Vom Erfolg überrannt

(Achtung ! noch mehr langweiliges Arbeitszeugs)

Das Chaos bei uns im Büro, hat aber auch andere Gründe…durch Dinge, die nicht in unserer Hand liegen.

Denn die Zentrale informiert uns einfach nicht, wie es mit der Systemumstellung weiter geht. Anfang September hat der Controller an die Verantwortlichen geschrieben, das wir zu VIERT für 3 Tage in der 2.September Woche anreisen und man uns doch bitte mitteilen möchte, wann die Schulungen für das neue System stattfinden werden. Antwort: KEINE.

Also habe ich die Reise für mich abgesagt und Katrin hat es mir gleich getan. So waren der Controller und der Schweigsame alleine auf ihrer Reise…die hatten aber auch noch einen ganz anderen Grund fahren zu müssen…es ging darum zu entscheiden, was genau der Schweigsame eigentlich für Firmen übernehmen soll und wer ihn Vorort anlernen kann.

Ohne ordentlichen Plan, wann nun tatsächlich unsere Systemschulungen stattfinden sollen, verplempere ich nicht meine Zeit mit 400km Anreise…und das war auch gut so. Erst jetzt, gegen Ende September, auf mehrfaches Drängen des GF und auch des Controllers, wurden nun die Schulungen für Mitte Oktober angesetzt…dafür dann gleich verteilt auf 1-2 Wochen….und das während die Kollegen noch mit der Umstellung der polnischen Kollegen beschäftigt sind.

Ich habe schon einige Systemumstellungen in meinem Berufsleben mit gemacht…also auch als Koordinator und KeyUser, aber so eine laxe Herangehensweise, wo wir im Vorfeld nicht einmal gefragt werden, was für besondere Anforderungen unser Land hat, bzw. mit welchen besonderen Geschäftsvorfällen wir es zu tun haben. habe ich wirklich noch nie erlebt. Die Aussage die ich aus der Zentrale gehört habe war dann auch: jaa wir haben mit den dänischen Controllers abgesprochen, was wir für Deutschland benötigen, daher ist alles klar und der Rest wird sich finden.

Und da ist sie wieder, diese eindimensionale Sichtweise auf die rein operativen Gesellschaften, die alle den gleichen Geschäftszweck haben und somit nach einem einheitlichen Schema zu bearbeiten sind. Die dänischen Controller arbeiten hier nach einem Standard, teilweise ohne zu verstehen, was sie da genau machen…aber da es standardmäßig vorgegeben ist, ist das einfach so.

Aber das gilt nicht für die Planungsgesellschaften und nur bedingt für die Firmen in denen die Anlagen erst einmal gebaut werden, also die, die noch lange nicht in unserem engeren Sinne „operativ“ sind…und schon gar nicht für die Extra-Firmen, die ganz besonderen speziellen Geschäftszwecken dienen. Hier haben die dänischen Kollegen zwar eine Ahnung, aber eben nicht den Durchblick. Also warum werden wir nicht gefragt und jetzt bin ich noch lange nicht bei den deutschen Besonderheiten in der Rechnungslegung.

Ich versuche wo ich kann, auf unsere Belange aufmerksam zu machen, z.B. das sich der Rechnungsstandard in den nächsten Jahren per Gesetz massiv verändern wird…davon hatten die noch nicht einmal etwas gehört…was ich erstaunlich finde bei einer Umstellung auf ein neues ERP-System, das für alle möglichen Länder zertifiziert ist. Oder das in Deutschland die Anforderungen an einen „Footer“ bei Geschäftsbriefen gesetzlich geregelt ist und nicht so minimalistisch aussehen darf, wie in DK…darauf hatte ich schon 2 Jahren aufmerksam gemacht.

Dafür fülle ich jetzt, für alle möglichen Zwecke, jede Menge Excel-Dateien aus, zum Teil mit Daten die schon in anderen Excel-Listen stehen, die von dänischen Kollegen schon vor 1 Jahr zu uns geschickt wurden, um die Daten einzutragen. Basis-Informationen, die bereits in unserem Archivierungssystem als aktuelle Daten hinterlegt sind…warum müssen wir das alles immer und immer wieder neu ausfüllen.

