1.Impfung – Trainingslager für`s Immunsystem

Meine Impfung heute Morgen war unerwartet einfach und unkompliziert.

Die Hausarzt-Praxis hat dabei für so einen Impf-Tag einen erstaunlich simplen, aber sehr effektiven Ablaufplan.

  1. Mit der Terminvergabe wird darauf aufmerksam gemacht, das man die Impfeinwilligung schon von der Webseite des Arztes runterladen, ausdrucken, lesen und unterschrieben mitbringen muss.
  2. Es werden immer gleichzeitig 10 Personen zu einem Impftermin eingeladen.
  3. Bei Eintritt wird die Einwilligung und die Krankenkassenkarte vorgezeigt und mit der Terminliste abgeglichen.
  4. Jeder erhält dann eine Karte mit einer Nummer in einer bestimmten Farbe. Bei 2 Ärzten gibt es also 2 Farben je 5 Nummern
  5. Jeder Stuhl hat genau die Farbe und Nummer – hinsetzen
  6. Ärmel hochkrempeln und der Arzt kommt, desinfiziert, piekst und spritzt das Impfserum von Stuhl 1 – 5 reihum
  7. nach der Spritze bleibt man noch eine kurze Weile sitzen, so zur Sicherheit
  8. danach gibt man die Impfeinwilligung vorne am Tresen ab und schiebt noch die Krankenkassenkarte in das Lesegerät
  9. Fertig

Ohne die Wartezeit vor dem Einlass (ich war ein paar Minuten zu früh da) hat die gesamte Prozedur nur ca. 10 Minuten gedauert.

Und NATÜRLICH lief es bei mir nicht reibungslos, weil ich Schussel vergessen hatte, diese blöde Einwilligung mit zu bringen….so hat mich die Arzthelferin mal so richtig angemault und mir dann verärgert den Zettel ausgedruckt gegeben (da lag ein ganzer Stapel – ich bin also bestimmt nicht die Einzige gewesen) und ich konnte ihn noch nach der Impfung ausfüllen. H

ab mich ja auch entschuldigt…immerhin war es keine Absicht. JA – sie hat es am Telefon bei der Terminvergabe erwähnt, ich hab auch brav ja gesagt, das ich das tun werde und es dann im Laufe der nächsten Tage einfach vergessen. Letztlich hat es aber nicht zu einer Verzögerung des Ablaufs geführt….puhhhh Glück gehabt hahaha …im ersten Moment dachte ich, sie schickt mich ohne Impfung wieder nach Hause.

Sooooo und der Arzt hat sooo super gespritzt, ich hab nur einen kurzen Stich verspürt mehr nicht…Wie immer ist bei mir die Angst vor Sprizten größer, als das tatsächliche Ereignis.

Also HURRA – die 1. Impfung ist getan…die 2. folgt Anfang Juli.

Und natürlich hab ich mich schon seit Tagen an die Empfehlungen gehalten….hab in den letzten 2 Wochen keinen Wein getrunken (nur ein Glas Prosecco letzte Woche)…hab mich noch ausgewogener ernährt, gestern auch keinen Zucker, nicht zu viel tierisches Eiweiß, keine fetten Speisen…..dafür viel Tee und Wasser getrunken…..und mich heute Morgen moderat vor dem Homeoffice-Start bewegt und werde heute keine anstrengenden Sachen mehr machen….und auch in den nächsten Tagen weiterhin keinen Wein trinken.

Ich hab alles optimal vorbereitet, nun ist mein Immunsystem dran…das muss jetzt mit dem gespritzten Impfserum von Astrazeneca ins Trainingslager…um so die Immunabwehr für den Ernstfall vorzubereiten.

(lt. „Zeit Online“ sind per heute Abend 39,3% (32,7 Millionen) in Deutschland erst-geimpft und13,1% ( 10,9 Millionen) bereits zweit-geimpft)

Augen scharfstellen

Die Augen-OP meiner Schwester gestern, ist zum Glück gut verlaufen…..aber das hatte ich erst am Mittag erfahren.

Eigentlich sollte ich spätestens zwischen 9-10 Uhr Bescheid bekommen. Da ich jedoch nichts gehört hatte, hab ich mir natürlich Sorgen gemacht…ist bei der OP doch etwas schief gelaufen? Warum meldet sich nicht wenigstens mein Schwager?

Mittags hab ich dann angerufen….alles okay – alles gut gelaufen…den ganzen Tag war sie noch etwas benebelt und müde und gestern Abend hatte sie auch leichte Schmerzen. Indem wie die Anspannung bei mir nachliess, liefen bei mir glattweg ein paar Tränen der Erleichterung. Alles was mit den Augen zu tun hat empfinde ich als kritisch….sehen ist sooo wichtig.

