Latent aggressiver Unterton

Als in Schleswig-Holstein lebender und ich Hamburg arbeitender Mensch, wurde ich mal wieder darauf gestoßen, das alles unterhalb vom Norden und Osten einen weiteren Feiertag hatte….wir jedoch nicht.

Ich war sogar leicht irritiert, als mich der Rentner aus Hessen anschrieb ob ich einen Brückentag nehmen werde…Wann, wofür, welchen Feiertag gibt es denn noch?

Nein neidisch war ich nicht…gönne ALLEN ihre Feier- und Brückentage…ich hab genügend Terminarbeit zu erledigen und war ehrlichweise sogar ziemlich froh, das es am Freitag, auch ohne den Brückentag, extrem leer in unserem Büro war.

Was mich neben dem Hinweis auf den Brückentag aber noch mehr irritiert hat, ist der leicht gehetzte, genervte und angespannte „Ton“ in den Nachrichten des Rentners. Das ist sonst gar nicht seine Art und ich hab ihn darauf angesprochen….er meinte es wäre nichts, außer das seine Frau weiterhin Probleme mit ihrem Zahnersatz hat…und doch scheint da noch etwas anderes zu sein.

Gestern schrieb er mir um 12.32 Uhr das er in Whatsapp Bilder in seinen „Status“ gestellt hätte, wenn ich mir die denn anschauen wolle. Ich schaue so gut wie nie in den Status-Bereich…denke, wenn mir jemand etwas zeigen will, dann schreibt er mir einfach eine Nachricht und hängt die Bilder an. Also macht mich der Rentner immer darauf aufmerksam, wenn es etwas zu sehen gibt, weil von alleine würde ich es nicht mitbekommen. Aber während der Arbeitszeit schaue ich nur selten auf mein privates Smartphone.

Seine Nachricht hab ich erst am Abend gesehen und die Status-Bilder waren nicht mehr dort….als ich es ihm schrieb, hat er eine komische, in meinen Augen patzige Antwort gegeben…sehr irritierend. Auch seine Aussage er hätte den Status einen Tag zuvor um 12 Uhr reingestellt (nach 24 Stunden erlischt der Status wieder automatisch)..aber er hat mich erst am nächsten Tag um 12.32 Uhr informiert, also als die Bilder schon wieder weg waren…warum ärgert er sich dann, das ich „zu spät“ bin??? und noch ein paar schnippische Bemerkungen. Selbst wenn ich unmittelbar nach seinen Hinweis in den Status geschaut hätte, wären die Bilder nicht mehr da gewesen.

Das war jetzt nicht die ersten Nachricht mit so einem latent aggressiven Unterton…Aber vielleicht bin ich einfach nur zu empfindlich. Kenne mich andererseits aber gut genug, um solche Antworten schon vorzufiltern, aber selbst danach bleibt die Antwort immer noch unentspannt und patzig.

Habe beschlossen es achselzuckend zur Kenntnis und nicht nicht weiter persönlich zu nehmen. Am Montag haben wir eine Telefon-Verabredung….dann klären wir das.

Ich hab da so eine Ahnung. Die beiden Rentner wohnen in einem kleinen Dorf ca. 50km von Frankfurt entfernt. Terrasse und Garten des Reihenhäuschens sind in Blickrichtung auf viele weitläufige Felder….und auf dieser riesigen Fläche hat vor ein paar Wochen jetzt der Ausbau einer großen Wohnsiedlung mit Geschäftsgrundstücken für Supermärkte usw., begonnen. Schon vor 2 Jahren, als die Pläne bekannt wurden, wollten sie ihr Haus verkaufen und wegziehen…das hat aber nicht geklappt, weil sie nichts Neues gefunden haben, was preislich machbar gewesen wäre. Die Preise sind inzwischen so hoch, das der Erlös des Hauses nicht für ein anderes Haus oder eine große Wohnung gereicht hätte.

Also sind sie geblieben und nun haben sie tagtäglich den Krach einer riesigen Baustelle direkt vor der Terrasse. Der Rentner ist nervlich schon während der letzten Jahre im Büro nicht stabil gewesen, das hatte sich aber ziemlich gut entwickelt, seit er früh in Rente gehen konnte..

