Fremdsprache oder fremde Sprache

Bereits in der kommenden Woche muss ich die ersten Jahresabschlüsse abgeben…und wie ich inzwischen weiß, funktionieren die Zusatzreports NIEMALS auf Anhieb….JEDES Mal muss erst die IT wieder ran.

Also hab ich bereits in dieser Woche den Report testweise gestartet…und ja – prompt hat es wieder nicht funktioniert…Freitag bekam ich dann einen Anruf vom Helpdesk und während wir in English sprachen, hat der Kollege über Teamviewer versucht die Probleme zu lösen.

Als er auch nicht weiter kam, hat er einen Kollegen dazu geholt und die haben sich auf dänisch unterhalten…und ich habe wirklich NICHTS davon verstanden. Außer ein paar allgemeinen Worten blieb mir das halblaute Gemurmel ein Rätsel…sie hätten auch über den Bau einer Atomrakete sprechen können, es wäre mir verborgen geblieben.

Okay – natürlich ist so ein Fachgespräch unter IT-Kollegen immer auch ohne Fremdsprache, eine besonders fremde Sprache….hahaha.

Während ich noch die Grundzüge der Grammatik übe, die Aussprache-Regeln lerne und mich mit den elementaren Wörtern der dänischen Sprache herum schlage, versuche ich mein Hörverständnis zu trainieren…was letztlich nichts anderes ist, als bereits gelernte Wörter aus einem Satz heraus zu hören.

Der Kollege hat es zwar geschafft, das eine Problem zu lösen…also angeblich sollte alles wieder funktionieren, wenn es nicht noch ein weiteres Problem gäbe…aber dafür ist ein andere Kollege zuständig…und er geht jetzt erst einmal in Urlaub.

So bleibt mir nur zu hoffen, das „der andere Kollege“ sich Montag mit der Firewall beschäftigt, die jetzt verhindert, das Daten aus dem einen System in das Reporting-System übertragen werden. Das zumindest hab ich aus der Flut an englischen Fachbegriffen heraus gehört….Fragen konnte ich keinen mehr, dann ab 16 Uhr waren Beide nicht mehr erreichbar.

Nun gut…dann hab auch ich Feierabend gemacht.

Falsche Schublade geöffnet

Ich hab in dieser Woche die Grammatik-Grundregeln der Dänischen Sprache wiederholt und wiederholt und wiederholt und so langsam kann ich mir das Eine oder Andere tatsächlich schon merken.

Das mir die Grammatik keinen Spaß bereitet, hab ich ja schon geschrieben….eine letzte Lektion liegt noch vor mir: Die reflexiven Possessivpronomen…danach ist dieser Grammatik-Block erst einmal überstanden, hoffe das es anschließend mehrere Lektionen gibt, um all das Gelernte zu vertiefen.

Ich arbeite beim Lernen auch heute noch nach den gleichen bewährten Regeln, wie früher schon in der Schule…Alles was ich mir merken möchte, schreibe ich ganz altmodisch per Hand auf. Es ist inzwischen erwiesen, das diese Form der handschriftlichen Wiederholung besser für das Erinnern ist, als wenn man es nur über eine Tastatur einstippt.

Dabei ist die langfristige Speicherung von Informationen in unserem Gehirn schon eine echte Meisterleistung. Das Erlernte wird wahrgenommen, interpretiert und konsolidiert, landet dann im Kurzzeitgedächtnis und wird erst nach mehrmaligem Wiederholen ins Langzeitgedächtnis verschoben. Um das so Gelernte wieder abrufen zu können, muss man es dann später nur wieder finden.

Es ist quasi wie, wenn ich meinen Schrank öffne und anfange zu suchen…ich öffne Schublade, um Schublade…und manchmal finde ich dann Sachen, an die ich mich schon lange nicht mehr erinnern konnte….bevor ich dann das hoffentlich Gesuchte wieder finde.

Bei den Abend-Walkingrunden der letzten Tage, rekapituliere ich immer wieder ein paar der dänischen Regeln, die mir dann ganz spontan einfallen….und wiederhole sie halblaut.

und auf einmal höre ich mich sagen: das ist ein = „Esta es un…“

MOMENT-EINMAL….das ist NICHT Dänisch…das ist Spanisch.

Da hat sich meine Erinnerung wohl in der Schublade vertan….und auch wenn ich diese nun wieder versuche zu schließen, kommen mir unvermittelt immer wieder spanische Wörter in die Quere….dabei habe ich Spanisch nie wirklich benutzt und auch nur 2 Jahre Wirtschafts-Spanisch gelernt, auf der Höheren Handelsschule vor 35 Jahren.

Wieso mir ausgerechnet JETZT diese Worte wieder einfallen, ist mir ein leichtes Rätsel….das kann ja heiter werden, wenn ich jetzt die verschiedenen Sprachen auch noch anfange zu mixen….als ob es nicht schon so genug wäre…

Dänisch – am Gaumen zerquetschte Worte

Vor 4 Tagen habe ich nun damit angefangen Dänisch zu lernen. Wie ich durch die Sprechweise meiner dänischen Kollegen bereits wusste, ist die Aussprache schon besonders…aber jetzt zu merken, wie sehr sich die Schreib- und von der Sprechweise unterscheidet, ist schon krass.

Teilweise hab ich beim Nachsprechen das Gefühl zu lallen, aber Babbel gibt mir sehr oft die Nachricht: „Gute Aussprache“. Nach den ersten 2 Tagen konnte ich mich aber an keines der Worte, die ich gelernt hatte, erinnern…sooo fremd und unlogisch erschien mir alles.

Ich brauchte tatsächlich 3 Tage, um mich an den Klang der Sprache zu gewöhnen…das bei einzelnen Worten eben nicht die Stimme gesenkt, sondern angehoben wird….das mehrere Worte in einem Satz auf einmal anders klingen, als wenn man die Worte einzeln sprechen würde. So langsam lerne ich die Sprechweise von offenem und halboffenem A und weichem D.

Was mir in den ersten Tagen die meisten Probleme bereitete, das ein weiches D oder doppel-D wie ein am Gaumen zerquetschtes L klingt.

So langsam kommt der Wiedererkennungs-Effekt…ich erkenne einzelne Worte und Sätze und kann diese übersetzen und auch einfache Sätze bilden. Ganz rudimentär mit den wenigen Vokabeln, die man nach 4 Tagen eben schon lernen konnte.

Englisch lerne und spreche ich schon mehr als 40 Jahre….haha und lerne trotzdem immer noch dazu…Spanisch hab ich nur 2 Jahre in der Schule gelernt….jetzt eine neue germanische Sprache zu lernen, ist tatsächlich eine Herausforderung für mich.

Ich muss die Sprache ja nicht lernen, sondern ich möchte…d.h. ich möchte mich in die Lage versetzen normalen Unterhaltungen folgen zu können. Eine neue Sprache zu Lernen hält auf jeden Fall den Denkapparat fit….na dann also los…