Erinnerungen geplündert

Heute habe ich mit einem Thema begonnen, das mich schon eine Weile beschäftigt. Ich hab ja bereits angefangen meinen Hausstand zu verschlanken…so alle 3-4 Monate durchforste ich meine Wohnung erneut nach Dingen, die ich nicht mehr unbedingt aufbewahren möchte…und interessanterweise steigt jedes Mal meine Bereitschaft mich noch weiter von Überflüssigem zu trennen.

Einen großen Bogen hab ich bisher um meine Erinnerungskisten gemacht – bis heute….Als ich eine der Plastikboxen aufmachte kam mir gleich ein muffiger Geruch entgegen…

Obenauf lagen 2 größere Kuscheltiere, die ich als kleines Kind von meinen Urgroßeltern bekommen habe…eine Teddybär, der sogar noch brummen konnte und ein Kuschel-Äffchen….direkt darunter lagen einige der Handarbeitsstücke aus meiner Schulzeit….darunter ein paar Aufsatzhefte…mein Poesie-Album, mein 1. Tagebuch…. Bilder die wir im Kunstunterricht nach verschiedenen Methoden gemalt hatten, Briefe von Brieffreunden, Verwandten…auch die einzigen Briefe meiner Mutter, Bilderalben….kleine Spielzeug-Autos und und und…..jede Menge Modeschmuck-Broschen für die Blazer die ich in den ersten 20 Jahren meines Bürojobs getragen habe (da ich durch eine Allergie keinen Schmuck auf der Haut tragen konnte, hatte ich für jeden Blazer eine Brosche…und ich hatte viele Blazer)

Ich bin heute 52 Jahre alt, hab keine Kinder denen ich das mal zeigen könnte…die Kuscheltiere hab ich sofort in eine Mülltüte getan und auch die Ergebnisse aus dem Handarbeitsunterricht. Um mich an die Kuscheltiere zu erinnern brauche ich diese muffigen Teile nicht….ich hab diese vielgeliebten und geknuddelten Stofftiere auf vielen Bildern die mein Vater damals zu Weihnachten immer gemacht hat.

Und so hab ich es heute tatsächlich geschafft meine Erinnerungskisten zu plündern…ein kleines Plastiktier, das mich seit meinen Baby-Zeiten begleitet hat, bewahre ich auf….ebenso alle Briefe, Tagebücher, Bilderalben, Schulhefte usw…und 2 der schönsten Broschen….und noch ein paar Kleinigkeiten…aber immerhin ein großer Teil ist jetzt weg….und es fühlt sich nicht verkehrt an.

Selbst meine Schwester hat mit vielen meiner Erinnerungsstücke nichts zu tun…und sie könnte damit auch keine Geschichten verbinden….es sind meine Erinnerungen – meine Geschichten und ich habe das Meiste davon in meinen Tagebüchern verewigt und sehr viele davon sind mir auch noch so bewusst.

Was ich allerdings absolut vergessen hatte fand ich in 2 alten Schulheften…ich habe tatsächlich aus der Bravo damals ALLES über „Die Profis“ gesammelt….hahhaha eine britische Serie mit Lewis Collins und Martin Shaw….ich hab alles ausgeschnitten und in die Schulhefte geklebt.. Ich hab es gerade mal gegoogelt. Die Serie gab es von 1974 – 1983 ….ich hatte den Bravo-Starschnitt der Beiden sogar an meiner Kinderzimmer-Tür….

Die neueste Erinnerungskiste ist allerdings erst 6 Jahre alt…und um die habe ich einen großen Bogen gemacht….nein, da gehe ich nicht dran…da ist alles drin was mit dem Turnier-Tanzen zu tun hat….die bleibt genauso, wie sie jetzt ist: verschlossen….Nur nicht die Büchse der Pandora öffnen….

Das sind die Turnierkleider drin, Schuhe, Kratzer, Urkunden, Trainingsschuhe, Trainingsröcke, mein Startbuch, Turnier-Ergebnisstreifen, Startaufstellungen. Das ist alles noch zu nah….zu frisch…da steckt im wahrsten Sinne noch mein Herz drin….

