sei offline – und trotzdem lebendig

Vor ein paar Jahren war es für mich normal ständig per Internet online zu sein und dazu ständig Freunde zu treffen.

Chatten mit aktuellen Freunden auf einer privat geführten Webseite…täglich, über den ganzen Tag verteilt. Dazu die öffentliche Plattform Wer-kennt-Wen für den größeren Freundeskreis …außerhalb unserer „Tanzhelden“ ..und natürlich Stay-Friends für Freunde und Schulkollegen aus alten Zeiten. Dazu noch Xing…die berufsbezogene Plattform…und dann auch noch Facebook…dazu dann noch ein paar dieser kostenlosen Singleseiten…

Dazu mein eigener Blog, tägliche Telefonate mit meiner damals besten Freundin…treffen mit den „Helden“ und Training im Verein und mit meinem Trainingspartner…dazu noch ausgehen am Wochenende bis früh in den Morgen hinein….nach dem Training oder dem Tanzabend, noch ab in die Disko.

Ich hab so ziemlich alles nach geholt, was ich früher verpasst hab…ständig in Kommunikation mit anderen… nur nichts verpassen, immer mit dabei…immer online. Viele Stunden hab ich mit anderen Singles gechatted um DEN Richtigen zu finden. Nur nicht offline sein, ich könnte ja etwas verpassen.

Heute ist das nicht mehr wichtig. Mein Leben ist oft offline, ruhiger….eine ständige Kommunikation mit vielen Menschen ist nicht mehr mein Ziel. Ich lese meine Beliebtheit nicht mehr anhand der Chat-Einträge ab oder anhand der Likes oder der Anzahl der „Freunde“….das sind Indikatoren die das Belohnungssystem ansprechen…und wir damit unseren Wert ablesen können. Aber das ist lächerlich.

Ich mache meine eigene Zufriedenheit nicht mehr von solchen Indikatoren abhängig. Na klar benutze ich das Internet für viele Dinge…das ist auch toll, aber es ist nicht mehr mein Leitmedium. Ich nabele mich vom Internet ein Stück ab, zieh mich zurück und genieße mein Leben offline.

Motivation für den Sport – Schmerzen

Ich muss wirklich aufpassen meine neu gewonnene „Freiheit“ nicht zu sehr zu genießen. Zuviel relaxen und zu wenig Sport sind nichts für mich. Dann werde ich träge und faul und zusätzlich auch nicht mehr richtig wach. Und je müder ich bin umso weniger Sport mache ich.

Und prompt hab ich die Quittung dafür erhalten. Heftige Rückenschmerzen!!! Man, man…gerade ich sollte es doch besser wissen…aber faul sein kann auch sooooo schön sein.

Ja, und dann hab ich mich wieder aufgerafft und Dienstag ins Fitness –Studio gegangen. Das tat gut. Zusammen mit meinem Süßen bin ich dann auch noch am Freitagabend dort hin und sofort geht es mir wieder viel besser. Schon hab ich wieder mehr Energie und die Schmerzen sind weg.

Gestern hab ich den Balkon winterfest gemacht….hab in den großen Betoneinbau-Kästen die Sommerblumen entfernt, den Balkon sauber gemacht und heute war ich über eine Stunde im Park spazieren (mein Süßer kämpft noch mit Muskelkater und wollte nicht…aber ich hatte noch viel Energie)…

Entweder ich gehe jetzt Morgen endlich mal wieder schwimmen (1km ist meine Standard-Strecke) oder auch in die Sauna…das hat dann zwar nichts mit Sport zu tun, aber mit Stärkung der Abwehrkräfte.

Aus der Freude über den fehlenden Zwang beim Sport und mehr Zeit für mich, resultiert natürlich jetzt ein größerer Kraftakt um mich selbst zu motivieren…ich will auf keinen Fall die Rückenschmerzen und Kopfscherzen wieder als ständigen Begleiter haben…

Ein Kokon um das „Wir“

Ein wirklich schönes Wochenende geht nun zu Ende. Und anstatt leise auszuklingen, nimmt es wieder einmal abrupt den Charme eines gemütlichen Abends und endet am Bahnsteig.

