Apfelblüte im Alten Land

Während wir am Freitag bei 11Grad mit Scholle und Jasmin-Tee draußen saßen, stellte sich unweigerlich die Frage nach Pfingsten.

Die ambulante Augen-OP meiner Schwester ist Donnerstag, meine 1.Impfung für Corona ist am Freitag und dann kommt ja schon das Pfingst-Wochenende….Schwester wird 14 Tage nicht arbeiten dürfen (wenn alles gut läuft) und Schwager muss auch nicht arbeiten….und Beide würden gerne mal wieder ins Alte Land fahren.

Auf die Frage blühen die Bäume dort noch, wusste ich keine Antwort….nahm es aber an…..später hab ich im Internet gesehen, das es eine Webseite gibt die sich „Blütenbarometer“ nennt….und dort wird angezeigt das die Kirschblüte am Abblühen und die Apfelblüte in Vollblüte sein sollte….so als Prognose.

Aber wie es tatsächlich aktuell aussieht, wusste ich damit immer noch nicht….immerhin ist das Wetter aktuell sehr wechselhaft…Deshalb hab ich mich gestern am Nachmittag auf den Weg dorthin gemacht….Es gibt für mich nur 2 vernünftige Wege mit dem Auto dorthin zu kommen….einmal über die Fähre bei Glücksstadt / Wischhafen oder über die A7 durch den Hamburger Elbtunnel. Beide Wege dauern ca. 1 Stunde….und haben jeweils eine Engstelle, die es noch länger dauern lassen kann.

Am Fähranleger Glückstadt gibt es oft einen Rückstau, der die Fahrt verlängert und durch die vielen Baustellen auf der A7 kommt es vor dem Elbtunnel oft zu Stop-and-Go….ich hab mich trotzdem für diesen Weg entschieden….weiß ja inzwischen wie ich mich durch Hamburg durchfädeln muss, um erst kurz vor dem Elbtunnel auf die A7 zu kommen….so steckte ich nur kurz in dem zähfließendem Verkehr…. Das Wetter war mäßig bescheiden….immer wieder Regen und Sonnenschein in kurzem Wechsel…

Auch während der weiteren Fahrt über Finkenwerder und Cranz in Richtung Stade war das Wetter nicht einladend…und so konnte ich zwar sehen das die Bäume an vielen Stellen sehr viele weiße Blüten hatten…aber es wirkte auch etwas trostlos.

Für einen Großteil der noch 33km nachdem ich die Autobahn verlassen hatte, gilt Tempo 50. Entspannend finde ich das ehrlicherweise nicht….nicht bei warmen Wetter und Sonnenschein und auch nicht bei Regen. Ich fahre oft über Landstraßen, die Geschwindigkeits-Begrenzungen haben und es macht mir nur wenig aus, aber dieses strikte 50er Diktat lässt jedes Mal wenn ich hier bin, Unmut in mir hochsteigen….ich mag diese Strecke komischerweise nicht….auch der Blick auf die blühenden Obstbäume macht es nicht besser.

In Stade angekommen hab ich die Stadt nur kurz zu Fuß durchquert…mitten am Alten Hansehafen, wo noch viele Menschen draußen in Cafes und Restaurants saßen, stand ein Mann am Fenster eines alten Fachwerkhauses mit seiner Trompete und spielte ein paar Melodien…das hörte sich schön an…

Ich bin trotzdem gleich weiter zum Burggraben gelaufen…an diesem See entlang, gibt es schöne Wege…und kaum war ich dort angekommen, hatte es sich auch endlich ausgeregnet und so bin ich vom Burggraben (See) der Schwinge (Fluss) gefolgt, der auf sehr gemütlichen ruhigen Wegen aus der Stadt hinausführte….mit Blick auf das Schwingetal….und im großen Bogen wieder zurück.

Sehr versteckt am Rande der Stadt war dann noch diese alte Mühle:

Was ich auf meinen Ausflügen immer wieder feststelle…obwohl ich mich nur selten mit der Geschichte einer Stadt oder einer Umgebung auseinander setze, lerne ich immer wieder so nebenbei etwas dazu….und sei es auch nur, das ich jetzt weiß, das es den Fluss „Schwinge“ als Nebenfluss zur Elbe überhaupt gibt.