Wechselhaft: Wetter und Stimmung

Der Tag gestern war wechselhaft.

Gut gelaunt gestartet bin ich bei leichtem Regen erst einmal in den Ort: Waren gefahren…habe dort in einer Bäckerei gefrühstückt. Nach dem Thema mit 3-Gänge-Menü wollte ich das Frühstück im Hotel dann doch nicht dazu buchen.

Aus dem leichten Regen wurde am Vormittag dann so ein richtig lang anhaltender…aber die Luft war noch angenehm…also hab ich noch eine kleine Shoppingtour gemacht.

Der Regen blieb, die Luft wurde zunehmend wärmer und damit schwül…in Waren wurde es erstaunlich voll….und meine Laune sank ganz allmählich.

Nach dem vergeblichen Versuch zum Mittagessen am Hafen oder in de Innenstadt einen Platz in einem Restaurant zu bekommen (die Kellner blickten nicht einmal auf, wenn sie einem mürrisch ihr NEIN entgegen brachten….nach so langen Wochen im Shutdown muss man das freundlich sein wahrscheinlich erst wieder lernen.), blieb es bei einem Fischbrötchen auf dem Wochenmarkt.

Aber Hallo der Backfisch kam heiß und frisch und sehr freundlich über die Ladentheke und war einfach lecker…..ich hab mir einen Unterstand gesucht um in Ruhe essen zu können.

Familien mit quengelnden Kindern (ich will nicht ins Museum, Ich hab keinen Hunger, ich will ein Eis)…und genervten Eltern (Vater mit dem Versuch zu beschwichtigen: Du brauchst Dir ja nichts anzuschauen, wir gehen nur durch. Mutter motzend zu den 4 Kindern: Es ist Mittag – JETZT wird etwas gegessen) machten es mir nicht leicht den Abstand einzuhalten. Und ältere Menschen die ihre Regenschirme wie Waffen einsetzen machten es mir auch nicht leicht, freundlich zu bleiben.

In einem Eiscafé am Hafen dann endlich ein Platz um sich nieder zu lassen und mit einem großen Erdbeerbecher war ich wieder mit der Welt versöhnt.

Doch der Gang durch die Innenstadt, selbst bei diesem Regen, war ein Spießrutenlaufen…In einem Geschäft war ich gerade in einer Umkleidekabine und eine Verkäuferin davor beschwerte sich bitterlich bei der anderen über die Kunden…das ging mehrere Minutenlang so, sie beschwerte sich lautstark wie wenig sich die Kunden erziehen lassen, das sie Sachen falsch zurück hängen usw…..

Ja ich kann ihren Ärger ja verstehen….würde mich auch nerven., das Wetter, die Kunden, das Leben….aber mir machte es dann überhaupt keinen Spaß mehr noch weiter in dem Laden zu stöbern…und das, was ich mir schon ausgesucht hatte, hab ich wieder zurück gelegt. Der Verkäuferin hab ich es auch gesagt, das ich es nicht gut finde, das sie sich so über die Kunden beschwert, denn ich bin ja auch Kunde und habe jetzt die Lust verloren hier überhaupt etwas zu kaufen. Sie hat mich etwas verdattert angeschaut, blieb aber stumm.

…und ich hatte jetzt wirklich keine Lust mehr auf diesen Ort, diese Menschenmassen. Selbst ohne Corona mag ich es nicht von so vielen Menschen umgeben zu sein….ich bin in den Naturschutzpark gefahren, habe mir mein Rad geschnappt und mich in den Wald verzogen….hahahaha

…..endlich Ruhe und Erholung…trotz des Dauerregens..jetzt weiß ich wieder, warum ich in der Regel touristische Orte meide…

Wisst Ihr wie schön es klingt, wenn der Regen auf die Blätter im Wald fällt und auf den Moorsee…..ganz sanft….zaghaft und leise….

