Hausdrachen – Der Schlußakkord

Und kaum bin ich wieder Zuhause, finde ich einen Brief in meinem Briefkasten – von meinem Hausdrachen, also meiner vorherigen Vermieterin und bekomme sofort schlechte Laune, obwohl ich den Brief noch nicht geöffnet hatte.

Die schafft es auch noch ein 3/4 Jahr nach meinem Auszug, meinen Puls in die Höhe schnellen zu lassen…sie hat scheinbar ein Gespür dafür, wann es Zeit wird mich im Urlaub zu nerven…..aber gut – es wird die letzte Nebenkosten-Abrechnung sein.

Nach dem Aufstand denn sie vor, während und nach meinem Auszugs gemacht hat und die Anschuldigungen die sie anschließend rausgehauen hat, hatte ich ihren Kontakt bei Whatsapp einfach gesperrt….SO – und jetzt ist mal Ruhe…und es hat gewirkt…seitdem fühle ich mich wieder gut und bin vor ihren Anschuldigungen sicher.

Und jetzt kommt der Brief per Post….also einmal tief Luft holen, hilft ja alles nichts.

Es ist tatsächlich die Nebenkosten-Abrechnung vom letzten Jahr….also her mit dem Taschenrechner: okay inzwischen hat sie begriffen das 80qm von 200qm= 40% sind, sehr beruhigend – rechnerisch ist es jetzt richtig…..jaaaa klar und wieder das Thema mit den elektrischen Außen-Jalousien, die ich angeblich kaputt gemacht habe…genau wie im Vorjahr hat sie mir „meinen Anteil“ für die Reparatur in die NK-Abrechnung gepackt….echt jetzt?

Wenigstens hat sie die Drohung wegen des angeblich „zerstörten“ Mülleimers in der Küche, nicht mit aufgeführt. So bleibt es bei einer minimalen Nachzahlung…aber nur weil sie mir die 100 EUR für die Reparatur der Jalousie widerrechtlich aufbürdet. Egal – darüber streite ich mich jetzt nicht mehr mit ihr.

Insgesamt bekomme ich jedoch noch, nach Abzug der Nachzahlung, die restliche Kaution überwiesen und die Summe ist immerhin hoch genug, um meine gesamten Urlaubsausgaben zu decken. Das Geld ist auch bereits auf meinem Konto angekommen.

SOOOOO – das war dann also der Schlußakkord mit dem Hausdrachen. Jetzt kann ich den Kontakt aus meinem Adressbuch löschen. ENDE !

Die Lehre aus diesen 2 Jahren in Pinneberg: auch die schönste Wohnung, in einer tollen Umgebung mit idealen Anbindungen nach Hamburg und mit der Natur fast direkt vor der Haustür nutzen nichts, wenn man einen Hausdrachen unter sich wohnen hat, der nur Feuer spucken kann.

Vermieter können nett und gerecht sein….oder auch nicht – leider weiß man das vorher nicht und ich werde nie wieder in eine Wohnung ziehen, wo der Vermieter mit im Haus ist !

Zum Glück hab ich es mit meiner jetzigen Wohnung wesentlich besser getroffen: ich hab eine schöne Wohnung mit eigenem Kellerabteil, Fahrradkeller, Waschkeller und Tiefgaragenplatz, nette Nachbarn und auch wenn es insgesamt lebendiger drumherum ist, hab ich doch meinen Frieden wieder gefunden.

…und wieder der Drachen

Seit gestern hab ich Urlaub…also hab ich meinen Urlaub tatsächlich nur um einen Tag verschoben ….bringt ja nichts ihn noch weiter zu verschieben, die Arbeit wird dadurch auch nicht weniger.

Ja und nun könnte ich also ganz entspannt hier sitzen und mich rundherum des Lebens erfreuen, wenn….ja wenn der Drachen aus der alten Wohnung nicht seit Montagabend wieder per Whatsapp Zeter-und Mordio schreien (also schreiben) würde.

Es geht jetzt 2,5 Wochen nach der Wohnungsübergabe um den Mülleimer in der Küche…den sie wieder haben möchte….hab ihr geschrieben WO sie ihren Mülleimer IN der Küche findet und damit war für mich alles gut. Es geht um so einen Eingebauten, den ich aber schon beim Einzug sorgfältig ausgebaut und mit allen Teilen unter der Arbeitsfläche verstaut hatte, sonst hätte ich weder Waschmaschine noch Spülmaschine anschließen lassen können. Ich hatte meinen eigenen Mülleimer genutzt, aber beim Auszug ihren auch nicht wieder eingebaut….und es ist ihr bei der Übergabe auch nicht aufgefallen und war nicht Teil des Übergabeprotokolls.

Und jetzt behauptet sie, der Mülleimer wäre komplett kaputt und überhaupt nicht mehr zu gebrauchen und sie würde jetzt auf meine Kosten einen Neuen einbauen lassen.

