so viel Ignoranz

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs !!)

Sooo jetzt ist es also soweit, Morgen ist Heiligabend…und die Woche war echt demotivierend.

Bei der firmeneigenen Bescherung am 18.12., lobte der GF, wie toll ALLE gearbeitet hätten und das wir jetzt ALLE In Weihnachtsurlaub gehen, runterfahren und zur Ruhe kommen können, so das es mit neuer Kraft im neuem Jahr weiter gehen kann. Eigentlich meint er ja nicht alle Abteilungen, sondern nur SEINE Planungsabteilungen.

Ich konnte bei so viel Einseitigkeit, mal wieder nicht meine Klappe halten, weil es so einfach nicht stimmt….nicht ALLE Abteilungen können sich Ausruhen. Aber auf meinen kleinen Einwand, das eben das Controlling gerade jetzt die herausforderndste Zeit hat, bekam ich nur eine gereizte Entgegnung, die zeigt, wie wenig ihn unsere Abteilung überhaupt interessiert. Wieder einmal bestätigt es sich, das er sich gar nicht vorstellen kann, was wir eigentlich den ganzen Tag machen und transportiert diese Ignoranz offen sichtbar in alle anderen Abteilungen.

Ich war an dem Montag mit Kopfschmerzen ins Büro gegangen und immer noch leicht angeschlagen, also hat mich diese Aussage sehr getroffen. Und wieder ärgere ich mich, das ich nicht einfach stumm geblieben bin…ich weiß ja, wie er tickt, in seinen Augen zählen nur Planung-und Entwicklung. Das es auch noch aktive Abteilungen gibt, wie Technik und Buchhaltung blendet er aus, wir sind nur lästig, weil wir immer wieder darauf drängen, das Termine und Formalien der Verwaltung eingehalten werden….das finde ich aber ungerecht, uns hier einfach unter den Tisch fallen zu lassen…wo wir ja nur mit wenigen Personen im Raum waren…die Techniker bleiben solchen Terminen sowieso meistens fern.

Normalerweise stehe ich über solchen Dingen, aber wie gesagt, ich war noch nicht ganz fit.

Auch die nächsten Tage blieb mir mehr als einmal die Luft weg:

  • mein dänischer Chef hat das zeitlich kritische Thema, wo ich ihn um Unterstützung gebeten hatte, nicht mehr ins Rollen gebracht – er ist in Urlaub gegangen
  • nicht ohne vorher noch, am 21.Dezember weitere schriftliche Anweisungen an alle Controller zu verschicken, das wir zu den bisherigen Daten und Dateien im Jahresabschluss noch zusätzliche ausführliche Excel-Listen ausfüllen müssen, damit wir es dem Konzern-Controlling leichter machen….momentmal…davon war vor einer Woche bei unserem Termin noch gar nicht die Rede.
  • eine Teamleiterin in DK hat erst 2 Tage vor ihrem Weihnachtsurlaub fest gestellt, das es für ein neues Bankkonto bei einer dänischen Bank, noch gar kein Online-Banking gibt…ich frage seit Ende Oktober immer wieder genau danach…und mache sie darauf aufmerksam, das ich das Konto nicht benutzten kann. Sie hat es einfach ignoriert.
  • die andere Teamleiterin in DK, die für die Einrichtung der Konten bei deutschen Banken zuständig ist, schreibt auf meine Mail, das ich auch dieses neue Bankkonto nicht benutzen kann, nur zurück: ja ich sehe es auch nicht. Punkt und Ende der Mail….JA? und was sagt uns das jetzt? Genau das sie sich darum kümmern muss….nett wie ich bin, rufe ich bei der Bank in Deutschland an und der Herr ist etwas umständlich in der Erklärung…ich gebe die Infos auf English weiter und nun will die Kollegin mit mir darüber diskutieren, das es so nicht stimmt….ich blocke ab, sie soll sich doch bitte selber an die Bank wenden…das ist ihre Aufgabe. Meine Aufgabe ist es, die Konten anschließend zu benutzen…wenn ich sie dann endlich im den Banking-Programmen sehen kann.
  • Die Finanzierungabteilung fragt nach, wie wir denn bisher die Rechnungen bezahlt haben, so ganz ohne Bankkonto und sie möchte die Nachweise haben….hahaha – jaaa das möchtest Du wissen was? Na Ihr habt mir das doch eingebrockt. Ich rede seit Monaten davon, das wir für diese Gesellschaften endlich Bankkonten benötigen, aber nein, die Finanzabteilung hatte es nicht so eilig. Da hab ich eine Besonderheit in dem Firmenkonstrukt zur Hilfe herangezogen…alles wurde rechtzeitig bezahlt. Ich habe also beschlossen mich nicht weiter aufzuregen, die Antwort schicke ich ihr erst nach Weihnachten…ich hab genügend anderes zu tun und da die beiden Teamleiter jetzt auch in Urlaub sind, wird das eh nichts mehr mit den Konten in diesem Jahr.

