Normalität und Veränderungen

Mein Arbeits-und Lebensrhythmus pendelt sich langsam wieder ein….es ist eine neue Normalität aus den letzten 2 Pandemie-Jahren heraus entstanden und auch aus den insgesamt fast 3 Jahren, die ich hier lebe. Und ich finde es auch deshalb erwähnenswert, weil ich erst jetzt, wo ich mich wieder kraftvoll und gesund fühle, merke wie gerne ich auf diese Art und Weise lebe.

2 Tage Homeoffice, 1 Tag zusammen mit dem Controller gemeinsam im Büro, 2 Tage alleine im Büro. An den Homeoffice-Tagen gehe ich Morgens wieder walken…an den Bürotagen eben Abends…oder auch mal gar nicht.

An den Wochenenden sitze ich morgens früh auf dem Balkon (auch jetzt bei 10 Grad ) und schaue den Meisen, Dompfaff und einem Rotkehlchen an den Futterstellen zu, während ich mit Jacke und Decke und meinem obligatorischen dampfenden Kaffeebecher die Morgenstille genieße.

Diese Arbeitswoche war richtig gut….viel zu tun, viel zu klären und zu erklären…ich hab telefoniert, gemailt, gechattet, war in Teams-Meeting und hab im Büro unglaublich viel gequatscht, gelacht und mich ausgetauscht und das nicht nur beruflich. Es war mal wieder die richtige Zeit dafür, weil ich aktuell eine sehr kommunikative Phase habe….das muss ich nutzen….das ist ja nicht immer so bei mir.

Unsere GF-Assistentin meinte dann auch zu mir, dem Controller würde es gut tun, das wir jetzt wieder einen Tag in der Woche zusammen im Büro sitzen und ja, es war spürbar…überhaupt sind wieder mehr Kollegen im Büro und eine positive Stimmung zieht durch die Räume…es geht wieder voran.

Mitte der Woche hat mich dann eine Nachricht aus der Firmenzentrale angeschossen…mitten in der recht schwierigen Phase der Terminfindungen für alle Halbjahres-Abschlüsse im FastClose (allein das ist schon nervenaufreibend genug) hab ich erfahren, das meine liebste DK-Kollegin gekündigt hat und bereits Ende des Monats geht. Neeeiiiiiiiiiiiin – heul….nicht auch noch sie.

Bereits bei unserem Besuch im letzten Jahr und seitdem immer wieder, haben wir darüber gesprochen, wie sehr sie sich überlastet fühlt, das sie immer mehr Firmen bekommt und an jede Firma immer mehr Anforderungen gestellt werden. Das merke ich ja auch selbst….und durch den Weggang anderer Kollegen aus dem Controlling-Department und Neue die angelernt werden müssen, ist es auch immer unruhig. Und die Sitzplatz-Situation in der Zentrale ist auch schlechter geworden, was wohl auch Spuren im Miteinander hinterlassen hat.

Bei meinem Besuch vor ein paar Wochen hab ich sie gefragt, ob sie denn jetzt endlich ein paar Firmen an die Neuen Controller abgeben konnte…da hat sie mit dem Kopf geschüttelt und weil alle anderen drumherum saßen, wollte sie auch nicht weiter darauf eingehen….sie schaute nur sehr traurig.

Nun hat sie einen Job gefunden, mit weniger Stress und mehr Gehalt….und sie ist mit Anfang 30 noch jung und ich gönne ihr einen tollen Job in toller Atmosphäre mit einem schönen Leben. Ich weiß ja nur zu gut, das ein Wechsel immer auch die Möglichkeit ist, sein Leben zu verbessern…und sei es das man eingefahrene Strukturen und eigene Verhaltensweisen anpassen kann…das geht eher, wenn man woanders neu startet.

Sie meinte auch, sie wird mich vermissen…noch bevor ich es aussprechen konnte….seufz ich hab so viel von ihr gelernt und ich mag ihre ruhige und konzentrierte klare Arbeitsweise und unsere kleinen Unterhaltungen über Gott und die Welt..aaach menno.

An der steigenden Fluktuation und den vielen Neu-Einstellungen, den vielen neuen Standorten in Europa und einer großen Beteiligung an einem weiteren Konzern, merkt man, das sich das Wesen der Firma verändert.

Ich hab gerade noch die Ausläufer der Mittelständischen Unternehmer-geführten Firmengruppe mitbekommen, wo eine ganz besondere familiäre Arbeitsatmosphäre herrschte, jeder jeden kannte, egal an welchem Standort. Aber dieser „Spirit“ des Aufbruchs und Wachstums, weicht mehr und mehr einer bemüht funktionalen Konzernstruktur, die zu schnell wächst und ihre Mitarbeiter auf diesem Weg nicht adäquat mit nimmt. Ich schreibe „bemüht“ weil die Strukturen zwar das sein sollen…aber es hakt noch überall an den Schnittstellen.

Zum Glück ist das bei uns im Hamburger Büro noch nicht ganz so stark spürbar…und wir scheinen überhaupt wieder etwas mehr zusammen zu rücken.

