So weit weg

…alles ist so weit weg…damit meine ich nicht einmal die Entfernung….sondern den Stress:

Arbeitsstress, Umzugsstress, Trennungstress

Obwohl ich bis zum letzten Tag voll gearbeitet habe und mir viel Gedanken wegen meines Teams gemacht habe, ist das inzwischen sooo weit weg. Es fühlt sich an wie 1 Monat, nicht wie eine Woche…Ich denke zwar an die Kollegen, Nicht jedoch an die Arbeit…Ich bin ja noch in Urlaub, das wird sich wahrscheinlich ändern wenn ich wieder arbeiten gehe.

Die Nachwehen vom Umzug lassen langsam nach…ganz langsam findet alles seinen Platz und ich fühle mich schon wohl hier.. jetzt wo alles sauber ist und die Termine für die Nacharbeiten fest stehen…

Und ich fühle mich endlich befreit und vor Allem unbeobachtet…und geniesse die Ruhe hier…..

Ja das Wetter ist hier unbeständiger, es regnet mehr und es geht auch mehr Wind….aber auch jetzt sitze ich bei 13 Grad in Jacke, Schal und Decke gehüllt auf dem Balkon und geniesse die Morgenluft mit einer Tasse Kaffee, während ich das hier schreibe…immer noch per Handy, weil ich ja noch kein Internet habe …aber es könnte schlimmer sein….

Trennt Euch

Vor genau ½ Stunde hab ich angefangen das Buch von Thomas Meyer zu lesen: „Trennt Euch“.

Mir hat es eine nette Kollegin empfohlen, die sich vor einem Jahr mit 4 Kindern von einem nazistisch-veranlagten Mann getrennt hat….

Nein- warum soll ich ein Buch lesen in dem es darum geht zu entscheiden ob man sich trennt oder nicht…ich bin ja bereits getrennt… Für die Kollegin ja – na klar ist das gut…ich reflektiere mich ja selbst sehr stark…brauche keine Entscheidungshilfe und auch keine Hilfe die Trennung durch zu halten…

Trotzdem hat sie mir das Buch nahe gelegt…und ich hab es mir heute als E-Book zu gelegt.

Und zum ersten Mal bereue ich ein Buch als E-Book gekauft zu haben!!! Nicht weil es schlecht ist – nein im Gegenteil. Ich bereue es nicht das gedruckte Exemplar gekauft zu haben, denn….

Ich habe das dringende Bedürfnis die Sätze mit einem Textmarker  zu markieren…lach…  Der Mann der es geschrieben hat schreibt in so klaren eindringlichen Sätzen das mein Kopf automatisch anfängt zu nicken…und ich möchte die Sätze unterstreichen…markieren….sie sollen sich in meinem Kopf fest setzen…In 3 von 4 Sätzen  stimme ich voll mit dem Autor überein und bewundere seine klare und treffende Sprache….seine  unverblümte und unverkrampfte Sicht : Was nicht passt – passt einfach nicht.

Kostprobe gefällig:

„Denn eine Beziehung mit jemandem, der nicht zu  Ihnen passt, verursacht erheblichen Stress, was sich in Gefühlen von Beklemmung, Ohnmacht, Frustration und Isolation äußert…….sowie verschiedenste körperliche Reaktionsbeschwerden nach sich zieht und Ihnen zu wenig Zeit und Kraft für die Dinge lässt, die Sie und andere erfreuen und weiterbringen.“

„Das über einer derartigen Szenerie fortwährend Trennungsgedanken aufsteigen, ist nicht verwunderlich…“

„ Es gibt Menschen, denen das ganz recht ist, denn sie neigen zum Drama und sind erst zufrieden, wenn sie unzufrieden sind….“

„und wenig zerreißt einen mehr als jemanden zu lieben und festzustellen,….auch die größte Liebe allein als Grund nicht genügt, um mit jemandem zusammen zu sein….“

JA…JA….GENAU so……Endlich hab ich einen schriftlichen Nachweis, das ich mit diesen Gedanken nicht alleine bin….auch wenn ich es bisher nicht geschafft habe es so klar und treffend zu formulieren. Ich weiß noch wie mein Ex-Freund mehrfach gesagt hat: …also alles ist in Ordnung in unserer Beziehung und kann so bleiben,…wenn Du nur nicht immer alles so ernst nehmen würdest, mehr lachen könntest und lockerer werden würdest….mit anderen Worten ich sollte mehr so werden wie er…

Hallo liebe Kollegin….DANKE für den Tipp.