Am späten Nachmittag war der Regen vorbei, ich war vollkommen verschwitzt durch die Schwüle, den Regen und das Radfahren…im Hotel bin ich dann noch einmal unter die Dusche und danach bin ich in eine Art Schockstarre gefallen…

….in so ein schwarzes Loch. Ich wollte mich nicht mehr bewegen…konnte mich nicht aufraffen irgendetwas zu tun…ich dachte sogar darüber nach abzureisen…aber dafür hätte ich mich ja entscheiden müssen…mich bewegen müssen…ich hab einfach dagesessen und vor mich hingestarrt.

Ich muss zugeben, das kam nicht ganz unerwartet…schon seit letzter Woche merke ich zunehmend, das ich mal wieder in so eine Stille drifte. Ich hab versucht es abzufedern, zu umschiffen. Aber alles ist anstrengender geworden: das Bewegen, das Aufraffen…die Diskussionen (auch hier im Blog). Ich bin sehr schnell mental erschöpft…ich bewege mich in Summe weniger, das bekommt mir auch nicht so gut.

Also gestern Abend hab ich dann irgendwann angefangen mich doch wieder zu bewegen, langsam und unkoordiniert hab ich einige Klamotten zusammen gesucht und diese in die Reisetasche gepackt….was ich so nicht mehr brauche, habe die noch vorhandenen Reste meines Reiseproviants gegessen und mich langsam aber zunehmend aus meiner Starre gelöst. Okay – also ich bleibe noch bis Morgen…dann schaue ich mal weiter.

Heute Morgen ist diese innere Starre weg und das schwarze Loch ebenfalls…aber ich lechze weiter nach Ruhe…ich werde es heute also vermeiden in die größeren Orte zu fahren…. Also weiter geht es mit dem Urlaub

Auf Augenhöhe mit 1000jährigen Eichen

Schon gleich bei der Ankunft wurde ich von einer freundlichen Stechmücke empfangen…die war ca. 3 cm groß….und als sie sich dann sehr schmerzhaft bemerkbar gemacht hatte….hab ich sie nur noch mit dem Autoschlüssel von mir runter gekratzt…..so ohne Lesebrille konnte ich sie auch nicht näher begutachten.

Der freundliche Herr am Empfang bot mir an, NACH der Anmeldeprozedur mit doppeltem Eintragen meiner persönlichen Daten (einmal fürs Hotel , einmal als Corona-Nachweis) mir einen Eiswürfel für meinen Arm zu besorgen.

Mein Unterarm schwoll dann auch schön an…aber mit Hilfe eines Kühlakkus aus meiner Kühltasche konnte ich die Schwellung stoppen…aber weh tut es immer noch…aua…dabei ist es schon ein paar Stunden her.

Nach dieser kurzen unangenehmen Episode hab ich mich auf den Weg zum Ivenacker Baumwipfelpfad gemacht. Dieser liegt in einem Tierpark….aber es ist mehr ein Baumpark…Tiere gab es wirklich nur sehr wenige zu sehen….nicht mal die Wiesente….und DIE hätte ich gerne gesehen.

Aber alleine für den Baumwipfelpfad hat sich der Eintritt von 9 EUR gelohnt…Ich war erst am Nachmittag dort, und da waren die meisten Besucher schon wieder auf dem Weg zum Auto…so hatte ich den größten Teil des Parks fast für mich alleine….

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Der Aufstieg zu den Baumwipfeln war schön…die teilweise bis zu 1000jährigen Eichen sind wirklich imposant und so bin ich zwei entspannte Stunden durch einen wunderschönen alten Baumbestand gelaufen…dicht an dicht … so war die Hitze des Tages sehr gut auszuhalten und meine Seele konnte ich baumeln lassen.

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KLeine Anekdote am Rande:  Eine Frau hat sich auf diesem Weg verlaufen…..Wie man evtl. auf dem Bild oben sehen kann, ist der Pfad nicht sehr breit und  die Besucher wurden mit Text und Pfeilen auf als „Einbahnstraßen-System“ hingewiesen….der Weg führt langsam und mit einigen Schlenkern auf insgesamt 20 m Höhe. Es ist also nicht schwer ihm zu folgen und am Ende ist ein Turm mit einer Aussichtsplattform auf 30m Höhe und gleichzeitig mit einem Abstieg um die Besucher wieder zum Boden zu bringen.

