Brutto oder Netto … das ist hier die große Frage

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs)

Auch nach dem Besuch von Schwester+Schwager war ich angespannt, denn mir fehlten für den Quartalsabschluss jetzt ca. 1,5 Arbeitstage. Freitag war ja der Feiertag und Donnertag hab ich auch nicht soo viel gearbeitet.

Es war also klar, ein wenig musste ich die Zeit aufholen…das war aber komplett okay- das hat mich nicht gestresst, wenn inzwischen weiß ich ja, was und wie ich die Daten für die neuen Quartalsabschlüsse bekomme, aufbereiten und melden muss. Das hat prima funktioniert – und so habe ich bereits am Dienstagmorgen die LETZTE Gesellschaft fertig hochgeladen. Sehr schön.

Was mich wirklich gestresst hat, waren mal wieder die Anforderungen unseres externen Investors….und der Kollegin aus der Finanzierungsabteilung…Beide zum nahezu selben Thema. Aber dazu hatte ich einfach keine Zeit, also habe ich zurück gemeldet, bis wann ich die geforderten Daten spätestens fertig haben werde – Soooo jetzt hatte ich etwas weniger Druck.

Auch das Thema mit der Implementierung des dafür notwendigen Bankkontos in unser System, war ich einen Schritt weiter: da ich da nur durch einen blöden Zufall mit hineingerutscht bin, habe ich das gemacht, was alle immer bei uns machen: Ich habe die Verantwortung dafür weitergeleitet – dafür haben wir tatsächlich eine eigene Abteilung – sollen die sich auch darum kümmern. Sooo – noch etwas weniger Druck.

Inzwischen hatte ich aus dieser Abteilung auch eine Rückmeldung erhalten…also das Procedere hat sich noch einmal komplett verändert….Wir „Controller“ bekommen jetzt keinen „normalen“ Zugriff mehr auf die neuen Bankkonten (weder in DE noch in DK), sondern nur noch eine ganz bestimmte eingeschränkte Variante, so das wir immer gezwungen sind, ausschließlich über unser neues Buchhaltungssystem Zahlungen zu generieren. Damit soll verhindert werden, das man kurzfristig schnelle und kurzfristige Überweisungen manuell tätigt.

Und sie sind sich bewusst, das ich das neue Konto aktuell noch nicht benutzen kann…na immerhin etwas.

Aber war nutzt mir das Verständnis, wenn ich gerade gar keine Möglichkeit habe Überweisungen zu tätigen? Bisher konnten wir mit dem „Vollzugriff“ auf Bankkonten wenigstens noch eilige Dinge selber regeln (natürlich immer mit 2. Unterschrift) und der Investor, sowie auch die Bank, drängeln das wir die Vorfinanzierung jetzt abschließen und rückabwickeln – dazu brauche ich jedoch auf irgendeine Art den Zugriff auf das nun zugeteilte kfw-Darlehn. Aber Pustekuchen.

Na gut – auch das ist etwas, was ich jetzt hinnehme – wie immer gilt: Melden befreit und ich kann dem Investor mitteilen – sorry, liegt an der Zentrale.

Aber ich kann zumindest schon mal die Daten zur Vorfinanzierung zusammenstellen. Normalerweise ist das einfach, aber nicht hier: den bis Anfang des Jahres wurde diese Gesellschaft aus der Zentrale betreut, mit dem alten dänischen Navision – auf das ich keinen Zugriff habe.

Na klar habe ich die Netto-Werte der bisherigen Investition, aber ich brauche die Bruttowerte. Also musste ich mir die Daten rückwirkend ab 2023 aus unserem Rechnungsportal holen: Einzeln – Rechnung für Rechnung. Über das Kfw-Darlehn dürfen zwar auch nur Netto-Werte abgerufen werden, aber um die Rechnungen Brutto bezahlen zu können, haben wir natürlich die Bruttowerte als internes Vorfinanzierungs-Darlehn aufnehmen müssen.

Das bisherige Darlehn müssen wir also Brutto zurück zahlen, während wir es uns nur Netto vom neuen Darlehn holen dürfen. Der Rest ist die MWST und die müssen wir eben vom laufenden Konto nehmen und das muss ich dem Investor nachweisen.

Aber um die Werte auf Richtigkeit zu prüfen, muss ich die Vorsteuerbeträge aus jeder Rechnung kennen. Nur so kann ich sicher sein, das die gebuchten Werte auch tatsächlich richtig verbucht wurden. Natürlich stimmte nicht alles…wäre ja auch zu schön gewesen. Aber ich habe es abgestimmt bekommen. Soooo – wieder ein Problem weniger.

Nur die Diskussion mit der Kollegin aus der Finanzierungsabteilung, die hätte ich mir gerne geschenkt…denn immerhin hatten wir die GLEICHE Diskussion schon vor ca. 2 Jahren, bei dem 1. Projekt das wir zusammen hatten. Ihre Fragen und meine Antworten waren genau gleich ….hahaha ich hatte die alten Mails noch und genau wie beim letzten Mal hat sie meine Aussagen durch eine Dänische Kollegin verifizieren lassen….hahaha ratet mal: mit dem GLEICHEN Ergebnis. Das mit dem Brutto-Netto-Vergleich war und ist auch weiterhin richtig so.

Aber nun gut – außer das wir Zeit verschwendet haben, ist ja nichts passiert – ich habe alle Werte an die Finanzierungsabteilung gemeldet und auch das ich noch keinen Zugriff auf die neuen Konten habe. Für mich ist das Thema damit erst einmal erledigt….und JETZT kann ich mich noch an die letzte Aufgabe des externen Investors machen, er möchte wissen wieviel Geld wir problemlos ausschütten können, wenn die Vorfinanzierung rück-abgewickelt ist.

Jetzt habe ich eine Basis, um auch das zu berechnen – mein Abgabetermin dafür ist Montag. Den restlichen Cashflow bis Ende des Jahres zu ermitteln, ist jetzt kein großes Thema mehr. Der noch aktive Windpark wird ja gegen Ende des Jahres abgerissen…und der Bau der beiden neuen Turbinen für das Repowering-Projekt läuft so langsam an.

Unruhig, unentspannt und aufgedreht

Die Entspannung nach meinem Kurzurlaub war bereits nach ein paar Tagen wieder verflogen und eine innere Unruhe hat mein Arbeits- und Privatleben erfasst.

Während ich mich in meinem normalen Arbeitsalltag mittlerweile an die vielen geänderten Vorgaben und Vorgehensweisen, sowie die neuen Programme gewöhnt habe, kommt es noch zu weiteren kleineren Transformationen. Es wird weiter an vielen Stellen in meinem Bereich herum experimentiert, ausprobiert oder auch einfach stillschweigend geändert- ohne das man uns groß mit einbezieht oder wenigstens über die Änderungen informiert.