Ich vermute also das dies der Grund für sein angespanntes Verhalten ist….latent aggressiv…wahrscheinlich merkt er es selber nicht einmal.

Wieder auf dem Sattel

Es ist früher Morgen und ich sitze auf meinem Balkon und freue mich über die noch morgentliche Stille ….es sind angenehme 18 Grad…da nutze ich doch diese frühe Stunde für einen Kaffee draußen. Der Tag soll ja noch richtig warm werden.

Ich weiß gar nicht warum, aber inzwischen ist schon Mitte Juni und bisher hab ich mein Fahrrad in diesem Jahr noch gar nicht genutzt. schon vor Wochen hatte ich es aus dem Fahrradkeller geholt und in die Tiefgarage gebracht. Der Boden im Fahrradkeller wurde neu gemacht und alle Räder mussten für eine kurze Zeit weichen. Nun steht es also hinter meinem Auto und wartet darauf, das es endlich los geht….und es wartet und wartet und dann laufe ich doch wieder meine Walkingrunden und lasse das Rad außer Acht.

Gestern Abend nun hab ich die Luftpumpe und einen Lappen geschnappt…und nach ein paar Minuten war mein inzwischen schon fast 16jahre altes Trekking-Cross-Rad schon wieder einsatzbereit.

Der Standplatz in der Tiefgarage hat einen enormen Vorteil…ich kann sofort ohne Mühe losfahren und noch besser, ich darf das Rad sogar hochoffiziell da stehen lassen…das hat mir meine Vermieterin im Frühjahr erzählt. Die Eigentümer-Gemeinschaft hat nämlich festgelegt, was jeder auf seinem Autostellplatz neben dem Auto, noch da abstellen darf. Einige hatten angefangen Koffern und Getränkekisten und alles Mögliche dort zu lagern…Jetzt gibt es Regeln und ein Fahrrad ist erlaubt. Hab ich schon erwähnt, das ich echt gerne hier wohne? Aaach ist das schön, es gibt klare Regeln und die hängen nicht von den Launen eines einzelnen Drachen ab.

Also hab ich mich in den Sattel geschwungen und bin ein paar Kilometer gefahren….und sofort war es wieder da, dieses Gefühl von Freiheit, welches ich immer verspüre, wenn ich ohne Weg und Ziel, ohne Verpflichtung und Zeitdruck mit dem Rad unterwegs bin….unbändige Freude, wie ich sie ja auch beim Kajak-Fahren erlebe.

Diese Leichtigkeit der Bewegung wurde aber dann schon nach ein paar Kilometern durch meinen Hintern beeinträchtigt….ach ja, da war noch was…Meine Kehrseite muss sich erst wieder an den Sattel gewöhnen.

Aber mein Ziel für diesen Tag hatte ich schon erreicht: die Hemmschwelle zum Rad zu Greifen ist wieder weg – keine Ahnung warum die überhaupt da war.

Jetzt können die kleinen Radtouren wieder beginnen…und die Kombitouren: Rad ins Auto, ferneres Ziel ansteuern, Radtour machen und später wieder mit dem Auto zurück. Die Kombination mit dem 9EUR-Ticket für die Bahn hatte ich zuerst ins Auge gefasst…das würde aber nur gehen, wenn ich morgens früh zu einem Ziel mit der Bahn fahre und den Rückweg per Rad antrete…denn ich denke an den Wochenenden werden die Züge weiterhin überfüllt sein. Aber es ist schön, jetzt wieder mehr Möglichkeiten zu haben…auch wenn ich vielleicht nicht alle nutzen werde.

Ich bin auf jeden Fall wieder auf dem Sattel.

Methodische Fehlersuche….und doch schwierig

Endlich ist Wochenende…aber auch: HUUUCH – schon wieder ist Wochenende.

Eigentlich kam ich heute ganz gut voran….bis ich auf die Idee kam, mich endlich mal um eine Differenz zu kümmern, die ich seit ein paar Wochen in den Verrechnungskonten habe…ist nichts Wildes…ein kleiner Betrag…um nicht zu sagen es waren 0,23 EUR.