Geschichte und Geographie gehörten nie zu meinen Lieblingsfächern und auch heute noch gehe ich nur selten in Museen und meistens lese ich auch nicht im Vorfeld zuviel über meine Ausflugsziele.

Die Auswahl richtet sich i.d.R. nach folgenden Kriterien: Alte Stadtkerne gerne mit Fachwerk, Hansestädte besonders gerne, gerne mit großen Parks und wenn möglich mit viel Wasser und schönen schönen Wegen drumherum, Moore … gerne mittendurch, großflächige Wälder, in denen man nicht zu vielen Menschen begegnet…Gerne Küstengewässer mit Deich, Fleth und urigen Landschaften….Naturschutzgebiete….usw….

Ich bin also gar nicht der übliche Stadttourist, der sich von Kirche, über Stadtmuseen zum Rathaus vorarbeitet und sich permanent mit Jahreszahlen, wer wan wo wie geboren wurde oder gelebt hat, beschäftigt. Ich möchte einfach schöne Orte sehen und mich dabei wohl fühlen…und wenn ich nebenbei noch etwas lerne, ist das genug.

Heide – ohne Heide?

mein heutiges Ausflugsziel liegt ca. 80km weiter nördlich : Heide /Holstein…

Was es dort besonderes gibt? hmmm kein Wasser, kein Wald…dafür den größten Marktplatz Deutschlands, das Brahms-Haus und tja….den Stadtpark und eine Bade-Spaß-Welt.

Durch den Namen dachte ich, es wäre so ein schnuckeliger Heide-Ort mit viel Fachwerk, Backstein und kuscheliger Umgebung. Und eigentlich hab ich den Ort bisher eher gemieden (das hat aber etwas mit meinem Ex-Freund zu tun, der immer davon geträumt hat, einmal dort zu wohnen….aber es ging ihm dabei mehr um das KFZ-Kennzeichen) ….und doch muss man wenigstens einmal dort gewesen sein, um mitreden zu können.

Der Marktplatz ist wirklich riesig und ich kann mir gut vorstellen, wenn dort ein Wochenmarkt stattfindet oder eine Kirmes, ein Mittelalter-Markt oder soetwas, dann wirkt das bestimmt toll…ansonsten ist der Platz einfach kahl und wird als Parkplatz genutzt.

Ich bin dann etwas durch diese kleine Stadt gelaufen, fand jetzt aber nicht so viel, was ich hervor heben könnte….vereinzelt gibt es nette Häuser, ein paar alte Gassen…die wirklich schöne Kirche. Vielleicht war es auch einfach die falsche Jahreszeit und ich hatte mir vorher nicht die Mühe gemacht zu schauen, ob es in Heide auch tatsächlich eine Heide-Landschaft in der Nähe gibt.

Es gibt die Meldorfer Bucht und das Eider-Sperrwerk. Aber bei allem was mit der Eider zu tun hat, schrecke ich zurück und will da auch nicht hin….das hat etwas damit zu tun, WIE sich meine Eltern getrennt haben…schmerzvolle Kindheits-Erinnerungen, die bei meiner Schwester und mir zu einer sofortigen Abwehrreaktion führt, sobald die „Eider“ genannt wird…hahahaha…mal sehen…eventuell fahre ich doch bald mal dahin ,um wenigstens eines meiner „Kindheits-Traumata“ aufzulösen.

In Heide halten sich tatsächlich alle an die Maskenpflicht und auch an das Gebot Zuhause zu bleiben….es war daher angenehm leer…und doch gleich auch gleich wieder trostlos ….bis auf die lange Schlange vor der geöffneten Eisdiele. Netter Gedanke – ein Eis …aber….

…obwohl es strahlend schönes Wetter war, war es auch windig…und darauf war ich dann nicht so gut vorbereitet…tztztz…hatte mich doch von den 9 Grad und Sonnenschein täuschen lassen – keine Mütze, nur ein Deko-Schal, zu dünne Jacke…mir war kalt….durch das Laufen wurde mir zwar wärmer…aber so richtig wohl war mir nicht…..