Manchmal fühle ich mich echt veräppelt und als ich der Kollegin Svea davon erzählt habe, liefen mir gleich mal wieder ein paar Tränchen über das Gesicht….so angespannt war ich. Sie selbst kennt das mit anderen Abteilungen in der Zentrale und wir sind uns einig, das Wort „hygge“ bedeutet oft nicht nur „entspannte Freude“, sondern eher: „entspannte Freude durch Ignoranz“…einfach so lange das Notwendige ignorieren, bis es nicht mehr weiter zu ignorieren geht.

Ich arbeite wirklich gerne und gerne auch viel…aber wenn ich Dinge nicht selber in der Hand habe, sondern auf Kollegen angewiesen bin, die nicht aus dem Quark kommen, dann fühle ich mich echt sabotiert.

Also hab ich mich im Büro und auch im Homeoffice zurück gezogen und mache das, was ich am Besten kann…ich arbeite vorausschauend, plane die nächsten Arbeitsschritte und bereite alles soweit vor, wie es eben möglich ist…ziehe andere Arbeiten vor (wo ich schon alle Unterlagen habe), verschiebe anderes nach Hinten (wo noch etwas fehlt), blocke nicht zeitkritische Zusatzarbeiten für den Januar ab (keine Zeit dafür), bereite Dateien vor und baue mir so erneut einen Zeitpuffer auf, um bis Ende des Monats und bis Mitte Januar genügend Spielraum für die vielen Abgabetermine zu erhalten…oder zumindest um auf noch weitere unvorhergesehene Probleme reagieren zu können.

Jetzt bin ich wieder ruhig und auch zufrieden mit mir und meiner Arbeit, zumindest mit dem Teil, den ich zu verantworten habe. Und den Rest - den ignoriere ich jetzt auch mal

Weihnachts-Ritual

Weihnachts-Ritual

Wie schon die letzten zwei Jahre, hab ich auch in diesem Jahr Heiligabend die Stadt Lüneburg besucht. Damit ist es mein Weihnachts-Ritual seitdem ich hier in Norddeutschland lebe.

Wie schön mehrfach hier im Blog erwähnt, liebe ich die Weihnachts-Atmosphäre in dieser gemütlichen Stadt und sie erinnert mich an den Ort, in dem ich in NRW groß-geworden bin.

Die Fahrt dauerte am Nachmittag eine knappe Stunde…zum Glück war der Elbtunnel frei befahrbar.

Mir war schon den ganzen Tag kalt….und ich war noch nicht wirklich überzeugt, ob ich wirklich Lust haben werde das Auto für einen Spaziergang durch die Stadt zu verlassen. Hatte ich auch nicht…aber es dann trotzdem getan…irgendwann wird mir schon wieder warm werden…aber die Füße blieben kalt…brrrr…brrrr….

Ich bin durch diese beschauliche Stadt gelaufen und habe beim Anblick der schönen Fassaden, kleinen Gassen und beleuchteten Plätze nach meinem Weihnachtsfrieden gesucht….doch die kalten Füße und das innere Frösteln hielten mich davon ab.