Auf dem 1. Drittel kam mir eine Frau (Ohne Maske – bei Maskenpflicht) entgegen, als sie mich sah, zog sie schnell den Mund-Nase-Schutz über. Als ich sie auf das Einbahnstraßen-System aufmerksam machte, meinte sie, es würde da oben nicht weiter gehen…es gäbe keinen Abstieg…und ist dann weiter runter gelaufen…nur das Unten am Eingang zwar eine Drehtür ist, aber die ist so gebaut, das man zwar rein, nicht aber raus kann….

Später als ich am Ende der schönen Tour  von der Aussichtsplattform nach unten laufen wollte, traf ich die Frau wieder….jetzt hätte sie es doch noch gefunden hahaha- sehr schön…

Weekender ?

Ich hab meine Reisetasche aus dem Schrank geholt…jetzt wo ich alle Klamotten gebügelt und im Schrank hängen habe, kann ich ja wieder aus dem Vollen schöpfen.

Ach – ich hab erst letzte Woche gehört, es heißt jetzt nicht mehr Reisetasche, sondern „Weekender“…hahaha…. Ich packe also meine REISETASCHE…und nehme nicht einen der Koffer….

Ich stelle immer wieder fest, das ich überhaupt keine Lust habe einen Koffer zu nehmen, es entspricht irgendwie nicht mehr meinem Lebensgefühl…..na okay,  außerdem bin ich ja auch nur 4 Tage weg und das mit dem Auto.

Die Vorhersage für mein Ziel an der Mecklenburgischen Seenplatte liegt bei sonnig – bis bewölkt mit leichtem Regen und Temperaturen von 24-29 Grad…hahahha  Zusätzlich möchte ich Fahrrad fahren, wandern und hoffentlich auch paddeln…mit anderen Worten ich brauche sehr unterschiedliche Sachen…

Aber eigentlich ist es wiederum ganz einfach:  sportliche Kleidung von warm bis nass…. also kein Problem davon hab ich genug ☘🤸‍♀️…so langsam kommt die Vorfreude  und ich hab schon nach Kanälen gesucht  mit Bootsverleih… und und und ….Morgen geht es ganz früh los…. hibbel

60 ist nicht alt

Anfang der Woche hab ich, mit Blick auf den Kalender, realisiert das mein Ex-Mann seinen 60. Geburtstag hat.

Der nächste Gedanke war: man der ist ja schon echt alt.

Na klar weiß ich, das 60 NICHT alt bedeutet und auch gar nicht heißt ,das man nicht mehr im Leben steht.

Aber aus der Sicht einer 52-Jährigen ist 60 dann schon noch ein großer Sprung …und dann realisiere ich auch erst, wie alt ICH schon geworden bin…. Da ich mich wesentlich jünger fühle ist das immer so ein kurzer Moment des Aufmerkens..

Ich war 16 und er 24 als wir zusammen gekommen sind und für meinen Vater war dieser Mann: einfach zu alt für mich….hahahaha und dann auch noch ein Motorrad-Fahrer….

Na immerhin waren wir dann 18 Jahre zusammen….und nun wird dieser immer jungenhaft und oft kindlich wirkende Mann auf einmal 60.

Irgendwann nach der Scheidung hat er darum gebeten, das ich mich nicht mehr zu Geburtstagen usw. melde und ich habe mich daran gehalten, um ihm das Leben nicht  zu erschweren. Aber jetzt hab ich ihm doch eine SMS geschrieben um zu gratulieren (Whatsapp oder andere social Media nutzt er nicht )….

Er hat sich dann auch sehr schnell für die Glückwünsche bedankt und  geschrieben das er sich einen gemütlichen Tag  in seinem „Paradies“ macht…. das ist der  ehemalige Selbst-Versorger Hof  (in Westfalen sagt man auch „Kotten“) seiner Tante, den er wohl nach ihrem Tod geerbt hat.  Da gab es bis vor 20 Jahren nicht mal eine Wasserspülung für die Toilette und kein Badezimmer….geheizt wurde über den Alles-Fresser-Ofen in der Küche und die anderen Räumen hatten für die ganz kalten Winter eine Heizung die man manuell mit Öl füllen musste.