Nun gut…immerhin hab ich eine nette Fahrt mit dem Auto unternommen, dabei meinen spannenden Hörbuch-Krimi weiter gehört, ich hab den Ort Heide/Holstein besucht und hab einen Spaziergang durch die Stadt gemacht : das reicht fürs Erste….

Dehnen, Strecken und Ausflug

nach ausgiebigem, erholsamen Schlaf hab ich den Vormittag damit verbracht meinen Körper nach allen Regeln der Kunst mit Dehnen und Strecken herauszufordern. Zuerst ohne Hilfsmittel, dann mit Faszienrolle und Massagebällen…und immer weiter dehnen, strecken…und immer etwas weiter, etwas mehr…Angefangen bei Kopf, Nacken und Schultern….bis runter zu den Füßen…..ich hab es auf anraten eines alten Freundes mit Hilfe von Experten-Videos gemacht….wo es dann auch um die richtige Atemtechnik geht….

So einige der Übungen sind mir noch aus meiner aktiven Zeit als Turniertänzerin vertraut….aber so kompakt intensiv – das tat so richtig gut. Ja klar dehne ich mich öfter….aber ich hab mich nicht gesteigert..bin nicht weiter gegangen…unser Körper sollte sich immer herausgefordert fühlen…und besonders im Nacken-Schulterbereich hab ich danach unmittelbar eine Verbesserung gemerkt.

Diese Homeoffice-Tage haben bei mir den Nachteil, das ich am Esszimmertisch auf einem normalen Esszimmerstuhl sitze und nur auf meinen kleinen Laptop-Bildschirm starre, die Hände immer nach vorn ausgestreckt auf der Tastatur…während im Büro ein höhenverstellbarer Schreibtisch, ein moderner Bürostuhl und 2 große Bildschirme ungenutzt stehen bleiben.

Auch wenn unser Arbeitgeber uns eine Online-Physiotherapiestunde für Tipps und Tricks im Homeoffice spendiert hat, damit man sich auch zuhause körperlich fit halten kann., merke ich so langsam, wie sich mein Nacken mehr und mehr verkrampft.

Gleichzeitig fehlt mir ja die Möglichkeit mich durch Schwimmen, Sauna oder bei Massagen körperlich zu entspannen….Daher kamen diese kleinen Übungen heute Vormittag genau richtig…

Erst danach bin ich gegen Mittag zu meinem heutigen Ausflug gestartet…zuerst hab ich mir im Internet ein neues Ausflugsziel gesucht….mich aber dann doch dagegen entschieden. Alle großen Ziele die ich so anvisiert hatte, wären bei dem tollen Wetter eh überlaufen…ebenso die schönen Strecken direkt an der Elbe…. so bin ich also ganz in der Nähe ins Buttermoor gefahren…und dort aus gelaufen…

Schön wars…..und gar nicht so voll, wie befürchtet ….

Übermütig durch die Übungen am Vormittag, hab ich einfach mal auf meine Einlagen in den Schuhen verzichtet…gemäß dem Motto: Der Fuß möchte auch herausgefordert werden.

Aber bereits nach knappen 5km fand ich diese Entscheidung dann nicht mehr so gut….ich Idiot hatte weder daran gedacht die Einlagen einfach im Rucksack mit zu nehmen, noch andere Schuhe einzupacken…und so war mein Rückweg bis zum Auto dann auch nicht mehr ganz so leichtfüßig. Aber es war trotzdem ein schöner Ausflug bei strahlendem Sonnenschein…

Feierabend – abgetaucht

Feierabend – abgetaucht

Der Sommer zeigt sich im Norden ja recht kühl…und so musste ich einfach am Mittwoch das schöne Wetter nutzen…und so eine kleine Auszeit konnte  ich auch gut gebrauchen.

Feierabend habe ich daher schon um 14.30 Uhr eingeläutet…bin dann vom Büro direkt aus los gelaufen…über eine Eisdiele in Ottensen (den Stadtteil finde ich mittlerweile echt klasse…viele kleine Geschäfte, es ist so lebendig hier und alles scheint so normal zu sein) bis an die Elbe. Dann am Wasser in Richtung  Hamburg Mitte. Hab zum 1. Mal eines dieser riesigen Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen sehen…WOW – das Ding ist ja beindruckend groß…nee – das wäre nichts für mich.