Schlüssel-Erlebnis

Was mir ebenso wichtig war, wie die Kündigung abzugeben, war endlich meinen Haustür-Schlüssel wieder zu bekommen.

Nach der Trennung von meinem Freund, wollte er mir meinen Schlüssel nicht geben und ich hab inzwischen 2 weitere Anläufe genommen. Nun hatte ich per Mail geschrieben, das ich in dieser Woche Dienstag Abends vorbei komme, ihm seine Sachen bringe und meinen Schlüssel abhole…Aber auch dieses Mal kam es nur zu unschöner Kommunikation per Whatsapp und Mail.

Ich musste leider fest stellen, das meine ruhigen und freundlich formulierten Worte nicht den gewünschten Erfolg hatten und so hab ich meine Wortwahl und den Ton etwas verschärft…DAS wiederum ist ihm sauer aufgestoßen…verständlich. Aber nach 3 Monaten muss er sich nun mal den Tatsachen endlich stellen.

Nun waren wir also für den 1. Mai verabredet….aber 2 Stunden vorher hat er mir mit geteilt, das er sich mit einem Freund getroffen hat und es nichts wird mit unserer Verabredung….ich aber meinen Schlüssel bei ihm im Flur finden würde.

Nun gut, also hab ich seinen Anteil aus unserem „Lager“ bei ihm in der Wohnung abgeladen, meinen Schlüssel an mich genommen, hab ihm noch einen Brief geschrieben und diesen zusammen mit seinem Schlüssel in den Briefkasten gesteckt.   So!… … … … Das war`s dann! … … …

Beide Aktionen zusammen bringen mich wieder mehr ins Gleichgewicht. Ich schlafe besser und mein Herz schlägt wieder normaler. Stressabbau.

Jetzt fange ich langsam an mich auf das Neue zu freuen. Eigentlich mag ich keine Veränderungen, jetzt aber habe ich Lust auf diesen Neuanfang.

51.Geburtstag und Shakespeares Julietta

Bei hochsommerlichen Temperaturen bis 26 Grad konnte ich mich von Samstag bis einschließlich Ostermontag wunderbar erholen. Mit viel Fahrrad-fahren, wandern, Sitzen am See und den Wellen lauschen, gutem Essen und guten Wein genießen.

Vor allem gab es kein deutsches oder englisches Fernsehen, nicht einmal englische Radiosender….und  so hatte ich bis auf das Handy auch keinen Kontakt zu meiner Außenwelt…Lach… also eine Art „Digital-Detox“.

Also alle äußeren Vorrausetzungen für innere Ruhe waren gegeben und ich hab mich auch super körperlich erholt und auch der Arbeitsstress viel Stück für Stück von mir ab. Trotzdem blieb mein Blutdruck hoch und  mein Herz pochte unangenehm stark.  Aber jetzt hatte ich endlich auch  Zeit  mich mit den Auswirkungen meiner Trennung auseinander zu setzen… Und das war gut so.

Obwohl ich diejenige war, die sich getrennt hat, musste ich endlich mal trauern dürfen…und das tat ich in diesen ersten 3 Tagen… ich hab es zu gelassen und mehr als einmal kamen mir die Tränen und danach ging es mir viel besser. Ja – es war die richtige Entscheidung.

Pünktlich – wie bereits im Wetterbericht angesagt –  hat es am Dienstag nach Ostern geregnet. Es war mein 51. Geburtstag… Mein Plan war von Anfang an mit dem Auto nach Verona zu fahren und den Tag dort zu verbringen. Ich liebe Shakespeare  und ich liebe diese antiken kleinen Häuser, Gassen und Straßen.  Es goss in Strömen bei 12 Grad  – den gaaaanzen Tag – und es war trotzdem ein toller Tag..

Trotz Regenhose, Käppi und Regenjacke mit zusätzlicher Kapuze, dem Wanderrucksack auf dem Rücken war ich nach ca. 5 Stunden nass…einfach durchnässt…. Aber sehr zufrieden mit mir selbst und dem ganzen Tag.  Ich wurde ruhiger und ausgeglichener, meine Blutdruck ist seitdem wieder in dem für mich normalen Bereich. Mein Herz  schlägt wieder gleichmäßig und ruhig.

Ich liebe diese kleinen Gassen und Straßen:

20190423_152449-1.jpg

Lachen musste ich über den Kult des „ Balkon der Julietta“.   Selbst an so einem Tag strömt nicht nur der Regen, sondern strömen auch die Touristen in die Via Capello 23 um sich dort  dem romantisch anmutenden Balkon der Julia, unter dem Romeo  seine Angebetete angeschmachtet haben soll , anzuschauen.

