Zwei Wochen im Krisenmodus

Die letzten knappen Wochen waren anstrengend…mein Schwager hat durch seine Weigerung meine Schwester auf der Intensivstation zu besuchen, also ihre Betreuung in meine Hände gelegt. Einerseits verstehe ich ihn ja…er hat vor ein paar Jahren einen Schock bekommen, als er seine Mutter im selben Krankenhaus auf der Intensivstation besuchte, kurz bevor sie verstarb.

Andererseits muss ich auch noch Arbeiten, während er ja immer noch keine neue Arbeit hat…und bei mir die Abschlusstermine drängeln. Schön wäre es gewesen, wenn wir uns die Besuchstage hätten teilen können. Na egal.

Ich bin also in den ersten Tagen jeden Tag die 80km bis nach Kiel gefahren, mich in die Schlange zum Corona-Test einrereiht, auf das Ergebnis gewartet, um sie dann endlich sehen zu dürfen. Eine Person pro Tag Besuch war erlaubt…aber nur zwischen 15-18 Uhr…So dauerte es von Abfahrt zuhause, bis zur Wieder-Ankunft jedes Mal ca. 4-5 Stunden…das schlaucht auch…immerhin hab ich schon um 6.30 Uhr im Homeoffice angefangen und abends musste ich dann auch noch einmal ran…Arbeit nachholen.

Die ersten Tage ging es ihr schlecht, dann wurde es besser…sie konnte sogar schon wieder aufstehen…nur ihr war ständig übel und essen konnte sie auch kaum…die Medikamente, die Aufregung, die Schmerzen….alles zusammen genommen brachte ihr ständige Übelkeit..aber sie war sogar trotzdem schon wieder auf Normalstation.

Ich wollte sie dort besuchen, das war letzten Mittwoch. Ich war zu spät für den Test am Krankenhaus, musste erst noch zu einem anderen…dort war vor der Teststation ein Schlange…dann wieder zurück….ich war schon genervt, komme auf die Station und gehe in ihr Zimmer…das war wie in einem schlechten Film:

Das Zimmer war leer, kein Bett, kein Nachttish, der Schrank leer….ja ich weiß, sie sollte zum CT…aber wo sind ihre Sachen. An der Stationstheke wusste die Schwester nichts….musste erst nachfragen..dann kam die Antwort: melden sie sich bitte auf der Intensivstation. Was ist passiert? Fragen Sie auf der Intensivstation…

So jetzt wurde mir schlecht…ich also runter zur Intensivstation…Antwort über die Gegensprechanlage: ja – sie ist hier, noch sind die Ärtze bei ihr…es wird etwas dauern…ich soll warten, dann könne ich auch direkt mit dem Arzt reden…jetzt war mir nicht nur schlecht, ich wurde extrem unruhig….ca.20 Minuten später durfte ich endlich zu ihr.

Sie würde noch am gleichen Abend operiert werden….Die Ärzte waren nett und haben alles erklärt: Meine Schwester hat im Laufe des Tages stark abgebaut: schlechter körperlicher Allgemeinzustand…sie bekam immer schlechter Luft und die Stationsärztin hatte das CT veranlasst….zum Glück, wie der Arzt meinte.

Ein Herz liegt ja nicht nur einfach im Körper herum, es wird von einem Herzbeutel umschlossen…diesen Platz im Herzbeutel braucht es, um ordentlich und richtig pumpen zu können. Bei meiner Schwester hat sich im Herzbeutel viel Flüssigkeit angesammelt, so das das Herz nicht mehr ausreichend Platz zum Pumpen hatet…das kann nach so einer OP immer passieren.

Sie sollte also noch einmal operiert werden, ein ca. 10-12cm langen Schnitt an der Seite der Brust, von dort wird der Herzbeutel punktiert und eine Drainage gelegt, damit die Flüssigkeit entfernt werden kann…Gleichzeitig hatte sich an dem Arm, wo die Vene entnommen wurde, ein extrem starker Bluterguss gebildet, inklusive einer dicken Beule, direkt dort, wo die Naht schon nach 2 Tagen aufgeplatzt war (wurde nur mit diesen Nahtstrips wieder verschlossen)….dieser Bluterguss mit Beule sollte auch noch entfernt werden…dazu wurde wohl die Naht noch einmal geöffnet.

Nachdem es ihr ja noch am Morgen gut ging (bis auf die Übelkeit), war sie jetzt nur noch ein Häufchen Elend und hat eine panische Angst vor der 2.OP entwickelt. Nachdem die 1.OP ja gut verlaufen war und wir alle dachten, sie hätte das Schlimmste jetzt hinter sich, kam nun eine extreme Angst hinzu…sie weinte und weinte…und ich durfe bei ihr bleiben, länger als normalerweise erlaubt….ich hab, wie auch schon an all den anderen Tagen zuvor, jetzt aber noch mehr, versucht sie seelisch zu trösten und zu stabilisieren…ihr die Angst zu nehmen. Da noch nicht ganz klar war, wann genau die OP stattfinden sollte (es war schon 19 Uhr vorbei) bin ich gegangen und nur minutenspäter ist die dann in den OP gekommen.

Jetzt erst hatte ich die Zeit meinen Schwager zu informieren…zuhause bin ich auf die Couch gefallen und fast augenblicklich eingeschlafen…bis mein Schwager gegen 22 Uhr anrief, die OP wäre gut verlaufen.