..und heute Mittag hab ich noch einmal angerufen…..schon ist sie begeistert von der Farbenvielfalt die sie jetzt mit dem linken Auge wieder sehen kann (wenn sie das andere dabei schließt)

Ich glaube das Gehirn muss sich jetzt erst einmal daran gewöhnen, die Informationen vom operierten und nicht operierten Auge gleichzeitig zu einem scharfen Bild zu verarbeiten…noch sieht sie mit beiden Augen zusammen nur verschwommen.

Wer ist mein Chef?

Da meine Arbeitswoche nur von Mittwoch bis Freitag ging, gab es genügend Arbeit die erledigt werden musste …es lief eigentlich auch alles ganz geschmeidig…hab meine Themen gut erledigt bekommen…..und trotzdem blieb es irgendwie komisch.

Ein weiterer technischer Kollege hat gekündigt…also irgendetwas läuft da schief…sehr schade.

Der GF hat mich nun endlich gefragt, bei welchem Chef ich mein jährliches Personalgespräch haben möchte….da sich keiner der Chefs sicher ist, wer denn nun eigentlich als mein DIREKTER Vorgesetzter gilt, auch die Dänen haben es diskutiert und sind sich da nicht so sicher, soll ich selber aussuchen, wer mir genehm ist.

Also so etwas hab ich bisher auch noch nicht erlebt, aber da man mir die Wahl gelassen hat, hab ich mich für einen der dänischen Chefs entschieden. Vielleicht täusche ich mich ja, aber ich glaube ich hab eine gewisse Erleichterung bei dem GF hervorblitzen sehen…hahaha…immerhin haben wir keinerlei berufliche Berührungspunkte und ich kann auch nicht behaupten, das wir schon einmal ein lockeres Gespräch hatten….oder er mit mir mal geplaudert hätte.

Ich hab also gestern den von mir bevorzugten Chef angeschrieben, ob er damit einverstanden wäre diesen Part zu übernehmen ….und heute in einem unser immer wiederkehrenden Teams-Meeting, hat er sich dazu bereit erklärt.

Da bei uns auch noch andere organisatorische Änderungen bevor stehen, wird es weiterhin unruhig bleiben…der Controller möchte seine Projektgesellschaften abgeben und sich nur noch um die Hauptgesellschaft kümmern……und ich wurde schon gefragt was davon ich noch übernehmen könnte….in den nächsten Monaten werden wir dann für mehr als 100 Einzel-Gesellschaften neue Bankverbindungen benötigen mit all dem Rattenschwanz der damit verbunden ist und noch wurde nicht entschieden zu welcher Bank gewechselt wird. Es kommen weitere neue Kollegen, unser Standort wird erweitert, ein zusätzlicher Standort in der Mitte Deutschlands wird eröffnet, auch 2 weitere dänische Kollegen aus unserer Abteilung sind weg gegangen….auch da kommen neue Kollegen und alles steht auf Wachstum und Veränderung. Viele Organisations-Strukturen werden kurzfristig weiter zentralisiert und standardisiert.

Diese Phasen eines schnell wachsenden Konzerns hab ich ja schon öfter mit gemacht und weiß, das die Leichtigkeit des Arbeitens in gleichem Maße abnimmt, wie eine zentralisierte Arbeitsstruktur aufgebaut wird. Das ist die schmerzhafte Phase in dem jeder erkennt, das ein MEHR an Organisation und Digitalisierung andere Abläufe bedeutet, was meistens am Anfang mehr Zeit in Anspruch nimmt….und das man kontrollierbarer wird, wenn man standardisiert arbeitet. Das geht auch zu Lasten der Flexibilität und auch die Unbeschwertheit der ersten Jahre geht schnell verloren.

Mich schreckt es nicht, weil genau so arbeite ich ohnehin schon….nur das ich dabei meine eigene digitale Struktur in unserem System aufgebaut habe….mal sehen wohin die neuen Wege uns führen…..

Eppendorf im Schlendergang

Soooo, also Dienstag war dann der letzte Tag meines Kurzurlaubs und was macht man so Schönes?….Fenster putzen und Autowaschen hab ich gleich mal gedanklich zur Seite geschoben….das wäre Verschwendung bei dem Wetter….ich hab mich dann erst einmal wieder mit einer Menge Gemüse im Hofladen in der Nähe eingedeckt und bin dann nach Hamburg….bis Eppendorf.

Dort bin ich an der Alster entlang geschlendert…durch kleinere Parks, über Brücken…..mal an der Straße entlang, dort wo die Grundstücke direkt bis ans Wasser gingen….dann wieder über Brücken und zurück. Ich bin wirklich geschlendert….kein Sportmodus.

