Winter und Fühling zugleich

Für Samstagvormittag war ich mit Schwester+Schwager in Flensburg verabredet…meine Schwester ist jetzt seit mehr als 1 Woche wieder zuhause, meine Corona-Infektion und die stressige Woche sind vorbei…also kehrt so langsam wieder Normalitität in mein Leben….inclusive das ich seit letztem Wochenende wieder weiter Dänisch lerne.

Gestern ging es erst einmal um ein vorgezogenes Krokusblüten-„Fest“…das es in Flensburg zwar nicht gibt…aber es gibt einen wunderschönen alten Friedhof mit vielen Krokussen und die blühen gerade.

Aber erst einmal gab es bei mir zuhause SCHNEE. Noch im Bett liegend hörte ich Jemanden Schnee schippen…ohhhh…es gibt Schnee…aber erst beim Blick aus dem Wohnzimmerfenster begriff ich, wieviel Schnee tatsächlich in der Nacht gefallen war…es waren ca. 3-5 cm und auch auf den Straßen blieb der Schnee liegen.

Mit dem Aufstehen hab ich mir etwas zu viele Zeit gelassen…hab noch im Bett gelesen….so das mir am Ende dann keine Zeit mehr blieb noch einen Schnee-Spaziergang zu machen…aber ich hab alles eingepackt und gedacht…na dann schneit es in Flensburg bestimmt auch.

Aber schon nach ca. 40km in Richtung Norden, war vom Schnee nichts mehr zu sehen und so blieb es zwar vorläufig bei strahlend blauem Himmel…aber ohne Schnee und später dann auch mit Schneeregen und Regen und dann wieder Sonnenschein und mit Krokussen und Schneeglöckchen…eine tolle Kombination:

Das „richtige“ Krokusblütenfest findet kommendes Wochenende in Husum statt…da sind dann so viele Krokusse, das man keinen Rasen mehr sieht…ein Meer aus Blüten…das ist ein tolles Schauspiel – aber auch fürchterlich überlaufen….da ich kommenden Freitag Urlaub habe, werden wir uns evtl. Freitagmittag dort treffen…also VOR dem Fest und den Menschenmassen. Aber das ist erst einmal nur eine lockere Absichtserklärung…

Meine Schwester hat ihre lebendige Art zurück und auch mein Schwager ist ziemlich erleichtert und man merkt ihm sehr deutlich an, wie sehr ihn die letzten 6 Wochen alleine zuhause, zugesetzt haben…Beide waren übermäßig laut beim Sprechen und mein Schwager hat mich kaum einen Satz zu Ende sprechen lassen. Das war super anstrengend und auch teilweise schon nervig. Das war nichts für mich, um mich zu entspannen…trotzdem war es ein schöner Tag….am späten Nachmittag bin ich dann auch schon wieder heimgefahren.

Beiden geht es soweit gut, das Finanzielle regelt sich auch langsam bei Beiden, mein Schwager bewirbt sich fleißig- hat bisher aber nur Absagen erhalten. Die körperlichen Narben meiner Schwester verheilen gut, aber sie darf noch lange nicht wieder körperlich Arbeiten..ist noch krankgeschrieben..Die seelischen Attacken mit Angst und Panik sind fort …wieder Zuhause zu sein, tut ihr richtig gut.

Uund ich bin auch raus aus dem Krisenmodus….alles wird wieder gut …noch nicht jetzt sofort….aber Stück für Stück und mit jedem Tag ein bisschen mehr.

Weißkittel-Effekt

Wie kann man mich, als eingefleischten Autofahrer, davon überzeugen auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen? – Also so – jedenfalls nicht.

Freitagmorgen musste ich von Quickborn nach Norderstedt (Mitte)…das sind per ca. 14km und dauert mit dem Auto ca. 15-20 Minuten je nach Verkehrslage. Es wurde jedoch abgeraten nach dem Herz-CT selber mit dem Auto zu fahren, weil ich für die Computertomographie einen Beta-Blocker bekomme, um den Herzschlag zu verlangsamen, evtl. noch ein Beruhigungsmittel, falls der Beta-Blocker nicht ausreicht und dann auch noch ein Kontrastmittel gespritzt bekommen werde, auf das man evtl. allergisch reagieren kann.

Also hatte ich mich für die Fahrt mit den Öffentlichen entschieden. Die AKN fährt ja aktuell nicht, wegen des Umbaus von Diesel auf Elektroantrieb…und so blieb nur der „Schienenersatzverkehr“…also der Bus. Die Hinfahrt war mit knappen 30 Minuten Fahrzeit noch richtig akzeptabel und unkompliziert…JA prima – also das ging ja besser als erwartet.

Jaaaa, bis ich dann mittags wieder nachhause wollte. Das ich 20 Minuten auf den Bus warten musste – okay geschenkt…aber das die reine Fahrtzeit auf dem Rückweg dann fast 1 Stunde dauerte…also das hat mich nun wirklich nicht überzeugt…auf dem Hinweg gab es nur wenige Haltestellen…auf dem Rückweg wurde eine Schleife nach der anderen gefahren und gehalten wurde gefühlt „an jeder Milchkanne“…ja also, das mag zwar eine optimale Anbindung der kleineren Ortschaften drumherum gewesen sein…aber keine optimale Streckenführung, um mich vom Bus zu überzeugen. Aber sobald die AKN/bzw. dann die S-Bahn bald wieder fahren sollte, dann würde ich für diese Strecke tatsächlich die Bahn bevorzugen.

Der Termin in der Kardiologischen Klinik war ganz okay…aber ein komisches Zeitmanagement haben die dort schon….ich war 1 von 3 die zur gleichen Zeit einen Termin für die gleiche CT-Untersuchung hatten, bei nur einem Gerät. Mein Vorteil war nur, das ich als 1. dort ankam und somit auch als Erste dran…bei mir hat der Termin insgesamt mehr als 2 Stunden gedauert…und als ich endlich gehen konnte, saß die 3. Patientin immer noch und wartete…inzwischen schon ziemlich genervt.