Also bin ich am nächsten Tag wieder nach Kiel gefahren…auf der Intensivstation kenne ich mich inzwischen auch schon aus…Ihr ging es tatsächlich besser…aber sie ist psychisch labil….weint immer wieder viel und sie braucht viel Nähe. Die Ärzte sind super zufrieden, wie gut sich bei ihr die körperlichen Wunden entwickeln (bis auf die Übelkeit, die ist immer noch da und ihre Neigung zu plötzlichen Weinkrämpfen)….also wurde sie am nächsten Tag wieder auf Normalstation verlegt.

Einen weiteren Tag später kamen dann auch alle Schläuche raus…das muss sehr schmerzhaft gewesen sein….und heute nun, wurde sie aus der Uniklinik in Kiel, in ein Krankenhaus in ihrer Heimatstadt verlegt, bevor sie dann am Wochenende schon in die Reha soll.

Und wieder Weinkrämpfe, weil sie Angst vor so einem Normalen Wald-und Wiesenkrankenhaus hat…dort soll sie nur noch etwas aufgepäppelt werden, bevor es zur Reha geht…wieder hab ich gestern lange mir ihr telefoniert…wie fast jeden Tag, denn sie wollte das ich mich jetzt mal schone und nicht fahren muss…zumal sie jetzt auch Besuch von Freunden und meinem Schwager erhalten kann.

Ja das ist auch gut…ich brauche jetzt erst einmal ein paar Tage, um mich von dem emotionalen Stress zu erholen und um meine Arbeit zu erledigen…Man so hatte ich mir den Januar 2023 nicht vorgestellt….aber mit den 4fachen-Bypässen kann sie noch 30 Jahre oder länger leben…jetzt muss sie nur noch zu Kräften kommen…ich hoffe die Reha hilft ihr auch sich seelisch zu stabilisieren…sie hatte sich schon nach einem Termin beim Psychologen gemeldet…das ist gut.

Ich hatte gelesen, das viele Patienten nach so einer OP psychische Probleme bekommen….

Das zehrt an den Nerven

Diese Woche ist mein Nervenkostüm sehr angegriffen. Das Krankenhaus hatte auf einmal den OP-Termin für meine Schwester vorverlegt…aber so schnell ging es dann doch nicht.

Anstatt Donnerstag, sollte sie schon Dienstag kommen…aber das ging dann nicht, denn für die Voruntersuchungen musste sie die Tabletten bereits einen Tag vorher absetzen…also ging es am Mittwoch nach Kiel ins Krankenhaus. Den ganzen Tag gab es Voruntersuchungen und Checks und vor allem jede Menge Aufklärungsgespräche, was bei so einer Bypass-OP alles passieren kann.

Mein Schwager war geschockt, weil ihm erst jetzt richtig klar wurde, das er am nächsten Tag seine Frau für immer verlieren könnte…ich war nicht dabei, aber wir haben später telefoniert und da war er immer noch sehr mitgenommen. Nach einem kurzen Telefonat mit meiner Schwester hab ich mich mit ihrer selbstgewählten „Henkersmahlzeit“: SUSHI, nach Feierabend auf den Weg ins Krankenhaus gemacht.

Unten in der Halle haben wir das Sushi gegessen und sind dann noch zusammen draußen spazieren gegangen…wir haben geredet und Beides zusammen tat ihr einfach gut…und mir auch…ich wurde ruhiger und das Krankenhaus macht einen sehr guten Eindruck: alles ruhig und gelassen, keine Hektik, keine Unruhe und alle sind bisher sehr freundlich.

Mir ist schon seit ein paar Monaten aufgefallen das meine große Schwester immer kleiner wird…sie war schon immer ein paar Zentimeter kleiner als ich…aber so langsam schrumpft sie (mit knappen 57 Jahren) immer weiter und ist mittlerweile fast einen Kopf kleiner..also ob das noch 1,60m sind? Sie wirkt dadurch sehr zierlich und zerbrechlich und doch ist sie körperlich stark und vor allem sehr Willensstark….DAS liegt in unserer Familie: unglaubliche Willensstärke – naja man kann es auch Sturheit nennen – da sind wir Beide ganz groß drin.

Auf der Rückfahrt war ich also beruhigt – und dann begann das Warten…und wie wir gewartet haben…Donnerstagmittag in etwa sollte die OP stattfinden. Das Handy und alle anderen Sachen waren bereits im Krankenhaus weggeschlossen worden, so gab es also keinen direkten Kontakt und wir (Schwager in Flensburg, ich in Quickborn) hörten nichts. GAR nichts.

Es wurde Nachmittag und später Nachmittag und wir hörten nichts. Die OP hätte so ca. 13 Uhr anfangen und zwischen 3-5 Stunden dauern sollen…mein Schwager wollte erst um 19 Uhr anrufen…das hab ich nicht ausgehalten und hab bereits um 17 Uhr angerufen. So haben wir immerhin erfahren, das die OP erst um 16.30 Uhr angefangen hat….also vor 22 Uhr brauchen wir gar nicht anzurufen und besuchen durfte ich sie ohnehin erst am nächsten Tag.

JA das wusste ich inzwischen schon…die haben ganz klar geregelte Besuchszeiten ab 15 Uhr Nachmittags…ich war nämlich bereits mittags ins Krankenhaus gefahren und als ich nachfragte wo ich den warten könne, haben die mich sehr freundlich aber auch sehr bestimmt wieder weg geschickt…das würde doch noch Stunden dauern, ich würde ihr damit nicht helfen wenn ich hier bliebe und nach der OP würde sie erst noch eine Weile im „Koma“ sein, bevor sie sie langsam aufwachen lassen usw….also bin ich wieder nach Hause gefahren und habe gewartet….hmmm etwas unrühmlich diese Aktion…ich hätte mich vorher informieren sollen, dann hätte ich mir die insgesamt 160km (hin und zurück) sparen können.