Es hatte etwas Gemütliches hier entlang zu laufen und ich fühlte mich tatsächlich wie ein Urlauber…

Ich musste nichts erledigen, wollte keine Höchstleistung bringen, es gar einfach nichts, um mich aus meinem gemütlichen Schlendergang hoch zu schrecken. Alles was ich wollte, war einfach entspannt gehen und die friedliche Umgebung aufsaugen.

Da ich ja schon seit einigen Tagen sehr relaxt bin, aber auch immer öfter mal müde, hab ich wieder angefangen meinen Blutdruck mehrmals am Tag zu checken….und was soll ich sagen….der Blutdruck ist seit Tagen konstant so niedrig, wie ich es noch nie bei mir erlebt habe.

Was dann auch die Müdigkeit erklären könnte, nehme ich doch immer noch die gleiche Dosierung gegen den eigentlich zu hohen Blutdruck….also das behalte ich jetzt mal eine Weile im Auge….

Auf dem Weg nach Hause, hab ich mir mal wieder einen Döner geholt, der Laden ist nicht weit weg und der Döner dort richtig lecker und die Menschen dort sind immer lustig und nett…da gehe ich gerne hin…wenn auch selten.

Das Gemüse habe ich erst einmal verstaut, Lust zum Kochen hatte ich jetzt nämlich keine mehr…das kann ich noch in den nächsten Tagen verarbeiten…dafür hab ich dann noch, zwischen 2 Regenschauern, eine Sonnenpause auf dem Balkon gehabt…..also mit direkter Sonneneinstrahlung war es richtig warm….aber nach 20 Minuten war es auch schon wieder vorbei…und da ich keine Überdachung habe, hab ich den Liegestuhl und die Auflagen schnell wieder rein geholt…..

und den Rest des Abends hab ich noch zuhause rumgewuselt….und schwwwuuuuups….ist der Urlaub auch schon wieder vorbei….Morgen geht`s wieder ins Büro.

Nachwanderung – am Moor

Das Frühling spielte schon den ganzen Tag „Weltuntergang“ bei Dauerregen…mal mehr…mal weniger stark… Schade, immerhin hab ich noch zwei Tage Urlaub und ich würde gerne nach draußen gehen OHNE weggespült zu werden.

Ich hab den gesamten Tag daher drinnen verbracht und trotz ein paar Sporteinheiten am Boden und auf dem Trampolin fühlte es sich etwas unbefriedigend an…kaum ging es dann auf 20 Uhr zu, hab ich mich regenfest angezogen und bin die paar Kilometer bis zum Himmelsmoor gefahren…der Parkplatz war um diese Zeit fast leer….Sehr schön….zuerst prasselte noch der Regen …

…aber mit voranschreitender Dämmerung wurde es immer weniger und irgendwann war es trocken…zumindest von oben. Der weiche Moorboden war durchnässt und teilweise war es anstrengend zu laufen, ohne dabei weg zu rutschen…aber mir macht so etwas ja Spaß…Am Ende mussten auch meine guten Wanderstiefel vor der Nässe kapitulieren hahaha…

…das machte aber gar nichts, denn der Himmel zeigte sich nach und nach von seiner schönsten Sonnenuntergangs-Seite…was für eine schöne Atmosphäre: klare Luft, ein rotleuchtender Himmel, Abendstille, Vogelgezwitscher aus den Bäumen, ein Hase der über den Weg schoss….Rehe am Feldrand, Pferde und Kühe auf der Weide….das rascheln der Tiere im Wald …

Eine wunderbare Abendstimmung, die meine Wanderung langsam zu einer Nachtwanderung veränderte…hatte ich mich doch für die große Runde rund um das Himmelsmoor entschieden, was erst den tollen Ausblick auf diesen schönen Himmel ermöglichte und erst wieder auf dem letzten Drittel führte mich der Weg wieder durch das inzwischen im dunkeln liegende Moor zurück zu meinem Ausgangspunkt.

Die beginnende Nachtkühle über dem Moor-See lies eine leichte Dunstwolke aufsteigen…und sogar ein paar Gänse flogen noch im Tiefflug über meinen Kopf hinweg….Wunderbare surreale Welt.