Ich winke und bleibe zurück. Komme nach Hause in die jetzt leere Wohnung und muss mich erst mal wieder an die Stille anpassen. Zurück in der Wirklichkeit nach 2 Tagen Auszeit vom Leben drum herum.

Wir leben sehr auf uns bezogen…genießen den Kokon den wir um das „WIR“ errichten…und harmonieren in unseren Bedürfen mal mehr oder weniger….eben sehr unterschiedlich. Nicht jeder bekommt immer das, was er will oder braucht…. Und dieses Mal war ich Diejenige die gesagt hat, ICH bin dran…denn das brauch ich jetzt …

Schuften bis zum Schluss

Erschreckend viele Rentner müssen auch im Ruhestand arbeiten, um über die Runden zu kommen.

Ja,ja – ich weiß. Das sind die Frauen die nur wenig gearbeitet haben, weil sie die Kinder großzogen oder die Männer, die in niedrig bezahlen Jobs immer fleißig gearbeitet haben und trotzdem reicht es nicht für eine Rente zum Leben.

Aber leider geht es eben nicht nur denen so…wir reden auch von Ingenieuren, Versicherungsmaklern und anderen Angestellten mit mittleren Einkommen. Es geht um den Mittelstand in unserer Gesellschaft.

Es reicht schon, wenn man mit 55 Jahren krank wird und ein paar Jahre nicht arbeiten kann…schon ist man in der Falle. Die Arbeitslosigkeit mit 63 Jahren ist auch keine Seltenheit und schon ist das ganze geplante Modell für den Lebensabend dahin.

Ein Angestellter macht sich selbständig und zahlt nicht in die private Rente weil er das Geld nicht hat…eine Frau hat ihr ganzen Leben immer in einer Bäckerei gearbeitet und trotzdem reicht es nach Abzug der Fixkosten nicht um in Würde leben zu können.

Das finde ich schon erschreckend…Jeder Cent wird umgedreht um ja niemandem auf der Tasche zu liegen….ich werde ab sofort mehr Sparen. Jetzt wo ich es mir noch leisten kann.

Heute macht ein Kleid weniger in meinem Schrank mein Leben nicht ärmer, aber vielleicht machen mir ein paar Euro mehr, später das Leben leichter.

Der Draht zum Überleben

Ich bin gerade verdrahtet und an ein Gerät angeschlossen und lerne gerade am eigenen Leib, wie dankbar wir der modernen Medizin mit den fortschrittlichen Geräten sein sollten.

Mein Kardiologe (hmmm „mein“ impliziert hier, das ich also in regelmäßiger Behandlung bin oder zumindest ab jetzt sein werde)hat mich an ein 3-Tage-EKG angeschlossen…. Das zeichnet alles auf also: Mobile Überwachung.

.Und prompt passe ich fast unmerklich meine Handlungsweisen etwas an….versuche mich mehr zu bewegen und ruhiger zu sein…ist ja eigentlich Blödsinn, immerhin soll der Ist-Zustand erfasst werden um es mit dem Soll-Zustand abzugleichen.

Aber mal ehrlich…es ist so beruhigend, dass es so etwas gibt. Denn es tut gut zu wissen da ist ein Arzt der mich ernst nimmt, den es interessiert, das ich noch lange gesund leben kann und der versucht alles zu tun damit es auch so kommt.

Meinem Vater wurde vor Kurzem einen Defibrillator eingepflanzt. Dieser ist an das Herz angeschlossen und überwacht den Herzschlag…das soll bei Kammerflimmern einen elektrischen Impuls auslösen, um das Herz anzuregen wieder normal zu schlagen….zur Vermeidung eines plötzlichen Herztod.

Und genau so ein Ding werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls benötigen, wenn auch erst in hoffentlich vielen Jahren…Bei meinem Vater kam es durch eine Herzschwäche und mehrere Herzinfarkte. Bei mir kann es durch die angeborene „Anomalie“ zu Herzrhythmus-Störungen führen.