Weiter ging es, vor einem Steakhouse waren Tische und Stühle aufgestellt und ein Strandkorb stand da auch…also hab ich, im Strandkorb sitzend, eine kleine Rast eingelegt und am NACHMITTAG ein Glas Wein getrunken und die Sonne genossen.

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…dann ging es weiter bis ich am U-Boot-Museum angekommen bin….Ach komm….da liegt ja tatsächlich ein U-Boot und man kann es besichtigen. Nun bin ich ja kein Fan großer Menschenmengen und Enge ist auch nicht mein Ding…aber es war LEER….also mit 9 EUR  hab ich die Erlaubnis gekauft das U-Boot betreten zu dürfen…und war fast alleine dort.

Und das war auch gut so….es war schon seeehr eng…und wenn man im Film sieht, wie die Soldaten durch die Luken der einzelnen Sektionen durchhüpfen,  dann wirkten die Luken hier schon sehr klein.

Also mit körperlichen Gebrechen sollte man das U-Boot wirklich meiden und eine gewisse Sportlichkeit hilft auch bei der Besichtigung. Erst ab  der 3. Luke bin ich einigermaßen gut dadurch „gehüpft “ (also im Film sieht das wesentlich eleganter und sportlicher aus…gut also das mich sonst niemand gesehen hat – na bis auf eine wahrscheinliche Videoüberwachung durch das Museum). Alsoo Hände an die Stange oberhalb der Luke und durchhüpfen…und hinter der Luke bin ich mit dem Hintern auf den vorhanden Vorsprüngen zum Halt gekommen…nix von wegen durchhüpfen und gleich auf den Füßen landen um weiter zu hechten…hahaha  na gut – das waren auch junge Männer…

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Es hat Spaß wirklich Spaß gemacht und die Enge konnte ich wirklich gut ertragen, da es sonst gerade keine Besucher in meiner Nähe gab. Witzig: ALLE ausgestellten Puppen, die das Leben auf einem U-Boot simulieren sollten trugen: Mund-Nase-Schutz….Auch ich hatte während des gesamten Besuchs meine Maske auf…

Zum Glück verzichtet das Museum auf musikalische Untermalung…so wurde zusammen mit einem in regelmässigen Abständen wiederkehrenden PING  eines Sonars eine beklemmend dichte Atmosphäre erzeugt.

Immer wieder erstaunlich finde ich es, wie „blind“ die U-Boote im 2. Weltkrieg waren. Außer durch das Periskop war ja überhaupt kein Blick nach draußen möglich. Bildschirme gab es noch nicht….überall nur Rohre, Schalter und analoge Anzeigeuhren…

Wieder aufgetaucht ging es im großen Bogen zurück in Richtung Firma (zu meinem Auto). Das waren gute 9km für den heutigen Spaziergang durch Hamburg.

 

 

Vatertags-Roulette

Morgen ist Feiertag….Vatertag.

Was bedeutet, das in normalen Zeiten Morgen Horden von Männern (meistens zumindest sind es wirklich Väter) die Wander- und Radwege bevölkern.. Oft mit einem Bollerwagen und jeder Menge Alkohol, erst an Bord und nicht viel später auch im Mann.

Laut Wetterbericht soll es ja ein sehr schöner sonniger Tag werden.

Für mich bedeutet der Vatertag eigentlich, das ich lieber Zuhause bleibe um den Menschen-Massen zu entgehen….aber bei schönem Wetter bin auch ich geneigt mich für einen Ausflug auf den Weg zu machen…

Da stellt sich wieder die Frage: wie wird es in diesem Jahr sein? Gibt es das überhaupt noch, das sich viele Menschen/Männer im Pulk zusammen finden, um mit dem Bollerwagen durch die Landschaft zu wandern um mit jeder Menge Alkohol Spaß  daran zu haben, das sie wenigstens einmal im Jahr ungestraft feiern dürfen….