Den dunklen Wegen folgend, blieb genügend Licht, um gerade noch sehen zu können, wo sich diese befanden…zur Not hatte ich die Taschenlampe im Rucksack…doch selbst auf dem letzten Kilometer mit einigen kleinen verschlungenen Pfaden nahm ich diese nicht zur Hilfe….immerhin kenne ich hier die Wege inzwischen gut genug…

Nur ein einzelner Mensch begegnete mir auf dem letzten Stück…und als er mich bemerkte, lies er einmal kurz seine Taschenlampe aufblitzen…damit ich nicht erschrecke…aber natürlich sind meine Sinne bei solchen Wanderungen immer wach…ich beobachte meine Umgebung sehr genau….achte auf Bewegungen (vor allem wegen freilaufender Hunde) und nehme Geräusche ja eh immer extrem deutlich wahr…so hatte ich die Gestalt schon eine ganze Weile vorher fast mehr geahnt, als gesehen …fand diese Geste mit der Taschenlampe aber sehr nett….ich hatte mich vorher extra halblaut geräuspert, um auf mich aufmerksam zu machen…

Es war ein Mann (ohne Hund) und als wir aneinander vorbeigingen, haben wir kurz gegrüßt…scheinbar noch jemand der Stille und Dunkelheit mag….

Ich war mehr als 2,5 Stunden unterwegs und bin fast 9,5 km gelaufen….es ging ja nicht um Schnelligkeit, was durch den Regen, mit dem weichen Moorboden und der aufsteigenden Dunkelheit auch gar nicht gut gewesen wäre….Vollkommen entspannt und hochzufrieden hab ich dann den Heimweg angetreten.

Zuhause hab ich meine durchnässten Sachen zum Trocknen aufgehängt, hab mir noch die letzte Scheibe Brot geangelt (Mist….hab noch keinen neuen Brotteig angesetzt) und bin danach wohlig ins Bett gefallen….

Apfelblüte im Alten Land

Während wir am Freitag bei 11Grad mit Scholle und Jasmin-Tee draußen saßen, stellte sich unweigerlich die Frage nach Pfingsten.

Die ambulante Augen-OP meiner Schwester ist Donnerstag, meine 1.Impfung für Corona ist am Freitag und dann kommt ja schon das Pfingst-Wochenende….Schwester wird 14 Tage nicht arbeiten dürfen (wenn alles gut läuft) und Schwager muss auch nicht arbeiten….und Beide würden gerne mal wieder ins Alte Land fahren.

Auf die Frage blühen die Bäume dort noch, wusste ich keine Antwort….nahm es aber an…..später hab ich im Internet gesehen, das es eine Webseite gibt die sich „Blütenbarometer“ nennt….und dort wird angezeigt das die Kirschblüte am Abblühen und die Apfelblüte in Vollblüte sein sollte….so als Prognose.

Aber wie es tatsächlich aktuell aussieht, wusste ich damit immer noch nicht….immerhin ist das Wetter aktuell sehr wechselhaft…Deshalb hab ich mich gestern am Nachmittag auf den Weg dorthin gemacht….Es gibt für mich nur 2 vernünftige Wege mit dem Auto dorthin zu kommen….einmal über die Fähre bei Glücksstadt / Wischhafen oder über die A7 durch den Hamburger Elbtunnel. Beide Wege dauern ca. 1 Stunde….und haben jeweils eine Engstelle, die es noch länger dauern lassen kann.

Am Fähranleger Glückstadt gibt es oft einen Rückstau, der die Fahrt verlängert und durch die vielen Baustellen auf der A7 kommt es vor dem Elbtunnel oft zu Stop-and-Go….ich hab mich trotzdem für diesen Weg entschieden….weiß ja inzwischen wie ich mich durch Hamburg durchfädeln muss, um erst kurz vor dem Elbtunnel auf die A7 zu kommen….so steckte ich nur kurz in dem zähfließendem Verkehr…. Das Wetter war mäßig bescheiden….immer wieder Regen und Sonnenschein in kurzem Wechsel…

Auch während der weiteren Fahrt über Finkenwerder und Cranz in Richtung Stade war das Wetter nicht einladend…und so konnte ich zwar sehen das die Bäume an vielen Stellen sehr viele weiße Blüten hatten…aber es wirkte auch etwas trostlos.

Für einen Großteil der noch 33km nachdem ich die Autobahn verlassen hatte, gilt Tempo 50. Entspannend finde ich das ehrlicherweise nicht….nicht bei warmen Wetter und Sonnenschein und auch nicht bei Regen. Ich fahre oft über Landstraßen, die Geschwindigkeits-Begrenzungen haben und es macht mir nur wenig aus, aber dieses strikte 50er Diktat lässt jedes Mal wenn ich hier bin, Unmut in mir hochsteigen….ich mag diese Strecke komischerweise nicht….auch der Blick auf die blühenden Obstbäume macht es nicht besser.