Einen heißen Tee (aus dem Thermobecher), einen Glühwein (im Außenbereich eines kleinen Cafes sitzend) und eine Stunde Laufend durch die Stadt später, war es dann auch bei mir da…die Sonne war inzwischen unter gegangen, es waren nur noch ruhig entspannte Menschen in den Straßen, ohne Hektik und Stress.

Mir war inzwischen auch komplett warm…..und ich bin zufrieden und mit entspannten Gedanken durch die beleuchtete Dunkelheit gelaufen.

Nach knappen 2,5 Stunden bin ich dann wieder nach Hause gefahren……Die Wohnung war schon aufgeräumt, das Essen vorbereitet…..

So ging es dann sehr schnell mit meinem Festessen: Gebratene Entenbrust mit Rotkohl und Klößen:

Als Nachtisch mein Lieblings-Vanille-Eis und ein Glas Rose

Ich wünsche Euch allen ein friedliches, gesundes und freudiges Weihnachtsfest….

Heilig-Abend – innere Zufriedenheit

Wisst Ihr, was ich an meinem Leben so wirklich mag? Die Freiheit auch einen Tag wie den 24. Dezember so zu verbringen, das ICH Spaß daran habe…ohne Stress…ohne Hektik.

Aufgestanden bin ich wie immer in der Woche…kurz nach 5 Uhr. Ins Büro wollte ich ja so für ca. 2 Stunden…letztendlich waren es dann doch fast 4 Stunden…aber dafür hatte ich ein wohliges Gefühl von: GESCHAFFT !!! in mir.

Und wenn ich dann sowieso schon in Hamburg bin, kann ich auch direkt weiter fahren, zu meinem Weihnachts-Zielpunkt in diesem Jahr, genau wie im letzten: Lüneburg.

Damit war schon am Morgen klar, ich werde nicht vor 16-17 Uhr wieder Zuhause sein…also hab ich direkt nach dem Aufstehen, gleich mal meine Gänsekeulen im Backofen gebacken…eine Portion meines selbst gekochten Rotkohl aufgetaut und festgestellt das ich gar keine Klösse oder Semmelknödel mehr habe….okay, also gibt es kleine Pellkartoffeln dazu….dann hab ich schnell die Wohnung aufgeräumt, das Bett gemacht und alles in einen präsentablen Zustand versetzt.

Nein – ich erwarte keine Gäste…aber ich mag es, wenn ich dann nach Hause komme und ich quasi als mein eigener Gast fungiere…also mich in einem ordentlichen Haushalt an einen gedeckten Tisch setzen kann….hahaha

Zuvor hab ich noch ein kleines Weizenbrot gebacken (mit dem Teig, den ich gestern schon angesetzt hatte) und mit einer Portion Butter im Gepäck sollte das heute mein Mittagessen werden….dazu Kaffee und Obst….Thermohose und Wanderstiefel hab ich auch noch eingepackt … und los ging es dann….

Von Hamburg aus hab ich am Mittag nur knapp 3/4 Stunde gebraucht und hab Lüneburg in diesem Jahr noch im Hellen besucht….das Ambiente und die Stimmung in dieser Stadt in der Weihnachtszeit imponiert mir auch in diesem Jahr….auch wenn es anders war, als im Vorjahr.

Die Stadt hat eine beeindruckende Architektur, bietet viel Natur mit dem Wall, den Gräften und dem Kalkberg:

und dann auch noch das Flair mit der Ilmenau…was für eine Idylle:

Das Wetter war zwar trüb…aber die Atmosphäre der Stadt konnte ich aufsaugen und mit jedem Schritt wurde ich noch ruhiger und noch gelassener….innere Zufriedenheit !

(PS: Das war mein 1.000 Beitrag – sagt mir WordPress gerade…)

Lüneburg am Heiligabend

Lüneburg am Heiligabend

Lüneburg ist ..ist….einfach eine tolle Stadt mit unglaublichem Charme mit viel Kopfsteinpflaster, einer Wallmauer mit Gräfte,  die Kirchen  im Gotischen Stil, das alte Rathaus,  die historische Altstadt und der Marktplatz mit seinen Giebelhäusern, die geschichtliche Vergangenheit mit der Salzgewinnung und mit der Hanse.