Die reine Prozedur im CT hat dabei nur knappe 20 Minuten gedauert. Mehr als 1 Stunde ging dafür drauf, meinen Ruhepuls auf unter 65 Schläge zu reduzieren…Als ich dem Arzt gegenübersaß lag mein Puls noch bei 110 Schlägen…und auch der 1.Betablocker brachte den Puls nicht wirklich runter. Ich hab den sogenannten „Weißkittel-Effekt“…IMMER wenn ich beim Arzt bin, schnellen Puls und Blutdruck in ziemliche Höhen und bleiben dort auch die ganze Zeit über. Also hab ich nach einer 3/4 Stunde noch eine weitere Tablette mit dem Beta-Blocker bekommen…und sollte das nicht ausreichen, wäre noch ein Beruhigungsmittel möglich. Aber bei mir half die 2. Tablette dann relativ schnell…ich wurde extrem müde und hab von selber auf mich aufmerksam gemacht…jetzt wäre es wohl soweit…und tatsächlich lag mein Puls auf einmal bei 64 Schlägen…bei meinem Fitness-Tracker sah der Abfall des Pulses auch ziemlich drastisch aus….hahaha…aber endlich konnte es losgehen.

Da das CT eigentlich keine Röhre ist, sondern eher einem überdimensionalen Donut gleicht, war die Untersuchung für mich unproblematisch…ich lag nur mit dem Brutbereich im CT und alle anderen Körperteile waren außerhalb…also gab es kein Problem mit meiner Klaustrophobie.

Erst kurz vor Ende der CT-Aufnahmen, wurde das Kontrastmittel gespritzt…und in Sekundenschnelle breitete sich diese merkwürdige Wärme in meinem Körper aus….krass wie schnell das durch die Venen lief….und dann war auch schon alles vorbei.

Nur ich hab in dem Raum gefroren, da das Gerät eine Art Kühlung laufen hatte..aber die Schwestern haben zumindest ein Handtuch über meinen freien Oberkörper gelegt….aber für den Rest des Tages war mir danach richtig kalt.

Mit dem Herz-CT werden vom ruhig schlagenden Herzen Bilder in vielen Schichten hintereinander aufgenommen, um so die Funktion des Herzens und den Zustand der Herzkranzgefäße sichtbar zu machen. So sieht man eventuelle Verkalkungen in den Gefäßen und auch Verengungen und auch, ob es Probleme bei der Funktion des Herzens gibt. Um aber überhaupt etwas mit dem CT sehen zu können, darf das Herz nicht zu schnell schlagen…deshalb muss der Puls bei den meisten Menschen verlangsamt werden…sonst ist die Untersuchung nutzlos.

Das Ergebnis erhalte ich aber erst später von meinem Kardiologen….wenn er selber die Auswertung aus der Klinik erhalten hat.

Was ist eine Weißkittelhypertonie?

Der eigene Blutdruck ist kein starrer Wert, sondern unterliegt natürlichen Schwankungen. Auch bestimmte Ereignisse, wie der Besuch beim Arzt können den Blutdruck steigen lassen. Von Weißkittelhypertonie oder auch Weißkitteleffekt oder maskierter Hypertonie spricht man, wenn zuhause ein normaler Blutdruck besteht, der in einer Klinik oder Arztpraxis aber höher ausfällt, nur weil er vom Arzt ermittelt wird. Weil manche Menschen bei einem Arztbesuch nervös sind und dies als Stresssituation empfinden, kann der Blutdruck ansteigen.

Die Differenz zwischen den beim Arzt und zuhause gemessenen Blutdruckwerten liegt oft bei etwa 20 mmHg oder mehr beim systolischen Wert. Bei einem normalen Blutdruck von 120/80 mmHg ist ein um 20 mmHg erhöhter Wert enorm. Man spricht also vom Weißkittelsyndrom.

https://www.visomat.de/weisskittelhypertonie/

Vom Gordischen Knoten und Problemlösungen

In dieser Vollmond-Woche war ich tatsächlich bisher an 5 von 6 Tagen walken. Trotz der vielen Homeoffice-Tage gehe ich aktuell erst Abends meine Runden…wenn es schon Dunkel draußen ist.

Direkt nach Feierabend bin ich erst einmal platt….und raffe mich dann erst später auf…und mein neues Mobiltelefon brachte es tatsächlich fertig ein Bild vom Mond aufzunehmen, als ich außerhalb des Ortes in der Dunkelheit über die Feldwege lief…das war noch am Montagabend…also einen Tag vor dem Vollmond.

Ich gehe zwar immer noch nicht wieder in der Geschwindigkeit, wie vor meiner Corona-Erkrankung…aber die Strecken sind wieder zwischen 4,5 bis 6km…das ist mein normales Niveau für diese Walking-Runden.

Ich liebe es durch die Dunkelheit zu laufen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen….Alles Erlebte zu rekapitulieren, einzuordnen und dann loszulassen….vor allem den Stress.

Seit Donnerstag bin ich auch wieder gut gelaunt…hab meine Motz-Phase endlich abgeschlossen…SO – endlich kann ich meine Arbeit wieder geniessen…auch wenn es immer noch nicht wieder rund läuft…aber den gordischen Knoten aus Chaos, Zeitdruck, fehlenden Unterlagen, mangelhaften Erklärungen, langsamen Kollegen, neuen Formularen und herausfordernden neuen Anweisungen hab ich jetzt lösen können. Von dem großen Knoten sind noch ein paar kleinere Knötchen übrig geblieben…das Das-Große-und-Ganze Drama hat sich (vorläufig) aufgelöst.