In Stade angekommen hab ich die Stadt nur kurz zu Fuß durchquert…mitten am Alten Hansehafen, wo noch viele Menschen draußen in Cafes und Restaurants saßen, stand ein Mann am Fenster eines alten Fachwerkhauses mit seiner Trompete und spielte ein paar Melodien…das hörte sich schön an…

Ich bin trotzdem gleich weiter zum Burggraben gelaufen…an diesem See entlang, gibt es schöne Wege…und kaum war ich dort angekommen, hatte es sich auch endlich ausgeregnet und so bin ich vom Burggraben (See) der Schwinge (Fluss) gefolgt, der auf sehr gemütlichen ruhigen Wegen aus der Stadt hinausführte….mit Blick auf das Schwingetal….und im großen Bogen wieder zurück.

Sehr versteckt am Rande der Stadt war dann noch diese alte Mühle:

Was ich auf meinen Ausflügen immer wieder feststelle…obwohl ich mich nur selten mit der Geschichte einer Stadt oder einer Umgebung auseinander setze, lerne ich immer wieder so nebenbei etwas dazu….und sei es auch nur, das ich jetzt weiß, das es den Fluss „Schwinge“ als Nebenfluss zur Elbe überhaupt gibt.

Geschichte und Geographie gehörten nie zu meinen Lieblingsfächern und auch heute noch gehe ich nur selten in Museen und meistens lese ich auch nicht im Vorfeld zuviel über meine Ausflugsziele.

Die Auswahl richtet sich i.d.R. nach folgenden Kriterien: Alte Stadtkerne gerne mit Fachwerk, Hansestädte besonders gerne, gerne mit großen Parks und wenn möglich mit viel Wasser und schönen schönen Wegen drumherum, Moore … gerne mittendurch, großflächige Wälder, in denen man nicht zu vielen Menschen begegnet…Gerne Küstengewässer mit Deich, Fleth und urigen Landschaften….Naturschutzgebiete….usw….

Ich bin also gar nicht der übliche Stadttourist, der sich von Kirche, über Stadtmuseen zum Rathaus vorarbeitet und sich permanent mit Jahreszahlen, wer wan wo wie geboren wurde oder gelebt hat, beschäftigt. Ich möchte einfach schöne Orte sehen und mich dabei wohl fühlen…und wenn ich nebenbei noch etwas lerne, ist das genug.

Bodennebel in den Sanddünen

Der Samstag war abwechslungsreich…aber ohne großartige Höhen oder Tiefen.

Ein bisschen Erholung vom turbulenten Ausflug am Freitag, einen Teil der Wohnung geputzt, Schnitzel geschnitten, geklopft, paniert und gebraten…dazu eine Pfanne voll Gemüse.

Es wurde am Mittag tatsächlich sonnig und gleich darauf schwülwarm…..so hab ich noch eine Weile auf dem Balkon gesessen, bis der Regen mich ins Haus spülte….hahaha also bis ich vor dem Regen geflüchtet bin.

Am Nachmittag hab ich mich auf den Fußboden vor meine Musikanlage gesetzt und die Kisten mit den Musik-CDs durchgeschaut. Scheinbar hab ich vor dem Umzug einfach alles nur eingepackt….meine ursprüngliche Sortierung war komplett durcheinander….also hab ich die teils losen CDs wieder in die Hüllen sortiert und die verschiedenen Aufbewahrungskistchen neu sortiert….und natürlich auch die eine oder andere CD gleich mal angehört…..

Später hab ich dann wieder auf der Couch gesessen und etwas gelesen, ….und erst um 20 Uhr hab ich mich losgerissen und bin in die Holmer Sandberge gefahren….durch den Regen war der Boden aufgeweicht, also wunderbar zum laufen…..

Am Abend ist hier fast niemand mehr unterwegs…so kann ich diese herrlich ungewöhnlich anmutende Dünenlandschaft mit Heidekraut, Trockengras und Kiefern mit der hereinbrechenden Abendstille so wunderbar aufsaugen.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz, es war schon fast 21.30 Uhr, kam ich am See vorbei und hab kurz Pause gemacht. Da konnte man ganz so ganz leicht den Abendnebel über das Wasser ziehen sehen…aber es war nur ganz leicht …..eine kurze Weile später sah man den Bodennebel dann so richtig über der danebenliegenden Weide schweben:

Und wieder knappe 7km gelaufen…Den Rest des Abends hab ich vor dem Fernseher verbracht und bin dann auch erst sehr spät ins Bett gegangen….und ich habe wunderbar durch geschlafen.

Warum so kompliziert?

Wir leben in Deutschland in einem normalerweise recht gut organisiertem Land….ja, darüber gibt es natürlich unterschiedliche Ansichten…vor allem was bedeutet gut organisiert.

Oft werden wir über reglementiert und bürokratisch sind wir auch oft…

ABER, wenn es doch unkomplizierte, wirklich einfach händelbare Verfahren gibt, warum werden die dann nicht auch überall als solche erkannt und angewendet.