Das Ganze hat aber mehr als einen Schönheitsfehler…

….Es handelt sich bei Romeo und Julia um eine Liebestragödie  von Shakespeare und spielt im 14.Jahrhundert.  Shakespeare selber  wurde nach dem damaligen Kalender am 23.04.1564 geboren.   Es handelt sich also um keinen Tatsachen-Roman.

…und der berühmt Balkon wurde extra für die Touristen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts angebracht, weil immer wieder gefragt wurde, warum es dort keinen Balkon gibt.

….Das Haus selber war früher ein Stall….also nicht um das Haus einer wohlhabenden Familie

Richtig alt und echt ist dagegen ist die Arena mitten in Verona, wo immer noch Aufführungen mit 22.000 Zuschauern stattfinden….

So -JETZT ist es passiert

Nach 8,5 Jahren habe ich mich endgültig getrennt. Meine Beziehung ist beendet.  Da ist jetzt schon fast 1 Monat her – und ich fühle mich gut mit der Entscheidung.

Meine größte Sehnsucht in den letzten Monaten, war die Sehnsucht nach RUHE und FRIEDEN wenn ich nach Hause komme – aber dort gab es immer nur das ständige Motzen und Nörgeln meines Freundes…eine ständige negative Aura. Und ich musste ständig dagegen Reden – alles ins rechte Licht rücken – oder eben versuchen mit Schweigen den unausweichlichen Endlos-Diskussionen zu entgehen. In der Hoffnung das er dann  diese Themen für den Moment wieder vergisst.

Das kann ich schon in einem nervlich stabilen Zustand nur schwer ertragen, und jetzt – während des gesamten Jahres 2018-2019  mit beruflicher  Permanent-Überlastung und im nervlichen Ausnahmezustand, hab ich gemerkt wie unerträglich ich das finde.

Im Jahr 2018 ist mein Vater gestorben, meine liebe Kollegin in meinem Alter ist gestorben, eine andere Kollegin in meinem Alter ist gestorben, ein Freund  meines Freundes in unserem Alter hatte 2 Schlaganfälle (lebt noch). Ein guter Kollege in meinen Alter  hatte Prostata-Krebs (lebt auch noch) eine Kollegin (etwas jünger als ich)  war 1Jahr lang mit Burnout und Angstzuständen außer Gefecht gesetzt  …. Will ich mich demnächst in dieser Aufzählung wieder finden?

Möchte ich also so weiterleben, wie bisher – und dabei vergessen wie gerne ich trotz des Stresses lebe und wie sehr ich mich auch an  den kleinen Dingen im Leben erfreuen kann?  Nennt es Midlife-Crisis / Torschluß-Panik / Angst vor dem Älter-werden  – oder wie Ihr es wollt, Ich nenne es Sehnsucht nach Stille, Sehnsucht nach friedlichem Leben mit meinem Umfeld. Friedliche Co-Existenz mit liberaler Grundeinstellung…so wie ich es vor meinem Freund gelebt habe.  Nicht das alles perfekt war – nein das nicht…..aber die Sehnsucht nach einem friedvollen Leben,  ist größer als die Sehnsucht nach emotionaler Zuwendung oder Zweisamkeit.

Also lebe ich jetzt wieder ein selbst bestimmtes Leben, ich bin im Privaten wieder ruhiger, gelassener und es fällt auch in meinem Umfeld auf…trotz der beruflichen Anspannung strahle ich eine gewisse Zufriedenheit und Freude aus.

Na klar ist es auch ein Abnabelungsprozess, der mich auch emotional noch einholen wird….und na klar tut es mir für meinen Freund  leid…aber es gibt nun mal keine Lösung die für uns Beide gleich gut ist. Er sagte mir das er das mit den getrennten Schlafzimmern von Anfang an nicht mochte und das er es nicht gut findet das ich immer noch in meiner eigenen Wohnung lebe….und er will die Trennung nicht akzeptieren.

und wenn ich das hier aus 2017 lese   Schöne Tage durch gute Nächte und vieles Anderes dann weiß ich das sich in all den Jahren nichts wirklich verbessert hat – und ich weiß das meine Entscheidung richtig ist – wenigstens für mich.

 

 

 

 

Schutzmechnismus ist aktiviert

Ich verfüge  über eine Art Schutzmechanismus….Dadurch das ich im emotionalen Bereich nicht ganz so reagiere, wie es der Durchschnittsbürger tun würde, weiß ich nicht, inwieweit es normal ist so einen Schutzmechanismus zu haben.

