Emotionale Achterbahn durch mein Leben

Emotionale Achterbahn durch mein Leben

Bei einem Glas Wein (Goldmuskatella 2018 Weingut Weitzel) plaudere ich mal aus meinem persönlichen Nähkästchen…das mein Chef und die Kollegen gerne mit mir kommunizieren ,ist so etwas wie ein Ritterschlag für mich.

Warum das?

Zeigt es doch, das seit meinem Weggang aus Hessen (mit dem Stressjob) mein oftmals als introvertiertes und als kommunikations- eingeschränkt wahrgenommenes Verhalten mittlerweile der Vergangenheit angehört.

Mein ganzes Erwachsenen-Leben kämpfe ich schon gegen diese eingeschränkte Kommunikations-Fähigkeit…scheine aber jetzt endlich, mit 53 Jahren, in meinem eigenen Leben angekommen zu sein, in dem Kommunizieren doch ein Teil meiner Persönlichkeit geworden zu sein scheint….zumindest sind mir Menschen wichtig genug, um auch mit Ihnen in Kontakt zu bleiben….ich bin an vielen Stellen sogar die treibende Kraft.

Zugegebenermaßen war das nicht immer so….und jaaa ich hab viele Jahre meinen Job über meine Sozialkontakte gestellt…..eigentlich hab ich den Großteil meines Berufslebens als für mich Wichtiger angesehen…hab mich zum großen Teil über den Job definiert und mein Selbstbewusstsein aus meinem Wissen gezogen…bis auf die Zeit mit meiner Tanzclique…Die Zeit mit der Clique endete dann ja ziemlich schnell, als ich meinen heutigen Ex kennenlernte, der von denen nicht so viel hielt.

Nun aber…in meinem jetzigen Leben, hier im Norden…weitab von Stress, Ex-Freund und dem Rest meines Tanzlebens…..hier nun mitten in der Pandemie, die dem Rest der Welt eigentlich zeigt, wie ich größenteils lebe (nur das die Welt mich eben nicht kennt 🤣) bin ich mehr ich selbst, als ich jemals zuvor war.

Ich hab mich, trotz all meiner Stärke und all meinem nach außen gezeigten Selbstbewusstsein, immer „falsch“ gefühlt…weil mir mein ganzes Leben dieses Bedürfnis nach Zurückgezogenheit und mein großes Bedürfnis nach Stille und Nicht-Kommunikation als unnatürlich angekreidet wurde….meine Familie hat das nie akzeptiert. Der Mensch hat eben ein geselliges Wesen zu sein….und meine Chefin hat es mir früher als Negativ-Eintrag in die Bewertung gegeben. Erst in den letzten Jahren, vor meinem Weggang, hat sie erkannt, das es keine negative Eigenschaft ist…sondern sogar viele Vorteile für den Job hat….und mich eben nicht daran gehindert hat, trotzdem ein guter Chef zu sein….der sich um seine Mitarbeiter kümmert….mit denen ich ja jahrelang ein lockeres und trotzdem gutes Verhältnis hatte.

Es schmerzt mich aber heute noch, das ich immer beweisen musste, das meine manchmal eingeschränkte Kommunikations-Fähigkeit keine Charakterschwäche ist. Es ist eine angeborene Eigenschaft…die durch meine oftmals nicht ganz einfache Kindheit, die vielen Umzüge in jungen Jahren und eine unglückliche Familienkonstellation auch wenig Chance hatte, durch das Urvertrauen eines Kindes zu den Eltern, schnell „über-lernt“ zu werden. Es war und ist ein ständiger Kampf zwischen „ich will und brauche meine Ruhe“ und „ich möchte mit den Menschen, die mir wichtig sind, kommunizieren“.

Jeder ist seines Glückes Schmied. Ja klar, aber manchmal muss man sich auch die Möglichkeit erkämpfen, sein eigenes Leben wirklich selber in die Hand zu nehmen…..das bedeutet auch unbequem zu sein und so manchem lieb gemeinenten Eingriff Anderer, sein eigenes Leben wieder zu entreißen…das ist nicht immer schmerzfrei und bedeutet auch Menschen weh zu tun, die eigentlich immer glauben nur „das Beste“ für einen zu wollen.

Das Beste ist aber, man nimmt sein Leben WIRKLICH in die eigene Hand, lässt sich nicht beirren oder reinreden. Damit hab ich nach so vielen Jahren tatsächlich zu meinem Leben gefunden. So wie ich nun einmal bin….

Ein sturer Stier, selbstbewusst und trotzdem total verletzlich. Ich bin übrigens nie lange den einfachen Weg gegangen….letztlich immer mit dem Kopf durch die Wand…aber mit den Blessuren bin ich heute stolz auf mich….denn ich hab das geschafft, was viele nicht können….ich bin zufrieden mit mir und meinem Leben.

Babylonisches Sprachenwirrwarr

An manchen Tagen muss ich einfach lachen….die Kommunikation in unserer Firma ist manchmal nicht ganz so einfach…manchmal knall ich aber auch mit dem Kopf auf die Tischplatte, weil es absurd wirkt.