Und wieder einmal hab ich festgestellt….alles geht nur einzeln und nach einander zu lösen…es gibt keine Abkürzungen und auch keine Wunder, die so ein Knäuel mit einem Schlag auflösen können….da hilft nur Geduld (nicht meine Stärke), Konzentration (meine Stärke) und stoische Disziplin (meine große Stärke) jedes Problem einzeln und nach und nach zu lösen…bis sich der riesige Knoten entwirren lässt.

Es gab ein paar Tage zwischendurch, wo ich einfach keinen Bock mehr hatte…und auch schon dachte – ich schmeiß gleich den ganzen Kram hin…aber aufgeben ist nicht….ohhhh nein – das mache ich nicht. Und bis Freitagabend 17 Uhr hatte ich es tatsächlich geschafft, das meiste aus diesem riesigen Wust an Chaos heraus zu lösen und es ordentlich zu verarbeiten. Freitag war ja auch die letzte Deadline für die 1.UST-Voranmeldung im neuen Jahr 2023….also bis dahin musste ich einfach Daten haben, die stimmig sind.

Ich hab in dieser Woche so viel telefoniert, wie all die Wochen zuvor nicht….jeder Knoten ein Problem, und jedes Problem anders als das Vorherige….also hab ich die meiste Zeit mit telefonieren und mailen verbracht…hab auf viele Zehen getreten, angefordert, nach gefragt, um Erklärungen gebeten, um Verständnis geworben, nette und manchmal auch lustige Unterhaltungen geführt, Verantwortlichkeiten umgeleitet und Führung eingefordert…gut das ich in dieser Woche überhaupt so kommunikationsfähig war…was mir ja nicht immer gelingt….aber es blieb mir auch gar nichts anderes übrig..und hat sich am Ende gelohnt.

Ich war auch an 2 Tagen im Büro….allerdings alleine….und hab mich mit den Kollegen aus den anderen Abteilungen auch noch gut unterhalten….aber Nach Feierabend war ich dann auch entsprechend müde.

Fazit: Die Woche war anstrengend – aber gut und ich fühle mich wieder fit….das Einzige was mich doch etwas dämpfte war der Termin zum Herz-CT am Freitag….

Der Ausdruck Gordischer Knoten bezeichnet ursprünglich kunstvoll verknotete Seile, die einer griechischen Sage nach am Streitwagen des phrygischen Königs Gordios befestigt waren. Sie verbanden die Deichsel des Wagens untrennbar mit dem Zugjoch. Bekannt wurde der aus dem Bast der Kornelkirsche bestehende Knoten, weil Alexander der Große ihn mit seinem Schwert durchschlagen haben soll.

Heute bedeutet die Redewendung „den gordischen Knoten durchschlagen“ oder „den gordischen Knoten lösen“ die Überwindung eines schwierigen Problems mit energischen beziehungsweise unkonventionellen Mitteln

https://de.wikipedia.org/wiki/Gordischer_Knoten

Also meine Lösungen waren zwar nicht unkonventionell….dafür aber mehr als energisch 🙂

Hätte es nicht so bleiben können?

Und gerade als der Stress im Job und die Herausforderung mit meiner Schwester wieder beherrschbar wurde, kamen ja, so ganz nebenbei, auch schon meine eigenen kardiologischen Untersuchungen, die mich an 4 von 5 Werktagen immer wieder von Termin zu Termin trieben….jaaa so langsam wird es ….und am kommenden Montag hab ich zum vorläufigen Abschluß noch ein Herz-CT.

Samstag war ich dann endlich mal wieder richtig gut entspannt, weil ich nicht die gleiche Problematik mit dem Herzen habe, wie meine große Schwester….mein Lipoprotein A ist fast nicht nachweisbar…nur mein Cholesterin ist leicht zu hoch…alle anderen Blutwerte sind okay und auch mein Herz machte im Ultraschall keine auffälligen Purzelbäume (Verräter – warum versteckst Du Dich ausgerechnet jetzt)…nur der Blutdruck ist permanent, trotz Tabletten, viel zu hoch…es gibt also Neue Tabletten.

Den Samstagmittag war ich mit meiner Schwester in einem tollen Restaurant, in der Nähe der Reha und es regnete und stürmte – aber es war trotzdem ein toller Tag.

Mir ging es am Sonntag soooo gut, das ich morgens ins Fitnessstudio gefahren bin und am späten Nachmittag noch eine Walkingrunde absolvierte….man ging es mir gut – so richtig fit und kraftvoll, wie schon länger nicht mehr. Perfekter Ruhepuls.

Hätte es nicht so bleiben können?

Diesen Montag im Homeoffice lief es ganz okay, aber gegen Abend bekam ich Schüttelfrost und sehr starke Kopfschmerzen…Nanu – vertrage ich die neuen Tabletten nicht? In der Nacht taten mir alle Glieder weh – oder war es Muskelkater vom Fitness-Studio? Ich konnte es nicht einordnen – allerdings konnte ich die Nacht kaum Schlafen vor Schmerzen…konnte nicht liegen und war zu kaputt zum Stehen.

Morgens im Homeoffice fühlte ich mich dann zerschlagen und nach einem Telefonat mit einer Kollegin, hab ich dann vorsichtshalber einen Corona – Schnell-Test gemacht…tja – was soll ich sagen:

Das ist das erste Mal seit fast 3 Jahren das so ein Test bei mir positiv ausfiel…..Okay – jetzt hab ich tatsächlich auch ganz offiziell Corona. Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Schlappheit begleiten mich zu den täglich positiven Tests also seit 3 Tagen.

Inzwischen geht es mir wieder besser….aber noch nicht richtig gut. Ich arbeite weiterhin, habe aber nur 3/4 Tage – alles ohne Krankschreibung …aber ich schone mich sehr viel und mache nur das, was gerade am Nötigsten ist…den Rest der Zeit ruhe ich auf der Couch und Schlafen gehe ich auch sehr früh.

