Sommeridylle

Perfektes Muttertags-Wetter….strahlend blauer Himmel und kein Wind.

Meinen Spaziergang zum Wahllokal hab ich vom frühen Morgen auf den Mittag verlegt….jetzt geht es wieder besser – OHNE Kopfschmerzen.

Sich in so einer kleinen Stadt, in der Nähe von Hamburg, niederzulassen war goldrichtig, das zeigt so ein herrlicher Mittag…friedliche Sommeridylle !!

Auf dem Weg zum Wahllokal hielt neben mir ein kleines Auto, der Fahrer fragte mich nach dem Weg zum Wahllokal – als ich fragte zu welchem er denn müsse, meinte er, er hätte seine Wahlbenachrichtigung verloren aber mit dem Personalausweis sollte es auch ohne möglich sein oder. Ja klar – der Personalausweis sollte reichen und wenn er in der Nähe wohnt, dann wäre das hier wahrscheinlich das richtige Wahllokal.

Dann kam die Frage: da erst erst vor kurzem hierhin gezogen sei frage er sich nun was man denn so wählen „solle“. Er war höflich und nett und hatte einen leichten Akzent.

Ich war etwas belustigt, DAS hat mich nun noch nie jemand gefragt…na das hängt ganz von Ihren Vorlieben ab, von Ihrer politischen Haltung, Ihrer persönlichen wirtschaftlichen Lage….er hätte sich zuvor nicht damit beschäftigt, auf jeden Fall etwas mit sozialer Gerechtigkeit…aber wählen solle man gehen oder ? JA klar – wer nicht wählt – wählt auf jeden Fall das Falsche. Weil man als Wahlverweigerer eben auch eine Wahl trifft, nämlich den extremen Rechten oder Linken die Möglichkeit verschafft, einen größeren %ualen Anteil am Wahlergebnis zu erhalten und damit auch mehr Einfluss auf die Politik im Land…und wenn man das nicht möchte, sollte man doch lieber wählen gehen… Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Er hat sich für meine Antworten bedankt, wir haben uns gegenseitig einen schönen Sonntag gewünscht und dann hat er sein Auto Richtung Parkplatz gesteuert. Interessante Begegnung.

Mit dem Eis in der Hand bin ich später langsam durch den kleinen Park geschlendert und mich auf einer Bank niedergelassen.

Gerne hätte ich heute endlich mal mein Fahrrad für eine kleine Tour genutzt. Aber noch ist es zu früh: ich bin schlapp, kurzatmig und meine Muskeln zittern schon bei den Treppenstufen.

Also blieb es bei dem kleinen Spaziergang und jetzt auf dem Balkon ist es gemütlich und zu meiner Freude kommt seit ein paar Tagen ein Rotkehlchen zu meiner Futterstation….ohhhh wie schön .

ß

Vom Leben und Wählen

Nach einer weiteren nicht ganz so dollen Nacht (zuerst kamen die Kopfschmerzen, dann hat mein Magen die Tabletten nicht vertragen)…hab ich den Vormittag in aller Ruhe verbracht.

Jetzt mache ich mich gleich fertig für einen Spaziergang zum Wahllokal…in Schleswig-Holstein wird heute ein neuer Landtag gewählt. Nach nunmehr schon wieder 2,5 Jahren die ich hier lebe (als Kind hab ich die ersten Lebensjahre hier verbracht, bevor wir nach NRW gezogen sind) fühle ich mich dem Bundesland sehr verbunden, bin hier zuhause – vor allem seit dem 2.Umzug.

Aber ich denke auch an die fast 20 Jahre in Hessen, während ich die anderen fast 26 Jahre mit Groß-werden und Ehe in NRW inzwischen komplett abgehakt habe. Wenn ich etwas aus der Zeit in Hessen vermisse hat es meistens etwas mit dem Tanzsportverein, meiner Tanz-Clique und vor allem immer noch etwas mit dem typischen Essen im Rhein-Main-Gebiet zu tun.

Bei mir gehörten gutes Essen und gute Getränke untrennbar als Wohlfühlfaktor dazu…die netten kleinen Apfelwein-Lokalitäten, meistens mit gemütlichem Außenbereich im Grünen unter alten Bäumen, diese kleinen Oasen in der Stadt oder in den Dörfern rundherum.

Die grün-ummantelten Stätten der Gemütlichkeit, mit einfachen kleinen Gerichten und deftigen Speisen bei Appelwoi und Mispelchen….gerne in netter Gesellschaft nach dem oft anstrengenden Training..an langen Holztischen, auf einfachen Holzbänken sitzend – gesellig, gemütlich…und doch ungezwungen….lustige Zeiten waren das.

Aber selbst wenn ich dort geblieben wäre, wäre es nicht so wie früher….denn, den Verein gibt es nicht mehr, die Clique hat sich auch schon am Anfang meiner fast 8ährigen Beziehung langsam aufgelöst…aber die Erinnerung an diese Zeit bleibt.

In Schleswig-Holstein und Hamburg liebe ich auch die so typischen Norddeutschen Gerichte: Vom Matjes-Brötchen, Labskaus und Grünkohl, über gebratene Scholle, Nordseekrabben, Birnen-Bohn-Speck-Eintopf und Hamburger Pannfisch. Ich liebe die ungezwungene Art der Kommunikation, liebe das Wasser von Elbe, Este und Alster und vor allem diese kleinen Naturschutzgebiete und Moore…hier kann ich durchatmen (also – bald wieder …wenn diese Grippe endlich vorbei ist) . Ich lebe entspannt und liebe mein unabhängiges und selbst-bestimmtes Leben.

Also gehe ich jetzt zur Wahl, um meinen Bürger-Pflichten nach zukommen. Denn das Recht auf Wahl, das Generationen zuvor für uns Bürger erkämpft haben, empfinde ich auch als Pflicht, dieses Recht auch wahrzunehmen.

Denn wir lernen alle schon seit ein paar Jahren wieder, das die Demokratie in unserem Land kein Selbstläufer (mehr) ist und schnell in Gefahr geraten kann, wenn man nicht aktiv etwas dafür tut.

In unserer mittelbaren Demokratie können wir nur bei Wahlen Einfluss auf die Zusammensetzung der Parlamente und damit auch auf die Politik nehmen….also sollte jeder zur Wahl-berechtigte Bürger zur Wahl gehen….ja ich weiß, das viele glauben es ging nie um sie selbst in der Politik….kann es auch nicht – bei 84 Millionen Menschen kann der Einzelne nicht der Maßstab der Politik sein.

Demokratie funktioniert nur über das Mehrheitsprinzip: Wo sich also Einzelne durch die Wahl für eine Partei entscheiden, können eben Mehrheiten entstehen. Die Stimme eines Jeden Einzelnen ist – zumindest in unserem Wahlrecht – daher wichtig um politische Mehrheiten zu finden.

Die politischen Kompromisse sind immer nur ein kleiner gemeinsamer Nenner vom Willen vieler Einzelner, die sich zusammengeschlossen haben. Es kann also nie gelingen alle Meinungen und Forderungen jedes Bürgers zu berücksichtigen….und trotzdem ist der Einzelne wichtig für diesen Entscheidungs-Prozess.