Für mich stellt es sich so dar:

  • wenn ich davon ausgehe, das es so ist wie all die Jahre zuvor, dann stehe ich Morgen gaaanz früh auf und bin bereits früh unterwegs, bevor es alle anderen tun…
  • und sollte ich es nicht so früh mit dem Aufstehen hin bekommen, dann bleibe ich lieber zuhause und gehe  nur erst gegen Abend meine Runde …
  • und wenn ich denke, in diesem Jahr wird es bestimmt nicht so viele Väter geben, die sich diesem Ritual stellen, dann mache ich mich erst am späten Vormittag  auf den Weg…

Bei dem Gedanken an die vielen Eltern, die jetzt nach fast 3 Monaten zuhause verzweifeln, könnte ich sogar davon ausgehen, das noch mehr Männer es zum Anlass nehmen sich wenigstens für diesen Tag vom Home-Office/Home-Schooling und eng-auf-der-Pelle hocken zu befreien und gerade jetzt mit Freunden und Bollerwagen um die Häuser ziehen…Also ich könnte es verstehen…

Ich überlasse es dann doch dem Zufall was ich machen werde…. und warte mal  wie früh ich morgen aufwachen werde, so ganz ohne Wecker….lach…und ich bin inzwischen Meister darin meine Pläne zu modifizieren ohne das es mir etwas ausmacht…der Vorteil der inneren Gelassenheit

 

 

 

Fahren – oder lieber nicht Fahren

Als meine Schwester in der letzten Woche mit ziemlicher Heftigkeit sehnsuchtsvoll auf ihr freies Wochenende hingewiesen hat und das sie durch vermehrte Doppelschichten und Rufbereitschaften im Pflegedienst nicht dazu gekommen ist, auch nur einmal im Wald zu walken, hab ich fast reflexartig gesagt: ich komme gerne mit, wenn es denn dann noch erlaubt ist.

Schwester und Schwager wollten am Wochenende zum „Geltinger Birk“ einem Naturschutzgebiet am Ausgang der Flensburger Förde, also nur ca. 30 Minuten Fahrzeit von ihnen aus entfernt.

Sie war sofort Feuer und Flamme und ich hab gemerkt, das sie emotional angeschlagen ist…trotzdem hab ich dann erst mal gesagt: also warten wir erst mal ab, ob es am Wochenende überhaupt noch erlaubt ist, da ja schon von Ausgangs-Beschränkungen die Rede war.

Aber Donnerstag Abend hat sie das „warten wir mal ab“ schon wieder vergessen und sich schon darauf gefreut das ich komme…also gut…für Schleswig-Holstein gibt es ja noch keine offizielle Sperre und ich bin ja sowieso die letzten Tage immer entfernt von anderen Personen gewesen, hab generell größeren Abstand zu Menschen und mich an alle Regeln der Hygiene usw. gehalten….

Touristische Reisen sind zwar verboten, aber Fahrten um Einzukaufen, zur Arbeit zu fahren oder um Jemandem Hilfestellung zu geben sind erlaubt…nun gut, das hier ist ja emotionale Hilfestellung für meine Familie. Allerdings habe ich ja noch ein KFZ-Kennzeichen aus Hessen…Grins…bin also rein optisch mit meinem Auto als „NICHT-Schleswig-Holsteiner“ zu identifizieren…aber angehalten hat mich trotzdem Niemand.

Also bin ich Samstag früh mit dem Auto nach Flensburg gefahren…sehr interessant wie wenig Verkehr auf der Autobahn war: Ich hab auf der A7 den Tempomat eingestellt …und musste nur 1x auf den gesamten 160km bremsen….hahahah das ist unglaublich….

Zweigeteilter Tag

Ich bin heute gegen Abend verabredet….was bedeutet ich bin in meiner Tagesplanung nicht ganz so ungebunden, wie sonst….also hab ich mich entschieden heute mit meinem Ausflug in der Nähe zu bleiben…ich fahre nach Norderstedt.