Na die restliche Woche schaffe ich so auch noch….hoffe das bis zum Wochenende alles wieder negativ ist…vorsichtshalber hab ich schon mal den Samstag bei meiner Schwester abgesagt. Sie hat bisher keine Symptome und auch die Tests sind negtiv- das soll auch so bleiben.

Entspannungs-Spaziergang

Entspannungs-Spaziergang

Im Job läuft es gerade auf Hochtouren und so hab ich mir am Dienstag einen frühen Feierabend gegönnt…ich brauchte Entspannung. Kurz vor Sonnenuntergang kam ich im Himmelmoor an, und hatte sooo einen tollen Sonnenuntergang bei eisigen Temperaturen und klarem Himmel.

Es war unglaublich – ruhig, windstill und himmlisch beruhigend…der Moor-See war im vorderen Teil gefroren.

Im weiteren Verlauf meiner Runde, direkt dort wo es einen phantastisch weitläufigen Blick über das Moorgebiet gibt, war die Torfschicht auf dem Wanderweg leicht gefroren und knirschte unter meinen Schritten….und das Rot der untergehenden Sonne war grandios:

und brachte mir geanu die Art von Erholung und Seele-baumeln-lassen, die ich gerade nötig hatte.

Es waren nur knapp 4,5km aber das genau zum richtigen Zeitpunkt….und nach dem Sonnenuntergang lief ich in der Dunkelheit die mir inzwischen so bekannten Wege. Das ganze Gebiet ist ja nur knappe 4 km von meinem Zuhause entfernt und ich liebe es immer noch dort die verschiedenen Wege entlang zu streifen. Es beruhigt mich und gibt mir eine schöne Zufriedenheit, wenn ich wieder zurück auf dem Parkplatz bin.

Ängste und Panik

Was für ein Wunderwerk der Natur der Mensch ist, merkt man erst, wenn etwas am Körper nicht mehr reibungslos funktioniert. Was Ärzte heute am Körper reparieren können ist schier unglaublich. Aber der Mensch besteht ja nicht nur aus Körper und so muss die Psyche auch einiges aushalten, wenn am Körper herumgeschnippelt wird.

Ich hatte bereits gelesen, das viele Patienten nach einer Operation am offenen Herzen, psychische Probleme bekommen können und auch Angststörungen nicht selten sind.

Angst an sich ist nichts Schlechtes, sie macht wachsam und vorsichtig und wird erst dann zum Problem, wenn die Angst vor etwas größer wird, als der Situation angemessen, in Panik mündet oder sich verstetigt.

Überrascht war ich trotzdem wie extrem schnell und intensiv sich bei meiner Schwester Panik und Angst breitmachte. Ich hatte seit der OP mein Handy immer in Reichweite, um jederzeit auf eine panische Nachricht oder einen Anruf reagieren zu können. Ganz alltägliche Situationen führten zu panischen Weinkrämpfen. Meine robuste und resolute Schwester war auf einmal ein Häufchen Elend.

Gut, dass ich die meiste Zeit im Homeoffice war, so konnte ich fast immer sofort reagieren und hab sie durch Zuhören, ruhiges Reden und positives Einordnen von Sachverhalten, die sie in ihrer Angst negativ ausgelegt hat, aus den Panischen Situationen heraushelfen können. Inzwischen hat sie auch mit der Psychologin in der Reha sprechen können..und seit 2 Tagen nun, sind die großen panischen Attacken vorüber…und als ich sie gestern besucht habe, sind wir ohne ihren Rollator spazieren gegangen und haben uns in die Cafeteria zu Kaffee und Kuchen niedergelassen. Beides war etwas, was ihr vor ein paar Tagen noch unmöglich erschien.

Wir hatten überhaupt einen tollen Nachmittag zusammen. Sie hat sogar schon wieder etwas zugenommen, die Augen sind wach und klar und sie plappert schon wieder munter drauf los…es geht also aufwärts, trotz der Schmerzen und Einschränkungen, die sie natürlich immer noch hat…aber die Wundnähte heilen langsam und sehen gut aus…und die REHA-Maßnahmen bringen erste Fortschritte, wie sich sie bewegen darf und zeigen, was sie schon alles wieder alleine machen kann, wenn sie bestimmte Dinge berücksichtigt.

Vor allem ist es wichtig, die Angst vor anderen Menschen und Bewegungen um sie herum, wieder zu verlieren….aber jetzt bin ich zuversichtlich.

Ich hatte vor mehr als 20 Jahren einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich und danach ca. noch 2 Jahre Angst, das mir irgendjemand beim Einkaufen oder Bummeln seinen Arm in den Rücken drückt oder mich schubst. Psychologische Betreuung gab es damals nicht…so hat es etwas länger gedauert, bis ich mich von dieser Angst befreien konnte. Na gut also klaustrophobisch war ich vorher schon und bin es ja immer noch…das ist leider nie weggegangen.

Aber ich habe Techniken entwickelt, die mir helfen, mich in Menschenmengen zu bewegen, (meistens) ohne in Panik zu verfallen…ich hab ihr gestern gezeigt und auch erklärt, was bei mir inzwischen automatisch abläuft, wenn mir Menschen zu nahe kommen, vor allem wenn sie mir zu eng entgegen kommen und ich nicht ausweichen kann oder beim Schlangestehen drohen zu dicht aufzurücken…das kann ihr für die Übergangszeit auch helfen, mit der Angst umzugehen. Ich kann inzwischen ganz gut damit leben.,

sportliche Herausforderung – Autobahn und Eumel

die letzten Wochen war ich oft auf der A7 oberhalb von Hamburg in Richtung Norden unterwegs…sehr oft. Das hat sich zum Glück jetzt auf 1x die Woche reduziert.

Auf jeden Fall fahre ich bis Kiel und seitdem meine Schwester zur Reha ist, biege ich dort von der A7 auf eine Bundesstraße ab und fahre weiter bis zur Reha-Klinik. Das sind jetzt pro Strecke 100km. Eigentlich ist das noch eine Entfernung, die mich nicht stresst…was es für mich aber so stressig macht, ich muss jedes Mal – immer noch – so einen blöden Corona-Test machen…und die sind sehr unterschiedlich.

