Jetzt ist es soweit…

…die AKN informiert über den Ausbau der Privatbahn, die hinter meinem Balkon entlangfährt.

Schon seit dem Frühjahr weiß ich, das es noch in 2022 losgehen wird…nur wann, war mir nicht klar. Baustart hinter dem Haus beginnt jetzt am 01.12.mit dem Fällen aller Bäume, die zwischen den Grundstücken der Wohnanlage und der vorhandenen Bahnstrecke stehen…denn die Strecke wird nicht nur von 1 auf 2 Spuren erweitert, sondern vor allem auch „elektrifiziert“ und dafür müssen Oberleitungsmasten gebaut werden…ohne Bäume, die im Weg stehen.

Mit anderen Worten, die gesamten Baum- und Buschreihen, die mich bisher von der tiefergelegenen Bahntrasse und den Häusern auf der gegenüberliegenden Seite, schützen, fallen weg…kein Lärmschutz mehr und vor allem auch kein Sichtschutz…die gemütliche Abgeschiedenheit meines Balkons (und auch die meiner Nachbarn natürlich) fällt weg.

Das hat mich am Freitag dann noch vor dem grippalen Infekt umgehauen.

Ja klar soll da stattdessen irgendwie ein halbhoher Erdwall hin kommen…allerdings kein Lärmschutzwall, wie auf anderen Teilabschnitten….und ob es jemals wieder so gemütlich wird, wie vorher, weiß ich nicht. Ab dem 16.01.23 wird die Strecke voll gesperrt und soll bis August 2023 gesperrt bleiben. Während der achtmonatigen Sperre, werden also die Bäume gefällt, die Bahn-Stationen verlängert und erhöht, die Gleise 2spurig ausgebaut, Brücken erweitert und die Oberleitungsmasten errichtet.

Laut AKN-Zettel: „Leider müssen Sie mit einer erhöhten, jedoch unvermeidlichen Lärmbelastung durch das Baugeschehen rechnen…“ Ja das ist klar – mich interessiert aber eher, wie hoch die Lärmbelästigung NACH dem Umbau sein wird…denn das wird ja dauerhaft bleiben….Aber auch die Nachbarn die sich den Umbau im Rathaus damals angeschaut haben, konnten mir nicht sagen, wie das mit dem Erdwall werden wird.

Klar ist aber, durch den 2spurigen Ausbau der AKN, die dann später als Verlängerung der Hamburger S-Bahnlinie S21 weitergeführt werden soll, kommt es durch eine kürzere Taktung der Züge, zu mehr Bahnverkehr in beiden Richtungen.

Na ja – ich kann es ja eh nicht ändern und muss abwarten, was geschieht.

Lieblingsplatz: Balkon

Sonntagmorgen – von nebenan hört man leise, wie die Wasserstropfen der Berieselungsanlage auf die Blätter und Zweige der gepflegten Rabatten eines Nachbarn fallen…und eine Kohlmeise sitzt alleine im Baum direkt vor mir und ruft ihre Freunde heran…sie traut sich immer nur ganz kurz an eine meiner Futterstellen, um sich ein Stück zu holen und ist gleich wieder im Baum… Ja wo sind denn heute all die anderen?

Inzwischen kommt die junge Blaumeisen-Gang …und auf einmal sind es wieder 10-12 Stück und prompt hängt auch der Buntspecht wieder an meinem Futterhäuschen, obwohl ich hier sitze….Die Meisen sind irritiert, fliegen weg, kommen wieder und warten, wis sie wieder ran können. Es ist niedlich zu sehen, wie die Meisen sich bemühen richtig zu landen…manchesmal erinnern diese Landeübungen an Kolibris….so schnell schlagen die Flügelchen, nur um dann doch im letzten Moment erst einmal woanders zwischen zu landen…um dann einen neuen Versuch zu starten, doch noch ans Futter zu kommen.

Ein zertaustes Dompfaff-Männchen schaut ständig in meine Richtung, futtert aber weiter…und dann kommt auch schon das Weibchen hinzu.

Eine Hummel sucht wieder fleißig in den tiefrosa/lila Kelchen des Fingerhut nach Nektar…das gibt immer ein lustiges Geräusch, wenn die Hummel in der Blüte ist….der Blumenkübel steht direkt neben meinem Liegestuhl und ich habe gelernt mich nicht zu erschrecken, wenn sie kommt…sie kommt und geht und ist absolut friedlich – sie ignoriert mich und ich freue mich, das sie da ist… Es ist immer nur eine Hummel – ob es jedesmal dieselbe ist – weiß ich aber nicht. Wespen hatte ich bisher noch keine hier.