Okay – also wieder hab ich es nicht ausgehalten bis 22 Uhr zu warten, sondern hab schon um 21.30 Uhr angerufen…das war sie minutenvorher gerade auf der Intensivstation angekommen. Die OP wäre gut verlaufen und jetzt würde es noch ca. 2-3 Stunden dauern bis sie wach wird.

Nach dem Telefonat hab ich unmittelbar meinen Schwager angerufen: Sie lebt – alles wird gut. Wir waren beide sehr Erleichtert.

JETZT erst löste sich meine Anspannung. Mein ganzer Körper zitterte und bebte, ich schluchzte und heulte – alles vor Erleichterung….ich konnte mich lange Zeit gar nicht beruhigen, ich musste mich bewegen, zog meine Wanderschuhe an und hab noch meine 5km Walkingstrecke gelaufen: sie lebt – alles wird gut.

Erst am nächsten Tag haben wir dann erfahren, das sie keinen 3fach-Bypass bekommen hat, sondern gleichen einen 4fachen…na gut – auf einen mehr, kommt es jetzt auch nicht mehr an…Hauptsache sie kann damit gut weiter leben und uns auch noch die nächsten 30 Jahre im Besten Sinne: auf die Nerven fallen

Am Wochenende

Draußen stürmt der Wind um das Haus. Gestern gab es dazu noch Regen und irgendwie finde ich das von Drinnen betrachtet, sehr gemütlich.

Ich hab gestern Mittag, neben einem netten Besuch im Restaurant, noch ein paar Besorgungen gemacht. Das Essen war lecker und ich hab mich gut aufgehoben gefühlt…Im großen Supermarkt auf der grünen Wiese nebenan, war es dafür extrem voll…ich hatte den Eindruck die Familien haben ihren Spaziergang einfach hierhin verlegt. Mein Einkaufszettel war zum Glück recht kurz und ich hab auch alles bekommen…doch ich musste noch in einen anderen Laden auf dem Gelände und war anschließend ziemlich nass…

…egal ich brauchte ein paar neue Memory-Form-Einlagen für die Schuhe…bei dem üsseligen (nass,kalt,trüb) Wetter, wollte ich jetzt endlich mal meine Gummistiefel ausprobieren. Gekauft hatte ich die vor mehr als 1/2 Jahr…also im Frühsommer.

Am Abend dann bin ich eine nur knappe 2km Runde gelaufen – mit den Gummistiefeln..in der Hoffnung, das mein kaputter Fuß, das „verträgt“….naja, in dieser Woche zickt er mal wieder rum, vielleicht nicht die beste Woche für einen Versuch…also nach nicht mal 30 Minuten war ich wieder zuhause…mein Fuß tat mir zwar weh – aber es ging noch…dafür hab ich mir an beiden Füßen an merkwürdigen Stellen Blasen gelaufen.

Noch kann ich die leider nicht für einen Waldspaziergang nutzen…aber ich werde die Gummistiefel jetzt öfter mal kurzzeitig nutzen…mal sehen ob sich meine Füße daran gewöhnen.

Solche Stiefel hab ich das letzte Mal getragen, da war ich 11 oder 12 Jahre alt. Meine waren damals Dunkelblau mit gelber Sohle und gelben Rand oben am Schaft.

Meine NEUEN sind natürlich moderner: also in dezentem Grün, mit Reißverschluss und etwas enger-anliegend als so normalo-Gummistiefel. Im Laden konnte ich die auch ein paar Minuten ohne Probleme tragen und ich hoffe, das ich noch mit der richtigen Kombi aus Einlagen und dicken Socken ein angenehmes Tragefühl bekomme…aber für den ersten Versuch war es gar nicht mal schlecht…ich hab schon in richtig teuren Wanderschuhen schneller schlechter laufen können, als jetzt mit diesen Teilen.

Heute stürmt es zwar, aber die Sonne kommt raus. Ich bleibe aber noch Zuhause, bin heute Abend noch mit ein paar Kollegen zu einem klassischen Konzert in Hamburg verabredet: Gespielt werden Stücke von Brahms, Debussy und Belioz, alles gespielt mit viel Engagement von einem Laien-Orchester…hmm Brahms ist jetzt nicht so ganz Meines..und diese Fest-Overtüre kommt schon sehr laut daher…das soll wohl Lebensfreude ausdrücken…aber bei mir kommen solche Laustärke-Steigerungen nicht so gut an….aber mal sehen, wie das heute Abend klingt.

Daher halte ich heute eher Ruhe, bevor ich mich in einen Konzertsaal voll Menschen und mit lauter Musik setze…hahaha und die Ohrenstöpsel liegen schon bereit.

Die ersten Tage im neuen Jahr

Ich hatte meinen Silvester-Urlaub um die beiden ersten Tage in dieser Woche, erweitert.

Es blieb somit genügend entspannte Zeit, um mich weiter um den Keller zu kümmern…Das letzte Holzregal hab ich noch einmal umgestellt, meine Vorräte neu sortiert und die Kisten neu gepackt und dabei, wieder einmal viele Dinge als inzwischen überflüssig eingestuft. Auch bin ich erneut durch die Schränke in der Wohnung gezogen – mit jedem Mal fallen mir Dinge auf, die ich JETZT loslassen kann…also weg damit. Das gibt immer etwas mehr Platz in Schrank und Schubladen und ich habe nicht vor den gewonnenen Raum wieder mit Dingen vollzustellen.