Hier mein Beispiel von gestern:

  1. Corona-Test in Pinneberg in wenigen Schritten und noch weniger Minuten: Ich fahre mit dem Auto zum Testzentrum rund um einen großen Supermarkt: Die Einfahrt ist unverkennbar – sehr gut ausgeschildert: das Auto fährt durch die Einfahrt bis zum großen Schild mit dem QR-Code. Der wird fotografiert und schwuuups erscheint im Display ein Anmeldeformular: das füllt man mit seinen persönlichen Daten und drückt den Button senden…es erscheint im Diasplay ein weiterer QR-Code. Man fährt bis zum Test-Zelt vor, wird mit dem Auto heran gewunken. Ein freundlicher Mensch in Ganzkörperschutzanzug scannt mit seinem Handy den QR-Code Deines Handys und blickt auf den dargebotenen Personalausweise….und dann kommt auch schon das Wattestäbchen zum Einsatz….der freundliche Mitarbeiter sagt noch ein paar nette Worte und verabschiedet sich…und man kann wieder fahren…. i.d.R. bekommt man nach 15 Minuten das Ergebnis an seine E-Mail-Adresse geschickt.

2. Corona-Test in Husum: Vor dem Testzentrum stehen unkontrolliert und vollkommen durcheinander viele Menschen. Manche mit Termin, manche ohne….es gibt keine Einlass-Einfädelung die das ganze strukturieren würde. Um in das Testzentrum zu kommen, muss man sich jedoch vorher mit dem Handy registrieren…dafür gibt es an den Wänden eine Anleitung mit viel Text, daneben einen QR-Code. Da auch ich mich inzwischen an QR-Codes gewöhnt habe, fotografiere ich den QR-Code…wie viele andere auch, OHNE vorher alles zu lesen (weil, ist ja viel Text).

Dumm nur, das der QR-Code eben Nicht für die Registrierung gedacht ist….dafür muss man eine Internetadresse in den Browser seines Handys tippen….bei mir funktioniert die Adresse nicht… eine beneidenswerte entspannte junge Frau vom Testzentrum, versucht allen zu helfen und meint, mit meinem Browser gäbe es öfter Schwierigkeiten…sie schafft es aber trotzdem. Es öffnet sich nach langer Zeit endlich die Webseite…man muss sich durch mehrere Seiten klicken, seine Mail-Adresse eingeben und dann absenden…danach warten bis man eine E-Mail bekommt. die E-Mail öffnen (man steht der weil in einer Traube von Menschen, die alle versuchen das Gleiche zu tun und gibt schon gut Hinweise: nein…nicht den QR-Code scannen…die Internetadresse nutzen…usw) während man selber darauf wartet, das sich die E-Mail endlich komplett öffnet, um mit einem Klick wenigstens schon mal seine Mail-Adresse bestätigen zu können…dann erst landet man auf der Anmeldeseite um seine persönlichen Daten komplett eingeben zu können und schickt diese ab….und wieder warten, bis irgendwann dann mal bestätigt wird, das die Daten gerade angekommen und ich soll einen Termin vorbestellen…ich will aber nicht irgendwann einen Termin, sondern jetzt (dann höre ich nur…das kann ich überspringen) AHA….okay, also nach ellenlangem scrollen kommt ganz unten der Button „Weiter“ und noch einmal warten, bis der QR-Code erscheint…den soll man nun in die Zwischenablage kopieren (ähmmm…WIE kopiere den in die Zwischenablage und wozu das Ganze)…ein etwa 11jähriges Kinde hat es mir gezeigt, wie das bei meinem Handy funktioniert (JETZT fühle ich mich richtig schlecht) …..und dann darf ich endlich das Testzentrum betreten: Die freundliche Dame vom Anfang sagt, suchen sich sich aus: Kabine A-D….alle auf rot, aber ich soll dahin…während alle anderen sich vor den Kabinen E-G knäulen….

Ich stehe also als Einziges vor den Kabinen, die Lichter an den Kabinen leuchten rot und es steht dort : NUR für Personen mit Termin. Ich fühle mich überfordert und fehl am Platze….ich luke in eine der Kabinen und werde belehrt, das ich bei Rot draußen zu warten habe…3 Minuten später werde ich aufgefordert trotz des Roten Lichts um die Kabine herum zu gehen….ja aber…ist doch noch rot…egal – kommen Sie…..dann den QR-Code und Ausweis vorzeigen, jetzt kommt das Wattestäbchen und dann muss man an allen Kabinen mit den Leuten davor vorbei laufen, um auf der Rückseite des Gebäudes wieder auf einer Straße zu landen…meine Schwester steht aber auf der Frontseite, also muss ich nun um den kompletten Häuserblock herum laufen…Fertig…sooo und jetzt noch einmal warten so ca 20-30 Minuten, bis das Ergebnis per Mail geschickt wird…..

