Überstunden-Eklat

Ich hatte ja schon vor 2-3 Monaten darum gebeten, das ein Teil meiner Überstunden aus dem Jahr 2024-2025 (der Migrationsphase) ausgezahlt werden. Das ist bei uns eigentlich vertraglich ausgeschlossen.

Aber ich hatte ja inzwischen so viele Überstunden angehäuft, das ich diese niemals hätte abbummeln können. Ich hatte dafür eine ausführliche Begründung geschrieben, weil eben auch in der Zentrale allen Verantwortlichen klar war, das wir diese Systemumstellung ZUSÄTZLICH zur normalen Arbeit machen mussten und keine zusätzlichen Mitarbeiter bekommen haben und trotzdem in ein enges zeitliches Korsett gezwungen wurden . Mein Chef hatte bei dem Deutschen GF die Auszahlung befürwortet und letztlich hat sie dieser auch genehmigt.

Nun hat jedoch unsere HR-Mangerin Vorort einen Aufstand gemacht und wollte das partout nicht an die Firma weitergeben, die unsere Gehälter bearbeitet…aber unser GF hatte ja entschieden, das es so sein soll. Da konnte sie sich noch so sehr weigern.

Nachdem nun also die Arbeits-Stunden eines durchschnittlichen Monats abgezogen wurden, blieben aber immer noch genügend Stunden übrig.

Ich wurde daher von unser HR-Managerin aufgefordert, für die „restlichen Überstunden“ Ausgleichstage in unserem System zu beantragen.

Hast Du mal auf den Kalender geschaut? Es ist Dezember und damit die Zeit, in der wir IMMER Überstunden machen müssen, um den geforderten „Fast close“ Anfang Januar durchführen zu können. Also nein – Überstunden dürfe ich nun nicht mehr machen. Das ist doch lächerlich – wie soll das denn gehen. DOCH – der GF hätte das so verfügt. Ich dürfe keine Überstunden mehr machen. Das ist doch Quatsch, das kann ich nicht versprechen und ich glaube auch nicht, das der GF das so gemeint hat. DOCH hätte er.

Nach einer Weile hat sie sich dann soweit beruhigt, das ich ihr sagen konnte: ich denke der GF hat gemeint, ich dürfe keine Überstunden mehr anhäufen, was ich durchaus verstehen kann und auch befürworte. Aber gar keine Überstunden mehr zu machen, funktioniert in meinem Job eben nicht.

Darauf konnten wir uns einigen und auch darauf, das ich sofort, für die nächsten 2-3 Monate z.B. jeden Freitag 1/2Tag Ausgleich beantrage und ich meine Überstunden ansonsten stark reduziere. Das habe ich also getan und diesen Freitagmittag startete mein „Zwangs-Urlaub“. Normalerweise fahre ich freitags gerne ins Büro…aber nicht für 4 Stunden Arbeit und mein Chef ist damit einverstanden, das ich an diesen Tagen dann auch im Homeoffice bin.

Puhhhh – da komme ich mir wie ein Verbrecher vor, weil ich für die Firma denke und gewillt bin, die Deadlines einzuhalten. Das ich um Überstunden quasi betteln muss, ist mir auch noch nie passiert. Bisher waren immer Alle froh, wenn ich die Arbeit trotz hoher Belastung, immer noch mache. Immerhin erlaubt das Arbeitsrecht 48 Stunden in der Woche…also 8 Überstunden…warum will mir das unsere HR-Mitarbeite alle Übersunden verbieten?

Ich meine, ich hab es mir nicht ausgesucht mit der Systemumstellung und auch nicht mit dem Fast close und das der Controller dann ja auch noch gekündigt hat und die neuen Kollegen und der neue Chef sich ja auch erst einarbeiten mussten.

Mein Chef ist auch ziemlich fassungslos bei solch theoretischen Aussagen von ihr: dann lass die Arbeit doch einfach liegen, dann geh doch nach Hause. Das geht in unserem Job eben nicht so einfach.

Letztlich hat es dazu geführt, das ich im Dezember Überstunden gemacht habe, ohne diese einzutragen. Jaaaa ich weiß, das ist keine Dauerlösung. Jetzt im Januar schreibe ich mir die Stunden wieder auf.

Mein Vorsatz für dieses Jahr: ich werde mein Engagement noch weiter zurück fahren, mich auf meine Firmen konzentrieren und die Kollegen in DK, die um Hilfe bitten, an die entsprechenden Vorgesetzten verweisen. Ich stehe für Sonderarbeiten nicht mehr zur Verfügung – auch wenn es mir schwer fällt.

Aber es ist auch in meinem eigenen Interesse, meine Arbeit in der vorgegebenen Zeit zu schaffen…und wenn das nicht geht, dann muss ich eben ein paar Firmen abgeben…das wiederum, will auch keiner aus der Zentrale….Ja was denn nun?

3 Gedanken zu “Überstunden-Eklat

  1. Seit einiger Zeit lebe ich nach dem Motto“Dienst nach Vorschrift“. Fällt mir unheimlich schwer. Gestern war ich dann auch freiwillig und privat länger vor Ort, weil die Kollegin und ich ansonsten die Sprechanlage nicht in Ruhe austesten hätten können.

    Überall der gleiche Mist.

    Liebe Grüße,

    Britta

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  2. Mach einfach „Dienst nach Vorschrift“ und laß liegen, was du nicht schaffst.

    Ich weiß, dafür braucht man ein sehr dickes Fell.
    Aber wenn du dann deine Arbeit nicht fertig bekommst, ist es das Problem des GF und nicht deins.

    Ich hatte auch mal so eine Situation.
    Und siehe da, nachdem ich es eine Zeit lang durchgezogen habe, war plötzlich wieder alles möglich.

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