(Achtung nur langweiliges Arbeitszeugs !!!)
Meine Arbeitswoche war anstrengend…was aber gar nicht an der Arbeit lag, sondern eher an der Kommunikation mit den Kollegen im Allgemeinen…die Stimmung war in unserem Hause zwar oberflächlich entspannt….aber es fühlte sich nicht richtig an.
Wahrscheinlich nehme ich das einfach anders wahr, als die Kollegen…und ich komme mir dann dumm vor, wenn ich frage und alle sagen neiiiin – ist alles okay…oder wenn ich frühere Aussagen meiner direkten Kollegen aufgreife und die dann auf einmal kollektiv das Gegenteil behaupten. Dann bleibe ich ratlos zurück und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Ein konkretes Beispiel?: ich hatte mich vor ein paar Monaten in unserem wöchentlichen Team-Meeting zum Thema Korrektur-Buchungen mit MWST positioniert, das ich eben aus diversen Abstimmungsgründen die Umbuchungen immer Brutto mache, damit ich z.B. auch später noch die Vorsteuer-Verprobung auf Sachkonto-Ebene durchführen kann. Das mache ich schon mein ganzes Berufsleben so und war für mich normal. Prompt kam von meinen beiden Kolleginnen die Aussage: neee also sie machen es netto. Was ich zu dem Zeitpunkt befremdlich fand und wir ein paar Minuten über Vor- und Nachteile gesprochen haben. Ich habe es dann akzeptiert und bei mir innerlich abgespeichert (beide Varianten sind möglich – es gibt da kein falsch).
Diese Woche im Team-Meeting kam das Thema aus anderen Gründen wieder auf den Tisch, weil uns inzwischen ein Umsatzsteuer-Report von der Zentrale aus umgestellt wurde. Wir sollen nun, entgegen unser deutschen Buchungslogik (Soll an Haben) jetzt nach der Logik der Software D365 buchen, nur um Fehler in dem Report zu vermeiden. (Echt strange ich kann mich noch erinnern, das früher solche Reports an die Bedürfnisse des Kunden angepasst wurden, heute müssen wir unsere Arbeitsweise an das System anpassen). Dabei habe ich erwähnt, das es die Beiden ja wahrscheinlich nicht betrifft, da sie ja die Korrekturbuchungen netto machen und nicht Brutto, wie ich.
Prompt hat Cordula gesagt, nein also sie bucht immer Brutto und Katrin meinte ebenfalls nene, also sie buche auch Brutto. Momentmal – das habt Ihr vor 2 Monaten aber anders herum gesagt…Katrin meinte nein, das könne nicht sein. Doch – wir haben doch sogar noch darüber diskutiert?.
Immerhin hat Cordula dann doch zugegeben, das sie ganz oft DOCH netto Korrekturen macht….aber nur in bestimmten Bereichen.
Ich fühle mich nach solchen Aktionen immer ausgelaugt und und …na sagen wir mal – veräppelt. Ich bleibe sprachlos zurück und denke immer: sag mal ich bin doch noch nicht ganz verkalkt…das kann doch nicht sein.
Mit Kollegin Katrin hatte ich in der Tat mehrere solcher Aktionen in den letzten Wochen. Sie würde so etwas nicht sagen, sie hätte das so nie gesagt usw…. Ich staune dann ungläublig mit offenem Mund und denke: sie hat eine ganz andere Wahrnehmung über das, was sie sagt – als das, was bei mir angekommen ist.
Ich unterstelle ihr keineswegs das bewusst zu tun…aber mir fällt es immer mehr auf…und wenn sie sich angegriffen fühlt, dann bleibt bei ihr von meinen gesagten „Das sagst du momentan ca. 4x die Woche“…. „neeeeeinnnnn, das sage ich nicht 4x am Tag“ und ist beleidigt. Was soll ich da noch sagen.
Vielleicht ist ihre Reaktion in meine Richtung auch deshalb so angespannt, weil ich aktuell versuche immer wieder aufzuzeigen, das unser Chef sich doch um einiges kümmert und wenn wir ihn nicht hätten, müssten die Mädels das alles selber machen. Ich versuche also die allseits negativen Äußerungen der Kollegen, wieder sachlich zurecht zu rücken.
Das ist mir alles viel Gemotze…zu viele negative „Schwingungen“ Sie sehen das zwar, aber diese Arbeit, die der Chef aktuell zusätzlich machen muss, ist so weit weg von ihrer regulären Tagesarbeit,, das sie es aber dann doch wieder nicht wahrnehmen, wenn sie sich ärgern. Und ja, er hat oft eine unglückliche Art zu kommunizieren, und ja er sucht oft Ablenkung in anderen Abteilungen…das kommt bei den Mädels nicht gut an.