An einer Stelle im Keller, hab ich all das Zeug hingestellt, das ich beim Sozialkaufhaus in Hamburg abgeben wollte…und an anderer Stelle den Kram, der zum Wertstoffhoff sollte…nur ein kleiner Teil ist dann in der Mülltonne gelandet.

Wie immer tat das Ausmisten gut…das mache ich ja inzwischen 2-3x im Jahr und mit jedem Mal fallen mir Dinge in die Hände, von denen ich weiß, also die würde ich jetzt nie wieder in die Wohnung stellen…vor allem Dekokram und Lampen.

Für die vorherige Wohnung, wo es nur wenig Möglichkeiten für Deckenlampen gab, hab ich mittels Stehlampen Gemütlichkeit in die Ecken der Dachgeschoß-Räume gebracht…die meisten Lampen waren nach dem Umzug im Keller gelandet…jetzt habe ich nur ganz wenige ausgewählte Stücke in der Wohnung stehen, die – die mir wirklich wichtig sind. Aber warum die anderen im Keller weiter verstauben lassen.

Auch so einige Fehlversuche mit Vorhangschienen, Plissee-Rollos und Gardinen liegen unnütz herum…haben ja immerhin Geld gekostet…nun hab ich endlich die für mich „Richtigen“ in der Wohnung…also auch damit: ab zum Sozialkaufhaus.

Nach der Fahrt zum Wertstoffhof, das ging schnell -war nicht so viel – bin ich gleich weiter nach Elmshorn gefahren. Auf dem Parkplatz wollte ich gerade den Parkschein ziehen, da kam ein älteres Paar freudestrahlend auf mich zu und schenkte mir Seinen, mit noch knappen 1,5 Stunden Parkdauer. Hab mich vielmals bedankt und mich sehr über diese nette Geste gefreut.

Ich hatte eigentlich nichts Besonderes vor…außer mich für ein verspätetes Frühstück in ein Deli/Cafe zu setzten…das war gemütlich und der Kaffee erstaunlich gut….erst als es voller und lauter wurde, hab ich noch einen Spaziergang durch die Innenstadt gemacht.

Die Sachen für das Sozialkaufhaus „Stilbruch“ hab ich erst Mittwoch nach Feierabend abgegeben…aber auch das ging zügig und die haben alle Sachen auch tatsächlich angenommen…das hat mich sehr gefreut.

Ich bin bisher, bis auf einen Tag in dieser Woche, jeden Abend meine Walkingrunde gelaufen, auch wenn es nass und irgendwie ungemütlich wirkte…aber sobald ich draußen, die mir inzwischen so vertrauten Wege, lief, musste ich jedes Mal unwillkürlich lächeln…mit jedem Tag wurde der Mond am Himmel voller und leuchtete so intensiv, das ich nur selten die Taschenlampe brauchte und das Wetter machte mir nichts aus.

Die freien Tage waren richtig schön so….und helfen mir bei der nun kommenden herausfordernden Zeit…denn kaum war ich Mittwoch wieder im Büro (nicht nur geistig – sondern auch physisch) kam schon die Mitteilung, was jetzt bis Ende Januar tatsächlich schon fertig sein muss, obwohl ich für einige der Firmen eigentlich Zeit bis Mitte/Ende Februare hätte haben sollen. Es geht also schon los, mit dem Zusammenstauchen der Abgabetermine.

Aber noch bin ich guter Dinge: das kriege ich schon irgendwie hin. Irgendwie!

bequeme Lügen

Ich hatte Silvester meiner Schwester von einem besonders günstigen Angebot für Kokosmilch berichtet….sie benutzt diese für viele Gerichte, noch mehr als ich…der Preis für Bio-Kokosmilch in dem einem Laden war unschlagbar günstig in der 1.KW des Neuen Jahres. Und da wir zwar auseinander wohnen, aber Beide in Schleswig-Holstein, war ich mir sicher das auch in Flensburg dieses Angebot gültig ist und immerhin müssen die Beiden jetzt noch mehr auf ihre Ausgaben achten, wo mein Schwager arbeitslos ist.

Was sie mit dieser Information macht, ist mir aber anschließend egal, das müssen sie selber entscheiden und ich hätte das Thema auch gar nicht mehr angeschnitten, wenn sie sich nicht Montagmorgen bei mir gemeldet hätte: Sie wäre da gewesen, die hätten das Angebot gar nicht und die Verkäuferin wäre überrascht von dem Angebot…also ihr Markt würde daran nicht teilnehmen.

Hmmmm….ich kenne meine Schwester seit über 50 Jahren und weiß um ihre oftmals bequeme Art sich Themen vom Hals zu schaffen: Einfach etwas behaupten, was so nicht stimmt. Also eine Lüge benutzen…Das ist bequem und einfach.

Im Laufe meines Lebens hab ich eine Antenne dafür entwickelt, mein Vater, meine Schwester und auch mein Ex-Freund sind/waren Meister im masslosen Übertreiben und Lügen…etwas was mich schon immer zur Weißglut bringen konnte.

Ihre Art das zu schreiben, hat mich also aufhorchen lassen.. ich hab noch einmal nachgefragt, WO sie genau war…und hab ihr dann das im Internet für diese Adresse angezeigte Angebot als Bild geschickt….ich hab sogar in dem Laden angerufen und nachgefragt: na klar – juuupp die Angebotsware ist im Laden verfügbar…auch das hab ich ihr geschrieben und auch, dass ich die negativen Gefühle, die ihre merkwürdige Aussage in mir ausgelöst haben, nicht toll finde….