So falle ich an manchen Tagen aus allen Wolken, weil wieder eine Sache auf einmal automatisiert wurde, die vorher aber gar nicht auf ihre Richtigkeit getestet wurden….und ich darf mich damit herum ärgern, wie ich nachträglich trotzdem die richtigen Daten ins System kriege….okay, ich versuche mich nicht aufzuregen.

Auch eine Gesellschaft, die ich bereits im Februar an eine Kollegin in DK abgegeben habe, klebt wie Pech an mir…ich werde sie einfach nicht los….Nun sind nach 1 Jahr die fehlenden Einspeiseabrechnungen und auch das Geld dazu, angekommen (das war ein Kraftakt) und ich kann endlich das Jahr 2024 abschließen…also wenn ich denn Zeit finden würde.

Aktuell sind wir ja im Quartalsabschluss und anschließend wartet noch die eine Firma mit dem Externen Investor auf die Sonderbetreuung mit Erklärungen und Datenzusammenstellungen, weil jetzt endlich ein Darlehn zuteilungsreif ist…nur das ich noch keinen Zugriff darauf habe – es läuft mal wieder alles so GAR nicht…und die entsprechenden Stellen in der Zentrale sind mal wieder extrem langsam und ich kann Rechnungen nicht so bezahlen, wie ich es sollte. Das nervt total.

All diese Dinge, auf die ich fast keinen Einfluss habe, die bringen mir eine innere Unruhe…ich versuche es weg zu drücken, aber Körper und Geist zeigen schon wieder Auswirkungen: ich schlafe schlecht (teilweise weniger als 4 Stunden pro Nacht), bin seit Tagen übermüdet und versuche mich nur auf das gerade Nötigste zu konzentrieren: Dienstag ist Abgabetermin für die Quartalsabschlüsse. Alles Andere muss warten.

Die Kollegen in der Zentrale haben 5 Tage Zeit für die Abschlüsse..wir in Deutschland, durch den Feiertag gestern, nur 4 Tage. Finde den Fehler. Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, aber aus der Zentrale nur zu hören bekommen: naja eigentlich solltest Ihr es auch in 3 Tagen schaffen und zwar MONATLICH….das wird bald sowieso kommen. 👀 – noch Fragen?

Also 11 von 17 Gesellschaften habe ich ja schon fertig bekommen, das sind aber nur die Kleinen. Die 6 umfangreicheren Gesellschaften muss ich noch machen…aber okay, ich werde heute Nachmittag noch zusätzlich arbeiten, dann klappt das auch bis Dienstag…aber nur, wenn ich die anderen Eiligen und Wichtigen zusätzlichen Dinge zur Seite schiebe.

Was mich zusätzlich gestresst hat, ist das Schwester + Schwager am 2. Oktober zu mir kamen und auch über Nacht blieben. Ich weiß das sollte mir eigentlich keine Probleme bereiten, denn ich freue mich auf den Besuch…aber gleichzeitig schaue ich mich in meiner Wohnung um und putze hier und putze da….bei mir ist es eigentlich immer ordentlich und sauber…aber seit Tagen habe ich einen „Röntgen-Blick“ sehe jeden Fusel, Staub in kleinsten Ecken – das nervt – , vor allem weil es überhaupt Niemand sehen würde, außer mir…und selbst wenn, ist doch egal – aber ich kann nicht aus meiner Haut und putze hier und putze da.

Räume weg, räume um, bereite vor und die Planung des Abends liegt auf einmal auch bei mir: Wann gehen wir wo Essen (die Beiden haben mich ja eingeladen – aber es sollte nicht zu teuer sein), wie kommen wir anschließend von Quickborn nach Hamburg zur Elbphilharmonie – welche Verkehrsmittel, wo das Auto parken, dann Bus oder S-Bahn / U-Bahn – klappt das zeitlich alles. Das Zusammenspiel von Auto und Öffentlichen Verkehrsmitteln kann schwierig sein, vor allem wenn es zur Feierabendzeit um eine Fahrt in die Innenstadt von Hamburg geht.

Die letzten 14 Tage waren für mich daher sehr anstrengend – aber jetzt ist Samstag, es ist 9 Uhr morgens und draußen ist es dunkel, stürmisch, nass und kalt…es werden heute nicht mehr als 13 Grad werden.

Letzte Nacht habe ich wenigstens wieder gut geschlafen…es geht also wieder aufwärts bei mir und die Abschlüsse sind auch bald vorbei…Alle anderen beruflichen Probleme werde ich auch gelöst bekommen…aber jetzt ist erst einmal Ruhe angesagt….viel Ruhe

Showdown in Sicht

ACHTUNG – nur langweiliges Arbeitszeugs !!! –

Seit Oktober letzten Jahres, also seit sage und schreibe 6 Monaten, arbeiten wir auf diesen Moment hin. Der große Schowdown ist damit endlich in Sicht….und der findet in der kommenden Woche statt, bzw. in den nächsten 1,5 Wochen. Denn es ist nicht ein einzelner Tag, sondern eine Zeitspanne und wenn ich einen Tag festlegen müsste, dann ist es der 15.04.2025.

Was bei dem großen Showdown passiert? Also eigentlich nicht etwas wirklich Großes…und es empfindet, außer Mir, auch keiner diesen Moment als einen tatsächlichen Showdown.

Der hausgemachte Dreiecks-Stress in unserem Konzern läuft auf seinen Höhepunkt zu. Bestehend aus den normalen Änderungen der vielen Jahresabschlüsse 2024, der Daten-Migration für alle meine Gesellschaften auf das neue System UND dem 1.Quartalsabschluss 2025 für viele dieser Gesellschaften. Eines geht ohne das andere nicht.

Denn die Jahresabschlüsse müssen erst einmal noch im Alt-System geändert werden.

Diese Änderungen müssen wir dann im neuen System für jede Einzelgesellschaft nachholen (weil bereits die vorläufigen Daten auf das neue System übertragen wurden).

Und im neuen System müssen wir diese nachgeholten Daten aber auf Konzernebene wieder eliminieren

Und dann erst können wir auf Einzelgesellschafts-Ebene die Quartalsabschlüsse im neuen System erzeugen und müssen diese dann noch zusätzlich in ein Konsolidierung-Tool hochladen…dort kann es aber nur „ready“ gesetzt werden, wenn alle Querverbindungen zu den anderen Konzerngesellschaften stimmen.

Das sind gleich mehrere Probleme auf einmal.

Immerhin ist das ein komplett neues System und da passen so gar keine Buchungs-oder Prüfroutinen mehr…also ALLES ist neu und die Reports laufen auch nicht stabil…und ich muss mir alles zusammen suchen….das hat eine Weile gedauert, aber so langsam finde ich neue Routinen, finde entsprechende Reports…frage bei Kollegen, frage bei den Teamleitern wie macht ihr das, welcher Report macht Sinn= bekomme nur wenig Hilfreiches an die Hand und suche selber durch das System.