Aber Differenz ist Differenz und die muss beseitigt werden. Beteiligt waren 3 Firmen mit insgesamt 6 Personenkonten und 2 Monatsabrechnungen. Alles wird kreuz und quer berechnet, summiert und gegengerechnet und dann per Bank ausgeglichen. Das ist nichts Außergewöhnliches und läuft in der Regel reibungslos. Allerdings nur so lange, wie alle Beteiligten auch dasselbe Buchen.

Aber im Mai hatte ich wohl meinen „Verstand verschlampt“ (ein lustiges Zitat aus dem Musical „Wicked“) und während meiner Grippe -Phase ziemlichen Murks fabriziert.

Schön wäre es ja gewesen, wenn ich ein und dieselbe Differenz mit gegensätzlichen Vorzeichen in verschiedenen Firmen wiederfinde…dann einmal per Bank ausgleichen und gut ist.

Aber nein, wenn ich etwas verkehrt mache, dann aber richtig…und so hab ich den gesamten Vormittag damit zugebracht die Zahlen zu checken, die Berechnungen, die Verbuchungen, das gegenseitige Aufrechnen und letztlich die Überweisungen und konnte nacheinander 3 Fehler ausfindig machen…also so kleine versteckte, die erst einmal gar nicht auffallen…summiert kamen da 0,23 EUR raus….und damit hatte ich es – Heureka….aber warum geht es am Ende dann doch nicht auf 0,00 EUR auf, sondern es bleibt die doppelte Differenz.

Also steckte in einer der 3 beteiligten Firmen auch noch ein 4.Fehler Grummel….irgendwann hab ich es dann gesehen: eine seitenverkehrte Buchung in dem Monat, der eigentlich gar nichts damit zu tun hatte, aber jetzt mit dem Ausgleich auch gleich die Differenz zusätzlich mit ausgleichen sollte. Das war ein ganz typischer Anfänger-Fehler bei der Fehlersuche.

Es ist ja nicht so, als ob ich diese Methoden nicht schon seit Jahren Auszubildenden und Neuzugängen in der Buchhaltung wieder und wieder erklärt habe: Bevor ihr mit der Fehlersuche beginnt: kontrolliert ALLE vorhandenen Daten…macht eine Extra Excel-Datei oder nehmt ein Blatt Papier und beginnt ganz von vorne….Methodisches Nachvollziehen ALLER Buchungen…nicht irgendwo mittendrin anfangen…in diesem Fall eben auch alle anderen Offenen Posten anschauen.

Wenn Kollegen mich früher um Hilfe beim Suchen baten, waren die immer wieder empört, wenn ich alles noch einmal von Anfang an kontrollierte, weil sie das ja schon getan hatten….und ich musste mich erklären, das ich eben IMMER ganz von Vorne anfange…und jetzt war ich selber in die Falle getappt.

Wichtig ist nur die Erkenntnis:

  1. die Fehler habe ich alle gefunden und korrigiert
  2. mein Verstand funktioniert zwar schon wieder ganz passabel…aber es fehlt noch ein gutes Stück zur Normalität
  3. Ich bin es überhaupt nicht gewohnt so viele Fehler zu fabrizieren und es nagt an mir

Zähhhhhhhhh

Beruflich läuft es etwas zäh…und selbst die gelassenen Kollegen aus der Zentrale sind nicht mehr so „hygge“. Nachrichten werden neuerdings öfter nicht einmal mehr mit Anrede oder Grußformel am Schluss versendet, Smileys viel seltener genutzt….ausgetauscht wird nur noch der notwendige Inhalt…das Menschliche lässt rapide nach.

Ich habe Antennen für diese Art von Veränderungen im Verhalten von Menschen und mache mir so meine Gedanken. Z.B. wenn mein Chef mir um 23.29 Uhr eine Mail geschrieben hat und ich sehe das er um 7.04 Uhr schon wieder online ist und auf meine Antwort sofort reagiert….verschiedene Kollegen fast erschrocken Fragen zur Klärung von Sachfragen abblocken, weil sie keine Zeit mehr haben und eine Kollegin im technischen Bereich ihre Fragen und ihren Frust bei mir abläd und vorwurfsvoll meint: DU bist doch der Controller.