Bei mir im Ort waren die in der Teststation unfreundlich und ich fühlte mich wie ein Betrüger, weil die bewiesen haben wollen, das ich ins Krankenhaus gehe um jemanden zu besuchen oder selber zum Arzt muss, um so den Test kostenlos zu bekommen. Soll ich mir erst im Krankenhaus eine Bestätigung holen oder wie? Wofür braucht man den Test denn sonst noch zwingend? und wer macht so etwas freiwillig sich ständig testen zu lassen…also ich jedenfalls nicht. Nach einmaligem Versuch, hab ich beschlossen dort nicht mehr hinzugehen.

In Kiel reicht es an den Teststationen aus, wenn man erklärt in welches Krankenhaus man möchte..füllt dafür einen Zettel aus und erklärt mit seiner Unterschrift seine wahrheitsgemäßen Angaben. Also gehe ich immer noch lieber dort zum Test, das sind nur 3km Umweg und geht schnell und zuverlässig und die sind nett…also stressfrei. Allerdings hat die eine Teststation am Wochenende nur bis 12 Uhr geöffnet und in der Woche bis 16 Uhr…die Andere in der Nähe, hat Mittags eine längere Mittagspause, hat dafür aber auch bis 18 Uhr geöffnet.

Ich muss also an einem Samstag zusehen, dass ich bis 12 Uhr den Test gemacht habe, sonst muss ich fast eine Stunde warten….und so hab ich für gestern geplant: 10 Uhr losfahren, dann bin ich um 11 Uhr in Kiel, Testen mit Warten vorher und nachher ca. 30 Minuten, dann die Sachen für meine Schwester besorgen: Obst und Snackgemüse, Süßigkeiten, Zeitschriften und einen neuen Eumel….ca 1 Stunde und dann noch 30 Minuten Fahrt bis zur Reha-Krankenhaus. Ankunft 13 Uhr.

Pläne sind gut und strukturieren den Tag.

Einen Stau hatte ich jedoch nicht eingeplant…und so stand ich dann völlig ungeplant zwischen Bad Bramstedt und Großenaspe im Stau. Also stand im Sinne von stillstehen. Wir haben uns brav alle sowas von vorschriftsmäßig aufgestellt, dass es eine perfekte Rettungsgasse gab und danach rollte gar nichts mehr. Außer den Feuerwehr-Fahrzeugen die nach ca. 15 Minuten mit großem Getöse und mit hoher Geschwindigkeit durch diese Rettungsgasse fuhr. Mit einigem Abstand kamen insgesamt 4 Fahrzeuge der Feuerwehr…aber zum Glück kein Rettungswagen.

Also hieß es Warten und das Einzige das lief waren mein Hörbuch (Brett Scott: „Cloudmoney – Cash, Karte oder Krypto: Warum die Abschaffung des Bargelds unsere Freiheit gefährdet“ super geschrieben und vor allem toll gelesen) und die Uhr.

Nach ca. 35 Minuten ging es dann endlich weiter….und mittels perfektem Reißverschluss-Verfahren kamen wir dann endlich auch an der Unfallstelle vorbei…wann und wie der Abschleppwagen vom ADAC dorthin gekommen ist kann ich gar nicht sagen…auch die Polizie war Vorort. Zum Glück war es wohl ein Unfall eines einzelnen Wagens und der hing schon am Haken, während ein junges Pärchen danebenstand und zusah.

Meinen strategischen Zeitpuffer, durch großzügige Planung, von 30 Minuten war damit aufgebraucht…wenn jetzt nichts mehr dazwischen kommt, klappt noch alles mit dem Test. Bis Kiel lief es dann auch gut… Einen Parkplatz vor der Klinik hab ich schnell gefunden…der war allerdings etwas schmal, so dass ich über die Beifahrerseite aussteigen musste…bin ja noch gelenkig – kein Problem. Also losgespurtet bis vor den Eingang der Teststation. Maske?…warum hab ich keine Maske in der Tasche…hab ich doch immer..grrrr…zurück zum Auto spurten – dort hab ich eine ganze Packung FFP2-Masken liegen…und wieder zurück joggen (sooo also Sprint haben wir schon mal geübt für heute).

Die Teststation war leer und es ging dann auch alles wie immer dort: nett, lustig und schnell und nach 15 Minuten hatte ich auch das Testergebnis auf dem Handy…da war es 11.58 Uhr. Prima.

Zum Einkaufen blieb mir nur noch 1/2 Stunde, anstatt 1 und in dem großen Einkaufszentrum war es voll…auch hier hab ich einen eher unbeliebten Parkplatz genommen, weil ein anderes Auto blöd schräg stand…aber ich passte gerade noch so rein…anstatt also zu Bummeln bin ich nur noch zielgerichtet durch den riesigen Laden, den ich mit seiner Aufteilung nicht kannte, gelaufen und bin dabei (gefühlt) hunderten Menschen ausgewichen, die dort die Gänge blockierten um sich gemächlich zu entscheiden.(2.Sporteinheit: Gehen, Stoppen, Ausweichen im Sauseschritt und dabei die Richtung nicht verlieren).

Interessanterweise waren die Kassen ALLE besetzt und so ging das echt schnell. Auf zum Auto und zur letzten Etappe…nun gemächlich über Bundes- und Landstraßen und um 13:02 Uhr war ich quasi pünktlich am Ziel.

Na klar hätte ich auch anrufen können, daß ich etwas später komme…aber das wollte ich nicht. So hab ich mich zwar etwas gehetzt, aber mich dabei nicht geärgert…ich hab es also sportliche Herausforderung betrachtet.