Wie gesagt, normalerweise hätte ich das Thema gar nicht mehr angesprochen, aber ihre Aussage hat mich wieder einmal so verletzt…warum diese so offensichtliche Lüge? WOZU? Das ist so unnötig…sie hätte es einfach dabei belassen können, nichts zu schreiben oder das sie einfach keine Lust hat, extra dahin zu gehen….oder was auch immer….aber zu behaupten, wie wäre da gewesen und die hätten das gar nicht…

Na klar jeder lügt, meistens sind es „soziale“ Lügen, damit sich andere Menschen nicht schlecht fühlen: „Ja, das Kleid steht Dir“ oder um eine Diskussion oder Streit zu vermeiden: „Nein ich war nicht in der Kneipe, war mit dem Hund im Park“…aber meistens ist es tatsächlich die Bequemlichkeit, die Menschen zum Lügen bringt.

Mein Ex-Freund hat das Lügen wie einen Schutzschild um seine Person gelegt…es war leichter für ihn zu Lügen, als etwas mit vielen Worten zu erklären, wie es wirklich war…Unangenehmen Fragen konnte er so aus dem Weg gehen und gleichzeitig hat er sich mit vielen Lügen über Herkunft und Vergangenheit erhöht. Er wollt etwas sein, was er nicht ist…ich bin ihm zwar in vielen Dingen schnell auf die Schliche gekommen und hab sie ihm auf den Kopf zugesagt…aber er hat es nie zugegeben, auch wenn die Fakten Schwarz-auf-weiß belegbar waren ..etwas was unser Zusammensein schwer belastet hat…daher war unsere Beziehung auch von Anfang an, nie unbeschwert. Dabei hab ich ihm schnell klar gemacht, mir ist egal woher er kommt, was er ist oder was seine Familie macht….aber ich mag keine Lügen.

Leider war ihm das so in Fleisch und Blut übergegangen, er konnte nicht anders…und er konnte nie zu seinen Lügen stehen…auch wenn er ertappt wurde…immer hat er versucht, sich da rauszuwinden, meistens mit Arroganz. Ich wusste schon ziemlich früh, das er mir mit seiner Art nicht gut tut….aber ich war verliebt und hab alle Warnsignale ignoriert…die waren da und schrillten mit jeder weiteren entdeckten Lüge lauter und lauter…ich hab sie zur Seite geschoben, wohlwissend das kann nicht gut gehen…aber wer will das schon wahrhaben.

Vielleicht hat mich auch deshalb diese kleine und so unnötige Lüge meiner Schwester, so sehr getroffen…weil sie mich an die Zeit mit meinem Ex-Freund erinnert hat…und an meinen Vater, der sich immer und überall mit masslosen Übertreibungen und Lügen in den Vordergrund gedrängt hat..er hat seine Lebens-Lügen im Alter tatsächlich selber geglaubt…das ihn viele Menschen dafür ausgelacht haben, hat er nicht mal mehr mit bekommen (ich rede hier von tatsächlich nachweisbaren großen Unwahrheiten – nicht von den kleinen Übertreibungen und Ausschmückungen, die eine Geschichte manchmal etwas lustiger und interessanter machen und damit gesellschaftlich akzeptiert sind).

Natürlich lügen wir alle, mehr oder weniger…auch ich nutze soziale Lügen und auch manchmal um einer Diskussion aus dem Weg zu gehen…aber um wirklich gut lügen zu können, muss man auch stringent bei der Lüge bleiben und das können die Wenigsten. Man muss sich seine Lügen nämlich MERKEN…und wenn das nächste Mal das Thema darauf kommt, muss man sich an sie erinnern und mit Einfließen lassen.

Wenn man z.B. behauptet am letzten Freitag krank zuhause gewesen zu sein, sollte man sich nach einer Woche noch daran erinnern können und dann nicht im Gespräch behaupten, ohh letzten Freitag war ich im Schwimmbad.

Die meisten Menschen jedoch, vergessen ihre Lügen sehr schnell wieder und werden dadurch im Nachhinein als schlechte Lügner entlarvt.

Meine Schwester ist dann doch noch zu dem entsprechenden Laden gefahren und hat einige Dosen Kokosmilch auf Vorrat gekauft, hat mir eine nette Whatsapp geschrieben (ohne sich für die Lüge zu entschuldigen) und sich danach 3 Tage gar nicht mehr bei mir gemeldet.

Das war ihr Eingeständnis für ein schlechtes Gewissen…sie weiß, daß ich weiß, daß sie gelogen hat…so unnötig.

Silvester mit Regen und Blick in die Vergangenheit

Silvester war wirklich schön…also unser „Weihnester“, unser nachträgliches Weihnachtsessen und Silvester.

Ja ich verbringe Silvester sonst lieber alleine, mag die stille Rückbesinnung und meine eigene Abendgestaltung ohne „lustige“ Shows mit nervigen Moderatoren im Fernsehn oder die obligatorischen Brettspiele…und ich mag eben auch meine Abend-Walkringrunden.

Aber dieses Silvester bei Schwester+Schwager (und dem engsten Freund der Beiden, der quasi zur Familie gehört) war einfach schön…was nicht unbedingt am Wetter lag, denn das war nicht nur extrem nass, sondern vor allem auch sehr windig.

