuen Quartalsabschlüsse bekomme, aufbereiten und melden muss. Das hat prima funktioniert – und so habe ich bereits am Dienstagmorgen die LETZTE Gesellschaft fertig hochgeladen. Sehr schön.

Was mich wirklich gestresst hat, waren mal wieder die Anforderungen unseres externen Investors….und der Kollegin aus der Finanzierungsabteilung…Beide zum nahezu selben Thema. Aber dazu hatte ich einfach keine Zeit, also habe ich zurück gemeldet, bis wann ich die geforderten Daten spätestens fertig haben werde – Soooo jetzt hatte ich etwas weniger Druck.

Auch das Thema mit der Implementierung des dafür notwendigen Bankkontos in unser System, war ich einen Schritt weiter: da ich da nur durch einen blöden Zufall mit hineingerutscht bin, habe ich das gemacht, was alle immer bei uns machen: Ich habe die Verantwortung dafür weitergeleitet – dafür haben wir tatsächlich eine eigene Abteilung – sollen die sich auch darum kümmern. Sooo – noch etwas weniger Druck.

Inzwischen hatte ich aus dieser Abteilung auch eine Rückmeldung erhalten…also das Procedere hat sich noch einmal komplett verändert….Wir „Controller“ bekommen jetzt keinen „normalen“ Zugriff mehr auf die neuen Bankkonten (weder in DE noch in DK), sondern nur noch eine ganz bestimmte eingeschränkte Variante, so das wir immer gezwungen sind, ausschließlich über unser neues Buchhaltungssystem Zahlungen zu generieren. Damit soll verhindert werden, das man kurzfristig schnelle und kurzfristige Überweisungen manuell tätigt.

Und sie sind sich bewusst, das ich das neue Konto aktuell noch nicht benutzen kann…na immerhin etwas.

Aber war nutzt mir das Verständnis, wenn ich gerade gar keine Möglichkeit habe Überweisungen zu tätigen? Bisher konnten wir mit dem „Vollzugriff“ auf Bankkonten wenigstens noch eilige Dinge selber regeln (natürlich immer mit 2. Unterschrift) und der Investor, sowie auch die Bank, drängeln das wir die Vorfinanzierung jetzt abschließen und rückabwickeln – dazu brauche ich jedoch auf irgendeine Art den Zugriff auf das nun zugeteilte kfw-Darlehn. Aber Pustekuchen.

Na gut – auch das ist etwas, was ich jetzt hinnehme – wie immer gilt: Melden befreit und ich kann dem Investor mitteilen – sorry, liegt an der Zentrale.

Aber ich kann zumindest schon mal die Daten zur Vorfinanzierung zusammenstellen. Normalerweise ist das einfach, aber nicht hier: den bis Anfang des Jahres wurde diese Gesellschaft aus der Zentrale betreut, mit dem alten dänischen Navision – auf das ich keinen Zugriff habe.

Na klar habe ich die Netto-Werte der bisherigen Investition, aber ich brauche die Bruttowerte. Also musste ich mir die Daten rückwirkend ab 2023 aus unserem Rechnungsportal holen: Einzeln – Rechnung für Rechnung. Über das Kfw-Darlehn dürfen zwar auch nur Netto-Werte abgerufen werden, aber um die Rechnungen Brutto bezahlen zu können, haben wir natürlich die Bruttowerte als internes Vorfinanzierungs-Darlehn aufnehmen müssen.

Das bisherige Darlehn müssen wir also Brutto zurück zahlen, während wir es uns nur Netto vom neuen Darlehn holen dürfen. Der Rest ist die MWST und die müssen wir eben vom laufenden Konto nehmen und das muss ich dem Investor nachweisen.

Aber um die Werte auf Richtigkeit zu prüfen, muss ich die Vorsteuerbeträge aus jeder Rechnung kennen. Nur so kann ich sicher sein, das die gebuchten Werte auch tatsächlich richtig verbucht wurden. Natürlich stimmte nicht alles…wäre ja auch zu schön gewesen. Aber ich habe es abgestimmt bekommen. Soooo – wieder ein Problem weniger.

Nur die Diskussion mit der Kollegin aus der Finanzierungsabteilung, die hätte ich mir gerne geschenkt…denn immerhin hatten wir die GLEICHE Diskussion schon vor ca. 2 Jahren, bei dem 1. Projekt das wir zusammen hatten. Ihre Fragen und meine Antworten waren genau gleich ….hahaha ich hatte die alten Mails noch und genau wie beim letzten Mal hat sie meine Aussagen durch eine Dänische Kollegin verifizieren lassen….hahaha ratet mal: mit dem GLEICHEN Ergebnis. Das mit dem Brutto-Netto-Vergleich war und ist auch weiterhin richtig so.