Ich hab ihr entsprechend geantwortet, das ich mir jetzt weitere Beschuldigungen dieser Art verbitte und es eben in ihrem ach so geliebten Protokoll nicht enthalten ist. Ihre Antwort: Sie hätte schon lange genug von mir gehabt.

Bevor ich sie dann bei Whatsapp blockiert habe, hab ich ihr nur noch geschrieben, das wir uns da ausnahmeweise einmal einig sind, auch ich hätte schon lange genug von Ihr und das ich Ihr ein TOLLES Leben wünsche…..

Schluss jetzt…es geht nicht an, das sie mich mit ihren Nachrichten immer noch aus meiner Mitte reißt….und so habe ich sie bei Whatsapp tatsächlich blockiert. So muss ich nicht bei jeder weiteren Whatsapp befürchten, weiter von ihr drangsaliert zu werden. Es bleibt ihr immer noch der Weg per Mail oder Briefpost.

unterhaltsamer Nachmittag

Dienstagnachmittag hatte ich Besuch von meiner „neuen“ Vermieterin, also eigentlich ist es die Mutter meiner Vermieterin, denn diese kümmert sich um Wohnung und Mieter. Die Wohnung hier in der Wohnanlage hat das Vermieter-Ehepaar bereits auf die Tochter übertragen und ich hatte alle 3 zum Kaffee eingeladen.

Aus diversen Gründen ist dann also nur die Mutter der Einladung gefolgt, aber genau das war dann auch gut so…so hab ich doch einiges über sie und ihre Familie erfahren und auch über das nicht ganz unbelastete Verhältnis zur Tochter…wir hatten einen schönen entspannten Nachmittag.

Also mein Besuch (ich nenne sie weiterhin „Vermieterin“) hat sich so sehr über die Einladung gefreut und ist in ihrer ganzen Art so herzlich, aber dabei fast schüchtern zurückhaltend.. doch manchmal blitzte ein leichter Schalk und ein verschämter Stolz in ihren Aussagen mit. Zusammen mit den Aussagen über Mann und Kind wirkte es so, als ob sie Zuhause nicht den Ton angibt….Sie ist Anfang 60 arbeitet bei ihrem Mann Halbtags im Büro mit und freut sich über jede Möglichkeit mal „raus zu kommen“.

Ich hab mich gefreut ihr zu zeigen, was ich aus der Wohnung gemacht habe und sie findet es richtig toll….sie war ganz begeistert von meinem Gardingen-Arrangement im Wohnzimmer und wie die Möbel arrangiert sind…und die neuen Fußleisten ..und …und so weiter.

Ich hab gleich auch einmal gefragt, ob sie etwas dagegen hätte, wenn ich im nächsten Jahr ein neues Waschbecken im Badezimmer anbringe….das BRAUNE ist nun einmal schon 35 Jahre alt…und genau so wirkt es auch: alt und verbraucht …ohne zu zögern hat sie auch gleich zugestimmt…kein Problem, das kann ich gerne machen.

Wir haben uns auch gleich mal für das kommende Frühjahr verabredet….für ein weiteres Treffen.

Die Erhabenheit der Stille

Auch das gestrige Aufeinandertreffen mit meiner Vermieterin war nicht komplett konfliktfrei, obwohl ich versucht habe, mich bei der Wohnungsbesichtigung nahezu unsichtbar zu machen…mit dem Ergebnis, das ich diese Nacht wieder einmal sehr schlecht geschlafen habe….quasi stündlich bin ich aufgewacht…

….also ab ich um kurz nach 5.00 Uhr beschlossen, dann doch aufzustehen…Mit Kaffee, Butterbrot und Thermositzkissen im Rucksack, ging es wieder einmal früh am Morgen in das Tävsmoor und am Moorsee hab ich eine längere Frühstückspause eingelegt…..

Der Morgen war trübe, aber mit 16 Grad eigentlich recht warm….und nach 1,5 Stunden hatte ich mit knappen 7km eine schöne Runde hinter mir.

Meinen ursprünglichen Plan heute Morgen nach Hamburg zu fahren, hab ich aufgegeben nachdem im Radio von den Straßensperrungen für den Marathon heute geredet wurde….ach ja….neeee, dann gibt es heute keine Kajak-Tour…stattdessen eben eine Wandertour.

Der Herbst macht sich bereit…..die nachfolgenden Pflanze scheint so üppig zu blühen, dabei sind es nur die Blätter die Lila leuchten….alles drumherum war eher grau und matt…bis auf diesen einen Zweig:

Die Stille und Erhabenheit des Moments war spürbar auf der gesamten Strecke, und es wirkte an manchen Stellen, als ob die Natur sich noch gegen den aufziehenden Herbst stemmt….wenn sich noch vereinzelt herrliche Blüten aus dem farblichen Einerlei hervorstrecken:

Das war ein schöner Morgen