Einer der Chefs aus der Zentrale stellt mir eine Frage auf Englisch, die ich zwar verstehe, aber inhaltlich nicht beantworten kann, weil ich nicht in die Tiefen der Vertragsgestaltung eingebunden war…ich stelle die Frage also auf Deutsch an die Kollegen in Brandenburg….die Antwort bekomme ich auf Deutsch, diese übersetze ich ins Englische und schreibe an den Chef….dieser Chef wiederum gibt seinem Chef dann auf Dänisch die Antwort weiter….Die daraus resultierenden Rückfragen kommen dann vom Dänischen an mich übersetzt auf Englisch zurück und ich wiederum rückversichere mich dann wieder auf Deutsch bei den Kollegen.

Klar, das auf diese Weise Informationen auf der Strecke bleiben….also früher nannte man das Spiel „Stille Post“…Der dänische Chef versteht nur wenig Deutsch und der brandenburgische Kollege spricht nur rudimentär Englisch, deswegen wollen Beide, das es über mich geht.

Aber…..jetzt kommt das mit der Tischplatte: Ich frage also meine Kollegen in Brandenburg nach den Einzelheiten aus dem Vertrag, nach dem abgerechnet wird…bekomme aber zu hören, das die den Vertrag ebenfalls gar nicht so genau kennen und das bei dem sehr langwierigen Projekt wohl ein paar ….sagen wir mal, Korrekturen vorgenommen wurden, die dort gar nicht hin gehören ….und weil das alles der ehemalige Inhaber initiiert und sich anschließend aus der Firma verabschiedet hat, weiß inzwischen keiner mehr so wirklich, was nun richtig ist. Während ich vorgeschlagen habe, das Projekt auf dem jetzigen Stand erst einmal zu beenden und endgültig abzurechnen und die Chefs das genauso sehen….sträuben sich die restlichen Vertragspartner…weil jeder befürchtet, dann zu kurz zu kommen.

Ich werde also den morgigen Vormittag noch einmal eine lange umfassend erklärende Mail auf Englisch verfassen um den Sachstand zu dokumentieren, soweit wie ich es aus den Erklärungen der Kollegen verstanden habe….und die Stille Post sollte damit beendet sein….Entscheidungen müssen dann von weiter oben kommen….ich bin dann raus…hoffentlich….also irgendwann…

Stille Post ist schon schwierig bei mehreren Personen die die gleiche Sprache sprechen….bei uns kommen noch die Sprachbarrieren hinzu….und weil es keine Gesamt-Meetings mit allen Beteiligten gibt….eben wegen der Sprachschwierigkeiten, ist das alles nicht so einfach…..soll ich lachen oder weinen?

Erst Blei – dann zäh

Erst Blei – dann zäh

Der heutige Montag startete etwas schleppend….warum ich ausgerechnet montags oft das Gefühl habe, Blei in den Knochen zu haben, bleibt mir schleierhaft.

Immerhin war das Wochenende locker und leicht und nicht anstrengend…hab auch genügend geschlafen.

Fast wie in Zeitlupe waren meine Bewegungen. Der Körper schien einfach noch zu schlafen…auch nach der Dusche. Inzwischen sind Morgen-Walkingrunden an den Homeoffice-Tagen zum Standard geworden…also los:

Und auch hier ging es langsamer als sonst….trotzdem war ich fast 1 Stunde unterwegs und mit dem anschließenden Kaffee war dann auch endlich mein Körper wach und einsatzbereit.

Fast die Hälfte des Tages hab ich heute versucht als Mittler die Kommunikationslücken zwischen Dänischen Kollegen untereinander und zu einem deutschen Dienstleister zu überbrücken und einen arg schiefgelaufenen Sachverhalt zu klären.

Es ist das alte Problem: zu viele Beteiligte, jeder kennt nur einen kleinen Teil der Geschichte, eine Abteilung versteht die andere nicht (trotz GLEICHER Sprache, aber mit fehlendem Fachwissen), keiner kennt die Zusammenhänge, aber jeder macht irgendetwas….und dann noch die Sprachbarriere in Richtung Deutschland….

Ja das war zäh, bis ich aus den Kollegen die Einzelheiten heraus-gekitzelt hatte, dann mit einem Telefonat zum Dienstleister noch andere Infos erfuhr, um dann das Ganze wie ein Puzzle zusammen zu setzen….um dann endlich zu begreifen was „wir“ da falsch gemacht haben und wie es zu lösen ist.

Also dann einmal auf Englisch das Konstrukt, den Fehler und die Lösung erklärt, damit jetzt endlich alle Beteiligten den gleichen Wissensstand haben…..dann noch einmal auf Deutsch an den Dienstleister eine entschuldigende E-Mail geschrieben…die haben sich zum Glück sehr schnell gemeldet und werden es nun unbürokratisch wieder richtig stellen….

Das betraf gar nicht meine Arbeit… eigentlich hätte ich mit meinem eigenen Kram genügend zu tun, aber eine der dänischen Kolleginnen hat mich freundlich gefragt, ob ich wohl helfen könnte…na klar.

Letztlich waren wir alle erleichtert…und ich hoffe die kommen nicht mit noch mehr Problemen dieser Art….na klar, alle haben sich bedankt und es hat ja auch Spaß gemacht…aber eigentlich sollten sich die dänischen Kollegen schon untereinander besser austauschen. Nicht das alle denken ich bin jetzt immer da, um die Kastanien aus dem Feuer zu holen…. hahaha