Es ist schwierig das Treiben auf meinem Balkon in Bilder einzufangen, weil ich ja direkt auf dem Balkon sitze….die Vögel stört es nicht, wenn ich Kaffee trinke oder am Laptop schreibe…aber sobald ich das langsam das Handy zücke und die Kamera ausrichte, sind sie weg….hahaha die sind fotoscheu.

Aber letztlich muss ich es gar nicht im Foto einfangen…denn es so schön, das sie immer wieder kommen und manchmal auch etwas länger verweilen, obwohl ich nur ein paar Meter entfernt sitze.

Die kleinen Rankgitter aus Holz, die ich zum Abstützen diverser Pflanzen in den Blumenkästen angebracht habe, werden von den Vögel insentiv als Wartezone genutzt.

Es grünt und blüht und es herrscht ein munteres Gezwitscher auf meinem Balkon. Ansonsten ist es still drumherum. Das ist wunderbar und gibt mir viel innere Ruhe und Freude….so darf ein Sonntag gerne immer sein….

Balkon-Oase …auf Zeit

Im weiteren Tagesverlauf des Sonntags hab ich dann das schöne Wetter genutzt, um meinem Balkon endlich eine Sommer-Bepflanzung zu verpassen…die Pflanzen hatte ich am Abend zuvor noch im Gartencenter gekauft…kurz vor Ladenschluß….hahaha eher war ich ja nicht aus Flensburg zurück.

Der Sonntag bot sich einfach an, weil es Pfingstmontag ja schon wieder regnen soll…und so hab ich die neuen und die vorhanden Pflanzen zusammen gruppiert und dabei jede Menge Dreck verursacht….2/3 des Balkons hab ich dann mühselig auf den Knien rutschend gefegt und gewienert…die kleinen Kerlchen in den Futterhäuschen machen ja auch einiges an Dreck und seit der Frühjahrsaktion hat sich auch jede Menge Blütenstaub angesammelt….Hatschi!!

Um das letzte Drittel kümmere ich mich noch in dieser Woche.

Zusammen mit dem inzwischen dichten Blätterwerk der Bäume dahinter, ist es ein wirklich gemütlicher Rückzugsort geworden, mein Freiluft-Zimmer, in dem ich mich gerne aufhalte.

Allerdings hat diese kleine Oase einen Haken, denn sie wird so nur noch eine gewisse Zeit möglich sein. Die einspurige Privatbahn, die hinter den Bäumen, etwas tiefer liegend, entlang läuft…wird bald 2 spurig ausgebaut.

Ich hab mich inzwischen mit mehreren Nachbarn unterhalten: Damit die Bahn die Gleise 2spurig ausbauen und mit einer elektrischen Oberleitung versehen kann, müssen alle Grundstücke auf diesem Teilstück 1 Meter abgeben (was jetzt nicht so das Problem bei uns ist) und gleichzeitig müssen die hohen Bäume für die elektrische Oberleitung weichen.

Auch den Nachbarn ist aktuell noch nicht klar, wie es danach aussehen wird…bei einem Firmengrundstück auf dem gleichen Ausbau-Teilstück, wird aktuell ein Erdwall aufgetürmt und meine Nachbarn meinen, das wird dann auch bei uns so werden und den Erdwall würde man dann wieder bepflanzen, allerdings nicht mehr mit so großen Bäumen.

Auf der anderen Seite wird dann die Privatbahn hier nicht mehr zuständig sein, sondern die Hamburger-S-Bahn und ich könnte dann ohne umzusteigen bis in die Hamburger Innenstadt fahren…Fertigstellung soll jedoch erst 2025 sein.

Ich weiß das jetzt schon seit ein paar Wochen, musste mich aber erst an den Gedanken gewöhnen…denn eines der Argumente diese Wohnung hier zu mieten, waren die hohen Bäume drumherum.

Aber Manche sind ja inzwischen schon durch die letzten Stürme umgeweht worden….ich fange also an, mich an den Gedanken zu gewöhnen. Die Privatbahn oder auch S-Bahn stören mich nicht…ich möchte einfach nur weiterhin mit Bäumen oder Büschen einen Sichtschutz, Lärmschutz und auch Hitzeschutz haben….mal sehen, was dann tatsächlich kommen wird.

Jetzt geniesse ich erst einmal was ich habe….alles andere kommt von ganz allein.