So langsam finde ich mich zurecht…aber das ist natürlich noch alles gaaaaanz langsam…jede Buchung wird zur Herausforderung, weil ich immer noch nach den entsprechenden Konten suchen muss, vor allem die nicht so oft Genutzten…ich habe also ständig mehrere Excel-Tabellen als Hilfsdateien geöffnet: das Kontenmapping auf die neuen Konten, die neuen Steuerschlüssel, das Handling zu einzelnen Reports, jeden Tag lerne ich Neues und finde meine Fehler aus den ersten Tagen.

Ohne klare Anleitungen macht man erst einmal das, was man für logisch hält…doch nun erkenne ich wo meine eigene Logik nicht mit dem System übereinstimmt… blöd – aber nicht zu ändern…aber jetzt mit den ersten Erfahrungen aus Fehlern, kann ich sie beim nächsten Mal vermeiden. Korrigieren muss ich sie trotzdem und auch das kostet Zeit.

Aber wie gesagt…so langsam verdichtet es sich.

Nach einiger Verzweiflung Ende letzter Woche, weil die Daten in den Reports so GAR NICHT stimmten und natürlich dachte ich, es liegt an mir…machte sich dann kurzfristig riesige Freude in mir breit…weil das Problem nicht bei mir lag, sondern es gab Fehler im System – aber gesagt hat uns das Niemand.

Dann der Moment in dem ich die ersten Reports hochladen und auf „ready“ setzen konnte. Was für ein Höhenflug – zumindest für ein paar Stunden. Aber das waren ja „nur“ die kleinen und leichten Firmen.

Schon ging es wieder ins Tal der Verzweiflung, denn noch sind ja nicht alle Firmen komplett migriert und wir haben zwischen DE und DK ein neues Zinsproblem, dessen Lösungssuche von allen Beteiligten auf „NACH dem Quartalsreporting“ verschoben wurden…und auch zeitlich hab ich es noch nicht geschafft in allen Gesellschaften die Anpassungsbuchungen im neuen System nachzuholen…auch hier die Anweisung…mach das erst „NACH dem Quartalsreporting“.

Das führt jetzt aber dazu, das ich einige der Gesellschaften eben nicht ready setzen kann…für eines der Probleme habe ich mich schon mit dem Konzernkontrolling in der Zentrale ausgetauscht…die machen das glatt…das rettet die nächsten 3 Gesellschaften, die muss ich nämlich MORGEN fertig haben. So komme ich insgesamt schon auf 11 abgeschlossene Gesellschaften (das sind die, die ich komplett alleine bearbeite).

Damit bleiben mir noch weitere 6 die ich möglichst bis spätestens Mitte nächste Woche fertig haben sollte….und hier wird es jetzt richtig schräg, weil hier jetzt noch die 2.Controller aus DK mit arbeiten. Denn jeder Windpark mit dänischen Investoren besteht aus einer deutschen und einer dänischen Gesellschaft und bisher haben die DK Controller am Ende beide Gesellschaften zu einer zusammengeführt. Das geht jetzt im neuen System nicht mehr…jetzt müssen beide Gesellschaften getrennt hochgeladen werden….aber die Anpassungen zwischen DK und DE müssen trotzdem gemacht werden und wir müssen uns abstimmen.

Seit sage und schreibe 4 Wochen frage ich danach, WIE soll das laufen…wer macht wann, was? Auf alles wird geantwortet, aber nicht darauf…GESTERN !! Samstagmorgen habe ich endlich eine klare Anweisung bekommen, aber erst nachdem ich eine Mail mit einer Art Multiple Choice – Fragebogen an die beiden Teamleiter gesendet habe. Sie brauchten dann nur noch sagen welche der Lösungen die Gewünschte ist hahahahha …es hat gewirkt – nun weiß ich es…

Und bin prompt beim testweisen Erzeugen im Reportingtool auf einen Fehler gestoßen, an den so sicher noch keiner gedacht hat…und so wird aus „Gut gedacht“ ein „schlecht gemacht“….auf die Lösung bin ich dann mal gespannt….hahahahaa. Wirke ich leicht hysterisch? Jaa….ich fühle mich gerade so.

Der „gewollte Bruch“ das beide Abschreibungsebenen nur in EINER Gesellschaft stattfinden (natürlich in meiner), führt nun dazu, das im Reportingtool die Prüfroutinen auf einen Fehler laufen. Nach deutschen Recht ist die Abschreibung bereits erledigt (16 Jahre Nutzungsdauer)…nach dänischem Recht läuft die Abschreibung aber noch (30 Jahre Nutzungsdauer).

Das Reportingtool sagt mir nun aber…ich kann keine Abschreibung mehr haben, wenn meine Anlage bereits abgeschrieben ist. Tja – dumm gelaufen. Hier vermischen sich jetzt die 3 Ebenen: Deutsche Einzelgesellschaft, Dänische Einzelgesellschaft, Dänische Konzerngesellschaft.

Trotz all dem hausgemachten Abschluss-Orgien-Stress darf man aber nicht außer Acht lassen, das es ja noch das normale Tagesgeschäft gibt…Lieferanten möchten ihr Geld, Kunden ihre Rechnungen, Landeigentümer ihre Abrechnungen, das Finanzamt möchte die UST-Voranmeldungen, das Statistische Bundesamt die monatlichen Pflicht-Statistiken, Kollegen möchten Unterstützung im Rechnungsprogramm. Kollegen aus der Zentrale möchten alles mögliche an Auskünften und Unterlagen, Banken möchte die fertigen Jahresabschlüsse (fertig? JETZT hahaha), Wirtschaftsprüfer möchten Rückmeldungen und Unterschriften von Gesellschaftern….usw. usw.

Ich möchte auch etwas…ich möchte mich jetzt bis zum 15.April aufrecht halten…dann begrüße ich noch meinen neuen deutschen Teamleiter, mit dem ich (vorläufig !) mein Büro werde teilen müssen und dann bin ich ab 17.April erst einmal für 1 ganze Woche in Urlaub.

Danach werde ich meine Arbeitszeiten drastisch reduzieren, also wieder normalisieren…weg von dem ganzen Chaos und Stress und dem Dauerarbeiten….das ist mein Ziel….also noch gute 1,5 Wochen…dann ist der Höhepunkt erreicht und überschritten…dann wird hoffentlich alles gut – naja – zumindest aber besser. Besser als das letzte 1/2 Jahr.

Kurz vorm Durchdrehen

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs)

Ich habe tatsächlich letzte Woche von Donnerstagmittag bis Sonntagabend nicht gearbeitet…ja das tat gut….auch wenn ich genau wusste: das wird mich wieder einholen…die Arbeit macht sich ja nicht von alleine.