Ja – das in ich…Controller und kein Hellseher. Ich kümmere mich um das buchhalterische Zahlenwerk für das Projekt – aber an der Planung 2011, wo auf einem Grundstück nun die Zuwegung zu unserer Anlage genau liegt und wer welche Pflichten übernimmt, war ich nun wirklich nicht beteiligt und diese Information brauche ich auch für meine Arbeit nicht……ich hab dann mal den Kontakt zum damaligen Projekt-Manager empfohlen, ihr dann aber doch beim Suchen in der Datenbank geholfen.

Jetzt beginnen die 1/2 Jahres-Abschlüsse und für die Zentrale bedeutet es sogar: Jahresabschluss…die heiße Phase beginnt…und überall tauchen neue Probleme auf….ist eines gelöst, kommen zwei neue hinzu.

Dabei hab ich Glück, das ich bereits vorher einen kleinen Zeitpuffer herausarbeiten konnte…aber wenn das so weiter geht, ist dieser verbraucht, bevor ich auch nur in die Nähe meiner Abgabetermine komme…

Okay: Challenge accepted …. na klar schaffe ich das trotzdem..

Eine von 16 Millionen

…auch ich habe das 9EUR-Ticket für den Juni gekauft und bin damit eine von 16 Millionen Menschen in Deutschland.

Ob das Ticket auch alle nutzen, weiß ich nicht…ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen es zumindest für die 3 Tage in der Woche für die Fahrt zur Arbeit zu nutzen…denn die Anbindung mit der AKN von Quickborn nach Hamburg-Bahrenfeld ist ziemlich gut. Mein bevorzugtes Transportmittel ist das Auto.

Während der ersten 1,5 Jahre mit der Pandemie wollte ich partout nicht mit den Öffentlichen fahren…hab es von Pinneberg aus ein paar Mal machen müssen, als mein vorheriges Auto mehrfach zur Reparatur war…das war ganz okay, aber es hat mich nicht ganz überzeugt.

Nun also von Quickborn aus…ich brauche nur 5-6 Minuten zufuss von meiner Wohnung bis zur Bahn….fahre dann 8 Stationen mit der AKN, muss dann 1-2 Minuten am Gleis warten, um dann in die S-Bahn zu steigen…und nach wenigen Stationen Fahrt, laufe ich dann noch mal knappe 15 Minuten bis zum Büro. Reine Fahrzeit der Bahn 35 Minuten. Das ist wirklich eine sehr gute Anbindung und für den Moment fühlt es sich auch richtig gut an.

Die Bahn morgens früh ist erst ziemlich leer und war bisher in Hamburg zwar voll, aber nicht überfüllt….am Nachmittag dagegen ist es schon ziemlich voll…aber noch so, das jeder einen Sitzplatz bekommt, wenn gewünscht…aber dann ist an Abstand überhaupt nicht zu denken…aber es geht und ist auch auszuhalten.

Wieder mit so vielen Menschen in engerem Kontakt zu sein, ist jetzt nicht mein erklärtes Vergnügen, aber noch geht es…und durch die Masken die 99% aller Mitreisenden auch ordentlich tragen, wird es mir auch nicht zu unangenehm. Die Meisten verhalten sich ruhig, Lesen ein Buch oder schauen gebannt auf das Smartphone.

Aber ob ich das auf Dauer machen werde, weiß ich noch nicht…immerhin verbinde ich mit der Heimfahrt am Nachmittag auch noch den Besuch im Fitnessstudio, mache den Einkauf, fahre noch an das Elbufer oder in den Wald…..Dinge für die ich jetzt erst nach Hause muss, um erst einmal das Auto zu holen.

Aber die Bahnfahrt bringt tatsächlich auch wieder eine etwas straffere Führung in meinen Alltag…nix da mit: aaaach ich lese noch ein paar Minuten im Bett oder ich räume noch die Spülmaschine aus….jetzt heißt es: nach dem Wecker klingeln bleiben maximal 10 Minuten um wach zu werden…und dann gilt es einen straffen Ablaufplan einzuhalten, damit ich pünktlich um kurz nach 6 Uhr am Bahnsteig stehe. Jawohl – und bisher hab ich es an allen Tagen geschafft…hab bisher noch keine Bahn verpasst.