Zum einen gibt es dort ein Einkaufszentrum in das ich gerne möchte….ich benötige Röcke für´s Büro. Beim Einräumen meines Kleiderschranks hab ich natürlich auch geschaut, was hab ich eigentlich alles und was davon kann ich noch tragen…und musste leider feststellen: ich hab von allem genügend…vor allem genügend Hosen die mir passen…aber bei den  Röcken  fehlt es oft an 1cm um mich wirklich wohl drin zu fühlen… manchmal ist es 1cm im Bund, manchmal 1-2 cm in der Länge…

Zum anderen soll es dort einen schönen Stadtpark geben…und Parks reizen mich ja immer.

Gegen Abend bin ich dann mit einer Kollegin auf einem Weihnachtsmarkt verabredet….es ist keine Kollegin aus meiner Abteilung…aber wir sind öft mal ins Gespräch gekommen weil wir berufliche Berühungspunkte haben. Sie ist in einem ähnlichen Alter wie ich und lebt nach einer Scheidung  auch alleine. Als sie gehört hat, das ich hier gänzlich ohne Familie und Freunde gerade erst hin gezogen bin,  hat sie mich spontan gefragt, ob wir uns nicht mal auf einen Glühwein treffen wollen.

 

Restaurant oder Landgasthof

Restaurant oder Landgasthof

Mit dem auswärts Essen war es dann nicht so reibungslos wie gedacht.

Zur Vorbereitung hab ich nach einem Landgasthof gesucht und auch einen in der Nähe von Elmshorn gefunden der mir gefiel..

Dort angekommen war die junge Bedienung jedoch komplett überfordert …nein Essen wäre nicht möglich…warum? Kein Koch da…wann ist es möglich? Ich soll mich anmelden…WANN kann man bei ihnen essen? Donnerstag. Ja aber heute ist Donnerstag. Kein Koch da..ich soll vorher anrufen. Noch einmal die frage WANN kann man bei ihnen Essen oder bieten sie kein Essen mehr an? Ähm Brunch ist gerade vorbei…. irgendwann kam ihr dann die Idee in einem ganzen Satz zu sagen: das das Restaurant nur noch donnerstags ab 17 Uhr ein ala Carte Geschäft betreibt .

Sooo jetzt war ich etwas schlauer als vorher , aber immer noch ziemlich hungrig. Da ich in der Nähe von Kollmar war bin ich dorthin gefahren…alle Parkplätze belegt….grrrrrrr…

also weiter nach Glückstadt… und jetzt sitze ich in einen netten kleinen Restaurant in der Mitte des Ortes und warte auf die bestellte Fischpfanne….

oh ich bin sooo hungrig.

der geschenkte Tag

Heute Morgen wache ich auf und denke sofort: Schade – heute ist ja schon Sonntag. Urlaub vorbei – Wochenende auch schon wieder fast vorbei.

Ein Gefühl von Traurigkeit erfasst mich, weil damit mein Urlaub wirklich vorbei ist…und heute wollte ich ja noch nach Kassel fahren…Mist-jetzt hab ich das immer wieder zeitlich hinausgezögert , weil immer wieder etwas anderes dazwischen gekommen ist und heute ist der letzte Tag an dem ich es noch machen kann…dabei wollte ich ja lieber an einem Samstag fahren.

…so langsam dämmerte es mir: hier stimmt doch etwas nicht.

Gestern war ich in Frankfurt und ich hab geschrieben das es mein letzter Urlaubstag sei…also war gestern erst FREITAG…so kann heute unmöglich Sonntag sein…lach….

Die erleichternde Erkenntnis lautete: Heute ist erst SAMSTAG (nicht Sonntag). Ich bin jetzt knapp 2 Stunden auf und denke die ganze Zeit – super ich hab noch einen Tag geschenkt bekommen…Weil ich immer noch das Gefühl habe, heute ist bereits Sonntag.

Ich weiß natürlich das das nicht stimmt, an der Anzahl der freien Tage hat sich nichts geändert, aber meine Wahrnehmung ist eine andere.

Das Gefühl kommt wahrscheinlich daher, weil ich gestern tagsüber in der Stadt war und das mache ich ja normalerweise nur an einem Wochenende….lach…irgendwie ist mein Zeitgefühl gehörig durcheinander gewirbelt worden.

Ich atme also erleichtert auf und genieße den „geschenkten Tag“.