Und genau so war es auch: von Montag bis Mittwoch war ich im Homeoffice und habe einen Abschluss nach dem nächsten durch das alte System gejagt….sooooo nun sind 25 von 27 Gesellschaften bei den Wirtschaftsprüfern…für einen Moment konnte ich durchschnaufen, bevor ich dann nach und nach die Rückmeldungen mit Fragen und mit den Abschlussberichten bekommen werde und dann auch noch die aller letzten Umbuchen im Altsystem machen muss, um das Jahr endgültig abzuschließen.

Ich dachte, das mit den Rückmeldungen dauert noch eine Weile, denn auch unsere Wirtschaftsprüfer ächzen unter der Last der vielen Gesellschaften…aber Pustekuchen…bereits bis Ende meiner Arbeitswoche am Donnerstag (Freitag hatte ich schon den nächsten Urlaubstag) hatte ich schon 5 Rückmeldungen bekommen…seufz.

Dabei wollte ich mich endlich auf die Migrationsdaten konzentrieren, die ersten Kontrollen hatten gezeigt, das da noch einiges nicht stimmt…aber wie immer, gab es Schwierigkeiten beim Anpassen…ich hatte also ein kleines Meeting mit unserer Kollegin aus dem Change Team, um die offenen Fragen zu klären…und bei der Suche im neuen System, nach einer Lösung für diese Schwierigkeiten, bin ich tatsächlich auf die Lösung für ein anderes Problem gestoßen.

Das war so absurd, das ich ausgerechnet in dem Programmteil die Lösung gefunden habe…wo ich es nie vermutet hätte. Auf meine Frage schon vor Wochen, ob man bei gebuchten Posten evtl. den Buchungstext ändern kann, hieß es von der Herstellerfirma und auch von unserem Change-Team immer …man wisse gar nicht, ab das gehen würde. Dabei ist ein Buchungstext kein „sensibles Feld“. Soll heißen es dürfte kein Problem sein, den Text zu ändern…solange man alles andere nicht ändern kann.

Ich wollte mich zwar nicht damit zufrieden geben, wusste aber auch nicht, wo ich das suchen sollte und bin durch Zufall darauf gestoßen. In einem Untermenü eines Untermenü-Punktes stand dann auf einmal „Change Text Voucher“. Nanu- genau so etwas suche ich doch. Ich hab den Programmpunkt aufgerufen, hab ein bisschen herumexperimentiert und juuup: ist zwar nicht wirklich logisch, funktioniert aber – und jede Änderung wird protokolliert, aber darin sehe ich kein Problem, ganz im Gegenteil.

Sooo also hab ich schnell eine Kurzanleitung geschrieben und meinen beiden Kollegen zur Verfügung gestellt.

Ich überlege allerdings noch, ob ich es dem Change-Team überhaupt mitteile…nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus der Erkenntnis vieler Jahre hinaus, das manches war (systemseitig) möglich, aber (intern) nicht wirklich gewollt ist…evtl. sollten wir die Funktion gar nicht finden und wenn ich das jetzt herausposaune, könnte es passieren, das dieser Programmpunkt für uns gesperrt wird – hahaha – hab ich alles schon erlebt.

Manchmal ist es besser, einfach das Wissen nicht hinauszuposaunen. Mal sehen ob die Kollegin aus dem Change-Team das Thema noch einmal aufgreift, bisher haben meine mehrmaligen Nachfragen zu keiner Lösung geführt…deshalb bin ich jetzt skeptisch.

Donnerstag war ich im Büro und das war seit längerem mal wieder ein Tag in dem ich durchzudrehen drohte Es prasselte so viel auf mich ein, das ich minutenlang vor dem Computer saß und nicht wusste, was MACHE ich jetzt als NÄCHSTES…vor allem für die beiden neuen Gesellschaften, die ich übernommen habe, gab es viel Anfragen von allen möglichen Kollegen, dazu viele allgemeine Meetings, wo man merkt, die anderen Abteilungen haben gerade so gar keinen Stress…und ich wurde nervöser und nervöser, habe mich, wie ein Terrier, in einige Aufgaben verbissen die aber zu Fehlern im System führten und kam in einen negativen Strudel aus Sorgen und Verzweiflung, weil einfach nichts funktionieren wollte.

STOP und tief durch atmen…so geht das nicht. Ich habe mich dann selber aus der Schusslinie genommen, hab mir kleine Auszeiten genommen…mit Kollegen gequatscht, länger Mittagspause gemacht….hab ein paar einfache Nebensächlichkeiten abgearbeitet, bevor ich mich dann wieder an die eiligen und wichtigen Sachen gemacht habe. Da ist zwar auch nicht wirklich logisch, aber ich brauchte das…dann müssen die Anderen eben warten…muss ich ja auch oft genug. Mehr als arbeiten geht nicht.

Spagat zwischen den Welten

Hallo und guten Morgen…die letzten 14Tage habe ich gar nichts geschrieben und nur wenig gelesen. Mir blieb einfach keine Kraft und Zeit und es fehlte mir die Ruhe dazu.

Das dänische Migrations-Team kam am 14.01. bei uns in Hamburg an. Die 3 Kollegen sollten uns bei der Übernahme der Daten vom alten Buchhaltungssystem auf das Neue unterstützen. Wir drei Buchhalter saßen also im Kick-Off-meeting voller Tatendrang und das erste was der Kollege sagte war: also wenn Ihr Fragen habt, dann fragt…..und das sagte er gleich mehrmals. und dann sagte er gar nichts mehr.

Fragen?? Moment einmal – soweit sind wir doch noch gar nicht. Denn wir wissen ja NICHTS. Ich habe also interveniert: IHR müsst UNS doch sagen, wie weit Ihr mit dem Konten-Mapping sein, was Ihr schon wie vorbereitet habt, was schon läuft und dann müsst Ihr uns sagen, was WIR jetzt machen sollen. Wo können wir schon Daten verifizieren, was können wir tun. Bitte fangt nicht mittendrin an, sondern redet mit uns.

Naja dann kam so ganz langsam raus…jaaa die Vorbereitungen für die Datenübernahme sind noch gar nicht alle geschaffen…vieles ist noch nicht fertig….soll aber heute, morgen oder demnächst laufen. Kleiner Spoiler: 14 Tage später läuft vieles immer noch nicht. Und ich rede nicht vom Arbeiten im neuen System, sondern nur von der Datenübernahme.

Es war genau so, wie ich es befürchtet hatte…letztlich haben wir zwar schon bei einigen Gesellschaften Bankdaten im System, bei den meisten jedoch nicht. Bei einigen gibt es schon Offene Postendaten für Debitoren und Kreditoren, bei einigen jedoch nicht. Bilanzwerte gibt es auch noch nicht, vom Anlagevermögen ganz zu schweigen und ach ja das Sachkonten-Mapping gibt es ….na ratet mal: Genau auch noch nicht in „fertig“.