Wie gerne gehe ich also jetzt zum Kardiologen und lasse mich verdrahten und „überwachen“ damit ich noch lange so leben kann, wie ich es jetzt mag

Das Herz und die Liebe

Diese Woche war echt hart für mich….die Fernbeziehung zeigt ihre Schattenseiten…meine Aversion gegen ständiges Telefonieren rieb sich an meinem Bedürfnis des Redens und der körperlichen Nähe.

Wir telefonieren täglich zwischen 1-2 Stunden pro Tag, verteilt auf 2 -3 Mal….und kommt doch nicht dem Redebedürfnis nahe, welches wir sonst eigentlich haben. Nicht Reden ist für meinen Süßen eher eine Strafe und wenn wir zusammen sind gibt es tausend Gesprächsthemen…

Am Telefon dagegen mag ich manche Themen überhaupt nicht ansprechen…und mir wäre ein Kuscheln in so einem Moment wichtiger… Vor allem Morgens wenn wir Beide gerade dabei sind wach zu werden, ist das nicht reden keine Lösung….meistens rede ich, damit er nicht wieder einschläft….ein Knuff in die Seite wäre eigentlich die besser Lösung…geht aber nicht.

Ich habe mich einsam gefühlt in dieser Woche…was evtl. auch an meinem Besuch beim Kardiologen lag…ich brauche körperliche Nähe, gerade wenn ich mich unwohl fühle. Diese blöde „Anomalie“ wie es die Ärztin nennt, ist nicht akut gefährdend, kann aber langfristig zu chronischen Herz-Rhythmus-Störungen führen.

Also eigentlich eine für den Moment positive Aussage, mein Herz schlägt kräftig und ist noch nicht durch den Bluthochdruck oder die „Anomalie“ geschädigt und doch hätte ich die Schulter meines Freundes benötigt.

Gestern kam er endlich mit dem Zug und wir haben einen kuscheligen Abend auf der Couch verbracht. Gerade diese innigen Zeiten sind sehr wichtig…

….also hab ich es erst heute erzählt…und alles was ich sonst noch nicht im Laufe der Woche nicht erzählt hatte. Es sprudelte nur so aus mir raus und schwuuupssss war die Hälfte des Tages schon wieder weg mit anregenden Unterhaltungen und Diskussionen.

Ein Sommerloch träumt vor sich hin

Ein Sommer ohne….ohne Aufregung und Stress

Beruflich hab ich das, was man ein „Sommerloch“ nennt…endlich mal keinen Stress!! Wie krass, ich hechte mal keinem Großprojekt zeitlich hinterher…kümmere mich um alle meine normalen Tagesarbeiten, um meine Mädels und die regulären kleineren Projekte…und um einen Jahresabschluss…. Aber alles lässt mir genügend Zeit zum durch atmen und auch, um mal einfach das zu tun, was andere auch machen…bei Kollegen stehen und quatschen.

Und ich nutze die Zeit um auch wirklich einfach früher Feierabend zu machen ….wie geil ist das denn.

Dieser für mich fast paradiesische Zustand wird noch genau eine Woche anhalten….dann geht meine Chefin in Mutterschutz…das bedeutet für die nächsten Monate…inklusive Jahreswechsel, es wird wieder stressig…aber das haben wir schon einmal durch gemacht und auch das wird jetzt wieder klappen.

Die ganzen Stessmacher meines Lebens sind also gerade fort: Vereinsarbeit, Training und Arbeitsstress. Sogar in meinen Träumen macht es sich bemerkbar…noch nie bin ich in meinen Träumen mit meinem Freund durch die Gegend geschlendert. Sonst träume ich von Terminen, die ich nicht einhalten kann, vom Auf-der-Stelle-rennen, von Turnieren bei denen ich zu spät bin, von Prüfungen auf die ich nicht vorbereitet bin von Abgründen die ich hinunter stürze usw….

Man muss kein ausgebildeter Traumdeuter oder Psychologe zu sein um die negativen Aussagen in meinen Träumen zu erkennen …

Ich bin reich…und Deutschland?

…neiiinn nicht an Geld, aber an Leben.