Ich finde es sogar lustig, das ich es so unkompliziert schaffe, mich wieder an einen straffen Zeitplan zu halten, hatte ich es in den letzten Monaten ja durchaus mal etwas schleifen lassen mit dem Aufstehen und ins Büro fahren…..ist doch egal ob ich um 7.00 Uhr oder 7:30 Uhr im Büro bin…die meisten Kollegen kommen erst gegen 9 Uhr.

Die Bahn wartet aber nicht auf mich…auch wenn ich dann einfach die nächste nehmen könnte….aber nein…..das fange ich gar nicht erst an. Und ja – es hat sogar etwas Beruhigendes, das ich mir um Verkehr und Parkplatz keine Gedanken machen muss.

Dafür rückt etwas anderes in den Vordergrund: das WETTER und damit verbunden auch die Kleidung. Und hier zeigen sich die Tücken des Bahnfahrens, die mich schon früher haben verzweifeln lassen.

Wenn es Morgens um 6 Uhr nur 11 Grad sind, dann brauche ich also eine Jacke die mich warm hält, denn auf den Bahnsteigen ist es immer zugig und Laufen muss ich ja auch noch vor und nach der Fahrt . Also ist es egal wenn für nachmittags 22 Grad und Sonne angesagt sind….ich brauche morgens eine wärmende Jacke…die ich dann am Nachmittag bei der Wärme nicht anziehe und trotzdem wieder mit nach Hause nehmen muss.

Und ich brauche Schuhe in denen ich einigermaßen gut Laufen kann, das sind dann aber nicht die, die ich normalerweise zu den Klamotten tragen würde, wenn es warm wird….aber auch noch Wechsel-Schuhe mitnehmen…neeee, das ist mir zu viel Geschleppe. Laptop + Unterlagen + Kaffeebecher+ Frühstück/Mittagessen und sonst noch Kram müssen ja eh schon mit. Okay bei 3 Tagen Büro am Stück, kann ich den PC im Büro lassen, dann muss er nur Mittwochs und Freitags mitgeschleppt werden.

Also alles hat Vor-und Nachteile….für den Juni finde ich das ganz okay…vor allem der Preis ist unschlagbar…Aber sobald das Wetter noch heißer wird oder aber regnerisch, werde ich wieder zum Auto zurückkehren….ich bin und bleibe einfach ein Autofahrer….

Bin wieder da

Bin wieder da

Wie schnell doch eine Woche vergehen kann….und ich hab einfach keine Muße gefunden, etwas zu schreiben…und wenn ich dann doch mal etwas Zeit hatte, war ich einfach zu müde.

Wie schon öfter, hab ich einfach gedacht alles ist wieder im Lot und ich bin so energie-geladen, wie vor der „Grippe“. Aber meine körpereigenen Akkus fühlen sich zwar aufgeladen an, halten aber nicht mehr so lange….ich komme immer noch schnell an meine körperlichen Grenzen und dann fühle ich mich ziemlich ausgelaugt und müde und es dauert einfach ewig lang, bis sich alles wieder normal anfühlt, nur um wieder fest zustellen: neee – die Power reicht nur für kurze Zeit.

Die Arbeitstage in der letzten Woche, waren gut gefüllt und Abends hab ich Wohnung und den restlichen Balkon sauber gemacht…denn für das Wochenende hab ich Besuch aus Hessen erwartet…meinen ehemaliger Tanzpartner.

Wir hatten Karten für ein Musical in Hamburg und nach 2 Jahren mit Pandemie, Insolvenz des Musicals „Cirque du Soleil Paramour“ in 2020 usw. hatten wir letztlich unsere Gutscheine für ein anderes Stage-Musical in der Neuen Flora in Hamburg getauscht und letzten Freitag war es dann soweit.

Im August 2021 war ich ja in Frankfurt und Umgebung im Urlaub und da hatten wir einen sehr schönen angeregten Abend gehabt und da auch bei ihm so einiges los war, in den letzten Monaten, haben wir nur ganz selten telefoniert…es gab also eine ganze Menge zu erzählen…. und dazu blieb fast ein ganzes Wochenende Zeit.