Die Weihnachtsgans duftete mit dem Rotkohl um die Wette und war jeden EURO wert, auch wenn ich nie eine Gans gekauft hätte die 80 EUR kostet…aber wir hatten uns die Kosten ja geteilt und meine Schwester hat beharrlich auf die Dithmarscher Gans bestanden und es war in der Tat ein Festessen.

Anschließend gab es die nachträgliche Bescherung, Eis zum Nachtisch und munteres Geplauder, bis mein Schwager meinte, wir sollten lieber jetzt schon unsere Runde drehen, bevor noch mehr draußen geknallt wird….gegangen sind dann aber nur wir beiden „Mädels“….meinem Schwager war es zu nass und der Vierte im Bunde ist nicht gut zu Fuß.

Also haben wir uns versucht wasserfest anzuziehen, uns untergehakt und sind durch die Wohnsiedlungen bis zum Strand gelaufen, etwas daran entlang und durch ein kleines Waldstück wieder zurück. Es war auch gut, das wir alleine unterwegs waren…so konnten wir uns ganz ungestört unterhalten…immerhin sind Schwester+Schwager im Moment quasi jede Minute des Tages zusammen (sie ist ja immer noch krankgeschrieben, und er ist schon seit mehr als 1 Monat freigestellt) und da stürmen ja viele Nöte gleichzeitig zusammen, über die man mal ungestört Reden muss…denn wenn wir telefonieren ist mein Schwager immer mit dabei.

Nach einer Stunde waren wir komplett durchnässt, fühlten uns aber gut damit…wir haben viel geredet und hatten eine ruhige und innige Nähe, ähnlich wie früher als Kinder/Teenager, als unser Leben damals gehörig durcheinandergewirbelt wurde und wir dann jahreslang Halt beim Anderen fanden.

Das war die Zeit als unsere Mutter weg ging, dabei einen riesigen Scherbenhaufen zurück lies, unser Vater den Halt verlor und die beiden Familienzweige sich wegen ihr endgültig gegenseitig und zum Teil auch untereinander heftigst zerstritten. Das war 1981 ein Familienbeben und wir beiden Mädchen erfuhren erst nach und nach von all dem Drama, das sie vorher in den Familien angerichtet hatte, während wir mit dem Aktuellen zuhause klarkommen mussten.

Nachdem wir uns nach dem Spaziergang in trockene Klamotten geworfen hatten, wurde es Zeit für die Silvesterfeier…die Feuerzangenbowle kam auf den Tisch und ich hab die „Mitternachts-Snacks“ ausgepackt….wir haben uns ruhig und trotzdem angeregt und lustig weiter unterhalten

Zum Jahreswechsel gab es dann Sekt zum Anstoßen und ein langanhaltendes Feuerwerk vom Fenster aus…die haben hier wirklich einen tollen Blick aus dem Wohnzimmerfenster…nach Draußen hat uns allerdings nichts mehr gezogen…der Wind nahm immer weiter zu und auch der Regen machte keine Pause.. Aber die Menschen konnte das scheinbar nicht abhalten, haufenweise Raketen in die Luft zu schießen….Wir haben nur zugeschaut. Das war schon ein tolles Schauspiel.

Gegen halb Zwei war die Feuerzangenbowle leer, die Snacks vertilgt, alle waren satt und müde, der Freund hat seinen Heimweg zu Fuß angetreten und wir Drei sind dann auch zügig ins Bett gegangen. Es war ein schöner Jahreswechsel und nun kann das neue Jahr beginnen…hoffentlich wendet sich für die Beiden alles schnell zum Guten.

Kleine Rückschau

Für Silvester ist alles vorbereitet…es gibt ein „Weihnester“… ein kombiniertes Fest aus Weihnachten und Silvester.

Ich hab die Info, das die Gans bereits im Ofen ist. Ich kümmere mich dafür um das Mitternachts-Essen …also kleine gekaufte mediterane Snacks und dazu selbstgemachte Partyfrikadellchen und Schnitzelchen..und für das morgige Frühstück gibt es zwei Brötchen-Teige.

Dazu hab ich die kleinen Geschenkschachteln fertig (jaja, wir wollten uns ja nichts schenken…) und meine Übernachtstasche ist auch gepackt.

Nun ist alles fertig vorbereitet und ich hab noch 1 Stunde Zeit bevor ich mich auf den Weg mache.

Zeit genug für eine kleine Rückschau auf das ausklingende Jahr:

Das Jahr war insgesamt gar kein so Schlechtes…aber an einigen Stellen schon sehr herausfordernd.

Gesundheitlich war ich noch nie so oft angeschlagen: 3x mit grippalem Infekt, dann der verstauchte Knöchel im Sommerurlaub, die insgesamt schleppende Genesung über Wochen…ständig überhöhter Puls und viiiel zu hoher Blutdruck trotz der Tabletten.

Doch letztlich bin ich jetzt wieder hergestellt und es war nichts Dramatisches.

Ich war mental öfter mal wieder gestresst, schaffe es aber zum Glück mich einigermassen zügig wieder zu fangen….

Ich habe schöne Ausflüge gemacht, wenn ich auch wesentlich weniger neue Ziele ins Visier genommen habe. Ich bin viel seltener mit dem Auto unterwegs gewesen, war dafür öfter auch im Homeoffice und liebe inzwischen meine kleinen Ausflugsziele in der Nähe.

Ich war 3x in diesem Jahr in Urlaub, das ist viel für mich: Einmal in Ostfriesland im Frühjahr, Sommerurlaub in Cuxhaven und ein Wellness-Urlaub in Boltenhagen.

jaaa – das ist schon mal eine ganz gute kurze Bilanz..