Am Frankfurter Bahnhof bin ich heute durch eine großen Menge Flüchtlinge gegangen. Helfer boten Essen und Trinken und Kleidung an…das ist schon ein komisches Gefühl.

ICH auf dem Weg nach Hause. In MEINE Welt.
Ich durfte in einem Land aufwachsen, welches jetzt 70 Jahre ohne Krieg erlebt. Ich hatte immer so viel zu essen, dass ich den Luxus habe auswählen zu können und werfe weg, was ich zu viel habe, weil es vergammelt. Ich habe so viel Wasser, das ich 10Minuten unter der Dusche stehen kann ohne ein schlechtes Gewissen zu haben und mein Auto wasche ich, ohne darüber nach zu denken.
Ich gehe zum Arzt und brauche nicht direkt zu bezahlen, denn das macht meine Versicherung und ich merke nicht einmal wie teuer das ist.

Ich habe Arbeit die mich ernährt und es reicht für ein relativ sorgloses Leben. Während meiner Arbeit sitze ich in einem Einzelbüro, arbeite im Warmen und bin auch gegen die Sonne geschützt. Und wenn ich abends kaputt bin, hat das nichts damit zu tun das ich körperlich zu schwer arbeiten musste.

Ich habe meine Heimat, die mir trotzdem manchmal fremd ist, durch die vielen unterschiedlichen Bundesländer, mit vielen unterschiedlichen Landstrichen und ihren Eigenheiten. Ich habe meine Sprache, die ich gerne differenziert einsetze und ich kann so viel Bildung erhalten wie ich möchte. Denn auch nach 10 Schuljahren, können wir uns Ausbildung, Studium, Fernstudium, Zusatzausbildung, private Bildung ermöglichen…okay nicht für umsonst, aber immerhin wir haben Zugang zu fast allen Bildungsangeboten.

Wir haben so viel Freiheit, das wir vergessen was das eigentlich heißt und so viele Wahlmöglichkeiten, das wir schon wieder darauf verzichten… Wir dürfen wählen gehen, aber viele tun es nicht. Wir leben in einer Demokratie in einem Land in Frieden…wir haben die Möglichkeit uns frei zu bewegen, frei unsere Meinung zu sagen. Wir sind so frei, dass auch jeder Depp seine noch so verqueren Meinungen vertreten darf, solange es seine Meinung ist (und keine Hetze)….

Mit einem deutschen Pass darf man fast in jedes Land reisen, um es zu besuchen und selbst wenn man ein Visum benötigt, bekommt man es relativ leicht. wir sind es so gewohnt uns frei auf der Welt zu bewegen, das es fast unglaublich erscheint, das anderen das nicht möglich ist.

Wir haben einen Rechtsstaat, auch wenn unsere Gerichte sich mit Nachbarschaftsstreits und Unterhaltsklagen auseinander setzen müssen und wir haben eine Exekutive, die versucht zu helfen und zu beschützen…bei uns wird Niemand willkürlich von der Polizei erschossen oder ohne den Grund zu kennen inhaftiert.

Ich bin reich…auch wenn ich es manchmal vergesse…manchmal bin ich zu reich um dankbar zu sein, aber dann erinnere ich mich und bin unendlich dankbar. Denn Niemand hat es sich aussuchen können, wo er geboren wird….

Ich bin umgezogen…mein Blog startet neu

Ich komme von der Blog-Plattform Blog.de und freunde mich nun mit WordPress an.

Es finde es schön meine Gedanken aufzuschreiben und zu teilen. Das  Leben ist oft erstaunlich und das Sozialverhalten von Menschen oft unglaublich. ich liebe es,  Menschen zu beobachten und zu analysieren… Situationen haben oft eine eigene Dynamik und noch öfter eine unfreiwillige Komik. Alles Dinge über die ich gerne berichte.

Ich reflektiere mich selbst sehr stark. Als Frau, fast Ende 40 gibt es eine Menge Änderungen…und auch hierbei hilft Humor und eine gewisse Gelassenheit.

Sooo jetzt werde ich mich hier erst mal einrichten…und dann geht es los.