Und die Toilette mit Grube darunter war im Waschküchen-Anbau….  der ganze Kotton liegt sehr einsam in einer Senke, umgeben von Feldern und in der Nähe zum Groß-Bauern….wir waren früher fast jedes 2. Wochenende dort um beim Ernten zu helfen (ich) oder um Holz zu hacken (er)….

Aus seinen Nachrichten klingt sein Leben zufrieden und friedlich und das ist genau das, was ich mir für ihn gewünscht habe. 

 

Ein schöner Abschluss

Ein schöner Abschluss

…für dieses heiße Sommer-Wochenende

Nachdem ich den Tag heute eher faul und müde  zuhause auf dem Balkon verbracht habe,  bin ich gegen Abend spontan ins Auto gestiegen und nach Wedel gefahren.

Mein Rad war ja von gestern noch im Auto…also rauf aufs Rad….aaaach so gegen 20 Uhr waren es noch ca. 27 Grad  so war schon durch den Fahrtwind die Abkühlung zu spüren….und am Hettlinger Ufer hab ich mich am Strand nieder gelassen,  meine Shorts hochgekrempelt und bis zu den Knieen im Elbwasser am Ufer entlang geschlendert…dazu ein herrlicher Sonnenuntergang…

….. mehr gibt es eigentlich nicht zusagen…. außer das es insgesamt  heute locker leichte 36km mit dem Rad waren.


 

Zuviel Hitze – Abkühlung im Bach

Nachdem ich den Vormittag gut beschirmt  und entspannt auf dem Balkon verbracht hatte,  wurde es endlich gegen Mittag Zeit doch noch etwas zu unternehmen. Dachte ich zumindest. Einkaufen oder gar Wohnung putzen …oooch nöööö… nicht heute – nicht bei über 30 Grad .

Eine Runde mit dem Rad wäre schön….aber bloß nicht am Wasser (was ich ja eigentlich liebe) …da ist es bestimmt viel zu voll…am Besten also in den Wald.. Anstatt also einfach  loszuradeln und den Nachmittag im Klövensteen (um die Ecke bei mir) zu verbringen…hab ich das Rad ins Auto verfrachtet und bin in Richtung Lüneburger Heide gefahren.

Hinter Buchholz i.d.Nordheide  hab ich dann einfach mein Auto an einem Waldgebiet abgestellt und bin los gefahren…aber so richtig schöne Radwege durch den Wald hab ich nicht gefunden….es gab teilweise wunderschön durch Bäume beschattete Wege entlang der Landstraßen…aber durch die  am Rande liegenden Felder und Straßen gab es dort keine wirkliche Abkühlung, wie man es sonst im Wald hat.

Das zeigt mal wieder: spontane Fahrten sind zwar oft gut, manchmal hilft aber eine Planung den Tag schöner zu gestalten…denn hätte ich im Vorfeld einfach mal im Internet nach geschaut, wäre ich sehr schnell auf zumindest eine romantisch anmutende Rad-Wander-Strecke gestoßen: den Heidschnukenweg.

So bin ich erst einmal der Landstraße gefolgt…was den Vorteil hatte ich hab

  1. ein Hofgut gefunden, das Abends  einen „Grillschmaus“  auf dem Hof in einer  malerisch natürlichen Umgebung anbietet (so mit Heidschnucken-Kotelett und Bratkartoffeln) das hab ich mir gleich mal notiert 😄
  2. ein „Hof-Cafè unter alten Eichen“ gefunden…. Der Hofladen war riesig…mir schon wieder viel zu groß und von Geschirr, über Eingemachtes bis zum Kerzenständer und Servietten boten die alles an….daneben aber auch selbstgebackene Kuchen

Ich hab mich dann mit einem großen Stück Pflaumenkuchen mit Sahne und einem Becher Kaffee in den großen Garten gesetzt und die Seele baumeln lassen….

wp-15969586533477940970262519651518.jpgDer Kuchen war aussergewöhnlich….es war kein Hefeteig oder Mürbteig aus Weißmehl, sondern eine Art Buchweizen-Nussboden. War aber stimmig und lecker.