Das ganze hat fast 30 Minuten gedauert (ohne die Wartezeit für das Ergebnis) und es war echter Stress für mich.

Abtauchen – in Husum

Freitag und ich hab Urlaub….und weil es der Brückentag zwischen „Christi-Himmelfahrt“ und dem Wochenende ist, war es nicht nur MEIN Urlaubstag….aber deshalb war er nicht weniger schön….nur voller.

Vor der Fahrt nach Husum, für das Treffen mit meiner Schwester, bin ich zum Corona-Test gefahren….und es lief auch alles, wie sonst auch: mit dem Auto vorfahren…einchecken, testen, wegfahren…..nur das sehr viele andere Menschen das auch wollten…und das war wohl auch das Problem….also der Test lief gut und schnell….das Blöde war nur, das ich auch stundenspäter immer noch nicht mein Ergebnis hatte….

Egal, das kommt schon noch…und bin dann in Richtung Husum losgefahren….die Fahrzeit lag bei fast 1,5 Stunden mit einer kurzen Pause….verabredet hatten wir uns am Wasserturm, dort gab es aber nur noch einen freien Parkplatz, also musste ich erst einmal suchen….und es war klar, also wenn ich dort stehen bleibe, fülle ich bestimmt die Kassen der Stadt…war doch die Parkdauer auf 2 Stunden begrenzt. Aber ich hatte keine Lust jetzt noch länger herum zu suchen.

Husum, auch bekannt durch Theodor Storm als „Die Graue Stadt am Meer“…..

Was eine bestimmt passende Beschreibung ist für einem trostlosen Februar Morgen….aber weniger an einem Brückentag im Mai…auch wenn zugegebenermaßen das Wetter schon eher grau und ungemütlich war….und am Hafen zog der Wind auch unangenehm.

Wir starteten jedoch vom Wasserturm erst einmal durch den wunderschönen Schlosspark….das Krokusblütenfest 2021 ist zwar ausgefallen, aber auch ohne das lila-wogende Meer an Krokusblüten (das übrigens das Größte in Nordeuropa sein soll lt. NDR) ist der Schloßpark zwar relativ überschaubar, aber sehr gemütlich und dicht bewachsen:

Danach ging es dann durch verspielte kleine Gassen mit schön hergerichteten Häusern und Vorgärten in die Altstadt.

Jaa, es war wirklich voll, die Geschäfte hatten geöffnet, auch in Cafes und Restaurants konnte man DRAUSSEN sitzen, Essen und Trinken. In einem kleinen gemütlichen Cafe haben wir unseren Tag mit Erdbeerkuchen und Kaffee/Heißer Schokolade gestartet.

Abstand halten war in der Stadt nicht wirklich möglich, aber trotzdem fand ich es nicht unangenehm….der Inzidenzwert liegt UNTER 30…in vielen Geschäften gab es zur Kontakt-Nachverfolgung die Lucca-APP, die Beschränkung des Einlasses war durch Taschen-Korb-Schlüssel-oder Schuhlöffel-Mitnahme am Eingang gesichert, ohne die man ein Geschäft nicht betreten durfte und die Verkäufer haben das gut gemanagt und auch darauf geachtet , das sich nichts knäult, da gab es dann schon mal eine Ansage…Desinfektions-Spender gab es überall…mit der Technik der Spender hatten wir an manchen Stellen trotzdem unsere Probleme hahaha….so unterschiedlich funktionieren die und mache waren wahrscheinlich auch bereits ausgenudelt.

UND trotz Masken, überall fröhliche und aufgeschlossene Menschen….vor allem in vielen kleine Geschäften sind wir mit den Menschen in teils längere Unterhaltungen gekommen…..und das sag noch einer etwas über stoffelige mundfaule Norddeutsche.

Es liegt ja auch immer an einem selber, denn ich fand das heute alles zwar voll, aber nicht übervoll … auch die Maskenpflicht war zwar lästig….aber ich hab keine Nicht-Maskenträger gesehen und genörgelt hab ich nur selber einmal leise, weil es in einem Laden so stickig war, ich eine Hitzewallung bekam und irgendwie das Gefühl hatte keine Luft mehr unter dem Ding zu bekommen….aber nach 1 Minute war alles wieder okay.