Ich habe diesen Selbstschutz…immer wenn es mir emotional zu viel wird…also so richtig zu viel und ich es emotional kaum mehr ertragen kann, wird dieser Mechanismus ausgelöst….Es ist eine Art Schutzwand um mein Herz…ich ziehe mich hinter diese Schutzwand zurück…ein Teil der  Emotionen werden dabei komplett zurück gefahren ….ich funktioniere normal, kann normal arbeiten, mich unterhalten, klare Entscheidungen treffen.

Der Bereich der mich überfordert wird jedoch (fast) komplett ausgeblendet…Ich ziehe mich dabei nicht nur innerlich zurück, sondern auch physisch suche ich den Abstand. Diese Auszeit für mein Herz und meine Seele hilft, mich wieder zu stabilisieren.

Seit unserem Streit am Samstagnachmittag  hab ich das Wochenende allein verbracht und das tat gut. Als ich heute nach der Arbeit direkt zum Sport gefahren bin, hab ich dort  meinen Freund angetroffen. Ich habe nur kurz Hallo gesagt und dann saßen wir quasi nebeneinander auf dem Rad….ich hab ihn nicht angeschaut, nicht mit ihm geredet …..ich hab mich nur geärgert, dass er um diese Uhr Zeit da war, ansonsten war ich ohne weitere Emotion.

Ich bin an einem Punkt angekommen, wo ich nicht weiß ob ich so weiter machen möchte… wir streiten uns nach mehr als 6 Jahren wieder über die gleichen Dinge …und wie ich im Laufe dieser Zeit schon öfter festgestellt haben:

  • Wir sind extrem unterschiedlich in unseren Lebensweisen, in unseren Ansichten und im Denken
  • Liebe allein hilft nicht über alle Schwierigkeiten hinweg
  • Damit das mit uns funktioniert benötigen BEIDE Seiten eine Menge Toleranz und die haben wir BEIDE nur bedingt
  • Wir müssen uns Beide schon sehr verbiegen, damit es einigermaßen reibungslos funktioniert …und dabei kommt einer immer zu kurz…und das wirft er dann dem Anderen vor….

Ich sag ja nicht, das es seine Schuld allein ist….Ein großer Teil liegt ja auch an mir, dass es nicht läuft…aber die Frage ist ja: in wieweit können wir uns auf Dauer verbiegen, das es funktioniert….und will ich das überhaupt….mich weiter verbiegen?

Mein Schutzmechanismus wird noch ein paar Tage aktiviert sein….und dann nach und nach verschwinden…das kann ich nicht bewusst beeinflussen (ich hab mal gelesen die Seele mutet einem nur so viel zu, wie man ertragen kann ohne zu zerbrechen…vielleicht ist damit auch so ein Schutzmechanismus gemeint)…und erst dann kann ich entscheiden ob eine längere Auszeit sinnvoll ist….oder ob ich es weiter versuchen möchte…oder ob eine Trennung besser ist….

Vom rein Logischen wäre eine Trennung der richtige Schritt…

Überschrift: „DTV – Paartrennung“

Heute kam per Mail die kurze und knappe Mail mit dieser Überschrift und folgendem Text:

„Trennung des Paars:   xxxx / xxxx

Das Paar wurde mit sofortiger Wirkung getrennt.

Es geht dabei NICHT um eine Scheidung, sondern um die Trennung eines Tanzsportpaares.  Jetzt nach 1,5 Jahren die wir schon nicht mehr zusammen tanzen, hat mein Tanzpartner auch beim Deutschen Tanzsportverband unsere Trennung bekannt gegeben.

Ich muss zugeben ich dachte das hätte er schon längst getan und hab mir auch keine weiteren Gedanken darüber gemacht.Wusste nicht einmal das es jetzt solche E-Mails gibt.

Aber diese Mail hat mir so einen Stich ins Herz verpasst….das ich selber darüber staune. Das hat mich kalt erwischt und für ein paar Minuten hatte ich Bauchschmerzen.

Okay,  JETZT bin ich auch offiziell keine Turniertänzerin mehr…es ist vorbei….ja ich bin gerade etwas wehmütig…hab kurz vorher ein Bild eines befreundeten Paares in einer schönen Walzer-Pose gesehen und mein Körper hat die Bewegung nachempfunden….aber so ist das Leben….eine Sache geht vorbei, dafür gewinnt man etwas anderes…