Treffen in Neumünster – und Zuhause Drama

Gestern also hab ich mich mit meinem ehemaligen Kollegen aus Hessen und seiner Frau verabredet. Beide machen gerade Urlaub an der Schlei. Wir haben uns auf halber Strecke zwischen deren Urlaubsort und meinem Wohnort getroffen und das war in: Neumünster.. am alten Rathaus.

Das Rathaus ist wirklich ein Hingucker….und entgegen dem, was ich vorher über Neumünster gelesen habe, finde ich das kleine Städtchen nicht langweilig, sondern gemütlich.

Eigentlich wollten wir erst mal eine Weile spazieren gehen um die Ggend zu erkunden, aber mehr als eine kleine Runde durch die Innenstadt ist es dann nicht geworden. Immerhin ist der Kollege mit 66 Jahren bereits in Rente…und es ging bei ihm an dem Tag nicht so gut mit dem Laufen…die Hüfte bereitet Probleme. Sie ist erst knapp über 60 Jahre und arbeitet noch…Beide sind sonst eigentlich fit und unternehmungslustig.

Wir sind dann am Marktplatz in ein nettes Bistro/Cafe/Restaurant gegangen…da war es so richtig kuschelig und schön…

Und schon nach kurzer Zeit war klar, den Beiden brennt etwas auf der Seele…so richtig in Urlaubsstimmung waren sie nicht mehr…mein Kollege hat auch erzählt, das er wieder Panik-Attacken und innere Unruhe hat…etwas, was er seit dem er in Ruhestand ist eigentlich nicht mehr hatte. Im Job waren das jahrelang seine Begleiter…deshalb ist er auch so früh wie irgend möglich in Rente gegangen… Er hatte zum Glück einen dieser Altverträge die eine extrem gute Altersabsicherung möglich machten….so konnte er dem Stress entfliehen.

Ich hab die Beiden ja kurz vor meinem Weggang aus Hessen in ihrem Reihenhäuschen am Rande eines Dorfes besucht…sehr beschaulich und schön mit Blick auf viele Felder…

und genau dort, direkt vor deren Nase wird nun ein riesiges Neubaugebiet mit vielen Hunderten von Häusern, Supermarkt, Kindergärten usw. gebaut…also auf die nächsten 10 Jahre wird es dort jede Menge Baulärm geben und der Blick in die Natur wird fort sein und genau an dem Morgen bekamen die Beiden den beschlossenen Lageplan wo und wie und wie groß das alles werden wird…das war verstörend für Beide.

In das Häuschen haben die Beiden viel Herzblut und Geld gesteckt…deren Zwillinge sind dort groß geworden…und nun fühlen sie sich nicht mehr wohl dort mit dem Gedanken an die Zukunft…und überlegen sich gerade wie es weitergeht:

  • verkaufen und woanders neu ein Haus kaufen
  • verkaufen und woanders neu eine Wohnung/Haus mieten
  • oder doch erst mal nur das Haus vermieten und woanders mieten
  • wohin ziehen wenn man gar nicht umziehen möchte

Beide haben immer darauf hin gearbeitet , in dem Haus bis zum Schluss wohnen zu bleiben …und jetzt, wo auch sie im nächsten Jahr in Früh-Rente gehen wird, sollte dieses Haus ihr kleines Ruhe-Paradies sein…tja – und jetzt wird auf einmal alles anders…die gesamte Planung fürs Alter wird sich nun ändern. Beide haben noch 1- 1,5 Jahre Zeit bevor es dort richtig los geht….aber nun müssen sie sich damit auseinander setzen – obwohl sie das eigentlich gar nicht wollen

Nachdem wir uns sehr ausführlich über das Thema unterhalten hatten, kam auch etwas Ruhe in die Beiden und wir hatten einen kurzweiligen Nachmittag.

Da kann man mal sehen: die einen sind froh das sie bald neue Wohnungen/ Häuser haben werden, die anderen sind mit den gleichen Wohnungen unglücklich… Es gilt mal wieder das Sprichwort: „Des einen Freud – des anderen Leid“ (sorry weiß nicht von wem das stammt).

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