Wenn man die hinterlegten Daten nicht nutzt, kann man sich die Hinterlegung doch eigentlich auch sparen. Auf meine Rückfrage kam die Antwort: ja wir müssen mehr Excel-Listen ausfüllen, damit wir bald keine Excel-Listen mehr benötigen…entschuldige aber: allein mir fehlt der Glaube.

Und wie jedes mal, wenn ich anfange darüber nachzudenken, komme ich zu dem gleichen Schluss, der unglaubliche Expansionsdrang unserer Konzernmutter und dem sich daraus ergebenen Erfolg, in einem rasch wachsenden Markt, ist gleichzeitig sein Hemmschuh. Wir sind einfach viel zu schnell nach Außen gewachsen.

Der Erfolg hat uns überrollt und die Verwaltung hinkt wie ein lahmer Gaul hinterher…und wenn wir nicht langsam in eine vernünftige Konsolidierungsphase kommen, in der sich Prozesse auch mal festigen lassen, bevor sie immer und immer wieder von heute auf Morgen durch neue Prozesse ersetzt werden, die es auch nicht besser machen, sondern nur verworrener, dann fallen wir auf die Nase.

Der Controller meinte er hätte nach der Dienstreise in die Zentrale und was er dort wegen der Einarbeitung des Schweigsamen erlebt hat, Angst vor dieser Umstellung. Weil auch nach der Umstellung in der Zentrale auf das neue System, vieles noch immer nicht rund läuft, aber bereits weitere Länder umgestellt werden und der Rückstau der noch zu lösenden Probleme wächst weiter an.

Ach jetzt kommt bei im die Angst- Bei mir kam die Panik bereits während der Präsentation und die war schon im Juni. Und wieder überlege ich, wann für mich die Grenze erreicht ist…noch ist es nicht so weit, aber die eine oder andere Stellenanzeige hab ich mir doch schon mal angeschaut….aber noch bin ich nicht bereit für einen Wechsel…ich hoffe ich finde den richtigen Zeitpunkt für eine Entscheidung.

Ängste und Panik

Was für ein Wunderwerk der Natur der Mensch ist, merkt man erst, wenn etwas am Körper nicht mehr reibungslos funktioniert. Was Ärzte heute am Körper reparieren können ist schier unglaublich. Aber der Mensch besteht ja nicht nur aus Körper und so muss die Psyche auch einiges aushalten, wenn am Körper herumgeschnippelt wird.

Ich hatte bereits gelesen, das viele Patienten nach einer Operation am offenen Herzen, psychische Probleme bekommen können und auch Angststörungen nicht selten sind.

Angst an sich ist nichts Schlechtes, sie macht wachsam und vorsichtig und wird erst dann zum Problem, wenn die Angst vor etwas größer wird, als der Situation angemessen, in Panik mündet oder sich verstetigt.

Überrascht war ich trotzdem wie extrem schnell und intensiv sich bei meiner Schwester Panik und Angst breitmachte. Ich hatte seit der OP mein Handy immer in Reichweite, um jederzeit auf eine panische Nachricht oder einen Anruf reagieren zu können. Ganz alltägliche Situationen führten zu panischen Weinkrämpfen. Meine robuste und resolute Schwester war auf einmal ein Häufchen Elend.

Gut, dass ich die meiste Zeit im Homeoffice war, so konnte ich fast immer sofort reagieren und hab sie durch Zuhören, ruhiges Reden und positives Einordnen von Sachverhalten, die sie in ihrer Angst negativ ausgelegt hat, aus den Panischen Situationen heraushelfen können. Inzwischen hat sie auch mit der Psychologin in der Reha sprechen können..und seit 2 Tagen nun, sind die großen panischen Attacken vorüber…und als ich sie gestern besucht habe, sind wir ohne ihren Rollator spazieren gegangen und haben uns in die Cafeteria zu Kaffee und Kuchen niedergelassen. Beides war etwas, was ihr vor ein paar Tagen noch unmöglich erschien.