Das Radfahren insgesamt empfand ich als anstrengend bei  fast 33Grad Hitze und absoluter Windstille  und bereits nach etwas mehr als 20km hatte ich auch keine Lust mehr.

Am  Anfang der Tour bin ich auf der Suche nach einem Weg durch den Wald durch Zufall an einem Bach im Wald gelandet….dort habe ich mich dann am Ende der Tour nieder gelassen…und mit den Füßen im Wasser etwas Abkühlung erhalten.

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aaaach – das hat sooo gut. Das Wasser war eisig kalt….eine Gruppe Jugendlicher hatte die gleiche Idee und die sind in Badeklamotten durch das Bächlein gewartet…hahaha…was bei dem kalten Wasser zu einigem Juchzen und Jubelschreien führte…aber sie waren friedlich und freundlich…und hatten ihren Spaß….

Irgendwann war es mir aber zu laut und ich hab mich auf den Rückweg begeben.

Die Anstrengung in der Hitze hat mir, trotz der Abkühlung im Bach, zugesetzt…mein Kopf war immer noch gut gerötet (ich hatte einen Sonnenhut auf) und mein Körper fühlte sich ermattet an…. Na egal….den Rest des Abends hab ich nach Sonnenuntergang dann auf dem Balkon verbracht….

Es regnet – ich tropfe

Heute ist es mir schwer gefallen mich zu einem Ausflug zu motivieren…und so hab ich den Vormittag auf dem Balkon verbracht…über Mittag hab ich die Wohnung aufgeräumt und es mir danach auf der Couch bequem gemacht…

….Als ich mich dann endlich für eine kleine Runde mit dem Rad überredet hatte, waren es noch 23 Grad und nur leicht bewölkt…aber  es sollte später ja noch regnen…also fahre ich jetzt oder heute gar nicht mehr….

Kaum im Naturschutzpark Wedeler Aue angekommen, hab ich  mich in Richtung Schnaakenmoor gewendet und um den Wildpark herum  wollte ich wieder zurück….ich hab mal wieder für mich neue kleine Wege genutzt…und eine sehr schöne Strecke gefunden.

Während ich also kreuz und quer den verschlungenen Wegen zwischen Moor und Wald gefolgt bin, zogen sich Wolken immer weiter zu und der Himmel verdunkelte sich ….aber Lust die Fahrt abzubrechen hatte ich jetzt nicht. Nicht JETZT – wo ich doch endlich unterwegs war …dann frischte der Wind auf….und die ersten Tropfen fielen…das ist ein schönes Geräusch…ich hatte eine leichte Regenjacke  mit Kapuze und kurze Hosen an…kein Problem also…. aber der Regen wurde heftiger…

Als ich dann wieder vor meiner Haustür stand ,war ich ein einiger nasser Tropf…..hahaha   Jacke,  Schirm-Kappe,  Hose, Socken und Schuhe…alles tropfte…und ich?

Mir hat der Ausflug Spaß gemacht…trotz des heftigen Regens…jetzt bin ich wieder munter und fühle mich frisch….und den Rest des Abends kann ich jetzt mit kochen und bügeln verbringen…man bin ich froh das ich doch noch raus gegangen bin…

so waren es in dieser Woche immer hin 43 km die ich zu fuß unterwegs war und 21km mit dem Rad….okay – es hätte mehr sein können…normalerweise komme ich immer über 50km ….auf der anderen Seite ist Sommer und da bin ich manchmal schon etwas faul…ähmmm  ich meine gemütlicher….

 

 

Planänderung

Pläne sind dafür da, geändert zu werden…vor allem wenn das Wetter doch schöner ist, als gedacht…hier im Norden sollte man immer das schöne Wetter nutzen, solange es tatsächlich schön ist…

…und wie der Regen heute zeigt, war es eine gute Entscheidung.