Über den neuen Eumel hat sich meine Schwester sehr gefreut. Ein „Eumel“ bezeichnet in unserer Familie ein kleines Plüsch-Kuscheltier, das man bekommt, wenn man z.B. ein neues Auto bekommt als Talisman, oder man eine Aufmunterung benötigt, wie bei einem Krankenhaus-Aufenthalt. Etwas, an das man sich klammern kann, wenn gerade Niemand da ist oder man sich alleine fühlt… der Eumel muss nicht niedlich sein..für die OP hatte ich ihr ein hässlich-Pinkfarbenes-Eumelinchen geschenkt…ich hab es die „Motivations-Zicke“ getauft und sie hat sich 2 Wochen an diesen Eumel geklammert.

Doch mit dem Wechsel vom Krankenhaus zur Reha, hat sie es entsorgt…das Teil hat seine Schuldigkeit getan und jetzt wollte sie daran nicht mehr erinnert werden. Nun hat sie einen süßen kuscheligen kleinen Stoffhund bekommen, mit riesigen Augen…der ihr jetzt bei der Genesung helfen soll.

Zwei Wochen im Krisenmodus

Die letzten knappen Wochen waren anstrengend…mein Schwager hat durch seine Weigerung meine Schwester auf der Intensivstation zu besuchen, also ihre Betreuung in meine Hände gelegt. Einerseits verstehe ich ihn ja…er hat vor ein paar Jahren einen Schock bekommen, als er seine Mutter im selben Krankenhaus auf der Intensivstation besuchte, kurz bevor sie verstarb.

Andererseits muss ich auch noch Arbeiten, während er ja immer noch keine neue Arbeit hat…und bei mir die Abschlusstermine drängeln. Schön wäre es gewesen, wenn wir uns die Besuchstage hätten teilen können. Na egal.

Ich bin also in den ersten Tagen jeden Tag die 80km bis nach Kiel gefahren, mich in die Schlange zum Corona-Test einrereiht, auf das Ergebnis gewartet, um sie dann endlich sehen zu dürfen. Eine Person pro Tag Besuch war erlaubt…aber nur zwischen 15-18 Uhr…So dauerte es von Abfahrt zuhause, bis zur Wieder-Ankunft jedes Mal ca. 4-5 Stunden…das schlaucht auch…immerhin hab ich schon um 6.30 Uhr im Homeoffice angefangen und abends musste ich dann auch noch einmal ran…Arbeit nachholen.

Die ersten Tage ging es ihr schlecht, dann wurde es besser…sie konnte sogar schon wieder aufstehen…nur ihr war ständig übel und essen konnte sie auch kaum…die Medikamente, die Aufregung, die Schmerzen….alles zusammen genommen brachte ihr ständige Übelkeit..aber sie war sogar trotzdem schon wieder auf Normalstation.

Ich wollte sie dort besuchen, das war letzten Mittwoch. Ich war zu spät für den Test am Krankenhaus, musste erst noch zu einem anderen…dort war vor der Teststation ein Schlange…dann wieder zurück….ich war schon genervt, komme auf die Station und gehe in ihr Zimmer…das war wie in einem schlechten Film:

Das Zimmer war leer, kein Bett, kein Nachttish, der Schrank leer….ja ich weiß, sie sollte zum CT…aber wo sind ihre Sachen. An der Stationstheke wusste die Schwester nichts….musste erst nachfragen..dann kam die Antwort: melden sie sich bitte auf der Intensivstation. Was ist passiert? Fragen Sie auf der Intensivstation…

So jetzt wurde mir schlecht…ich also runter zur Intensivstation…Antwort über die Gegensprechanlage: ja – sie ist hier, noch sind die Ärtze bei ihr…es wird etwas dauern…ich soll warten, dann könne ich auch direkt mit dem Arzt reden…jetzt war mir nicht nur schlecht, ich wurde extrem unruhig….ca.20 Minuten später durfte ich endlich zu ihr.

Sie würde noch am gleichen Abend operiert werden….Die Ärzte waren nett und haben alles erklärt: Meine Schwester hat im Laufe des Tages stark abgebaut: schlechter körperlicher Allgemeinzustand…sie bekam immer schlechter Luft und die Stationsärztin hatte das CT veranlasst….zum Glück, wie der Arzt meinte.

Ein Herz liegt ja nicht nur einfach im Körper herum, es wird von einem Herzbeutel umschlossen…diesen Platz im Herzbeutel braucht es, um ordentlich und richtig pumpen zu können. Bei meiner Schwester hat sich im Herzbeutel viel Flüssigkeit angesammelt, so das das Herz nicht mehr ausreichend Platz zum Pumpen hatet…das kann nach so einer OP immer passieren.

Sie sollte also noch einmal operiert werden, ein ca. 10-12cm langen Schnitt an der Seite der Brust, von dort wird der Herzbeutel punktiert und eine Drainage gelegt, damit die Flüssigkeit entfernt werden kann…Gleichzeitig hatte sich an dem Arm, wo die Vene entnommen wurde, ein extrem starker Bluterguss gebildet, inklusive einer dicken Beule, direkt dort, wo die Naht schon nach 2 Tagen aufgeplatzt war (wurde nur mit diesen Nahtstrips wieder verschlossen)….dieser Bluterguss mit Beule sollte auch noch entfernt werden…dazu wurde wohl die Naht noch einmal geöffnet.

Nachdem es ihr ja noch am Morgen gut ging (bis auf die Übelkeit), war sie jetzt nur noch ein Häufchen Elend und hat eine panische Angst vor der 2.OP entwickelt. Nachdem die 1.OP ja gut verlaufen war und wir alle dachten, sie hätte das Schlimmste jetzt hinter sich, kam nun eine extreme Angst hinzu…sie weinte und weinte…und ich durfe bei ihr bleiben, länger als normalerweise erlaubt….ich hab, wie auch schon an all den anderen Tagen zuvor, jetzt aber noch mehr, versucht sie seelisch zu trösten und zu stabilisieren…ihr die Angst zu nehmen. Da noch nicht ganz klar war, wann genau die OP stattfinden sollte (es war schon 19 Uhr vorbei) bin ich gegangen und nur minutenspäter ist die dann in den OP gekommen.