Wir hatten überhaupt einen tollen Nachmittag zusammen. Sie hat sogar schon wieder etwas zugenommen, die Augen sind wach und klar und sie plappert schon wieder munter drauf los…es geht also aufwärts, trotz der Schmerzen und Einschränkungen, die sie natürlich immer noch hat…aber die Wundnähte heilen langsam und sehen gut aus…und die REHA-Maßnahmen bringen erste Fortschritte, wie sich sie bewegen darf und zeigen, was sie schon alles wieder alleine machen kann, wenn sie bestimmte Dinge berücksichtigt.

Vor allem ist es wichtig, die Angst vor anderen Menschen und Bewegungen um sie herum, wieder zu verlieren….aber jetzt bin ich zuversichtlich.

Ich hatte vor mehr als 20 Jahren einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich und danach ca. noch 2 Jahre Angst, das mir irgendjemand beim Einkaufen oder Bummeln seinen Arm in den Rücken drückt oder mich schubst. Psychologische Betreuung gab es damals nicht…so hat es etwas länger gedauert, bis ich mich von dieser Angst befreien konnte. Na gut also klaustrophobisch war ich vorher schon und bin es ja immer noch…das ist leider nie weggegangen.

Aber ich habe Techniken entwickelt, die mir helfen, mich in Menschenmengen zu bewegen, (meistens) ohne in Panik zu verfallen…ich hab ihr gestern gezeigt und auch erklärt, was bei mir inzwischen automatisch abläuft, wenn mir Menschen zu nahe kommen, vor allem wenn sie mir zu eng entgegen kommen und ich nicht ausweichen kann oder beim Schlangestehen drohen zu dicht aufzurücken…das kann ihr für die Übergangszeit auch helfen, mit der Angst umzugehen. Ich kann inzwischen ganz gut damit leben.,

Die Krone muss raus….auweia

Unsere seit Tagen im Büro anhaltenden IT-Probleme machen das Arbeiten nicht gerade leicht (unsere komplette IT-wird gerade rund-erneuert) ….und so haben die meisten Kollegen heute bereits um 15 Uhr Feierabend gemacht….es ging mal wieder gar nichts.

Ich bin noch etwas geblieben, hatte ich doch um 16 Uhr in Ottensen einen Termin beim Zahnarzt….ganz kleinlaut hatte ich mir den Termin geben lassen…jaaaa, der Arzt hatte vor ein paar Monaten Recht, meine Uralt-Krone muss dringend raus…ich wollte nicht….aber in der Krone ist bereits ein Loch und es tut genau darunter weh….seufz…..

Ich mag diesen jungen lustigen Arzt und er hat mir, meine inzwischen fast panische Angst vor erneuten Zahnabdrücken, gleich genommen…es ist nicht mehr notwendig mit so großen „Löffel“ genannten sperrigen Teilen mit einer Masse die Abdrücke manuell zu nehmen….das geht bei ihm digital und kommt mir sehr entgegen.

Das letzte Mal ist jetzt schon fast 6 Jahre her (aus dem Gefühl heraus hätte ich auf 4 Jahre getippt, mein Beitrag von damals sagt aber etwas anderes) ..das war noch in Hessen, in Schnöselhausen…da brauchte ich einen Gebissabdruck für die Zahn-Schiene und hab dabei eine Art Panik-Attacke erlebt….ich bin ja immer noch klaustrophobisch und habe einen extremen Würgereiz…eine extrem schlechte Kombination für diese Aktion (Panik – von den eigenen Ängsten eingeholt)

Nun gut….natürlich hat er heute nichts weiter gemacht, als sich das Ganze anzuschauen. Als nächstes folgt dann der Kosten-und-Heilplan und sobald die Krankenkasse das genehmigt, soll alles während EINES einzigen Termins erledigt werden…der wird dann aber auch ca. 2,5 Stunden dauern….

Also alte Krone runter-reißen…..alles unter der Krone wieder schmerzfrei machen, digitale Zahnabdrücke nehmen, im eigenen Zahnlabor die neue Krone herstellen und mir diese einsetzen und anpassen.

