Advents-Essen mit Beigeschmack

Ich hab in der letzten Nacht sehr wenig geschlafen, weniger als 4 Stunden…und bin heute Morgen hundemüde aufgestanden…wäre ich heute nicht mit dem Controller im Büro verabredet gewesen, ich wäre zuhause geblieben…so aber war Homeoffice keine Option.

Der Tag war dann auch etwas zäh…aber eigentlich bin ich trotzdem ganz gut voran gekommen. Meinen direkten Kollegen hatte ich jetzt 1,5 Monate nicht gesehen, da wir ja immer abwechselnd Office und Homeoffice machen, so das immer nur einer von uns Beiden im Büro anwesend ist.

Heute nun, einen Tag vor meinem 3-Tage Urlaub und dann direkt anschließend sein Weihnachts-Urlaub, wollten wir uns im Büro treffen…Mittags etwas beim Restaurant Atlas bestellen, um dann gemeinsam (also im gleichen Raum sitzend, mit viel Abstand) ein kleines Advents-Essen zu haben…als Dritten im Bunde hatten wir noch unseren Juristen dabei….

Es war schön sich mal wieder mit dem Controller zu unterhalten, naja bis zu einem gewissen Grad…was mir auffiel war seine deutlich negativere Haltung zu den Corona-Maßnahmen, als noch vor ein paar Wochen…ich will nicht sagen radikal…aber deutlich aggressiver ablehnend….das hat mich überrascht und ich brauchte ein paar Momente um es zu realisieren und meine Gegen-Argumente zu stoppen, damit die Situation sich nicht zuspitzen konnte. Hahaha …jeder darf ja seine Meinung haben…und wir sind da Jetzt eben unterschiedlicher Auffassung…also lenke ich lieber ein und versuche das Thema zu wechseln, möchte ja keinen Streit herauf beschwören.

Wir haben uns das Essen vorher ausgesucht, ich hab es online bestellt und dann auch abgeholt, ist ja nicht zu weit weg vom Büro….Wir hatten es bewusst auf Drei Personen beschränkt…mit 6-8 Kollegen wären es einfach zu viele im Frühstücksraum gewesen – eigentlich schade.

Ich hatte heute aber an alle Kollegen einen kleinen Schoko-Nikolaus verteilt, so als kleinen Advents-Gruß…und wir haben heute auch unsere Firmen-Weihnachtsgeschenke bekommen….Also eigentlich war es ein ganz lockerer Tag….

Aber es gab noch 2 kleinere berufliche Begebenheiten mit dem Controller, so das am Ende meines Arbeitstages bei mir ein ungutes Gefühl blieb….Ich wurde in Dinge mit einbezogen, in die ich nicht hinein gezogen werden wollte…bei den Gesprächen heute mit den anderen Kollegen hatte ich dieses ungute Gefühl nicht….aber ich muss auch sagen, das ich am Nachmittag von Minute zu Minute müder wurde…ich musste unbedingt nach Hause…Schlaf nach holen…

…und jetzt hab ich bis Ende der Woche Urlaub. Ich kann zwar noch nicht wieder richtig laufen und durch den Lockdown kann ich weder durch Geschäfte bummeln, noch ein Cafè aufsuchen…..aber trotzdem freue ich mich jetzt auf ein paar Tage ohne Arbeit….

Treffen in Neumünster – und Zuhause Drama

Gestern also hab ich mich mit meinem ehemaligen Kollegen aus Hessen und seiner Frau verabredet. Beide machen gerade Urlaub an der Schlei. Wir haben uns auf halber Strecke zwischen deren Urlaubsort und meinem Wohnort getroffen und das war in: Neumünster.. am alten Rathaus.

Das Rathaus ist wirklich ein Hingucker….und entgegen dem, was ich vorher über Neumünster gelesen habe, finde ich das kleine Städtchen nicht langweilig, sondern gemütlich.

Eigentlich wollten wir erst mal eine Weile spazieren gehen um die Ggend zu erkunden, aber mehr als eine kleine Runde durch die Innenstadt ist es dann nicht geworden. Immerhin ist der Kollege mit 66 Jahren bereits in Rente…und es ging bei ihm an dem Tag nicht so gut mit dem Laufen…die Hüfte bereitet Probleme. Sie ist erst knapp über 60 Jahre und arbeitet noch…Beide sind sonst eigentlich fit und unternehmungslustig.

