Co-Teamleiter?

In dieser Woche habe ich mal wieder festgestellt, das ich eher ganz kleine Teams beim Arbeiten bevorzuge. Wir sind inzwischen zu Viert in 2 Büros nebeneinander. Das ist ja eigentlich ein kleines Team, aber mir schon wieder zu groß – Warum?

Weil es schon wieder anfängt mit den persönlichen Befindlichkeiten. Die unterschiedlichen Charaktere in unserem Team, haben eben auch unterschiedliche Arten zu kommunizieren…und wenn es nicht passt, dann kommt es zu Unmutsäußerungen – und ich sitze mitten drin und muss es mir anhören und vermitteln.

Es gibt ja einen Grund warum ich nicht mehr als Teamleiter arbeite…ich möchte nicht mehr ca. 30% meiner Arbeitszeit damit verbringen, zwischen Teamkollegen untereinander oder mit den Chefs, zu vermitteln und permanent die Probleme Anderer zu lösen.

Nun lerne ich, dazu brauche ich nicht einmal Teamleiter zu sein: Auch jetzt wieder geht ein Teil meiner Arbeitszeit dafür drauf, das ich versuche zu beruhigen und zu vermitteln. Gestern am Freitag war es dann soweit, das Kollegin Katrin, das erste Mal das Wort Kündigung in den Mund nahm. Na super- das hat ja nur etwas mehr als 1 Jahr gedauert.

In der letzten Zeit ist sie sehr schnell, extrem aufgebracht. Nachdem der Controller jetzt weg ist (inzwischen sind es schon 3 Monate – krass) dachte ich, es wird besser…aber nun hat sie unseren Teamleiter im Visier….und ihre Aufgeregtheit über die Art unseres Teamleiters nimmt stetig zu.

Ich versuche schon seit einiger Zeit sie zu warnen, sich nicht zu sehr auf ihn einzuschießen…jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und der Aufregungsgrad schießt oft extrem schnell nach oben, für Sachen, die ich ganz anders wahrnehme als sie. Sie ist da ähnlich wie meine Schwester – sehr schnell in einer Art Panikmodus.  Ich versuche auch  sie zu beruhigen und vor allem, das sie nicht immer alles so persönlich und wortwörtlich nehmen soll, was unser Teamleiter so von sich gibt. Er hat einen manchmal merkwürdigen Humor, ja …aber im Laufe der Zeit, sollte sie damit auch umgehen können.

Gleichzeitig kommt unser Teamleiter zu mir und wundert sich über Katrins Art…ich versuche es ihm zu erklären und habe ihm auch versucht zu vermitteln, wie er besser mit ihr kommunizieren könnte,…denn sein Kommunikationsverhalten, wenn es um Aufgaben-Verteilung und -Erledigung geht, ist weder klar verständlich, noch eindeutig. Aber er schaut mich nur verwundert an, sagt ja und macht es dann doch nicht.

Er hat außerdem die Angewohnheit, Dinge so lange liegen zu lassen, bis sie „brennen“ und dann wirft er es Katrin und Cordula vor die Füße: macht mal eben schnell….und das sind dann Dinge, die die Beiden noch nie bei uns gemacht haben und die der Controller IHM gezeigt hat…nicht Katrin. Woher sollen die Beiden also wissen, wie das bisher gehandhabt wurde.

Ich bin von dieser Chef-Art nicht betroffen…wie schon öfter erwähnt, ist mein Aufgaben-Gebiet ein ganz anderes. Aber immer da, wo es Probleme in der Kommunikation gibt, werde ich ganz schnell als Zuhörer mit einbezogen und auch als Ratgeber.

Ich dränge schon seit einiger Zeit darauf, das sich alle Drei einmal zusammensetzen und nun endlich eine vernünftige Aufgabenverteilung vereinbaren, damit jeder weiß, für was er verantwortlich ist. Natürlich ist das schwer, wenn sich Mehrere um eine Firma kümmern…da hilft nur reden und Aufgabengebiete klar abzutrennen.

Eigentlich hatte sich der Teamleiter für diesen Mittwoch dazu verpflichtet…aber er hat es verschoben und Freitag sich  mit seiner Mail, was die Beiden Mädels jetzt unbedingt und dringend und absolut vorrangig machen sollen, mal wieder selbst ein Bein gestellt.

Denn die Aufgaben betrafen 2 Projekte die bisher nur Controller selbst gemacht hatte und die der Teamleiter nun auch selbst machen wollte…am Freitag aber stellt er fest, das er von unserem alten Buchhaltungssystem keine Ahnung hat…und hat es den beiden Mädels vor die Füße geworfen.

