Wem es zu gut geht…

Nachdem ich ja so großartig getönt habe, das es mir körperlich gut geht, meinte mein Körper heute Einspruch dagegen erheben zu müssen.

Ich hatte heute Blei in den Muskeln und Gelenken…träge und schlapp fühlte ich mich. Und unüblich für mich, war mir öfter mal schwindelig…und am Mittag hab ich dann noch den Wetterwechsel zu spüren bekommen: Kopfschmerzen. In Hamburg wurde es aber auch auf einmal so richtig warm und ich hab wahrscheinlich einfach zu wenig getrunken.

Nur gut das heute im Büro nichts besonders Dringendes zu tun war und auch unsere Fahrt nach Dänemark ist erst NÄCHSTE Woche….So hab ich auch heute früh Feierabend gemacht und bin laaangsam zur S-Bahn gelaufen und noch laaangsamer später am Zielbahnhof die knappen 2km nach Hause…. hätte ja auch den Bus nehmen können – aber komischerweise kommt mir das nie in den Sinn. Schön das es in meinem Job alles so unkompliziert geht…

Jetzt ist es angenehm kühl draußen auf dem Balkon, die Sonne ist schon eine Weile untergegangen und mir geht es auch wieder prima. Heute werde ich nichts mehr machen…bleibe einfach hier sitzen und lasse die Gedanken kreisen.

Gestern vor 1 Jahr (es war Freitag der 13. September hahhaha) hatte ich meinen letzten Arbeitstag in meinem jahrelangen Stress-Job und ich kann es kaum fassen, das ich tatsächlich nach so vielen Jahren den Absprung geschafft habe, um mein Leben so gravierend zu verändern….

Ich bin erstaunt, wie sich mein Leben positiv verändert hat….kaum zu glauben was ich mir beruflich in den letzten Jahren zugemutet hatte…und krass das ich jetzt tatsächlich schon 1,5 Jahre von meinem Ex-Freund getrennt bin.

Ein Leben Verpacken – vom Suchen und Finden

Gerade erst jagten sich 3 Eichhörnchen die Bäume rauf und runter….und nun sind sie bei mir auf dem Balkon…jeder  lauert auf den Anderen und auf das Futter….und auf einmal ist es wieder sehr still…man hört nur noch leise Fressgeräusche…jeder in einer anderen Ecke des Balkon.

So gegen Ende des Monats werde ich das Füttern  der Vögel und Eichhörnchen langsam reduzieren…damit sie sich daran gewöhnen, noch mehr andere Futterquellen anzusteuern.

Von den insgesamt 4 Eichhörnchen werden sowieso nur 1-2 hier blieben….ich hab gelesen das dieses spiralförmige um die Bäume jagen territoriale Kämpfe sind….und die Nicht-Gewinner werden sich bald ein anderes Revier suchen. Ach diese kleinen frechen Racker werde ich vermissen.

Das mit den Umzugskartons gestern hat geklappt…Nun hab ich 30 Kartons die so langsam gefüllt werden wollen…und obwohl ich es anders geplant hatte, hab ich auf einmal ganz langsam angefangen, die ersten Kisten aufzubauen und zu packen…. Bücher, CDs, Deko-Kram….alles was ich nicht zum täglichen Leben brauche…und gleichzeitig  reduziere ich immer mehr.

Ich bin ja in meinem Leben schon sehr oft umgezogen. Allein in Hessen ist das hier in Schnöselhausen die 8. Wohnung  in 17 Jahren…davon habe ich fast 10 Jahre in einer kleinen Wohnung ohne Balkon in Frankfurt-Rödelheim gelebt…und als Kind  „wurde ich oft umgezogen“…mein Vater war damals bei der Marine und da hieß es öfter: Kisten packen und los und auch als Jung-Erwachsene bin ich nach dem Auszug zuhause 5 Mal umgezogen…so insgesamt bin ich in meinem Leben 16-18 Mal umgzogen….so ganz bekomme ich die Umzüge aus meiner Kleinkinderzeit nicht mehr zusammen.

