Kuscheliger Rückzug

Nach einem wirklich schönen und lustigem 1. Weihnachtsfeiertag bei Schwester und Schwager, hab ich mich für den Rest der Woche einfach zuhause eingemummelt…..Über die norddeutsche Provinzstadt heulte der Wind….und die Sturmböen würfelten mehrfach mit meinem Tannenbaum auf dem Balkon….dazu ein dauerhafter Regen, der unablässig auf meine Velux-Fenster prasselte….das Thermometer zeigte dabei zwischen -3 und +4 Grad …je nach Tag und Tageszeit.

So ungemütlich das Wetter draußen wütete, so kuschelig gemütlich war es in meiner Wohnung….viele echte Kerzen, dazu gedämpftes Licht aus den Standleuchten…dazu schöne Wärme aus der Heizung (aaaach ja – ein Kamin wäre doch echt schön), Kuschelsocken, warme Strickjacken….heißer Tee „Himmelszauber“ und leckeres Essen….

…. so gemütlich hab ich es mir schon lange nicht mehr gemacht….und dazu dann ein Hörbuch, welches mich in seinen Erzählstrom gezogen hat…..was neben der guten Geschichte vor allem am Sprecher Hanno Koffler lag: „Der Übergangs-Manager“ von Karen Elste:

Der Tod in moderner Gestalt eines Mannes mit I-Phone, I-Pad und einer Rolltreppe ins Jenseits…Zuerst lustig, wie auch der Tod mit den heutigen Tücken der Technik zu kämpfen hat…aber im Laufe der episodenhaften Erzählungen zunehmend tiefgründiger und feinsinniger in seinen Gesprächen mit den gerade Verstorbenen, die eben nicht immer reibungslos die Rolltreppe nehmen möchten oder können ..und ein Tod der oft unfreiwillig in überaus irdische Situationen gerät.

An manchen Stellen etwas oberflächlich und auch nicht immer stringent logisch…doch insgesamt ein Buch, das mich fesseln konnte und das sogar noch etwas in mir nachhallt….

Das 2. Hörbuch, das ich dann angefangen habe, ist „Quality-Land“ von Marc-Uwe Kling. Dieses Buch zeigt die Möglichkeit, wie sich unsere Welt entwickeln könnte, wenn die Digitalisierung noch weiter voran schreitet…und was passieren kann, wenn sich alles dem unendlichen Online-Konsum unterwirft. Alles wird dem Verbraucher abgenommen: Die digitalen Assistenten z.B. ordernWare, bevor der Mensch weiß, das er diese Ware überhaupt möchte…und fordert gleichzeitig eine positive Bewertung….

Mir gefällt zwar teilweise die Ausdrucksweise in dem Buch nicht….auf der anderen Seite passt es aber doch zu dazu. Das Buch zeigt mehr nebenbei Sozialkritik, wie oberflächlich die Menschen sind und alles durch Maschinen und Algorithmen entscheiden lassen…aber letztlich soll das Buch auch nur unterhalten – und das tut es….

Es ist sehr surreal….und damit auch lustig, wie Peter Arbeitsloser versucht, mit dem Strudel der Negativ-Bewertungen die sein Leben bestimmen, klar zu kommen, denn das Meiste von dem, was passiert, kann er nicht selber beeinflussen. Als ihn seine Freundin verlässt, verliert er automatisch weitere Punkte und sein „Level“ ist damit unter der Mindestanforderung von 10 und gilt mit dem aktuellen Level 9 als offiziell „nutzlos“. Alles ist öffentlich, alles ist überwacht und scheinbar geschieht alles freiwillig…und zeigt doch, wie unfreiwillig der Sozialzwang sein kann.

Trotz der offensichtlich satirischen Aufmachung des Buches und der intelligent weiter gesponnenen überzogenen Zukunftsversion (die weit über das aktuelle chinesische Sozial-Punktesystem hinaus geht) fesselt mich das Buch jetzt nicht ganz so stark…was aber hauptsächlich an der Erzählweise des Buches liegt….

Kochen ist ein Gefühl von Geborgenheit

Ich hab heute Nacht sehr gut geschlafen und bin erholt aufgewacht….allerdings hat das Prasseln des Regens auf mein Fenster in Verbindung mit der kühlen Luft im Schlafzimmer mein tatsächliches  Aufstehen etwas verzögert…lach…es war so schöön kuschelig unter der Bettdecke….und der Regen hat mich nicht gerade motiviert…hiess das doch, ich kann nicht auf dem Balkon meinen Kaffee trinken.

Ich habe zwar immer noch kein aufgebautes Bett…das steht jetzt seit fast 1,5 Monaten in Einzelteilen herum…aber meine Matratze ist sehr bequem…nur das Aufstehen vom Boden ist nicht wirklich schön….auch nicht mühselig…aber manchmal etwas unbequem…. und  seit 2 Tagen habe ich etwas Probleme mit den Knien… so ist das Aufstehen nicht ganz so locker… „Anfang November“ sollten jetzt endlich die Scharniere für das Bett kommen… so – es wird Zeit für den nächsten Anruf im Möbelhaus.

Dafür hab ich dann den Vormittag genutzt um mal wieder die Wohnung zu putzen und als ich endlich realisiert hatte das es zwar nass, aber nicht mehr so kalt draussen ist, hab ich mich auf zum Wochenmarkt gemacht…

Ich lieeebe diesen Bauernmarkt – auch bei leichtem Regen: Kochbirnen hab ich zwar keine mehr bekommen, aber andere Birnen die ich ebenso für  den Eintopf „Birnen Bohnen und Speck“ benutzen kann.. dazu frische Bohnen und Zwiebeln aus der Region…. das Rezept ist ja nicht schwer und es stammt von meinem Vater, der es von meiner Oma hat…lach… es ist ein Gefühl von Heimat.

Ich hab fest gestellt, das viele Rezepte und Gerichts aus meiner Kindheit ein Gefühl von Heimat darstellen…weil ich es mit Geborgenheit in Verbindung bringe…Bei mir ist es nicht der klassische Vanillepudding,  wie in der Werbung….bei mir geht es um die Eintöpfe und die anderen Gerichte meines Vaters:  Gulasch, Erbsensuppe, Grünkohl, Rinderrouladen, Gemüseeintopf, Schweinebraten mit Soße, Schmorgurken, selbst-gekochter Rotkohl und eben auch Birnen-Bohnen-Speck…

Seit Jahren hab ich dieses typische Norddeutsche Gericht nicht mehr gekocht….in Hessen hab ich keine Birnen bekommen die zum kochen geeignet sind….und hab es vor allem auch nie geschafft auf den Wochenmarkt zu gehen… jetzt hab ich heute  bereits frischen Grünkohl gesehen…na da weiß ich ja, welches Rezept als nächstes  dran kommt.

Zusammen mit dem was ich bereits gestern  eingekauft habe, war klar heute werde ich so einiges Kochen. Das Eintopf-Rezept war heute eine spontane Idee und passte eigentlich gar nicht in meinen Plan…lach…

…und Morgen werde ich dann verschiedene Kuchen für meinen Einstand in der Firma backen. Lust zum Backen habe ich eigentlich nicht…aber dann habe ich das auch erledigt…nicht das ich noch ganz die Lust verliere für diese Kollegen zu backen…aber der Kuchen gehört nun einmal dazu .