Laptop wiederbeleben?

Mein Laptop streikt…die Tastatur will einfach nicht mehr…ausser der „Enter“-Taste und dem „backspace“ will gar nichts mehr gehen.

Das Problem hatte ich schon einmal vor einem Jahr …aber der Reparatur-Service konnte keinen Fehler feststellen, hat alles wieder zusammengebaut und seitdem hat die Tastatur wieder fast reibungslos funktioniert. Nun mag sie aber nicht mehr.

Ich hab mein schon etwas altes Schätzchen gerade zu einem örtlichen IT-Repartur-Service gebracht und warte auf sein Urteil.

Irgendwie erwarte ich das er sagst: nichts zu machen..das Ding ist zu alt…aber mal sehen. So zwischen den Jahren adhoc ein neues Laptop zu kaufen und neu einzurichten, war jetzt nicht eingeplant.

Andererseits gibt es dafür selten die richtigen Momente.

Jetzt bin ich doch froh, dass die modernen Smartphones fast vollständige PCs sind. So kann ich weiter dänisch lernen, bloggen und meine Bankgeschäfte machen..auch wenn das mit der kleinen Tastatur und dem kleinem Bildschirm etwas anstrengend ist…ansonsten wäre ich aner jetzt ziemlich nervös.

Hab schon mal im Internet nach einem neuen Laptop geschaut..was ich so brauchen würde und welche Preise die dafür aufrufen….

…noch hoffe ich das mein Altes noch einmal wiederbelebt werden kann und dann noch 1/2 Jahr oder so hält…dann hätte ich genügend Ruhe und Zeit mich ordentlich umzuschauen.

jaja… immer diese Technik..man merkt erst, wie sehr man sie braucht, wenn sie nicht mehr funktioniert 😊

Die Ruhe vor dem Kahlschlag und die Wärme nach dem Regen

Sie kommen näher – ich hab sie schon gesehen – also nicht die Baumfäller selber – aber das Ergebnis ihrer Arbeit – noch ca. 1.5 km und sie sind auch hier bei mir.

Seit dem 1. Dezember warte ich ja quasi täglich darauf, das die Bäume hinter dem Haus und damit vor meinem Balkon, gefällt werden. Die Privatbahn hatte es angekündigt…und papiergläubig wie ich nun einmal bin, war ich der Meinung die stehen am 01.12. im Garten mit ihren lauten Kettensägen und nach 2 Tagen ist der Spuk vorbei und ich habe freie Sicht auf Alles, was ich gar nicht sehen will. Aber so war es nicht.

Inzwischen muss ich über meine Naivität lachen. Die Privatbahn hat diese Zettel an Alle Anwohner entlang der Strecke verteilt…und die fangen natürlich an einem Ende an und arbeiten sich dann langsam entlang der Strecke voran. Ich habe auf freiem Feld gesehen wo Bäume und Büsche bereits fort sind und auch die tiefen Furchen drumherum, wo Trecker mit Anhänger oder LKW mit Ladefläche die Bäume aufgenommen und abtransportiert haben.

Und da es auf dieser Seite nahe am Rande der Stadt wo ich wohne, keine direkte Zuwegung zu den Bahngleisen gibt, um die Bäume abtransportieren zu können…werden die wahrscheinlich erst gefällt, wenn die Bahnstrecke ab dem 16.01.23 stillgelegt wird….dann können die Bäume über die Bahnschienen hinweg, auf der anderen Seite, zu der dort parallel verlaufenden kleinen Straße gebracht und abtransportiert werden.

Wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich auch logisch. Richtig erschlossen hat es sich mir aber erst gestern, als ich im strömenden Regen ,noch vor Sonnenuntergang, meine große Walkingrunde lief und auf den Kahlschlag traf.

Im Moment bedeutet jede Walkingrunde einmal komplett durchnässt zu sein oder sagen wir mal lieber so: ich teste gerade die Wind- und Regentauglichkeit meiner Winter- und Regenjacken. Die Windstille zu Heiligabend, wo der Regen ausschließlich von oben kam, ist inzwischen zu einer Art November-Schmuddelwetter geworden…es gibt heftige Windböen und jede Menge Regen ich werde also von allen Seiten naß….was ich vor allem daran merke, das meine Jeans schwer und nass an mir zerren. Warum hab ich eigentlich nicht die Thermohosen angezogen? Ach jetzt weiß ich es wieder: ich fand es zu warm dafür. Na meine eiskalten nassen Beine waren da hinterher ganz anderer Meinung.

Aber was gibt es Schöneres als nach so einer Tour unter die heiße Dusche zu gehen und anschließend in Kuschelklamotten und mit einem heißen Glühpunsch auf der Couch zu sitzen und dazu die Reste von Ente, Rotkohl und Klößen zu verputzen. Als Nachtisch gab es noch selbstgemachtes Popcorn und einen kleinen Schoko-Weihnachtsmann, den ich geschenkt bekommen habe.