Das sind genau die Dinge die mich in Lüneburg an die kleine Stadt in NRW erinnern, in der ich aufgewachsen bin. Nur das dort nicht mit  rotem Backstein gebaut wurde, sondern vor allem die Kirchen in grünem Sandstein.

Ab 14 Uhr war die Stadt fast wie leer gefegt…kein Wunder bei dem Dauerregen. Es war ein echt trüber Tag…überall huschten noch vereinzelt Menschen hin und her…. letzte Markstände wurden noch abgebaut, die Angestellten der Geschäfte räumten noch alles auf, um dann schnell nach Hause zu kommen.

.Trotz des trüben Wetters bin ich auf den Kalkberg gelaufen….ich denke hier ist es im Sommer wunderbar…diese verwinkelten kleinen Wege

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Wirkt es nicht so, als ob gleich die Sicht auf eine verwilderte Burg  freigegeben wird?

Fast alle Restaurants hatten bereits geschlossen, aber da gab es eine gemütliche kleine Pizzeria …ja also 1 Stunde hätten sie noch offen und ja ich könnte auch noch etwas zu Essen bekommen….also hab ich gewählt: eine Steinofenpizza Margherita und ein Glas Chardonnay. Die Pizza dünn, groß  und super lecker.

Mit einsetzender Dämmerung und immer noch im Dauerregen, mit den vielen Lichtern und dazu Menschenleer strahlten Marktplatz und Umgebung eine so magische erhabene Stille aus,  ich hätte mich setzen mögen…wenn es nicht so nass gewesen wäre…

Allein durch diese weihnachtliche Festlichkeit zu laufen hat mir eine innere Ruhe gebracht…meinen Weihnachtsfrieden sozusagen.

…und dann hab ich kurzerhand beschlossen  doch noch  1,5 Stunden länger in der Stadt zu bleiben und in den Vesper-Gottesdienst der St.Nicolai-Kirche zu gehen.

Ich bin kein praktizierender Christ mehr, aber ich kenne die Weihnachts-Liturgie der evangelischen Kirche seit meiner Kindheit. Ich mag dieses Ritual, ich mag die klaren Abläufe und irgendwie hatte ich bei diesen vielen Gemeinsamkeiten zur Stadt meiner Kindheit die leise Hoffnung das hier das  Quempas-Singen im Vesper-Gottesdienst zelebriert wird. Etwas das ich seit Kindertagen positiv mit Weihnachten verbinde.

Leider gab es das nicht, aber es war trotzdem ein sehr festlicher schöner Gottesdienst.

Lüneburg liegt nur ca. 70km entfernt zu meiner jetztigen Heimat und ich werde auf jeden Fall im Frühjahr wieder kommen…

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FROHE Weihnachen

 

 

Heiligabend – und was mach ich nun?

Da mir der gestrige Tag meine Weihnachtsstimmung und überhaupt meine Stimmung vermiest hat, hab ich kurzerhand meine freien Weihnachts-Tage umgeplant.

Geplant war eigentlich: ich bleib heute zuhause und gehe heute Abend auf eine Christmas-Disco-Party, am 1. Feiertag dann einen Wanderausflug.

Nun aber werde ich mich heute schon auf den Weg nach Lüneburg machen…für einen Tagesausflug. Ich brauche jetzt etwas Ablenkung und freue mich auf eine schöne alte Stadt mit viel Geschichte.

Zum Glück bin ich erst am 28. bei meiner Schwester eingeladen, so kann ich über meine Zeit frei verfügen…also fast.

Ich treffe mich mit einem meiner netten Kollegen  in den nächsten Tagen zu einem Weihnachtsspaziergang…Er hatte mir schon ein paar Moore empfohlen, war aber selber noch nie im Tävsmoor, obwohl er ganz in der Nähe wohnt.