Jetzt erst hatte ich die Zeit meinen Schwager zu informieren…zuhause bin ich auf die Couch gefallen und fast augenblicklich eingeschlafen…bis mein Schwager gegen 22 Uhr anrief, die OP wäre gut verlaufen.

Also bin ich am nächsten Tag wieder nach Kiel gefahren…auf der Intensivstation kenne ich mich inzwischen auch schon aus…Ihr ging es tatsächlich besser…aber sie ist psychisch labil….weint immer wieder viel und sie braucht viel Nähe. Die Ärzte sind super zufrieden, wie gut sich bei ihr die körperlichen Wunden entwickeln (bis auf die Übelkeit, die ist immer noch da und ihre Neigung zu plötzlichen Weinkrämpfen)….also wurde sie am nächsten Tag wieder auf Normalstation verlegt.

Einen weiteren Tag später kamen dann auch alle Schläuche raus…das muss sehr schmerzhaft gewesen sein….und heute nun, wurde sie aus der Uniklinik in Kiel, in ein Krankenhaus in ihrer Heimatstadt verlegt, bevor sie dann am Wochenende schon in die Reha soll.

Und wieder Weinkrämpfe, weil sie Angst vor so einem Normalen Wald-und Wiesenkrankenhaus hat…dort soll sie nur noch etwas aufgepäppelt werden, bevor es zur Reha geht…wieder hab ich gestern lange mir ihr telefoniert…wie fast jeden Tag, denn sie wollte das ich mich jetzt mal schone und nicht fahren muss…zumal sie jetzt auch Besuch von Freunden und meinem Schwager erhalten kann.

Ja das ist auch gut…ich brauche jetzt erst einmal ein paar Tage, um mich von dem emotionalen Stress zu erholen und um meine Arbeit zu erledigen…Man so hatte ich mir den Januar 2023 nicht vorgestellt….aber mit den 4fachen-Bypässen kann sie noch 30 Jahre oder länger leben…jetzt muss sie nur noch zu Kräften kommen…ich hoffe die Reha hilft ihr auch sich seelisch zu stabilisieren…sie hatte sich schon nach einem Termin beim Psychologen gemeldet…das ist gut.

Ich hatte gelesen, das viele Patienten nach so einer OP psychische Probleme bekommen….

Das zehrt an den Nerven

Diese Woche ist mein Nervenkostüm sehr angegriffen. Das Krankenhaus hatte auf einmal den OP-Termin für meine Schwester vorverlegt…aber so schnell ging es dann doch nicht.

Anstatt Donnerstag, sollte sie schon Dienstag kommen…aber das ging dann nicht, denn für die Voruntersuchungen musste sie die Tabletten bereits einen Tag vorher absetzen…also ging es am Mittwoch nach Kiel ins Krankenhaus. Den ganzen Tag gab es Voruntersuchungen und Checks und vor allem jede Menge Aufklärungsgespräche, was bei so einer Bypass-OP alles passieren kann.

Mein Schwager war geschockt, weil ihm erst jetzt richtig klar wurde, das er am nächsten Tag seine Frau für immer verlieren könnte…ich war nicht dabei, aber wir haben später telefoniert und da war er immer noch sehr mitgenommen. Nach einem kurzen Telefonat mit meiner Schwester hab ich mich mit ihrer selbstgewählten „Henkersmahlzeit“: SUSHI, nach Feierabend auf den Weg ins Krankenhaus gemacht.

Unten in der Halle haben wir das Sushi gegessen und sind dann noch zusammen draußen spazieren gegangen…wir haben geredet und Beides zusammen tat ihr einfach gut…und mir auch…ich wurde ruhiger und das Krankenhaus macht einen sehr guten Eindruck: alles ruhig und gelassen, keine Hektik, keine Unruhe und alle sind bisher sehr freundlich.

Mir ist schon seit ein paar Monaten aufgefallen das meine große Schwester immer kleiner wird…sie war schon immer ein paar Zentimeter kleiner als ich…aber so langsam schrumpft sie (mit knappen 57 Jahren) immer weiter und ist mittlerweile fast einen Kopf kleiner..also ob das noch 1,60m sind? Sie wirkt dadurch sehr zierlich und zerbrechlich und doch ist sie körperlich stark und vor allem sehr Willensstark….DAS liegt in unserer Familie: unglaubliche Willensstärke – naja man kann es auch Sturheit nennen – da sind wir Beide ganz groß drin.

Auf der Rückfahrt war ich also beruhigt – und dann begann das Warten…und wie wir gewartet haben…Donnerstagmittag in etwa sollte die OP stattfinden. Das Handy und alle anderen Sachen waren bereits im Krankenhaus weggeschlossen worden, so gab es also keinen direkten Kontakt und wir (Schwager in Flensburg, ich in Quickborn) hörten nichts. GAR nichts.

Es wurde Nachmittag und später Nachmittag und wir hörten nichts. Die OP hätte so ca. 13 Uhr anfangen und zwischen 3-5 Stunden dauern sollen…mein Schwager wollte erst um 19 Uhr anrufen…das hab ich nicht ausgehalten und hab bereits um 17 Uhr angerufen. So haben wir immerhin erfahren, das die OP erst um 16.30 Uhr angefangen hat….also vor 22 Uhr brauchen wir gar nicht anzurufen und besuchen durfte ich sie ohnehin erst am nächsten Tag.