So toll das Wochenende auch war, schön, anregend, lustig und unterhaltsam….so leer gesabbelt, war ich Sonntagmittag, als ich ihn am Flughafen abgesetzt hatte….seitdem bin ich fast ununterbrochen müde…hab jetzt mal mit ein paar Mineralstoffen und Vitaminen nachgeholfen…und so langsam kommen die Kräfte zurück.

Dabei haben wir keinen Drauf gemacht, waren Essen, am Hamburger Elbufer spazieren und im Moor, haben lange auf meinem Balkon gesessen und auch in der Wohnung und und…also kein Action-Programm.

Hab auch fast keinen Alkohol getrunken, ich hab natürlich die Fahrerei übernommen, ihn ins Hotel gefahren, morgens wieder abgeholt…..einzig ich bin die gesamte Woche sehr spät ins Bett gekommen und sehr früh wieder aufgestanden. Immerhin fahre ich jetzt an den Bürotagen mit der Bahn zur Arbeit (das 9EUR-Ticket lässt grüßen).

Wandern – im Moor um die Ecke

Wandern – im Moor um die Ecke

Der Pfingstmontag hat mich gegen Abend dann doch noch aus dem Haus getrieben…das Wetter war einfach zu schön.

Kurzerhand hab ich die neuen Wanderschuhe und den Rucksack gepackt und ab ging es in das Moor direkt hier um die Ecke….ich wollte einmal außen herum laufen, das bedeutet in der kleinen Version von „außen herum“ etwas mehr als 9km….

….und genau das hab ich auch gemacht….das Wetter war toll, es war geradezu himmlisch ruhig, die Aussicht über das Moor war perfekt:

Aber ich musste Pausen einlegen….mein Fuß machte sich unangenehm bemerkbar…aber so konnte ich den Blick eben noch länger in die Ferne schweifen lassen.

Was auf dem Titelbild so wunderbar weiß nach Blüten aussieht, ist Wollgras…das hat so einen herrlich weißen Flaum wie Baumwolle….das sieht toll aus.

Nach diesen 9,1km war ich nach der Dusche herrlich erfrischt und bin fast augenblicklich eingeschlafen….

Balkon-Oase …auf Zeit

Im weiteren Tagesverlauf des Sonntags hab ich dann das schöne Wetter genutzt, um meinem Balkon endlich eine Sommer-Bepflanzung zu verpassen…die Pflanzen hatte ich am Abend zuvor noch im Gartencenter gekauft…kurz vor Ladenschluß….hahaha eher war ich ja nicht aus Flensburg zurück.

Der Sonntag bot sich einfach an, weil es Pfingstmontag ja schon wieder regnen soll…und so hab ich die neuen und die vorhanden Pflanzen zusammen gruppiert und dabei jede Menge Dreck verursacht….2/3 des Balkons hab ich dann mühselig auf den Knien rutschend gefegt und gewienert…die kleinen Kerlchen in den Futterhäuschen machen ja auch einiges an Dreck und seit der Frühjahrsaktion hat sich auch jede Menge Blütenstaub angesammelt….Hatschi!!

Um das letzte Drittel kümmere ich mich noch in dieser Woche.

Zusammen mit dem inzwischen dichten Blätterwerk der Bäume dahinter, ist es ein wirklich gemütlicher Rückzugsort geworden, mein Freiluft-Zimmer, in dem ich mich gerne aufhalte.

Allerdings hat diese kleine Oase einen Haken, denn sie wird so nur noch eine gewisse Zeit möglich sein. Die einspurige Privatbahn, die hinter den Bäumen, etwas tiefer liegend, entlang läuft…wird bald 2 spurig ausgebaut.

Ich hab mich inzwischen mit mehreren Nachbarn unterhalten: Damit die Bahn die Gleise 2spurig ausbauen und mit einer elektrischen Oberleitung versehen kann, müssen alle Grundstücke auf diesem Teilstück 1 Meter abgeben (was jetzt nicht so das Problem bei uns ist) und gleichzeitig müssen die hohen Bäume für die elektrische Oberleitung weichen.