Ich finde es faszinierend wenn jemand in meinem Alter noch nie seine Stadt verlassen hat um woanders zu wohnen…und beneidenswert wenn von Freundschaften aus Kindertagen geredet wird…während ich quer durch die Republik von Norddeutschland, nach NRW, nach Hessen und jetzt zurück nach Norddeutschland meinen Hausstand verlagere.

Obwohl ich kein Freund von Veränderungen bin, habe ich diese doch immer wieder gesucht…und es gibt in all meinen Umzügen eigentlich nur 2, die ich im Rückblick als unnötig und belastend  empfinde (Gambach und Sachsenhausen).

Ich sag zwar ich bin kein Freund von Veränderungen, aber irgendwie stimmt das ja auch nicht…ich bin nicht nur oft umgezogen, ich habe meinem Leben schön öfter komplett neu-geordnet.

        Erst gab es die Zeit da musste ich mich beruflich finden und festigen: einmal Karriere hin und zurück

        Dann war ich auf der Suche nach Mir selbst: Was und Wer bin ich eigentlich außerhalb meines Jobs

        Dann gab es die Zeit da war ich auf der Suche nach Halt und Geborgenheit:  auf der Suche nach Liebe, Freundschaften und dem Gefühl irgendwo hin zu gehören

        Und jetzt bin ich auf der Suche nach der Balance zwischen Job, Gesundheit und Freizeit

Die Erkenntnisse aus dem Rückblick auf mein Leben:  Ich brauche nicht mehr viel zu suchen, denn ich hab fast alles gefunden…es fehlt jetzt nur noch die Balance und die hole ich mir mit dem nächsten Umzug.

Interessant ist, so einiges was ich gesucht und gefunden habe, brauche ich heute nicht mehr…lach aber das ist eine Erkenntnis des zunehmenden Alters.

leicht philosophische Gedanken zum Wochenende

Innere Stärke zu besitzen  ist ein Glücksfall, macht aber nicht automatisch glücklich.

Die Stärke allen Widrigkeiten des Lebens begegnen zu können…damit umzugehen und zu „überleben“ ist eine Gabe. Schön wer diese Stärke besitzt. Es bedeutet in erster Linie das Leben wie es einem widerfährt anzunehmen….und dann  stoisch dafür zu sorgen, das daraus etwas Gutes wird….

Ich nehme das Wort „stoisch“ weil es für mich bedeutet,  es nicht zu hinterfragen WARUM etwas passiert,  sondern  zu begreifen DAS etwas passiert und ich die Chance habe durch meine Stärke diese Situation zu überwinden und im Besten Fall es in etwas Positives zu verwandeln.

„Nur wer scheitert  kann, kann auch siegen“ hab ich mal gelesen (sorry wenn ich nicht sagen kann wo und von wem das stammt).

Die Kraft zu haben aus dem Scheitern heraus sich wieder neu zu erheben…seinem Leben eine neue Richtung zu geben ist toll und es fühlt sich gut an. Aber es macht uns nicht automatisch zu glücklicheren Menschen.

Zuerst ist die erleichternde Erkenntnis: Ich hab die Situation gemeistert, ich hab überlebt, ich hab es verändert und es geht mir gut…..Aber meistens hinterlässt so ein stark sein auch Spuren auf der Seele.

Zum Tode von Christine Kaufmann haben wir eine Dokumentation gesehen und es war offensichtlich das sie viel Kraft hatte ihr Leben immer wieder neue Richtungen zu geben, sie hat es geschafft…aber sie wirkte  trotzdem davon  gezeichnet das das Verhältnis zu ihren Kindern nicht unbelastet ist und sie trotz aller Erfolge auch das Gefühl hatte ein Getriebene zu sein, erfolgreich sein zu müssen.

Ich glaube der wirkliche Erfolg ist nicht nur innere Stärke zu besitzen und sein Leben positiv zu verändern, sondern dieses veränderte Leben als schön und angenehm zu empfinden.  Was nutzt es mir zu sagen ich hab überlebt, heute geht es mir gut…aber letztlich kann ich es nicht geniessen weil wegen….

Das Glück liegt wie immer eher im Kleinen….