Ich will mich auch gar nicht beschweren….alle wollen den Fortschritt, aber keiner möchte etwas davon vor seiner Haustür haben und da möchte ich mich nicht mit einreihen. Wer Strom will braucht Oberleitungen, oder Leitungen im Boden, braucht Windkraft, Solar, Umspannwerke oder was auch immer ….ja klar, das sind Einschnitte in unsere Umgebung…aber ohne geht es nun auch nicht….und wer flächendeckende Netzabdeckung haben will, muss eben auch Sendemasten zulassen. Das eine geht nicht, ohne das Andere. Ich mag diese Mecker-Mentalität nicht: nicht vor meiner Haustür – es ist immer vor irgendjemandes „Haustür“.

Freitag – Zuhause

Karfreitag – einer der stillen Feiertage…kein Glockengeläut, keine offiziellen Musik-Veranstaltungen, und tatsächlich gilt an so einem Tag immer noch das Tanzverbot…und das in unser heutigen Zeit.

Den Vormittag hab ich mit Schreiben verbracht und mit etwas Hausarbeit…..Mittags gab es bei mir ein leckeres Mittagessen mit bodenständigen Zutaten….und es war super lecker:

Und es zeigte sich mal wieder, das gute einfache Zutaten keinen Schnick-Schnack brauchen.

Gekochte Cilena-Kartoffeln mit etwas Butter, gekochter Blumenkohl mit Muskatnuss und Salz gewürzt und ein einfach gebratenes Kotelett….das restliche Bratfett hab ich über den Blumenkohl verteilt….Der Blumenkohl war butterzart und aromatisch, das Fleisch vom Strohschwein war saftig und die Cilena-Kartoffeln haben einen intensiven Geschmack.

Jaaa, für Manche müsste es noch eine Soße dazu geben…früher hab ich immer noch eine frische Bèchamelsauce dazu gemacht oder aus dem Bratenfond eine dunkle Soße …aber seit ich wieder Single bin, bin ich wieder davon weg. Bin kein Fan davon Gemüse in Soßen zu tränken.

Den Nachmittag hab ich auf dem Balkon verbracht…bei 10 Grad und ohne einen Sonnenstrahl, hab ich endlich die gelieferten Pflanzen begutachtet, gruppiert und in die verschiedensten Blumenkästen gepflanzt….es fehlen noch ein paar Untersetzer und auch noch der eine oder andere richtige Blumentopf, aber immerhin hab ich alles in die Erde gebracht.

Jetzt bin ich gespannt, ob sich diese Pflanzen auch tatsächlich auf meinem Balkon wohlfühlen werden….ich hab mir ja 2 verschiedene „Überraschungs-Pakete“ aus einer Baumschule schicken lassen….so hab ich jetzt Pflanzen, die ich zum Teil nicht mal benennen kann (nicht alle hatten ein Namensschild dabei) und ob und wie die sich untereinander vertragen, weiß ich auch nicht….aber genau das macht es spannend. Und ob die beiden Rotbuchen, die ich allerdings bewusst bestellt hatte, tatsächlich angehen, weiß ich auch nicht.

Aber ich wollte weg von dem üblichen Einerlei aus Schwarzäugiger Susanne, Geranien, Dipladenie und Jasmin-Strauch (also für den Sommer)…auf die kann ich immer noch zurück greifen, wenn das hier nichts wird….

Sturmschäden – de ja vue

Der Sturm der letzten Nacht hat nun Auswirkungen auf mein Wohlbefinden – und Ich habe ein De ja vue….

Genau dort, wo die Bäume in kurzer Entfernung vor meinem Balkon stehen, die mich vor den Häusern in einiger Entfernung visuell abschirmen, und hinter denen auch die Privatbahn entlang läuft, hat der Sturm der letzten Nacht eben 2 Bäume umgeweht….und nun werden sie gerade mit lauten Getöse in Stücke geschnitten.

Also echt, das ist ein tiefer Einschnitt, genau wie vor ein paar Jahren in Hessen/ Schnöselhausen (Kronberg i.Ts. bei Frankfurt) …als der Sturm eine Schneise direkt vor meinem Balkon gezogen hat und alle hochgewachsenen Büsche und Bäume einfach umknickte….danach war mein Balkon keine vor Blicken geschützte Oase mehr….

(Beitrag: 2017 : Sturmgewalten – und ich bin am Boden)

…und jetzt hab ich hier das Gleiche….ohne diese beiden Bäume und die Büsche drumherum, sind nun die 6stöckigen Häuser auf der anderen Seite komplett sichtbar.