Ich kann es mir ehrlicherweise nicht Vorstellen, das es tatsächlich ALLES an einem Termin funktionieren soll….aber ich vertraue dem Zahnarzt….und bis dahin mache ich mir keine Sorgen…das kommt erst, wenn er versucht die fast 30 Jahre alte Goldkrone vom Zahn zu lösen…so etwas hab ich schon einmal auf der anderen Seite und die Krone ist dabei in viele Teile zerbrochen…das war sehr unangenehm…..aber noch dauert es ja ein paar Wochen, bis es soweit ist…

Weihnachtsmarkt – Teil II

Der zweite Versuch einen Weihnachtsmarkt zu besuchen fand dann am nächsten Wochenende bei uns im Ort statt. Ein über die Grenzen des Ortes hinaus für seine Gemütlichkeit bekannter Weihnachtsmarkt….wir waren Samstagabend dort und ich fand es toll….

jaaaa bis ich mich in einer sehr engen Gasse nahe einer Panik befand…..es war einfach zu voll…und da verliert sich die Gemütlichkeit ganz schnell…außer den Menschen und den Ständen mit Würstchen und Glühwein konnte ich keinen Einzigen der Stände wirklich betrachten….Es schien als ob es mehr Touristen als Einheimische gab…und das ist schon erstaunlich….denn wir sind nicht in Frankfurt.

Der Glühwein war zwar für einen guten Zweck…man konnte soviel bezahlen, wie es einem Wert war…solche Aktionen finde ich klasse, aber um wirklich gut zu schmecken  hatte der Glühwein aber eindeutig zuviel Gewürzte oder zu wenig Wein für die Menge an Gewürzen…je nachdem wie man e betrachtet.

Das Würstchen war lecker und auf den Crepe als Nachtisch musste man seeehr lange warten.Die Crepe-Macher schienen das noch nie gemacht zu haben…lach…und dementsprechend unsicher und langsam wurde hantiert…aber der Crepe war lecker…naja…also mit Zimt und Zucker kann man ja eh nicht viel falsch machen ….

Und dann der lange Spaziergang den wir durch unseren Ort gemacht haben, war wirklich schön…ich liebe  die Kälte und die Dunkelheit und dann all die liebevoll gestalteten Lichter und Deko…es liegt schon eine gewisse Ruhe über allem….es war ein gelungener Abend….

Die Anspannng lässt nach…

…nur um einer gewissen Panik Platz zu machen.

Also: Ich hab die Zusage für die Wohnung und sogar schon mit dem neuen Vermieter gesprochen. HURRA!

Mietbeginn ist der 1.2. und da ich jetzt rechtzeitig kündigen kann ist die Überlappung nur 1 Monat. Es wird nämlich noch Parkett verlegt….

Und kaum habe ich das begriffen, fängt es in meinem Kopf an zu rattern…

  • Wohnung kündigen
  • Umzugsunternehmen suchen
  • Meine Wohnung mit Inhalt kritisch unter die Lupe nehmen und aussortieren
  • Was kommt an Möbeln mit
  • Was kann ich jetzt schon mal bei meinem Süßen „parken“
  • Alles was zu dieser Wohnung hier gehört schon mal kritisch überprüfen: z.B. Kücheneinrichtung: hab ich bereits angefangen die Schränke mal wieder von Innen und oben zu putzen…
  • Welche Räume müssen renoviert werden
  • Wie schaffe ich die Renovierung möglichst noch vor dem Umzug
  • Je mehr ich vorbereite umso einfacher ist es dann im Februar
  • Wie stelle ich die Möbel in der neuen Wohnung
  • Was brauche ich neu

….ich WAR mal ein Umzugs-„Profi“… ich bin in 7 Jahren 8x umgezogen…bin es gewohnt rational zu denken und zu handeln, doch nach fast 10 Jahren in der gleichen Wohnung ergreift mich eine Panik, als ob ich noch nie umgezogen wäre.

Sooo und jetzt erst mal tief durchatmen… jetzt wäre ein Glas Wein genau das Richtige….geht nicht, stehe unter „Pinkel-Beobachtung“ vom Nephrologen und hab Morgen ein Termin beim Arzt.