Die Power-App läuft auch noch nicht (der Hersteller musste nach mehr als einem Jahr noch einmal ganz von Vorne anfangen zu programmieren, weil das Ergebnis inakzeptabel war…na gute Nacht) – dafür gibt es neue Excellisten, die man ausfüllen muss, wenn man einen neuen Lieferanten anlegen muss, um dann mehrere Tage zu warten, bis diese von einem ITler angelegt werden…und wenn ich einen neuen Kunden habe, muss ich das Change-Team anschreiben….Welches ich aber ab sofort (also nach den 14 Tagen) nicht mehr direkt anschreiben darf, sondern über das reguläre Ticket-Modul – mal sehen wie lange ich dann warten muss).

Unser Startschuss war also kein „Schuss“ eher ein kleines Plöpp, aber die dänische Kollegin, die schon die Controller in DK durch die Umstellung begleitet hat, ist wirklich Gold wert.

Sie war auch die Einzige, die tatsächlich die 2 Wochen bei uns blieb und die dann alles gemanagt hat…sie wusste immer was zu tun ist, wen wir fragen konnten und die mit ihrer ruhigen und freundlichen Art immer Lösungen gefunden hat…aber auch sie konnte keine Wunder vollbringen…immerhin hat auch sie nur einen Kopf und 2 Hände und musste ihre Aufmerksamkeit auch auf die polnischen Kollegen, die ja zeitgleich migriert werden, richten. Aber für uns war sie hauptsächlich da und das war auch notwendig und gut ist, sie spricht gutes Deutsch…was vor allem für Kollegin Katrin eine große Hilfe war.

Sie und Katrin haben sich durch hunderte G+V-Sachkonten gequält und das Konten-Mapping übernommen…diesen Schritt hatte die dänische Kollegin bereits Mitte letzten Jahres angefangen und dann aber aus den Augen verloren…das war natürlich nicht schön für uns…aber ich kann es ja sogar verstehen. Auch in der Zentrale gab es sehr viele Probleme und dort sitzen eben ca. 30 Controller…nicht 3, wie bei uns. Da lagen die Prioritäten ganz klar woanders.

Sooo ich kann jetzt zumindest im neuen System Kontoauszüge bearbeiten…wenn sie denn schon automatisch eingespielt werden. Wo das noch nicht funktioniert muss ich diese eben manuell buchen…okay das klappt. Ich kann schon Zahlungen machen, also dort, wo es mit den Banken funktioniert. Wenn es nicht geht, dann machen wir es eben wie bisher – direkt in den Online-Banking-Portalen.

Lieferantenrechnungen laufen jetzt auch schon ganz okay…auch wenn noch nicht alle Konten funktionieren. Hier ist für mich die größte Veränderung, das ich nicht mehr selber vorkontiere, sondern das ein Team in DK macht….und ja es funktioniert bei Standard-Rechnungen ….aber ansonsten kommen das lustige Dinge bei raus – auch das wie befürchtet.

Aber gut…ich arrangiere mich mit allem….vor allem, da ich ja nach den erfolgreich abgegebenen Quartalsabschlüssen, jetzt an den endgültigen Jahresabschlüssen 2024 arbeite…natürlich noch im alten System.

Nur, das man uns ja gleichzeitig auch unser bisheriges Archivierungs-System genommen hat, wo wir vieles automatisieren konnten…und wir jetzt ein komplett neues System lernen müssen – wo noch gar nichts automatisiert werden kann – und das wir uns „mal eben selber anhand von Tutorials beibringen sollten“…noch so nebenbei.

Da hab ich in einem Meeting mit allen Mitarbeitern aber meine Stimme erhoben und darum gebeten doch eine Online-Schulung zu bekommen, mir fehlt einfach die Zeit mich stundenlang durch Tutorials zu wühlen, nur um eine Datei wieder zu finden…und ich war nicht die Einzige die das so sieht und prompt bekamen wir sogar 2 Schulungen innerhalb der letzten 14 Tage. Na hoppla – geht doch.

Einmal wie man Dateien wieder findet (es ist chaotisch) und einmal wie wir selber Daten speichern können (man vergibt dabei keine Dateinamen mehr…sondern es wird nur über „Keywords“ geregelt, die man nicht einmal frei wählen kann…was es doch sehr einschränkt und mehr als unübersichtlich ist).

Natürlich ist das alles zusammen, viel zu viel und in der regulären Arbeitszeit nicht zu schaffen…aber ich versuche weiterhin ruhig zu bleiben – und es klappt sogar ganz gut damit…aber natürlich spüre ich den Druck schon und schlafe wieder schlechter….aber irgendwie geht es mir doch besser, als gedacht…weil ich mich nicht mehr verrückt mache.

Ich ziehe mich auf der Arbeit in mein Büro zurück…bin nicht mehr für alle Gespräche und Motzereien von Kollegen offen, lasse ein Telefonanruf von Kollegen auch schon mal ins Leere laufen wenn es so gar nicht hinein passt (können wir ja eine Mail schreiben) und konzentriere mich sehr stark immer auf die nächste Aufgabe…und dann auf die Nächste.

Und wenn mir danach ist, weil ich mal eine Pause brauche oder ich merke das meine liebsten Kollegen redebedarf haben…dann nehme ich mir die Zeit dafür…weil auch mir das auch gut tut.

Es nutzt ja nichts hektisch zu werden weil viele unterschiedliche Aufgaben gleichzeitig fertig sein sollen…das geht eben nicht. Ich habe wirklich dazu gelernt…aber ich bin froh, wenn ich in 1-2 Wochen endlich alle 27 Jahresabschlüsse auf den Weg gebracht habe….dann kann ich mich auch auf unsere neuen Programme konzentrieren.

Aktuell ist es ein ständiger Spagat zwischen der alten und neuen IT-Welt und zwischen Resignation und Hoffnung das alles doch noch gut wird.

Und Montag fahren wir jetzt für 1 Woche in die Zentrale…..na mal sehen ob uns das viel weiter hilft

Auf Sicht fahren

Die Tage vom 30.Dezember bis Jetzt zum Ende der 1.Woche im Neuen Jahr, waren für mich zum Glück von Außen ziemlich ruhig…so das ich an allen Tagen (das meine ich übrigens wörtlich) ganz in Ruhe arbeiten konnte.

Ich arbeite aktuell vor allem daran, nicht in Hektik und Stress zu geraten…und es gelingt mir alles Wegzudrücken und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren…d.h. ich arbeite an den Abschlüssen für das 4.Quartal bzw. an den Jahresabschlüssen und habe schon einige fertig melden können.

Die erste große Deadline für die Abschüsse ist der 08.01. und bis Morgen sollte ich es endlich geschafft haben, meinen Rückstand in der Vorbereitung, aufgeholt zu haben, um dann mit den Umsatzschätzungen für Dezember und den daraus resultierenden Aufwandsrückstellungen auch die nächsten Gesellschaften fertig zu bekommen, das ich diese Firmen den 2. Controllern in DK übergeben kann.