Was mir zusätzlich viel Spielraum und das Gefühl von Unabhängigkeit gibt, ist, das ich fachlich von den anderen abgekoppelt bin…d.h. die Firmen die ich buchhalterisch betreue, haben mit dem Hamburger Büro nichts zu tun und organisatorisch bin ich ja zu 100% an die DK-Firmenzentrale angeschlossen….aber gleichzeitig weit genug davon entfernt. Ich befinde mich also in einer komfortablen Situation, aber auf gute und nette Kollegen in der Zentrale bin ich schon angewiesen, weil wir ja zusammen arbeiten müsssen…

….und hier ist es extrem schade, das ausgerechnet diese Kollegin geht….aber das Leben ist kein Ponyhof….außer man kümmert sich selber darum und macht das Beste daraus….und genau das macht sie jetzt….und ich? – Ich finde mich mit der Gegebenheit ab (kann es ja nicht ändern) und mache meinen Job weil er mir Spaß macht und hoffe das Vorort schnell eine neue nette Kollegin oder Kollege gefunden wird….

Wieder unter Kollegen

Donnerstag und Freitag hab ich vom Büro aus gearbeitet….und hab viele Kollegen getroffen, die ich zum Teil seit vielen Wochen schon nicht mehr gesehen habe…denn nicht nur ich war länger nicht im Büro, sondern auch die Kollegen waren krank, im Homeoffice im Urlaub oder wieder vermehrt zu Außenterminen unterwegs.

Die ersten Stunden fühlte es sich sogar komisch an, wieder hier zu sein…konnte auch nicht konzentriert Arbeiten, weil es einfach doch eine Menge zu erzählen gab. An beiden Tagen sind wir in unterschiedlichen Kollegen-Konstellationen auswärts zum Mittagessen gewesen…das war schön und tat auch richtig gut.

Leider hab ich die Verabschiedung eines echt tollen Kollegen aus der Planungsabteilung verpasst…aber wir haben noch über Teams geschrieben. Er hatte es mir vor 3 Wochen persönlich gesagt, das er die Firma verlässt und an seinem letzten Tag schrieb er mir, das ihm erst jetzt bewusst wird, wie sehr wir ihm alle ans Herz gewachsen sind. Er hat ca. 1/2 Jahr vor mir angefangen, aber durch die Pandemie blieben ihm Erfolge in dem Bereich, den er betreut, versagt, alles zieht sich wie Kaugummi und das kann an den Nerven zehren… Ich kann verstehen, das es für ihn beruflich besser ist, die Firma zu wechseln…menschlich ist es sehr schade.

Er ist ein eher ruhiger Mensch mit unglaublichem Wissen….und mit seiner unaufgeregten Art, kam er morgens immer an meiner Bürotür vorbei, stoppte und wir haben einen kurzen Plausch gehalten…zumindest solange, bis er in die andere Büroetage ziehen musste. Zum Abschied schrieb er mir, das meine positive Art die Dinge zu betrachten, ihm so manches mal geholfen hat, sich wieder zu motivieren. Wow – das war mir gar nicht bewusst – freut mich aber sehr.

Die Kollegen-Gemeinschaft hat sich etwas aufgespalten, was vor allem an der Trennung durch die verschiedenen Etagen und auch die funktonale Trennung der Abteilungen normal ist….die Kollegen aus dem 4.OG gehen zusammen auf Messen und sitzen in den gleichen Projekten, machen die gleiche Arbeit…während die die Kollegen im 1.OG als Verwaltungs-Einheit gilt: Buchhaltung, Rechtsabteilung, Technischer Service, Geschäftsleitung und Vorplanung.

Zum Glück zieht es aber die Kollegen aus dem 4.OG bei schönem Wetter auf die Dachterrasse und die ist eben bei uns….hahaha so bleibt ein Stück Gemeinschaft erhalten.

Das nennt man Arbeiten

Es war bisher eine merkwürdig unentspannte Woche im Büro….dadurch, das ich in der letzten Zeit sehr viel im Homeoffice war, hab ich die Tage im Büro ja auch immer intensiv genutzt, um mit meinen Kollegen Vorort zu kommunizieren.

JETZT bin ich fast 2 Wochen ununterbrochen wieder im Büro und natürlich muss ich, durch unseren straffen Zeitplan, sehr konzentriert arbeiten. Zumal es an manchen Stellen gerade echt hakt.

Dabei war ich in dieser Woche bereits an 3 von 4 Tagen in unterschiedlichen Kollegen-Konstellationen auswärts Essen. Das war zwar auf der einen Seite lustig und schön, aber inzwischen fühle ich mich zu sehr vom jungen Kollegen Milosz vereinnahmt….was mich schon in eine für mich unangenehme Situation gebracht hat….will ich doch mit allen Kollegen gleichermaßen freundlich umgehen und keinen ausgrenzen.