Wir sind dann am Marktplatz in ein nettes Bistro/Cafe/Restaurant gegangen…da war es so richtig kuschelig und schön…

Und schon nach kurzer Zeit war klar, den Beiden brennt etwas auf der Seele…so richtig in Urlaubsstimmung waren sie nicht mehr…mein Kollege hat auch erzählt, das er wieder Panik-Attacken und innere Unruhe hat…etwas, was er seit dem er in Ruhestand ist eigentlich nicht mehr hatte. Im Job waren das jahrelang seine Begleiter…deshalb ist er auch so früh wie irgend möglich in Rente gegangen… Er hatte zum Glück einen dieser Altverträge die eine extrem gute Altersabsicherung möglich machten….so konnte er dem Stress entfliehen.

Ich hab die Beiden ja kurz vor meinem Weggang aus Hessen in ihrem Reihenhäuschen am Rande eines Dorfes besucht…sehr beschaulich und schön mit Blick auf viele Felder…

und genau dort, direkt vor deren Nase wird nun ein riesiges Neubaugebiet mit vielen Hunderten von Häusern, Supermarkt, Kindergärten usw. gebaut…also auf die nächsten 10 Jahre wird es dort jede Menge Baulärm geben und der Blick in die Natur wird fort sein und genau an dem Morgen bekamen die Beiden den beschlossenen Lageplan wo und wie und wie groß das alles werden wird…das war verstörend für Beide.

In das Häuschen haben die Beiden viel Herzblut und Geld gesteckt…deren Zwillinge sind dort groß geworden…und nun fühlen sie sich nicht mehr wohl dort mit dem Gedanken an die Zukunft…und überlegen sich gerade wie es weitergeht:

  • verkaufen und woanders neu ein Haus kaufen
  • verkaufen und woanders neu eine Wohnung/Haus mieten
  • oder doch erst mal nur das Haus vermieten und woanders mieten
  • wohin ziehen wenn man gar nicht umziehen möchte

Beide haben immer darauf hin gearbeitet , in dem Haus bis zum Schluss wohnen zu bleiben …und jetzt, wo auch sie im nächsten Jahr in Früh-Rente gehen wird, sollte dieses Haus ihr kleines Ruhe-Paradies sein…tja – und jetzt wird auf einmal alles anders…die gesamte Planung fürs Alter wird sich nun ändern. Beide haben noch 1- 1,5 Jahre Zeit bevor es dort richtig los geht….aber nun müssen sie sich damit auseinander setzen – obwohl sie das eigentlich gar nicht wollen

Nachdem wir uns sehr ausführlich über das Thema unterhalten hatten, kam auch etwas Ruhe in die Beiden und wir hatten einen kurzweiligen Nachmittag.

Da kann man mal sehen: die einen sind froh das sie bald neue Wohnungen/ Häuser haben werden, die anderen sind mit den gleichen Wohnungen unglücklich… Es gilt mal wieder das Sprichwort: „Des einen Freud – des anderen Leid“ (sorry weiß nicht von wem das stammt).

Erfrischende Diskussion

Um aber auch mal wieder etwas Positives zu erzählen: vor ein paar Tagen war ich mit Kollegen aus einer anderen Abteilung zu einem Umtrunk in einem Bistro verabredet…jaaa das hat so richtig gut getan über Politik und Gott-und-die-Welt zu plaudern und zu diskutieren…los gelöst von Themen der Firma oder irgendeiner politischen Extrem-Meinung, ganz locker und unkompliziert.

Das Wesen der Diskussion ist es ja eine Meinung zu haben, diese sachlich zu vertreten und die Meinung von anderen zu Kenntnis zu nehmen und gegen seine eigene Meinung abzuwägen, Schnittmengen (Konsens) zu finden und Unterschiede zu benennen und von allen Seiten zu betrachten. Das Wort Diskussion bedeutet ja eigentlich:  Untersuchung

Es ist schon eine Weile her, das ich mich auf so leichte Art zu politischen Themen austauschen konnte, ohne das es dabei zu unsachlicher Stimmungsmache kommt. Das war sehr erfrischend.