JA das wusste ich inzwischen schon…die haben ganz klar geregelte Besuchszeiten ab 15 Uhr Nachmittags…ich war nämlich bereits mittags ins Krankenhaus gefahren und als ich nachfragte wo ich den warten könne, haben die mich sehr freundlich aber auch sehr bestimmt wieder weg geschickt…das würde doch noch Stunden dauern, ich würde ihr damit nicht helfen wenn ich hier bliebe und nach der OP würde sie erst noch eine Weile im „Koma“ sein, bevor sie sie langsam aufwachen lassen usw….also bin ich wieder nach Hause gefahren und habe gewartet….hmmm etwas unrühmlich diese Aktion…ich hätte mich vorher informieren sollen, dann hätte ich mir die insgesamt 160km (hin und zurück) sparen können.

Okay – also wieder hab ich es nicht ausgehalten bis 22 Uhr zu warten, sondern hab schon um 21.30 Uhr angerufen…das war sie minutenvorher gerade auf der Intensivstation angekommen. Die OP wäre gut verlaufen und jetzt würde es noch ca. 2-3 Stunden dauern bis sie wach wird.

Nach dem Telefonat hab ich unmittelbar meinen Schwager angerufen: Sie lebt – alles wird gut. Wir waren beide sehr Erleichtert.

JETZT erst löste sich meine Anspannung. Mein ganzer Körper zitterte und bebte, ich schluchzte und heulte – alles vor Erleichterung….ich konnte mich lange Zeit gar nicht beruhigen, ich musste mich bewegen, zog meine Wanderschuhe an und hab noch meine 5km Walkingstrecke gelaufen: sie lebt – alles wird gut.

Erst am nächsten Tag haben wir dann erfahren, das sie keinen 3fach-Bypass bekommen hat, sondern gleichen einen 4fachen…na gut – auf einen mehr, kommt es jetzt auch nicht mehr an…Hauptsache sie kann damit gut weiter leben und uns auch noch die nächsten 30 Jahre im Besten Sinne: auf die Nerven fallen

Die ersten Tage im neuen Jahr

Ich hatte meinen Silvester-Urlaub um die beiden ersten Tage in dieser Woche, erweitert.

Es blieb somit genügend entspannte Zeit, um mich weiter um den Keller zu kümmern…Das letzte Holzregal hab ich noch einmal umgestellt, meine Vorräte neu sortiert und die Kisten neu gepackt und dabei, wieder einmal viele Dinge als inzwischen überflüssig eingestuft. Auch bin ich erneut durch die Schränke in der Wohnung gezogen – mit jedem Mal fallen mir Dinge auf, die ich JETZT loslassen kann…also weg damit. Das gibt immer etwas mehr Platz in Schrank und Schubladen und ich habe nicht vor den gewonnenen Raum wieder mit Dingen vollzustellen.

An einer Stelle im Keller, hab ich all das Zeug hingestellt, das ich beim Sozialkaufhaus in Hamburg abgeben wollte…und an anderer Stelle den Kram, der zum Wertstoffhoff sollte…nur ein kleiner Teil ist dann in der Mülltonne gelandet.

Wie immer tat das Ausmisten gut…das mache ich ja inzwischen 2-3x im Jahr und mit jedem Mal fallen mir Dinge in die Hände, von denen ich weiß, also die würde ich jetzt nie wieder in die Wohnung stellen…vor allem Dekokram und Lampen.

Für die vorherige Wohnung, wo es nur wenig Möglichkeiten für Deckenlampen gab, hab ich mittels Stehlampen Gemütlichkeit in die Ecken der Dachgeschoß-Räume gebracht…die meisten Lampen waren nach dem Umzug im Keller gelandet…jetzt habe ich nur ganz wenige ausgewählte Stücke in der Wohnung stehen, die – die mir wirklich wichtig sind. Aber warum die anderen im Keller weiter verstauben lassen.

Auch so einige Fehlversuche mit Vorhangschienen, Plissee-Rollos und Gardinen liegen unnütz herum…haben ja immerhin Geld gekostet…nun hab ich endlich die für mich „Richtigen“ in der Wohnung…also auch damit: ab zum Sozialkaufhaus.

Nach der Fahrt zum Wertstoffhof, das ging schnell -war nicht so viel – bin ich gleich weiter nach Elmshorn gefahren. Auf dem Parkplatz wollte ich gerade den Parkschein ziehen, da kam ein älteres Paar freudestrahlend auf mich zu und schenkte mir Seinen, mit noch knappen 1,5 Stunden Parkdauer. Hab mich vielmals bedankt und mich sehr über diese nette Geste gefreut.

Ich hatte eigentlich nichts Besonderes vor…außer mich für ein verspätetes Frühstück in ein Deli/Cafe zu setzten…das war gemütlich und der Kaffee erstaunlich gut….erst als es voller und lauter wurde, hab ich noch einen Spaziergang durch die Innenstadt gemacht.

Die Sachen für das Sozialkaufhaus „Stilbruch“ hab ich erst Mittwoch nach Feierabend abgegeben…aber auch das ging zügig und die haben alle Sachen auch tatsächlich angenommen…das hat mich sehr gefreut.

Ich bin bisher, bis auf einen Tag in dieser Woche, jeden Abend meine Walkingrunde gelaufen, auch wenn es nass und irgendwie ungemütlich wirkte…aber sobald ich draußen, die mir inzwischen so vertrauten Wege, lief, musste ich jedes Mal unwillkürlich lächeln…mit jedem Tag wurde der Mond am Himmel voller und leuchtete so intensiv, das ich nur selten die Taschenlampe brauchte und das Wetter machte mir nichts aus.

Die freien Tage waren richtig schön so….und helfen mir bei der nun kommenden herausfordernden Zeit…denn kaum war ich Mittwoch wieder im Büro (nicht nur geistig – sondern auch physisch) kam schon die Mitteilung, was jetzt bis Ende Januar tatsächlich schon fertig sein muss, obwohl ich für einige der Firmen eigentlich Zeit bis Mitte/Ende Februare hätte haben sollen. Es geht also schon los, mit dem Zusammenstauchen der Abgabetermine.

Aber noch bin ich guter Dinge: das kriege ich schon irgendwie hin. Irgendwie!