Familiengeschichten – selten mit Happy-End

Ich habe gerade einen Film gesehen, in dem ein betagter Herr mit leuchtenden Augen erzählt hat, wie er seine Frau damals kennen lernte….ich stand derweil am Bügelbrett und faltete gerade das 8 T-Shirt meines Freundes.

Und auf einmal wurde mir bewusst, dass mein Vater NIE darüber gesprochen hat, wie er unsere Mutter kennenlernte. Auch früher nicht, als noch alles in Ordnung schien.

Schien, denn  unsere Familiengeschichte ist  keine Erfolgsstory und man könnte die Umstände unter denen unsere Mutter weg ging, auch fast als dramatisch bezeichnen. Zumindest  ist das mal eine Story, wie man sie nicht alle Tage findet…oder vielleicht doch?

Seit ich 13 Jahre alt bin, hat mein Vater den Namen  unserer  Mutter  nicht mehr wirklich ausgesprochen…es wurde alles  tot geschwiegen was mit ihr zu tun hatte. Bei den obligatorischen Diaabenden wurde daraus fast ein Film…so schnell zog mein Vater die Dias durch den Projektor, sobald sie im Bild mit auftauchte…und schon im  Jahr darauf, bei meiner Konfirmation, wurde allen Mitgliedern der Familie verboten über dieses Thema / „diese Frau“ zu sprechen.

Ha, als ob DAS geholfen hätte die Stimmung zu verbessern. Auf jeder Beerdigung ging es lustiger zu.  Aber uns Kindern wollte man ja die Vorgeschichte/-n gar nicht erzählen…aber meine Schwester hatte ihre Ohren überall und so einiges heraus bekommen.

Seit dem Tag als  unsere Mutter fortging, hat unser Vater aufgehört wirklich zu leben.  Er hat es mehr als einmal als verpfuscht und vergeudet empfunden und die einzige Frau über die er jemals in Liebe gesprochen hat, war wohl seine 1. Große Liebe….die es scheinbar  VOR der Ehe mit unserer Mutter gegeben hat. Aber auch das weiß ich nur bruchstückhaft…ohne Einzelheiten. Die hat er nie erzählt.

Wie schade, wenn man am Ende seines Lebens fast gar nichts mehr hat, auf das man mit Freude zurück blicken kann. Dabei hätten wir gar nichts dagegen gehabt, wenn er sich eine Freundin gesucht hätte…es hätte uns auch einigen Kummer erspart und unsere restliche Kindheit wäre evtl. etwas leichter, unbeschwerter geworden.

Silvester 2015 – Erstmal Drama

In diesem Jahr waren wir zu Silvester in Frankfurt im Zoogesellschaftshaus. Dort gibt es schon seit Jahren eine Silvester-Ü30-Party….und jedes Mal ist es sehr voll….Schon bevor ich meinen Süßen kennen lernte, bin ich dort mit meiner Clique zum Feiern hin gefahren.

Doch in diesem Jahr waren wir nicht allein dort, wir waren bei einem Freund meines Schatzes zum Essen eingeladen und sind dann später zum Zoo gefahren.

Das fand ich extrem gut für mich, da ich noch am 31.Dezember gearbeitet habe….und ich brauchte NICHTS vorzubereiten hehehe.

Also haben wir uns gegen Abend in ausgeh-fertigem Zustand auf den Weg gemacht. Ich hatte noch Blumen (für den Koch des Abendessens) und eine Flasche Wein (für den Gastgeber) besorgt. Beides war in diesem Fall ein und dieselbe Person….aber das war mir ja egal.

Nun….es waren noch ein paar andere Personen anwesend, die ich nicht kannte: eine Frau aufgebrezelt, laut und extrem von sich überzeugt, zwei Freunde die später mit uns in den Zoo kommen wollten und die Mutter des Gastgebers …Zusammen waren wir also am Esstisch 7 Personen.

Das Essen war sehr lecker, die Unterhaltungen wurden von der gebrezelten Frau bestimmt. Meine Versuche mit ihr eine Art normal-intelligenter Allgemein-Unterhaltung zu führen, scheiterte an ihrem Desinteresse über etwas anderes zu sprechen als über sie Selbst.

Zu fünft wollten wir also zum Zoo fahren, es wurde über ein Taxi geredet…ich meinte nur, also ich fahre selber, so war es verabredet und ich hole mir nicht nachts mein Auto am Rande von Frankfurt ab. Also kam die Frage ob ICH nicht alle mitnehmen kann, zähneknirschend hab ich ja gesagt….

…und es später fast bereut. Ich drängte um 21.30 Uhr zum Aufbruch, und es dauerte bis alle wirklich in meinem Auto saßen….und dann wollte ich den Main überqueren, aber die 1. Brücke wurde direkt vor unseren Augen gesperrt…okay, dann eben die Nächste….und die Nächste…und die Nächste….und in diesen Momenten… mit 4 Männern im Auto die mir Alle erzählten wollten, wo ich denn entlang fahren sollte….grrrrrrr da wäre ich am liebsten wieder um gekehrt. Okay, dann endlich eine Brücke über die man noch fahren konnte, aber zum Zoo. Alle Männer (bis auf meinen Eigenen) schon mal ausgeladen…wir kommen später, sobald ich einen Parkplatz gefunden habe.   ENDLICH etwas Ruhe…

Dann also Parkplatz suchen, zum Zoo-Eingang laufen, Jacken abgeben, Verzehrmarken kaufen, und ein erstes Getränk kaufen….Angekommen. Puh…..soooo und jetzt war es schon fast 11 Uhr…

Mein Schatz wollte zum Anstoßen Sekt haben, ich wusste das wird voll werden dort …und doch waren wir viel zu spät, meinen Schatz hab ich beim Gang zum Tresen verloren und per Handy hat er mich informiert das er draußen wartet….ca. 8 Minuten vor Mitternacht hatte ich dann endlich zwei Gläser Sekt…und den jetzt heil nach Draußen zu befördern war fast unmöglich…ich war gestresst, genervt und den Tränen nah, also soo hab ich mir den Abend nicht vorgestellt.

Endlich – ca. 2 Minuten vor 12 vor der Tür, meine „Gruppe“ gefunden, ich hab die nur noch halbvollen Gläser meinem Schatz gegeben und erst mal eine Runde völlig aufgelöst geheult… Dann 12 Uhr und alles wird wieder gut….den Rest des Abends hab ich dann gut genießen können…und im Bett lagen wir dann ca. um 5 Uhr morgens…. So das Jahr kann nur besser werden.