Das Wegdrücken und Ignorieren von allen weiteren Problemen und Sorgen wegen der System-Umstellung und der fehlenden Vorbereitungszeit, gelingt mir gerade ziemlich gut. Das heißt ich fühle mich nicht gestresst oder gehetzt…aber es gibt dabei einen Haken: Das Ausblenden kostet mich eine Menge Kraft…was mir so gar nicht bewusst war.

Das führt dazu, das ich Abends früh müde werde, oft bereits um 20 Uhr auf der Couch einschlaf. Wenn ich dann wieder wach werde, tapse ich nur noch ins Bett – egal wie spät es ist …aber immerhin schlafe ich dann doch meistens durch. Wenn ich doch mal nachts wach werde, schaffe ich es schnell wieder einzuschlafen und komme nicht mehr ins Grübeln.

Ich arbeite ruhig und höchstmöglich gelassen eine Gesellschaft nach der anderen ab….versuche jede Art von Störung zu vermeiden…und vor allem vermeide ich das Vorausdenken.

Und verzichte damit auf eine meiner wichtigsten positiven Eigenschaften: Vorausdenken und Vorplanen. Das ist eine Eigenschaft, die mir sonst immer hilft alles im Blick zu behalten und mich vor unliebsamen Überraschungen zu wappnen….eigentlich hilft sie mir auch. mich vor plötzlich auftretendem Stress zu schützen (weil ich eben dadurch nichts vergesse, was dringend oder extrem wichtig ist).

Aber in der jetzigen Phase von kurzfristigen Deadlines für Jahresabschlüsse, Tagesarbeit und kompletter Systemumstellung, würde mich jede Form von Vorausplanung nur unnötig stressen. Weil alles was nach dem 13.01. passiert, für uns komplett ungewiss ist.

Der 13.01. ist der Tag, wo unser vorgelagertes Rechnungsprogramm vom alten Buchhaltungssystem abgekoppelt und an das neue System angeschlossen wird. Und einen Tag später kommen dann bereits die Kollegen aus DK, um uns bei der Umsetzung auf das Neue System zu unterstützen.

Dabei sind immer noch nicht alle Prozesse im neuen System abbildbar und wir fühlen uns alle 3 nicht fähig mit dem neuen System zu arbeiten. Gleichzeitig wird ja auch unser Daten-Managementsystem am 09.01. migriert und wir bekommen nicht einmal eine Online-Schulung, sondern sollen uns das selber mittels hauseigener Tutorials selber beibringen….hahahaha WANN soll ich das denn bitte auch noch machen.

Aus dem Grund habe ich ja beschlossen, ich lasse mich nicht mehr davon beherrschen…sondern ich arbeite „auf Sicht“. Eines nach dem Anderen…und konzentriere mich immer nur noch auf das, was gerade nötig ist, um die nächste Firma fertig zu bekommen.

Alles andere muss warten…und wenn ich nicht fertig werde, dann ist das eben so. Auch wenn es mir schwer fällt…

Herzens-Angelegenheiten

In der Woche vor Weihnachten hatte ich meinen regelmässigen Check-up beim Kardiologen…und nachdem ich ja so schön fast 9kg im letzten 1/2 Jahr abgenommen habe, dachte ich ehrlich das ich evtl. sogar meine Tabletten reduzieren könnte.

Das alles fühlt sich körperlich so gut an, das muss doch auch einen Effekt auf Blutdruck/ Ruhepuls/ Cholesterin usw. haben, das muss doch die Arteriosklerose in Schach halten. Dachte ich zumindest.

Trotz all dem, ist mein Cholesterin immer noch über dem angestrebten Zielwert von 55…eigentlich sollte ich sogar noch niedriger kommen…leider liege ich wieder bei 78…. ooooochnöö. Wie schon öfter erwähnt, wäre das ein total super Cholesterin-Werte für einen gesunden Menschen…nicht jedoch für mich, wo es ja das Ziel ist, mich vor einer OP am Herzen zu bewahren.

Die Risiken für eine OP haben sich aber inzwischen bei mir verdoppelt, denn es gibt eine weitere Diagnose, die zwar jetzt noch nicht dramatisch ist…sich aber verschlechtert hat und die langfristig eben auch zu einer OP führen kann/wird.

Eine meiner 4 Herzklappen ist mittelgradig undicht…sie schließt nicht mehr richtig. Während das Herz schön kraftvoll pumpt und der Arzt damit zufrieden ist, ist eine Herzklappe defekt.

Sie hat sich in einem 1/2 Jahr von „leichtgradig“ auf „mittelgradig“ verschlechtert….Operiert wird ab „hochgradig“. Woher kommt das also? Stress ist auf jeden Fall eine Möglichkeit….und als ich dem Arzt von meinem Stress der letzten Monate erzählte, meinte er auch sofort: na – da haben Sie Ihre Erklärung.

Nun ist es einfach, alles auf den Stress zu schieben…denn zum Teil liegt es auch am Blutdruck. Der hohe Blutdruck drückt eben auch mit höherem Druck auf die Herzklappen…und das führt langfristig zu einer beschleunigten Abnutzung. Den hohen Blutdruck habe ich geerbt…da kann ich eben nur mit Medikamenten dagegen halten. Aber natürlich begünstigt Stress einen noch höheren Blutdruck und ein höher belastetes Herz. Aber solange ich noch keine Atmennot, geschwollene Beine o.Ä. habe, besteht noch kein Handlungsbedarf…Noch kann mein Herz die defekte Herzklappe ausgleichen.

Stress zu reduzieren, ist jetzt aber tatsächlich das oberste Gebot. Und wenn es gar nicht anders geht solle ich mal über eine Reduzierung der Stundenzahl nachdenken, um längere Regenerationszeiten zu haben.

Na klasse….die Diagnose hat mich erst einmal so 2-3 Tage umgehauen.

Jetzt mache ich viel online-Meditation und Entspannungsübungen über meine Firmen-Fitness-App und nach einem Gespräch mit der dänischen Finanzchefin, zu der ich jetzt vorläufig gehöre, hab ich tatsächlich keine Unterstützung von ihr bekommen. Sie hat zwar gefragt, wie sie mich entlasten kann – hat aber alle meine Vorschläge, um mir das Leben zu erleichtern, abgelehnt. Das wäre ein paar kleinere und einfache Stellschrauben gewesen – aber mit einem freundlichen Lächeln hat sie es dann doch abgelehnt.

Hilfe habe ich aber zuvor schon, von einer anderen Seite bekommen. Ich gehöre ja noch zu 50% zu einer anderen Abteilung …und dort hatte ich die Teamleitung gebeten, die gerade fertig in Produktion gegangene Gesellschaft an die Kollegen in der Zentrale abgeben zu dürfen und sie hat zugestimmt das ich Ende Januar, wenn wir sowieso wieder für eine Woche in der Zentrale sind, die Übergabe machen kann.