Auch den Nachbarn ist aktuell noch nicht klar, wie es danach aussehen wird…bei einem Firmengrundstück auf dem gleichen Ausbau-Teilstück, wird aktuell ein Erdwall aufgetürmt und meine Nachbarn meinen, das wird dann auch bei uns so werden und den Erdwall würde man dann wieder bepflanzen, allerdings nicht mehr mit so großen Bäumen.

Auf der anderen Seite wird dann die Privatbahn hier nicht mehr zuständig sein, sondern die Hamburger-S-Bahn und ich könnte dann ohne umzusteigen bis in die Hamburger Innenstadt fahren…Fertigstellung soll jedoch erst 2025 sein.

Ich weiß das jetzt schon seit ein paar Wochen, musste mich aber erst an den Gedanken gewöhnen…denn eines der Argumente diese Wohnung hier zu mieten, waren die hohen Bäume drumherum.

Aber Manche sind ja inzwischen schon durch die letzten Stürme umgeweht worden….ich fange also an, mich an den Gedanken zu gewöhnen. Die Privatbahn oder auch S-Bahn stören mich nicht…ich möchte einfach nur weiterhin mit Bäumen oder Büschen einen Sichtschutz, Lärmschutz und auch Hitzeschutz haben….mal sehen, was dann tatsächlich kommen wird.

Jetzt geniesse ich erst einmal was ich habe….alles andere kommt von ganz allein.

Ich will mich auch gar nicht beschweren….alle wollen den Fortschritt, aber keiner möchte etwas davon vor seiner Haustür haben und da möchte ich mich nicht mit einreihen. Wer Strom will braucht Oberleitungen, oder Leitungen im Boden, braucht Windkraft, Solar, Umspannwerke oder was auch immer ….ja klar, das sind Einschnitte in unsere Umgebung…aber ohne geht es nun auch nicht….und wer flächendeckende Netzabdeckung haben will, muss eben auch Sendemasten zulassen. Das eine geht nicht, ohne das Andere. Ich mag diese Mecker-Mentalität nicht: nicht vor meiner Haustür – es ist immer vor irgendjemandes „Haustür“.

Brot in Keramik-Schale backen

Den Pfingstsonntag hab ich dann gleich mal genutzt um in der, tags zuvor, gekauften Keramikschale ein Brot zu backen…es ist eine relativ kleine Schale, also perfekt für ein 350g Sauerteig-Brot:

Bei 220 Grad ging es in den Backofen…es sollte ein weiches Brot werden, also hab ich es ohne Dampf gebacken….Die Schale hat der Hitze des Backofens tatsächlich standgehalten und aus dem Teig wurde ein schön geformtes Brot, das sich wunderbar in Scheiben schneiden lässt:

Meistens backe ich die Brote ja ohne Backform, was öfter mal dazu führt, das die Brotscheiben relativ klein ausfallen….aber mit der Keramikschale als Brotform, ist es schön nach oben aufgegangen…na klar geht das auch mit jeder anderen ofenfähigen Form…aber den Teig in diese schöne Schale zu legen, das hatte etwas beruhigend Natürliches….

Schnelle Erholung – Holmer Sandberge

Was mir in dieser Woche mal wieder richtig Freude bereitet hatte, war eine Walkingrunde am Abend in den Holmer Sandbergen….um diese Zeit sind nur wenige Menschen unterwegs und ich hab bereits die leichte Abendkühle .

Die Holmer Sandberge sind ein kleines Naturschutzgebiet im Kreis Pinneberg und laut Wikipedia handelt es sich um „Dünen am Rande des einstigen Urstromtales der Elbe“ .

Hier findet man eine schöne Heidelandschaft mit Sand, Heidekraut, Birken und Kiefern…und es sieht zu Jeder Jahreszeit schön aus und vor allem ändert es aus jedem Blickwinkel heraus sein Erscheinungsbild und wirkt so immer wieder anders….ich liebe dieses kleine Fleckchen Natur …vor allem am Abend:

Bei jedem Besuch hier geht die Ruhe der Umgebung auf mich über, ein Effekt der mich immer wieder erstaunt….und mit knappen 4km fühlte ich mich danach vollkommen erholt und erfrischt.