Das ist mehr als schade, um nicht zu sagen: ich bin gerade sehr traurig darüber.

Die geänderte Situation hat mich gleich dazu veranlasst, neu über die Gardinen-Auswahl und Vorhänge zu entscheiden….und hab auch schon meinen ursprünglichen Plan für die Zusammenstellung wieder aufgenommen. Den Plan hatte ich eigentlich verworfen, weil ich statt der benötigten 3 Gardinen nur 2 von der gleichen Sorte bekommen habe….es war ein Restposten – blöd.

Eigentlich wollte ich die Gardingen auf der gesamten Fensterfront immer abwechselnd mit den Vorhängen zusammenstellen. Langer Vorhang, Gardine, kurzer Vorhang, Gardine, kurzer Vorhang, Gardine, langer Vorhang.

Okay, ich muss mir nun noch eine 3. Gardine besorgen, die so ähnlich dazu passt…dann kann es noch richtig gut werden.

Aber auch das ändert nichts daran, das mir die Bäume jetzt schon fehlen…menno.

Wie immer hilft alles Lamentieren und Jammern nichts…die Bäume sind nun einmal weg und ob neue dahin kommen, ist sehr fraglich…der Hausverwalter hat auf meine Frage zumindest mit einem Kopfschütteln geantwortet.

Also heißt es, sich damit zu arrangieren und das Beste daraus zu machen.

Abend-Idylle…nur anders

Wer sagt eigentlich, das man Abend-Idylle immer nur in einer romantischen und harmonischen Umgebung finden kann.

Nach einem schönen, langen und sehr heissen Tag, über mehrere örtliche Etappen und einem sehr lustigen und anregenden Treffen mit Besuch von Gelnhausen zusammen mit meinem Rentner-Kollegen und seiner Frau, bin ich nach dem Abendessen und einem heftigen Regenschauer dann noch weiter gefahren.

Bis nach Kassel…das sind von Frankfurt dann nur noch 160km..hatte dort kurzfristig ein Motelzimmer gebucht.

Und jetzt komme ich auf die Sache mit der Idylle zurück:

Ich sitze jetzt um 22.45 Uhr frisch geduscht auf dem Balkon meines Motel-Zimmers, es ist eine angenehme Kühle hier draußen und schaue auf den ziemlich grossen Rastplatz an der A7…und empfinde die gesamte Situation als ziemlich idyllisch.. hahahahaha….trotz der Geräusch-Kulisse..

Ich bin unglaublich entspannt und zufrieden mit meinem bisherigen Urlaub und den Treffen hier in Hessen… und werde jetzt gleich mal schlafen gehen…

Balkonidylle versus Kirche

Pfingsten…die Entsendung des Heiligen Geistes im Christentum und damit war gestern erst das offizielle Ende der Osterzeit.

Warum dieser Montag trotzdem als gesetzlicher Feiertag gilt wird i.d.R. damit begründet, das an diesem Tag in vielen Regionen „Brauchtum“ gefeiert wird und auch an diesem Tag feiert das Christentum.

Ich kann diese Tage nur schwer überhören…lach….in der Kirche nebenan  wird gerade noch lautstark gesungen und nun läuten alle Kirchen der Umgebung….und jetzt wird wieder gesungen mit Orgelbegleitung und bei geöffneten Kirchen-Fenstern/Türen. 

Aber es ist eine friedliche Atmosphäre…und bei mir auf dem Balkon präsentieren einige Vogelarten gerade ihren Nachwuchs…so kleine Wollknäuel..sooo niedlich. Sogar der Buntspecht war mit seinem Sprössling in unmittelbarer Nähe.

Auch die Eichhörnchen (eigentlich sind es Futterneider) benehmen sich untereinander noch friedlich….auch daran sieht man, es sind noch junge Tiere. In 1-2 Monaten scheuchen sie sich gegenseitig fort oder gehen sich weiträumig aus dem Weg.

Was mich in diesem Jahr besonders freut, der Kernbeißer ist noch da. Ein für mich faszinierender Vogel, weil sein Gefieder so leuchtend-Braun ist…. Leuchtend ist ein Wort, das mir bei Braun sonst eher selten in den Sinn kommt.

Um mein kleines Vogel-/Eichhörnchen-Paradies tut es mir schon leid. Schade, das ich die nicht einfach einpacken und mitnehmen kann…