Termine in der Stadt

Trotz meiner 2 freien Tage musste ich Montag genauso früh aufstehen, wie sonst auch…hatte ich doch noch vor 8 Uhr den Termin zum Reifenwechseln in Pinneberg….ich wohne zwar inzwischen 16km weiter…meine Reifen sind aber nicht mit umgezogen.

Bisher war es sehr bequem: Einfach den Wagen morgens beim Reifendienst abgeben, 500m nach Hause laufen und den Wagen dann im Laufe des Tages wieder abholen – fertig.

Nun fahre ich hin, gebe den Wagen ab und muss eine Stunde warten. Was aber auch kein Problem ist…hab im Cafè beim Supermarkt gefrühstückt und dann noch einen kleinen Einkauf erledigt und dann war der Wagen auch schon fertig…hab die Winterreifen dort wieder einlagern lassen.

Ich mag den Laden, die sind dort alle nett und sogar Montagmorgens schon gut gelaunt…der Service ist super und die Preise sind es auch…der Supermarkt ist gegenüber und mein Lieblingsbaumarkt nebenan.

Anschließend ging es mit dem Auto direkt nach Hamburg in die Innenstadt in eines der Parkhäuser in der Nähe vom Jungfernstieg….und hab mich sofort über mich geärgert, warum hab ich eigentlich nicht die S-Bahn genommen….das Parkhaus kostete 4,90 EUR je Stunde und mein Termin beim HNO war erst in 1,5 Stunden. Die haben das aber auch ganz geschickt gemacht: man fährt erst einmal hinein und eine ganze Weile kommt überhaupt keine Schranke…wenn dann die Schranke kommt, stehen dort die Preise….aber nun kann man nicht mehr zurück….also gut…ärgern hilft ja auch nicht.

Bis zum Arzttermin hab ich einen gemütlichen Spaziergang durch die Hamburger Einkaufsstraßen gemacht…aber nichts gekauft….fand es trotzdem sehr gemütlich mal wieder in Richtung Binnenalster zu laufen…trotz der schmerzenden Muskeln vom Kajak-Kurs (interessanterweise hab ich neben dem Rücken, den heftigsten Muskelkater an den Innenschenkeln und der Kniemuskulatur, daran erkennt man gut, das weit mehr Muskelgruppen trainiert werden, als nur die Arm-und Oberkörper-Muskeln).

Beim Arzttermin ging dann alles zügig…..der ältere Arzt ist nett und so herrlich normal…und sein Blick in meine Ohren brachte mir dann endlich die beruhigende Gewissheit: es war ein Hörsturz, ausgelöst durch einen Virusinfekt…die abklingende Entzündung in beiden Ohren ist noch gut erkennbar. Da ich weder einen Tinnitus, noch Schwindel habe, die Hörfähigkeit wieder hergestellt und die Überempfindlichkeit wieder weg ist, brauche ich mir keine Sorgen zu machen….es sieht alles gut aus. Das kann mal passieren….und sollte nicht überbewertet werden.

Hmmm das würde auch erklären, warum ich mich in der letzten Zeit immer mal wieder schlapp und kurzatmig gefühlt habe, trotz meiner Walkingrunden, irgendwie nicht ganz so fit…da hatte ich mir wohl, ohne es wirklich zu bemerken, etwas eingefangen und mein Körper hat ziemlich stillschweigend dagegen angekämpft – Danke liebes Immunsystem.

Ich bin jetzt froh einen HNO zu haben, der dazu auch noch Allergologe ist…wir haben uns noch kurz unterhalten und ich werde mal im Herbst einen Allergie-Checkup machen.

Danach hab ich allerdings zugesehen, das ich schnell zu meinem Auto kam, also mehr 2 Stunden wollte ich die Dienste des teuren Parkhauses dann doch nicht in Anspruch nehmen.

Irgendetwas ist immer…

…also etwas, das nicht rund läuft….also ICH laufe nicht rund.

War ich doch endlich wieder energiegeladen, hatte Lust auf Sport und Bewegung…und hab mich richtig gut gefühlt…wachte ich am Sonntag auf – und fühlte mich komisch…leicht schwindelig beim Aufstehen und mit einem Druckgefühl auf dem linken Ohr…wie Watte und mein Hörvermögen schien dezimiert….

Das geht gleich wieder weg, dachte ich – ging es aber nicht…mit beiden Ohren zusammen konnte ich zwar hören, aber nicht erkennen, was davon links oder rechts ankam. Hab also einfach meine Kopfhörer aufgesetzt und dann jeweils eine Ohr-Seite getestet:

Tatsächlich hörte ich rechts: normal….Links dagegen waren die Töne dumpf, leise und irgendwie auch blechern…um eine Fehlfunktion der Kopfhörer auszuschließen, hab diese seitenverkehrt noch einmal auf die Ohren gezogen, aber der Effekt war der Gleiche.