Aber nun gut – außer das wir Zeit verschwendet haben, ist ja nichts passiert – ich habe alle Werte an die Finanzierungsabteilung gemeldet und auch das ich noch keinen Zugriff auf die neuen Konten habe. Für mich ist das Thema damit erst einmal erledigt….und JETZT kann ich mich noch an die letzte Aufgabe des externen Investors machen, er möchte wissen wieviel Geld wir problemlos ausschütten können, wenn die Vorfinanzierung rück-abgewickelt ist.

Jetzt habe ich eine Basis, um auch das zu berechnen – mein Abgabetermin dafür ist Montag. Den restlichen Cashflow bis Ende des Jahres zu ermitteln, ist jetzt kein großes Thema mehr. Der noch aktive Windpark wird ja gegen Ende des Jahres abgerissen…und der Bau der beiden neuen Turbinen für das Repowering-Projekt läuft so langsam an.

5 Gedanken zu “Brutto oder Netto … das ist hier die große Frage

  1. Das Mehrwertsteuer-Gebuche klingt ein wenig wie Cum-Ex.
    Selbst Tax-Experten kommen bei grenzüberschreitenden Transaktionen manchmal ins Schleudern.
    Ich habe noch nie Controller getroffen, die selbst Überweisungen tätigen, das wäre mir neu.

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    1. hey ushkb🌞..jaaa das kommt daher das ich für ein dänischens Unternehmen arbeite,wo wir alle als „Controller“ bezeichnet werden..deshalb setze ich es öfter in Anführungszeichen 🤣. Ich bin Bilanzbuchhalter…und mache Buchhaltung mit einem Anteil an zusätzlichen controlling-aufgaben
      Nein das mit der MwSt ist nichts Geheimes oder Verbotenes wie be Cum-Ex (übrigens ein faszinierendes Thema) sondern normaler Buchhaltungs-Standard 🤣🤣 .. nur das sich nicht viele Menschen damit auskennen…ich arbeite seit 39 Jahren damit….

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      1. Ahso … ich kenne Controller eigentlich nur aus dem Marketing- und Vertriebscontrolling. Für Bilanzen waren andere Kollegen verantwortlich, die ich selten traf. Für Überweisungen und Forderungen gab es immer Abteilungen für Debitoren/Kreditoren/Treasury. Meine Arbeitgeber kamen aus DE/NL/BE/US. Innerhalb der EU war das relativ einfach – also nach 2002 – aber für CH und US ist es noch immer ein bißchen tricky. Logisch.

        Aber einen speziellen Fall mit Warenlieferung in DE von einem DE Lieferanten mit Rechnung an Belgisches HQ erinnere ich. Die Lieferung war MwSt pflichtig, was Videokonferenzen auf hoher Ebene mit Tax Experten auslöste und geklärt werden musste. Aber es war nicht mein Problem, außer das ich nur Budget Owner war. MwSt gibt’s da nicht.

        Cum-Ex war nur ein Beispiel, wo viel verschleiert wurde. Die meisten Menschen begreifen die Zusammenhänge nicht und ich begreife die mangelnde und fahrlässige Kontrolle des Staates oft nicht. Aber wehe, du parkst falsch !!!

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  2. Also das mit dem USt-Problem in Deinem Fall ist easy. Man merke sich nur den Grundsatz: es werden Warenbewegungen besteuert – nicht Firmen 🙂
    Wenn also eine Ware von DE nach DE geliefert wird, dann bedeutet das 19% UST sind in der Rechnung enthalten. Egal wer die Rechnung bekommt.
    Anders sieht es bei Dienstleistungen aus.
    Schwieriger sind die Grenzüberschreitenden Fällen mit Dreiecks- und Reihengeschäfte…da braucht es schon mal Zeichnungen und das Wissen um eine Menge Regeln, um herauszufinden, wer jetzt MWST-pflichtig und wer nicht keine Trennung nach Debitoren, Kreditoren…das liebe ich an meiner Arbeit…aber auch das ändert sich gerade bei uns…also zuerst in der Zentrale..und einiges schwappt davon gerade auch zu uns nach HH.

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