Anstatt also an diesem Samstag ins Büro zu fahren und später die eigene  Steuererklärung zu machen, hab ich:

  • am Morgen 2,5 Stunden auf dem Balkon gesessen mit Kaffee und Computer und es war richtig schön
  • danach hab ich mich in einem Elektromarkt auf die Suche nach einer neuen Dampfbügelstation und einem neuen Head-Set für meinen Computer begeben.  Beide Geräte haben in der letzten Woche die Zusammenarbeit eingestellt…grrrrrr  mal sehen, was jetzt als nächstes kaputt gehen wird
  • Da ich in unmittelbarer Nähe des Planetariums in Hamburg war, hab ich das Auto abgestellt und bin gelaufen und im Stadtpark hab ich eine schöne große Runde gedreht….das Wetter war so super, überall waren Familien auf dem Rasen und haben gepicknickt (aber der Park ist so riesig, das jede Familie weit von anderen Besuchern entfernt war – so von wegen Corona-Abstand-einhalten)
  • Ich hab in einem kleinen Cafè im Park einen Kaffee getrunken und konnte entspannt sitzen geblieben….endlich mal mit dem Gefühl ich muss mich nicht beeilen ….es waren genügend freie Plätze draußen.
  • Auf dem Weg vom Auto zum Park bin ich an einem Vietnamesischen Restaurant vorbei gekommen und auf dem Rückweg später hab ich mich dort nieder gelassen. Mit meinem Team in Hessen waren wir öfter in einem tollen Viet-Restaurant…und bisher hab ich noch keines gefunden, wo das Ambiente und die Qualität des  Essen auch nur annähernd  in die gleiche Richtung gingen…bei dem Ying Yang allerdings hat mich sofort das Ambiente angesprochen, also musste ich auch das Essen ausprobieren….(im Moment koche ich wirklich wenig selber…was ich eigentlich schade finde…auf der anderen Seite finde ich es auch schön endlich wieder Essen gehen zu können).
  • Also die Qualität des Essens ist echt SUPER…und der Geschmack –  KLASSE…genau soooo hab ich es mir gewünscht: Gut gewürzt, viel Gemüse (unter dem Fleisch), eine leckere Soße mit Kokosmilch….schmackhafter Reis wp-15956814904299205937108694339017.jpgEssen in gepflegtem Ambiente und die Preise sind angemessen.

So war der Tag ganz anders als gedacht und doch bin ich super zufrieden.

Da ich mit dem Spaziergang im Park bereits mein Tages-Schrittziel erreicht  und auch überschritten hatte, habe ich am Abend auf eine weitere Walking-Runde verzichtet und stattdessen dann doch noch mit dem Installieren des Steuerprogramms begonnen…und dann kam auch schon der Regen…Also alles richtig gemacht heute

Nachtwanderung

Meine Vorliebe für das Motiv Wolken am Himmel ist in meinem Blog unverkennbar.

Ich bin aber auch immer wieder erstaunt wie schön sich Nachthimmel hier im Norden präsentieren…und vor allem wie spät erst die Sonne tatsächlich untergeht…also ganz am Horizont verschwindet.

Es war bereits nach 22.30 Uhr als ich zu meiner „Nacht-Wanderung“ aufgebrochen bin…und der Himmel bot mal wieder einen herrlichen Blick auf die restliche Farbe am Horizont…

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und selbst um 22.47 Uhr war immer noch genügend Licht verfügbar:

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Meine Abendrunde führte mich von Pinneberg in Richtung Prisdorf und dann im Bogen wieder zurück…eine meiner liebsten Abendtouren….lange Zeit mit Blick auf die untergehende Sonne…kurz vor der Blauen Stunde.

Die Blaue Stunde ist unmittelbar wenn die Sonne mit letztem Licht hinter dem Horizont verschwindet und der Himmel in einem satten Blau leuchtet… bevor endgültig der schwarze Nachthimmel erscheint…

Es war eine warme und ruhige Walking-Runde mit schönem Licht und ich bin während des Laufens in eine tiefenentspannte Ruhe gekommen….gerade zu himmlisch friedlich ….