Ich hatte wohl einen leichten Hörsturz…das klingt im ersten Moment sehr bedrohlich…beschreibt aber nichts anderes, als eine plötzlich, ohne erkennbare Ursache, auftretende Hörbeeinträchtigung.

Ein Hörsturz ist eine meist einseitig, plötzlich auftretende Schwerhörigkeit bis hin zur Ertaubung, wobei keine Ursache erkennbar ist. Fast immer ist ein Hörsturz begleitet von unangenehmem Ohrensausen, manchmal auch von Schwindel. Kleinere, vorübergehende Hörstürze sind relativ häufig. Schwerere Hörstürze mit Dauerschäden kommen selten vor

Auszug aus: Gesundheit.GV.AT

Zu meinem großen Glück habe ich dabei keinen Tinnitus (also hohe oder pfeifende Ohrgeräusche) und auch das schwindelige Gefühl lies schnell wieder nach und kommt nur ab und an noch. Allerdings ist die Geräuschempfindlichkeit extrem hoch gewesen in den ersten Tagen …hätte nicht gedacht, das zu meiner „normalen“ Geräuschempfindlichkeit noch einmal eine solche Steigerung möglich war.

Wenn der kleine Drucker im Arbeitszimmer anspringt, fing es in meinem Ohr an zu wummern…und gestern in der Büroküche musste ich eine Unterhaltung abbrechen, als der Wasserkocher lautstark das Wasser erwärmte. Krass!

Es gibt verschiedene Sichtweisen, früher wurde bei einem Hörsturz immer nur Stress als Auslöser genannt…heute gibt es andere Meinungen, die auch körperliche Ursachen vermuten, z.B. eine Durchblutungsstörung.

Nach anfänglicher Sorge über bleibenden Hörverlust und steigendem Risiko für einen Schlaganfall hab ich mich dazu durchgerungen, in den nächsten Tagen zum Arzt zu gehen. Natürlich hab ich hier in Schleswig-Holstein noch KEINEN HNO ….hab mir einen in Hamburg herausgesucht, der mir sogar schon für diesen Mittwoch einen Termin gegeben hatte, diesen allerdings einen Tag vorher, ohne Begründung abgesagt hat…der neue Termin ist jetzt am 25.04.

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen, mein Hörvermögen hat sich weiter normalisiert, mir ist nur manchmal etwas schwindelig und die Lautstärke-Empfindlichkeit ist im Moment das gravierendste Anzeichen, das es noch nicht wieder gut ist. Ich kann zum Glück zuhause in relativer Stille leben und auch meinen Job so gestalten, das es überproportional still um mich herum ist….das kommt mir jetzt zugute und trägt sicher auch dazu bei, das sich mein Gehör wieder so gut erholt.

Es gibt aber etwas, was mich mal wieder schwer enttäuscht hat…und wieder ist es meine Schwester, die mich emotional hat hängen lassen…Ich hab es ihr sogar noch am Sonntag per Whatsapp geschrieben, und sie meinte, es könnte auch etwas anderes sein, weil ich keinen Tinnitus habe ….und damit war die Sache für sie erledigt und sie hat sich bis Mittwochabend nicht einmal erkundigt, wie es mir geht.

Genau so eine Aktion war es damals, fehlende seelische Unterstützung, die ich ja nun wirklich nur sehr selten brauche…..die mich dazu brachte, damals den Kontakt zu ihr massiv zu reduzieren….damals ging es um meinen Beinahe-Burnout. Und auch dieses Mal hat es mich jeden Tag mehr geärgert…immerhin hatten wir Kontakt, sie hat Urlaub und ärgert sich über ihren Mann….also erzählt sie viel…aber keine Frage: wie es mir geht.

Mittwochabend hab ich sie angeschrieben, das ich mich doch darüber gefreut hätte, wenn sie mich wenigstens EINMAL gefragt hätte, wie es mir jetzt geht….und das es mir jetzt wieder besser geht.

Sie hat sofort geantwortet, wusste aber nicht einmal was ich denn meinte….ob ich Ärger im Job hätte? …ähmmm NEIN – ich meinte eigentlich mein Hörproblem…. Da erst ist ihr bewusst geworden, das ich tatsächlich ein Problem habe und warum ich das nicht vorher geschrieben hätte…HAB ich doch !…. na egal, sie hat sich mehrfach für Ihre Unaufmerksamkeit entschuldigt. Okay-Entschuldigung angenommen.

Da ich zur Bockigkeit neige, nach dem Motto: wenn sie nicht will…dann melde ich eben auch nicht mehr, kann mich eh nur auf mich verlassen….war ich froh, das ich es doch angesprochen und damit geklärt habe. Jetzt ist für mich alles wieder gut….und so kann ich Ostersonntag ohne Groll zu Schwester+Schwager fahren.