Ein paar Tage später hat sie mich gebeten 2 relativ kleine Firmen zu übernehmen, die deutsche Investoren haben und darf dafür 2 meiner großen Firmen abgeben. Nach reiflicher Überlegung und nachdem ich mir die beiden Firmen angeschaut habe, habe ich zugestimmt…auch diesen Wechsel machen wir Ende Januar.

Soooo und damit habe ich jetzt erst einmal ganz gute Aussichten mit der Situation umgehen zu können. Beruflich halte ich mich aus allem raus, was nichts direkt mit meiner Arbeit und meinen Firmen zu tun hat und ich stehe auch nur noch bedingt (also für einen sehr kleinen Personenkreis) als seelisches Auffangbecken zur Verfügung – weil ich meine Kraft gerade selber brauche.

Und weil wir jetzt mit großen Schritten bereits auf den 1. großen Abschluß-Termin zusteuern, bin ich ab sofort auch hauptsächlich im Homeoffice anzutreffen. Der 08.01. ist der Termin für den letzten Quartalsabschluss 2024 (teilweise nur mit geschätzten Werten), das ist der „Vor-Abschluss“ – nur für Konzernzwecke…und damit ist es aus dänischer Sicht, der wichtigste Abschluss.

D.h. die reinen Konzerngesellschaften dürfen sich nach dem 08.01. möglichst nicht mehr ändern. Für die Windparks gibt es erst danach den richtigen Jahresabschluss, wenn wir Mitte Januar die endgültigen Zahlen der Direktvermarkter und Netzbetreiber kommen. Warum der Konzernabschluss nicht noch 1-2 Wochen warten kann, bis wir auch dort die richtigen Werte bekommen bleibt mir ein Rätsel.

Aber letztlich ist es mir egal – es ist wie es ist…und ich versuche mich bestmöglich durch diese Zeit zu bringen….

Stress im Job – nicht schön

(Achtung nur langweiliges Arbeitszeugs)

Die restliche Woche im Büro war anstrengend, das war viel zu viel an Kommunikation, der ich nicht ausweichen konnte….und so war ich weder in der Lage meine eigene Arbeit vernünftig machen, noch die des Controllers….alle paar Minuten wurde ich unterbrochen…und noch hatte ich meine volle Kraft ja nicht zurück…es blieben noch so leichte Nachwehen der Corona-Infektion

Und dann kam auch noch RICHTIGER Stress…also so einer bei dem man weiß, wenn DAS jetzt nicht funktioniert, dann haben wir ein massives Problem…und na klar hat es nicht funktioniert, was ich nur durch Zufall überhaupt noch rechtzeitig gemerkt habe.

Es war nicht schön, dieses Gefühl etwas nicht ändern / beschleunigen zu können, außer allen Beteiligten immer wieder auf die Füße zu treten und letztlich zu merken – wir haben eine riesengroße Lücke im Prozess, sobald auch nur ein Kollege im Urlaub ist. Das ist der Nachteil bei Automatisierung, die nicht zu Ende gedacht wurde.

Wenn ein „Robot“ (wie es bei uns so schön heißt) eine automatisierte Rückmeldung an einen E-Mail-Empfänger schreibt, mit einer enorm wichtigen Anlage, aber dem „Robot“ nicht beigebracht wurde, was er machen soll, wenn er eine Abwesenheitsnotiz vom Mail-Empfänger erhält…dann nutzt diese Automatisierung nicht wirklich. Und weil der Robot auch nicht den cc-Email-Empfänger (unsere neue Kollegin) mit informiert hat, konnten wir diese wichtige Anforderung auch nicht an die Entsprechende Abteilung weiterleiten….mit anderen Worten: 14-Tage lang ist hier nichts gemacht worden, weil der Controller bei der Rückmeldung des Robot, bereits in Urlaub war…

Ich hab mehrmals mit der Zentrale telefoniert, mit unterschiedlichen Abteilungen, und letztlich ist dann noch alles gut gegangen…quasi in vorletzter Minute.

Ehrlich, so ein Drama kann ich nicht gebrauchen, das hat mir mehrere Tage Bauchschmerzen und schlaflose Nächte gebracht. Hier muss dringend etwas geschehen und wir werden das in den nächsten Woche direkt Vorort mit der Finanzabteilung klären müssen….da muss dringend nachgebessert werden.

Eines ist mir mal wieder sehr klar geworden – also den Job des Controllers will ich wirklich nicht haben….und ich würde jetzt endlich gerne wieder meinen eigenen Job in Ruhe machen können. Mit Betonung auf „in Ruhe“ …aber wenn der Controller nächste Woche wieder kommt, dann fängt auch schon der nächste neue Kollege an – also wird es wohl weiter nichts mit meinem ruhigen konzentrierten Arbeiten.

Aber genau das brauche ich, um meinen Job vernünftig und effektiv machen zu können.

Bei mir ist die Herausforderung, die vielen verschiedenen Firmen alle im Blick zu behalten, das alles immer rechtzeitig vorerfasst, freigegeben, gebucht, bezahlt, ausgewertet und gemeldet wird. Aktuell kommen jetzt endlich auch die endgültigen Jahresabschlüsse für 2023 von den Wirtschaftsprüfern, einer nach dem Anderen, die auch noch mal kontrolliert werden müssen.

Und dazwischen immer noch meine Keyuser-Aufgaben, die ich kurzfristig erfüllen muss, wenn Kollegen Probleme beim Handling unseres Rechnungsprogramms haben – und die haben sie doch relativ oft….wer liest sich schon gerne durch User-Anleitungen.

Gestern Nachmittag bin ich nach Feierabend nur noch auf die Couch gefallen, habe mir noch etwas zu Essen gemacht und dann bin ich auf der Couch eingeschlafen….wach geworden bin ich um 22 Uhr, bin dann gleich ins Bett gegangen und habe bis 8 Uhr heute Morgen weiter geschlafen.

Simsalabim – die vertauschten Schlüssel

Urlaub ist dann, wenn man krank wird oder sich zumindest krank fühlt.

So ging es mir in den ersten beiden Tagen dieser Woche: ich fühlte mich schlapp und müde und hatte Kopfschmerzen – schiebe das einfach mal auf das sich ständig ändernde Wetter incl. 27 Grad Sonnenschein, Gewitter und Regen, Abkühlung auf 16 Grad und dann ging es von vorne los mit Sonnenschein und Regen, Hitze und Abkühlung.

Während dieser beiden Urlaubstage habe ich quasi nichts gemacht.

Gestern morgen hatte ich einen Termin, um erneut meine Blutwerte (für den Kardiologen) checken zu lassen…die Ergebnisse kamen heute morgen per Mail und zeigten erfreulicherweise das mein LDL-Wert durch die neue Dosierung der Medikamente wieder „auf Spur“ ist. Lt. Arzt sollte der Zielwert bei nicht mehr als 55mg/dl liegen, eher noch niedriger…meiner liegt aktuell bei 57mg/dl. Also fast getroffen.