Ich kann mich aktuell nicht beschweren, auf meine Anliegen reagiert er im Moment prompt…ich habe aber auch nur selten etwas…und die Arbeit, bei der ich ihm in der Vorbereitung geholfen habe, hat er inzwischen auch erledigt. Das ich ihm dabei geholfen habe, hat er auch mehrfach an anderer Stelle erwähnt. Er schmückt sich also nicht mit fremden Federn…wie gerne behauptet wird.
Meine natürliche Reaktion auf diese ganzen zwischenmenschlichen Komplikationen: ich ziehe mich ein wenig zurück….so war der Mittwochnachmittag bei uns im Büro auch sehr still. Donnerstag war dann alles wieder normal …aber ich bin jetzt vorsichtiger geworden und bleibe auf der Hut…
Mal ehrlich, brutto, netto, im Deutschland mal eben 19% Unterschied, in anderen Ländern noch mehr.
Kann erzeugt doch Differenzen und die versteckt man nicht mal so eben.
Was macht ihr damit?
Wie korrekt sind dann Quartals- und Jahresreports und Bilanzen, wenn jeder bucht, wie es grad so passt?
Hab ihr keinen CFO oder Tax Experten, der euch Vorgaben dazu gibt?
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hahahaaa ….Du möchtest einen Buchhaltungs-Grundkurs? Kannst Du kriegen 😉
Also z.b. eine Lieferantenrechnung wird gebucht:
Aufwandskonto 100,00 (G+V)
Vorsteuerkonto 19,00 (Bilanz) an Kreditor 119,00 (Bilanz)
damit das in einer einzlenen Zeile gebucht werden kann, werden in der Buchung für das Aufwandskonto 119,00 + Steuerschlüssel angegeben…der Steuerschlüssel sorgt dafür, das nur 100 EUR auf dem Aufwandskonto landen und die 19 EUR auf dem Vorsteuerkonto.
Wenn man später feststellt, das das Aufwandskonto nicht richtig war, kann man entweder die 100,00 von Aufwandskonto an Aufwandskonto buchen (beides ohne Steuerschlüssel) das ist dann eine Netto-Korrektur, oder man bucht die 119,00 von Aufwandskonto and Aufwandskonto – jetzt aber auf beiden Seiten mit Steuerschlüssel (eine Bruttokorrektur). Beide Methoden führen dazu, das das Aufwandskonto immer um 100,00 korrigiert und die Vorsteuer auf dem Bilanzkonto gezeigt wird. okay? 😉
Ach und die Buchhaltungsregeln muss man eben wissen…dazu gibt es jede Menge Gesetze, Verordnungen und Grundsätze ordnungsgemässer Buchfühung…ich habe dafür 2 Jahre eine Zusatzausbildung gemacht mit Prüfung vor der IHK und bin damit „staatlich geprüfter Bilanzbuchhalter“ und übrigens werden wir einmal im Jahr von den Wirtschaftsprüfern überprüft und alle paar Jahre auch vom Finanzamt…also keine Sorge, es bucht nicht jeder „wie er will“, sondern oft gibt es mehrere Wege die zum selben Ergebnis führen .
Ein CFO oder Tax Experte haben i.d.R. wenig Ahnung vom Tagesgeschäft…dafür gaaaaanz viel Wissen über die großen Zusammenhänge….hahahaa aber die sagen uns nicht, wie man eine simple Buchung korrigiert….
GmbH-Gesetz, Umsatzsteuer-Gesetz, Abgabenordnung, GobD….dort wird genau beschrieben wie ein Buchhalter zu arbeiten hat…man muss es eben nur lesen und auch verstehen, was nicht immer ganz einfach ist.
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Danke für die Buchungsseite. Ich hatte zur Fälligkeit von MwSt schon ein paar seltsame Erlebnisse. Beispiel: Lieferant sitzt in Deutschland und produziert Ware. Die Ware wird an Kunde in Deutschland geliefert, aber aus Belgien gezahlt. Nach einigen Diskussionen wurde klar: MwSt ist fällig und wurde zu Lasten meines Budgets gebucht. Ob sich meine belgische Firma die MwSt zurückgeholt hat, weiß ich nicht, weshalb ich auch keine GS erhielt.
Alle anderen Lieferanten habe ich schon immer, auch in anderen Konzernen netto abgerechnet.
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Das ist ein Reihengeschäft, bei dem es eine tatsächliche und eine Fiktive Lieferung gibt und der „Gegenstand“ vom ersten Lieferanten (Deutschland) an den letzten Abnehmer (Deutschland) geliefert wird. Dafür gibt es im UST-Gesetz eigene Regelungen wer was wie versteuern muss. Dazu kommt es noch darauf an, wer den Transport beauftragt…genau solche Fälle hatte ich oft in meiner alten Firma – das ging nur mit Aufzeigen von Vertragswegen und Lieferwegen und das Wissen was die Gesetze dazu sagen…
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Danke für die Erhellung. Belgische Controller hatten davon keine Ahnung.
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