Das nennt man Arbeiten

Es war bisher eine merkwürdig unentspannte Woche im Büro….dadurch, das ich in der letzten Zeit sehr viel im Homeoffice war, hab ich die Tage im Büro ja auch immer intensiv genutzt, um mit meinen Kollegen Vorort zu kommunizieren.

JETZT bin ich fast 2 Wochen ununterbrochen wieder im Büro und natürlich muss ich, durch unseren straffen Zeitplan, sehr konzentriert arbeiten. Zumal es an manchen Stellen gerade echt hakt.

Dabei war ich in dieser Woche bereits an 3 von 4 Tagen in unterschiedlichen Kollegen-Konstellationen auswärts Essen. Das war zwar auf der einen Seite lustig und schön, aber inzwischen fühle ich mich zu sehr vom jungen Kollegen Milosz vereinnahmt….was mich schon in eine für mich unangenehme Situation gebracht hat….will ich doch mit allen Kollegen gleichermaßen freundlich umgehen und keinen ausgrenzen.

Also hab ich mich außerhalb der Mittagszeiten, in dieser Woche ein wenig in meinem Büro verkrochen, außer meinen obligatorischen Läufen zum Drucker und zurück

Das wiederum stieß gerade bei meinen beiden jungen Kollegen auf Unverständnis und gipfelte am Mittwoch in der vorsichtigen Frage meiner Kollegin Kim, ob mit mir alles in Ordnung wäre, ich wäre so still.

Jaaa…..das stille Sitzen vor Laptop und Bildschirmen, mit Kopfhörern auf den Ohren und Bürotür geschlossen, nenne ich Arbeiten. Es sind Glastüren, also kann jeder ins Büro schauen und sehen, das ich irgendwie beschäftigt bin.

So arbeite ich auch im Homeoffice…stundenlang ohne zu quatschen…dafür konzentriert und zügig….zusätzlich ist die Großbaustelle draußen sehr laut, deshalb die Kopfhörer und ich muss das Beste daraus machen, um mich zu konzentrieren.

Ich fühle mich, als ob ich in meine eigene Kommunikations-Falle getappt bin…aber letztlich sind wir alle zum Arbeiten hier ..und die zwischenmenschliche Ebene ist schön und gut, sollte aber in der Balance zur Arbeit bleiben und das ist ein weiterer Lernprozess

und prompt war es am Donnerstag dann schon wieder untereinander wesentlich entspannter….zum Glück.

Erste Arbeitstage im neuen Job

So richtig nervös bin ich eigentlich erst am frühen Morgen des 1.Oktober geworden. Mein Arbeitsstart sollte ja erst um 9 Uhr sein. Als Frühaufsteher ist das schon sehr spät für mich.

Meine neue Chefin hat mich in Empfang genommen und mir meinen Arbeitsplatz gezeigt. Ich konnte gerade noch meine Jacke ausziehen und meine Tasche abstellen….und das erste Mal das ich mich tatsächlich an meinem Arbeitsplatz niederlassen konnte war am Nachmittag…

Es ging Schlag auf Schlag…wir sind durch die beiden Abteilungen gegangen, die mich betreffen, wurde vorgestellt…hab dutzende Hände geschüttelt, Namen und Funktionen genannt bekommen und gute Wünsche zum Start….danach Einweisung in der IT, anschließend Pflichttermine in der „Academy“ mit Sicherheitsunterweisungen und Firmen-Auftritt durch die Leiterin des Personalwesen… zum Glück war ich nicht alleine, sondern eine Dame aus der Steuerabteilung ist auch erst seit einem Monat da, die hat mich dankenswerterweise an-die-Hand genommen.

Dann war auch schon fast Mittag, ich wurde gleich mit in ein UST-Thema einbezogen, wo eine Klärung ausstand, dann ab in die Kantine mit der Chefin, danach ging es weiter..

Alle sind sehr nett und zuvorkommend. Der Umgangston ist friedlich und freundlich und auch wenn von Stress und Zeitdruck die Rede ist, merkt man das den Kollegen nicht wirklich an, da ist keiner hektisch oder laut….aber das ist natürlich nur die Oberfläche, die ich aktuell sehe…

Es war am 1. Tag schon sehr….komisch…weil die Arbeitsweise unglaublich stark aufgesplittet ist…nicht nur auf verschiedene Personen, sondern auch auf verschiedene Abteilungen…da brauche ich eine Weile um das System zu verstehen. Durch diese starke Unterteilung muss man sich ständig mit Kollegen austauschen, hast Du schon…machst Du noch…wie weit ist das schon….wann wirst Du fertig… es wirkt wie ein Ameisenhaufen für mich…alles hat seine Ordnung – aber ich erkenne das System noch nicht.

Am 2. Tag war es dann schon viel besser…ich hab Strukturen erkannt und konnte diese direkt einordnen…hab schon Arbeiten die man mir einmal gezeigt hat gleich für eine andere Gesellschaft selbständig übernommen…meine Fragen wurden immer direkt beantwortet…ich schreib vieles auf, damit ich das beim nächsten Mal sofort selber machen kann…und ich hab von der Chefin auch gleich Rückstellungsbuchungen bekommen, nachdem sie gemerkt hat, das ich ihr  Buchungssystem verstanden habe und auch die Excel-Listen kenne ich in ähnlicher Form auch schon.

Als sie beim Erklären auf eine Ungereimtheit stieß und etwas ratlos wirkte, wie sie das jetzt in  SAP  herausfinden soll, hab ich gesagt wie ich in SAP suchen würde…und sie hat es dann auch so übernommen und gefunden…LOL. Hoffe sie nimmt das nicht als Angriff auf ihren Status…ich muss aufpassen, weiß  ja noch nicht, wie sie auf so etwas reagiert..Bei anderen Dingen hab ich dann aber lieber meinen Mund gehalten…

soooo….also nach dem 2. Tag hab ich berechtigte Hoffnung mich in dieser Firma wohlfühlen zu können, wenn ich den Ameisenhaufen überblicke…und mein Aufgabengebiet übernommen habe…ich weiß aber schon wo die Reise hingeht…das ist gut so.