Der Ausbruch von Katrin kam prompt…und ich habe dann später Katrin und dem Teamleiter erläutert, wie sie die Daten vom Wirtschaftsprüfer erst einmal aufbereiten müssen, und wie sie diese anschließend in unserem alten System verarbeiten müssen.

Ich bin ja die Einzige von uns 4en, die diese „Expertise“ über das alte Navision überhaupt noch hat: wie öffne ich die Perioden, wie verbuche ich Geschäftsvorfälle, wie werden die UST-Konten verarbeitet, wie verbucht man das Jahresergebnis, wie erfolgt die G+V-Nullstellung und die Übertragung der Bilanzwerte aufs das nächste Geschäftsjahr. Das ist nicht schwer – aber man muss es eben auch wissen.

Ich wei,  das ein Teil von Katrins Überreaktion auf den Teamleiter, auf Unsicherheit zurück zu führen ist, eben weil dieser nicht klar und eindeutig kommuniziert, die übergeordneten Probleme die sie aufzeigt, nicht mit den Chefs klärt obwohl dieser immer sagt: wir schauen dann mal , wir müssen dann mal, wir sollten mal.  Diese unklaren Äußerungen von ihm  und Ihre Unsicherheit führen auch dazu, das sie Probleme mit Kollegen manchmal nicht direkt anspricht…sie drückt sich – weil es ihr unangenehm ist.

Ja klar habe auch ich Probleme in meinem Aufgabengebiet…und diese sind oft echt nicht ohne ..aber die kläre ich selbst, d.h. ich suche die Kommunikation mit den Leuten, frage nach, bitte um Auskunft, stupse an, erinnere an gemachte Zusagen, bitte um Unterstützung wenn es andere Abteilungen betrifft….das bin ich gewohnt und auch wenn es nervt…meistens funktioniert es. Mache ich das gerne? Nein. Aber das gehört zu unserer Arbeit eben auch dazu.

Wenn ich den ganzen Kram zwischen Katrin und Teamleiter rausrechne, was es eine sehr gute und ruhige Woche für mich…ein paar der großen Probleme habe ich mit der Unterstützung aus der Zentrale gut lösen können…ein anderes sehr großes Problem wird hoffentlich nächste Woche endlich vorüber sein (musste mehrmals jemandem auf die zehen treten)…so langsam kommt wieder mehr Ruhe in MEINE Arbeit….. mal sehen wie es sich bei den drei Anderen entwickelt – ich will auch kein Co-Teamleiter sein…ich will einfach nur meine Arbeit machen dürfen.

5 Gedanken zu “Co-Teamleiter?

    1. DANKE für die Warnung. Die Befürchtung habe ich schon ziemlich lange …allerdings wissen alle (vor allem die in der Zentrale) wenn ich den Job machen müsste,,,,dann bin ich weg. Damit nerve ich schon alle.
      Denn im Laufe der Jahre hat „der Controller“ der ja jetzt gegangen ist, immer wieder mit Kündigung gedroht und da hatte ich die Befürchtung, das sie mich für den Job nehmen würden…seitdem sage ich jedem der es hören oder auch nicht hören wird: DIESEN Job werde ich NICHT machen – dann bin ich auch weg …😉🙃

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  1. Mal ganz abgesehen von dem Kommunikationsproblem der beiden oder vielmehr der drei:

    Da zeigt sich wieder, das die Strategie des Langen bei uns gut ist.
    Das vorhandene Team mußte er zwar übernehmen, hat es aber verstanden nicht passende Personen in andere Jobs versetzen zu lassen (vor ein paar Jahren habe ich ja von der Gewitterziege berichtet, gegen die wir alle zusammen gehalten haben).
    Und stellt jetzt nur noch Leute ein, die nicht nur fachlich passen, sondern auch in sein Team.

    Das hat bei Ossi sehr gut funktioniert.
    Und auch unsere Neue hat er nach dem Kriterium ausgesucht und sie kommt auf Anhieb mit allen klar.
    Das sie mir sehr sympathisch ist, hat ihn darin bestärkt die richtige Wahl getroffen zu haben.

    Ein ehemaliger Azubi wird dagegen nicht fest eingestellt, sondern durch einen anderen ersetzt.
    Ich bin z.B. nie mit ihm warm geworden. Und über unsere Außerdienstlichen Aktionen hat er sich stets negativ geäußert. Mitgekommen ist er nie.
    Selbst über das von der Werksleitung organisierte Sommerfest für die Mitarbeiter, zu dem er auch nicht gegangen ist.
    So werden sich seine und die des Unternehmens zum Jahresende trennen.

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