Und ich sitze da und mache mir Gedanken über all die Veränderungen die noch kommen werden….hinterm Haus ohne Bäume, meine Schwester mit Bypass-Operation voraus und anschließender REHA danach, meinem Schwager ohne Job und mit der laufenden Kündigungsschutzklage, meiner liebsten Kollegin deren Mann erneut einen sehr schweren Bandscheiben-Vorfall kurz vor Weihnachten hatte und mit der ich zukünftig nur noch wenig gemeinsam Zusammenarbeiten kann, meine eigene Arbeit die sich auch gerade gravierend verändern soll. Ich denke über ein paar Menschen aus meiner Vergangenheit nach und über deren Zukunft. Ich denke nach über die Welt die mehr und mehr aus den Fugen gerät und ich es nicht fassen kann, dass es Menschen gibt, die einfach nicht friedlich nebeneinander leben wollen…über die steigenden Preise, über die fragile Energie-Versorgung, über die Pandemie und deren Folgen…in meinem Kopf ist selten Ruhe…

…aber trotz all der schweren, beunruhigenden und mitfühlenden Gedanken, fühle ich mich damit gerade nicht überfordert, wie so oft in letzter Zeit, sondern ich merke, das ich mich dem Leben körperlich und mental wieder richtig stellen kann.

Bisher konnte ich mich immer auf meine eigene Leistungsfähigkeit verlassen, aber das Jahr 2022 hat mir ein paar Mal ganz ordentlich Grenzen aufgezeigt …und nun endlich, fühle ich mich wieder leistungsstark. Das ist eine gute Basis dem kommenden Ende dieses Jahres zu begegnen.

Wie schön öfter am Ende eines Beitrags bin ich überrascht darüber, was für eine gedankliche Schleife ich da gedreht habe…manchmal ist es mir gar nicht so bewusst, was mich eigentlich sonst noch so bewegt….aber dann fließen meine Gedanken locker in meine Fingen und finden ihren Weg auf den Bildschirm.

Weihnachts-Magie selber erschaffen

Weihnachts-Magie selber erschaffen

Jeder hat ja seine eigenen Vorstellungen von einem gelungenen Weihnachtsfest. Jeder hat eigene Rituale, die sich nach Familientraditionen, regionaler oder religiöser Zugehörigkeit und ja nach Land unterscheiden.

Das ist nun mein 4. Weihnachtsfest in Schleswig-Holstein und damit die Freiheit meine eigenen Rituale zu festigen…weitab von Familienzwängen und Erwartungshaltungen in einer Beziehung. Okay – da ich nicht auf einer einsamen Insel lebe, fahre ich normalerweise am 1. Weihnachtsfeiertag zu Schwester+Schwager und wir hatten die letzten Jahre auch echt schöne Weihnachten. Dieser Besuch fällt nun durch deren aktuelle Corona-Infektion aus.

Aber der Rest von Weihnachten gehört mir und auch Silvester. Das hab ich von Anfang an klar kommuniziert, ich brauche und will meine eigene stille Zeit haben und ich nehme sie mir auch.

Und das führt mich zu meinen eigenen neuen Ritualen zu Weihnachten.

Am Vormittag des 24.12. hab ich tatsächlich meinen Balkon sauber gemacht…durch das Füttern der Vögel entsteht schon einiges an Dreck und das war tatsächlich der einzige Bereich, den ich am Vortag nicht sauber gemacht hatte…So – auch erledigt.

Gegen Mittag hatte ich, für den Abend, eine Ente in den Backofen geschoben und Rotkohl aufgetaut. Gleichzeitig mit viel frischem Gemüse und einer Rinderbeinscheibe eine Suppe gekocht. Für das Mittagessen noch frische Schnitzel geklopft, paniert und gebraten…und anschließend die Küche wieder sauber gemacht.

Mit regenfester Kleidung und einem Thermobecher voll Kaffee hab ich mich am Nachmittag ins Auto gesetzt…Mein erklärtes Lieblings-Ziel an Heiligabend ist die Stadt Lüneburg. Sie ist nur etwas mehr als 80km entfernt und hat eine für fast mich magische Weihnachtsstimmung.

Die Autobahn war voll, aber der Verkehr staute sich nicht..aber ich war überrascht wie viele Menschen unterwegs waren, auch in Lüneburg selber war viel Verkehr auf den Straßen, obwohl es schon anfing dunkel zu werden. Ihr solltet doch jetzt mal langsam hinter all den beleuteten Fenstern zur Ruhe kommen…Es wird Zeit anzukommen.

Wie die Jahre zuvor, hab ich an derselben Stelle einen Parkplatz gefunden, bin bei untergehender (aber verdeckt-diesiger) Sonne über den Wall und durch die Gräfte gelaufen…

….um dann nur minutenspäter in der Dunkelheit des beginnenden Abends gemütlich durch die erleuchtete Stadt zu schlendern….langsam, ruhig atmend und bedächtig auf die immer wieder faszinierende Beleuchtung zuschauen.

Und pünktlich mit der Dunkelheit, setzte dann auch der Regen ein…wie auch schon die Jahre zuvor…da es aber nicht kalt und auch überhaupt nicht windig war, hat mich die Nässe nicht abgeschreckt.

Ich laufe quer durch die Stadt, in diesem Jahr sind es tatsächlich weniger Lichter…aber das macht nichts…wie im Vorjahr hab ich am Marktplatz einen heißen Glüh-Punsch (ohne Alkohol) getrunken, bin kreuz und quer durch Gassen und Straßen gelaufen

Die Stadt, die Lichter und ja auch der Regen strahlen zusammen ein so gemütliche und auf merkwürdige Weiese magische Weihnachtsstimmung aus, das ich unmittelbar ruhig werde und diese mich auf eine sehr stille Art gefangen nimmt. Meine besondere Form des Weihnachtsfriedens direkt in mir.

Nach knappen 2 Stunden fühlt sich mein Herz leicht und die durchnässte Winterjacke sehr schwer an…ich mache mich auf den Rückweg und freue mich auf mein Abendessen, einem gut gekühlten Glas Cremant (mit Alkohol) und einen entspannten Heiligen Abend.