Ich fand es auch nicht hektisch oder stressig ..na gut….also…bis auf die Sache mit dem Test….Mein Ergebnis vom Morgen, ist einfach nicht per Mail angekommen…und meine Schwester wollte gerne in das Restaurant eines großen Kaufhauses…weil es Innen liegt und von daher wärmer wäre….aber die wollten einen negativen Corona-Test haben…meiner lag ja aber nicht vor…

Also zum Testzentrum um die Ecke…kein Problem….DACHTE ich zumindest…kannte ich doch bisher nur unkomplizierte Verfahren (von der Odyssee erzähle ich später noch)

Nach dem Test sind wir dann erst einmal weiter geschlendert und inzwischen wollten wir dann doch lieber am Hafen Fisch essen und dort brauchte man keinen Test (grummel….grummel – und wozu hab ich dann noch einmal einen Test gemacht).

Dort wo wir sitzen wollten, war jedoch alles besetzt und dort wo es nicht besetzt war, gab es nichts zu essen, sondern nur Getränke….also nahmen wir das italienische Restaurant – auch direkt am Hafen. Die hatten ein Zeltdach über den Tischen, die 4er Tische waren mit Plexiglas voneinander getrennt, es gab sogar Decken (von denen man uns im Cafe noch gesagt hatte, die seien unhygienisch und daher dürften sie keine anbieten), es gab auch einiges an Fisch….UND es wurde gerade ein Tisch frei.

Regnerisch, 11 Grad, leichter Wind….und wir saßen Draußen, gehüllt in Fleecejacke, Regenjacke, Schal und mit Fleecedecken um die Beine und tranken Kirschschorle, heißem (Jasmin-)Tee und Prosecco und dazu gab es die klassische Scholle mit Krabben und Bratkartoffeln….und weil es doch ein italienisches Restaurant ist, wolle ich noch Bruschetta als Vorspeise.

und die Scholle war soooo lecker….die Bratkartoffeln waren jetzt nicht so knusprig, aber dafür richtig gut.

Nach dem Essen sind wir dann weiter durch die Geschäfte gezogen….erst einmal aufwärmen….und ein paar schöne Sachen haben wir auch gekauft.

Es ging heute nicht um Sight-Seeing, nicht um das Erkunden einer Stadt, es ging nicht um sportliche Bewegung…es ging einzig darum sich einen schönen Tag in der Stadt zu machen und mal wieder relativ unbeschwert zu „schladacken“: Bummeln, shoppen, unterhalten, schöne Dinge anschauen….und dabei mal aus dem Alltag abtauchen.

Und als wir am Abend wieder bei den Autos waren, lagen 18.000 Schritte und mehr als 10km hinter uns…hahaha. Also shoppen ist doch auch Sport….aber ich war auch froh als ich später wieder zuhause war….ich war platt

Wohldorfer Wald im Regen

Heute ist Donnerstag…und Feiertag.

Obwohl ich erst sehr spät ins Bett gegangen bin, war ich schon wieder früh munter….und nach allen Vorbereitungen und einem kleinen Frühstück zuhause, saß ich bereits um 7.30 Uhr im Auto.

Lt. Wetterbericht lag die Regenwahrscheinlichkeit für den Vormittag bei 40%, am Nachmittag bei 80%…..Ich bin mal wieder über Norderstedt in den Wohldorfer Wald gefahren…Da war ich seit Ende des Herbstes im letzten Jahr nicht mehr….aber jetzt kann ich ja gar nicht genug bekommen vom Wald und all dem Grün.

Es ist ja nicht nur diese schöne kräftige Farbe, sondern auch das die Blätter den Wald wieder umschließen und alles dichter und undurchdringlicher wirkt…also gemütlicher.

An so einem relativ frühen Feiertagsmorgen waren auch nur ein paar Jogger und Hundebesitzer unterwegs….es war wunderschön still….und schon kurz nach meinem Start, fing der Regen an und hörte auch nicht mehr auf.

Es war windstill und konnte ich am Anfang den Regen nur hören, wie er auf die Blätter fiel….und erst nach einer Weile drang dieser dann auch bis zu mir durch. Gut das ich die Regenjacke mit genommen hatte.

Es war ein Wohltat mal wieder kreuz und quer durch den Wald zu laufen…und so manchen Ort könnte man glattweg als Lieblingsplatz definieren….wie diese Bank an einem kleinen Bachlauf mitten im Wald.

Meine Pause hab ich aber dann doch lieber unser einem dichteren Blätterdach gemacht….auf einem riesigen umgestürzten Baumstamm, etwas abseits des Weges…..mit dem Thermositzkissen und noch heißem Kaffee war es eine schöne Pause….

Mit etwas mehr als 10 km bin ich sehr zufrieden mit meinem Ausflug an diesem Morgen….der Wald, die Ruhe, die Farbe der Blätter, das Vogelgezwitscher, der leichte Regen, der weiche (manchmal matschige) Untergrund, das Alles bei windstillen 12Grad…ja so mag ich das.