Nach dem anschließendem Einkauf bin ich dann wieder nach Hause gefahren und hatte kurzzeitig einen ziemlich verstörenden geistigen Ausfall, als ich meine Wohnungstür öffnen wollte.

Ich gebrauche regelmässig 3 Schlüssel (1x für die Wohnungstür, 1x für die Haustür, 1x für die Garageneinfahrt). Die Haustür hab ich (ohne weiter darüber nachzudenken) geöffnet und als ich vor der Wohnungstür stand, hab ich einen der Schlüssel genommen und ins Schloss gesteckt…er passte – drehte sich aber nicht. Nanu?

Ich schaue auf meinen Schlüsselbund und sehe die ZWEI größeren Schlüssel an und denke: doch der größte Schlüssel ist doch richtig…der etwas kleinere ist für „unten“ für die Haustür…also probiere ich und probiere ich immer noch den Größten der Schlüssel…nein es tut sich nichts…Das kann doch nicht sein. Schaue immer wieder diese BEIDEN Schlüssel an und denke: doch ist der Richtige.

Kann es sein, das der Schlüssel verbogen ist? (hatte ich in einer anderen Wohnung schon einmal) Also bin ich schnell mal meinen Reserve-Schlüsselbund aus dem Keller geholt…und wieder den größten der Schlüssel ins Schloss gesteckt: NICHTS…. ja sag mal, das kann doch nicht sein.

Meine netten Nachbarn von nebenan haben mir dann etwas Fettspray gegeben: nichts, hätte ja sein können, das sich das Schloss verkantet hat. Nein – so geht das nicht…ein Schlüsseldienst muss her. Mehr als nur leicht angesäuert bin ich für das Telefonat vor die Haustür gegangen, ich telefoniere nicht im Treppenhaus.

Die drei Schlüsseldienste, die es hier im Ort gibt, hatten 1.) gerade keine Zeit , 2.) die Tel.Nummer war nicht gültig und 3.) der Anrufbeantworter ging dran.

Als ich dann wieder ins Haus wollte, hab ich (wieder mehr unbewusst) den Schlüssel ins Schloss gesteckt und bin ins Treppenhaus gegangen. Dann stutze ich, hab mir den Schlüssel angeschaut und angefangen mich über mich selbst zu ärgern: Es war der GRÖßTE der 3 Schlüssel…also genau der Schlüssel, mit dem ich versucht hatte, die Wohnungstür zu öffnen.

Na klar – der größte Schlüssel ist für die Haustür und der KLEINSTE der 3 Schlüssel für die Wohnungstür…den hatte ich quasi komplett ignoriert.

Tja und was soll ich sagen, mit dem kleinsten dieser 3 Schlüssel ging meine Wohnungstür dann ganz normal auf: Simsalabim.

Ein Glück das ich die Schlüsseldienste nicht erreicht hatte.

Aber ganz ehrlich, mich hat das erschreckt oder ist das normal das man solche „Aussetzer“ hat, wenn man 56 Jahre alt ist? Wer denkt da nicht automatisch an Früh-Demenz oder ähnlichen weniger lustigen Sachen.

Meine Schwester meint, es liegt wahrscheinlich an der psychischen Belastung der letzten Wochen (im Job) und vor allem der letzten Tage (meine Schwester liegt immer noch im Krankenhaus und bis dahin wusste immer noch keiner woher diese Schmerzen bei ihr kommen).

Ich werde mir jetzt doch tatsächlich mal wieder so eine farbige Schlüsselkappe für den Wohnungsschlüssel besorgen, damit ich ihn besser wahrnehme und nicht wieder übersehe….aber das mulmiges Gefühl bleibt wohl noch eine Weile.

Vom Schreibton zum Stress

Die restlichen Arbeitstage der letzten Woche lassen sich zusammen fassen unter: es war anstrengend und es gab viele „ich-knall-gleich-mit-dem-Kopf-Auf-den Tisch“-Momente. Ich bin immer wieder erstaunt über so manche Rückmeldungen aus der Zentrale….über die Faulheit von Kollegen einerseits und die Unverfrorenheit andererseits…wobei es hier im Wesentlichen um eine einzelne Kollegin geht, die sich mehrmals im Email-Ton vergriffen hat. Ja und man kann sich nicht überall damit herausreden, das wir ja alle Englisch in unterschiedlichen Leveln beherrschen.

Den Vogel abgeschossen hat sie dann endgültig als sie mir diese Woche unfreundlich klingende Mails schrieb, sich dabei aber in den Annahmen völlig auf dem Holzweg befand.

Denn nicht ich habe falsche Zahlen geliefert, sondern sie hat meinen Abschluss EINEN ganzen Monat liegen lassen bevor sie ihn überprüft hat…. EINEN Monat…und zu dem Zeitpunkt der Erstellung gab es für die vorgezogenen Abschlüsse interne Regeln wie die Zahlen aufzubereiten sind….für alle späteren Abschlüsse gab es andere Regeln. Der Fehler liegt also nicht in meinen Zahlen, sondern das sie nicht, wie ursprünglich geplant, 2 Tage später den Abschluss kontrolliert hat, sondern erst 4 Wochen später.

Es ist ja nicht schlimm, das sie die Regeln vergessen hat….mich ärgert aber der Ton in den Mails und das sie es nicht schafft, wenigstens am Ende ein kurzes Feedback zu geben, nach dem Motto: „ohhh ja klar – stimmt da gab es ja noch eine andere Regel“….oder irgend etwas in der Art.

Na egal….der Drops ist jetzt gelutscht und mit dem heutigen Tag hab ich dann auch endlich meine Hauptfirma fertig….das war noch mal eine Kraftakt in den letzten 2 Tagen…..durch die kurzfristig dazwischen geschobenen Erklärungen für die unfreundliche Kollegin, blieben mir weniger als 2 Tage für den großen Abschluss. Anstatt gestern Abend fertig zu werden, war es dann erst heute Morgen soweit….also eine vertretbare Verspätung.

Ich weiß ja, das ich solche Dinge nicht persönlich nehmen sollte, Missverständnisse und Fehler sind ja normal im Berufsleben…das fällt mir jedoch schwer das einfach so hinzunehmen…ich fühle mich dann schnell ungerecht behandelt und wenn ich nicht aufpasse ,werde ich dann sogar zickig in den Antworten. Ich hab den ersten Impulsen zu antworten, jedoch nicht nachgegeben, sondern erst etwas verzögert ….so blieb ich dann einfach sachlich…..gefuchst hat es mich aber schon. Wenn ich das nächste Mal in der Zentrale bin, werde ich mal das Gespräch mit der entsprechenden Kollegin suchen.