Also hab ich mich außerhalb der Mittagszeiten, in dieser Woche ein wenig in meinem Büro verkrochen, außer meinen obligatorischen Läufen zum Drucker und zurück

Das wiederum stieß gerade bei meinen beiden jungen Kollegen auf Unverständnis und gipfelte am Mittwoch in der vorsichtigen Frage meiner Kollegin Kim, ob mit mir alles in Ordnung wäre, ich wäre so still.

Jaaa…..das stille Sitzen vor Laptop und Bildschirmen, mit Kopfhörern auf den Ohren und Bürotür geschlossen, nenne ich Arbeiten. Es sind Glastüren, also kann jeder ins Büro schauen und sehen, das ich irgendwie beschäftigt bin.

So arbeite ich auch im Homeoffice…stundenlang ohne zu quatschen…dafür konzentriert und zügig….zusätzlich ist die Großbaustelle draußen sehr laut, deshalb die Kopfhörer und ich muss das Beste daraus machen, um mich zu konzentrieren.

Ich fühle mich, als ob ich in meine eigene Kommunikations-Falle getappt bin…aber letztlich sind wir alle zum Arbeiten hier ..und die zwischenmenschliche Ebene ist schön und gut, sollte aber in der Balance zur Arbeit bleiben und das ist ein weiterer Lernprozess

und prompt war es am Donnerstag dann schon wieder untereinander wesentlich entspannter….zum Glück.

Erste Arbeitstage im neuen Job

So richtig nervös bin ich eigentlich erst am frühen Morgen des 1.Oktober geworden. Mein Arbeitsstart sollte ja erst um 9 Uhr sein. Als Frühaufsteher ist das schon sehr spät für mich.

Meine neue Chefin hat mich in Empfang genommen und mir meinen Arbeitsplatz gezeigt. Ich konnte gerade noch meine Jacke ausziehen und meine Tasche abstellen….und das erste Mal das ich mich tatsächlich an meinem Arbeitsplatz niederlassen konnte war am Nachmittag…

Es ging Schlag auf Schlag…wir sind durch die beiden Abteilungen gegangen, die mich betreffen, wurde vorgestellt…hab dutzende Hände geschüttelt, Namen und Funktionen genannt bekommen und gute Wünsche zum Start….danach Einweisung in der IT, anschließend Pflichttermine in der „Academy“ mit Sicherheitsunterweisungen und Firmen-Auftritt durch die Leiterin des Personalwesen… zum Glück war ich nicht alleine, sondern eine Dame aus der Steuerabteilung ist auch erst seit einem Monat da, die hat mich dankenswerterweise an-die-Hand genommen.

Dann war auch schon fast Mittag, ich wurde gleich mit in ein UST-Thema einbezogen, wo eine Klärung ausstand, dann ab in die Kantine mit der Chefin, danach ging es weiter..

Alle sind sehr nett und zuvorkommend. Der Umgangston ist friedlich und freundlich und auch wenn von Stress und Zeitdruck die Rede ist, merkt man das den Kollegen nicht wirklich an, da ist keiner hektisch oder laut….aber das ist natürlich nur die Oberfläche, die ich aktuell sehe…

Es war am 1. Tag schon sehr….komisch…weil die Arbeitsweise unglaublich stark aufgesplittet ist…nicht nur auf verschiedene Personen, sondern auch auf verschiedene Abteilungen…da brauche ich eine Weile um das System zu verstehen. Durch diese starke Unterteilung muss man sich ständig mit Kollegen austauschen, hast Du schon…machst Du noch…wie weit ist das schon….wann wirst Du fertig… es wirkt wie ein Ameisenhaufen für mich…alles hat seine Ordnung – aber ich erkenne das System noch nicht.

Am 2. Tag war es dann schon viel besser…ich hab Strukturen erkannt und konnte diese direkt einordnen…hab schon Arbeiten die man mir einmal gezeigt hat gleich für eine andere Gesellschaft selbständig übernommen…meine Fragen wurden immer direkt beantwortet…ich schreib vieles auf, damit ich das beim nächsten Mal sofort selber machen kann…und ich hab von der Chefin auch gleich Rückstellungsbuchungen bekommen, nachdem sie gemerkt hat, das ich ihr  Buchungssystem verstanden habe und auch die Excel-Listen kenne ich in ähnlicher Form auch schon.

Als sie beim Erklären auf eine Ungereimtheit stieß und etwas ratlos wirkte, wie sie das jetzt in  SAP  herausfinden soll, hab ich gesagt wie ich in SAP suchen würde…und sie hat es dann auch so übernommen und gefunden…LOL. Hoffe sie nimmt das nicht als Angriff auf ihren Status…ich muss aufpassen, weiß  ja noch nicht, wie sie auf so etwas reagiert..Bei anderen Dingen hab ich dann aber lieber meinen Mund gehalten…

soooo….also nach dem 2. Tag hab ich berechtigte Hoffnung mich in dieser Firma wohlfühlen zu können, wenn ich den Ameisenhaufen überblicke…und mein Aufgabengebiet übernommen habe…ich weiß aber schon wo die Reise hingeht…das ist gut so.