Ich habe ja schon mal erwähnt das ich wieder mit dem Stricken angefangen habe und inzwischen habe ich schon einen Stapel unterschiedlichster Mützen und schmalen Schals / Loops angehäuft.
Ich habe tolle Wollsorten und Woll-Marken kennengelernt und in einer Ecke meines Wohnzimmers ist so ein Woll-Vorrat entstanden. Neue Wollknäule und Wollreste in und um einen großen Korb herum, verschiedenste Stricknadeln, Fertige Mützen, Schals und Loops – bereits gewaschen, gespannt und getrocknet – aber zu schön um sie einfach in die nächste Schublade zu packen.. Ich brauche dringend Ordnung in meiner Wollecke…das Thema werde ich in den nächsten Wochen angehen.
Zuerst habe ich hauptsächlich Farbverlaufswolle gekauft, inzwischen aber auch uni-farbige Knäule. Die einfachen Muster sind inzwischen komplexeren Mustern gewichen und ich teste verschiedene Strickarten (z.b. einen Dreickschal von der Spitze aus zunehmend stricken oder von einer Seite aus oder von der Gesamtbreite aus abnehmend stricken…hat alles Vor- und Nachteile wegen Farbverlauf und Muster-Ausrichtung) und inzwischen habe ich auch aus dem Internet einige Tutorials mit interessanten Mustern gefunden.
Lustigerweise hat meine Suche im Internet dazu geführt, das die Zeitschrift „Für Sie“-Online Werbung für das „Knitting-Festival in Hamburg“ gemacht hat und dazu auch Eintrittskarten verlost hat. Ich habe bei der Verlosung mitgemacht und 2 Eintrittskarten gewonnen….hahahaa – das kam unerwartet.
Da ich Niemanden in meiner direkten Umgebung habe, der sich fürs Stricken interessiert, bin ich tatsächlich Samstagnachmittag (letzte Woche) alleine auf das Gut Karlshöhe gefahren.
Was sollte geboten werden: einige Wollhersteller mit Zubehör haben ausgestellt, dazu wurden ein paar Workshops angeboten und Kaffeee und Kuchen sowie 2 Foodtrucks und jede Menge Platz um sich gemeinsam zum Stricken draussen nieder zu lassen.
Mir war von Anfang an klar, das ist eigentlich so gar nichts für mich….aber ich wollte mal nach Wolle schauen und mich über die Weiterentwicklung von Stricknadeln schlau machen…..da hat sich seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts tatsächlich einiges getan…also bei den Rundstricknadeln und den „Nadelspielen“.
Das Wetter war regnerisch und es war – wie zu erwarten – sehr voll. Die Anbieter von Wolle und Zubehör waren auf engem Raum zusammengepfercht und fast jede 2.Frau hatte einen prall-gefüllten Rucksack auf dem Rücken…nahm also Platz für 2 Personen ein. Mir wurde es sehr schnell zu viel…denn ich bin kaum durchgekommen, habe nichts in Ruhe und gemütlich anschauen können…
….ich habe mich schnell für ein modernes Nadelspiel (3er und gebogen, anstatt der bisherigen 5 geraden Nadeln) entschieden, noch ein paar Takte über die Erfahrungen dazu mit ein paar Frauen unterhalten und mich schleunigst wieder aus der Halle verzogen. Das angebotene Essen reizte mich nicht, auf Kuchen hatte ich keine Lust und die Workshops naja…die waren schon ein paar Tage vorher ausgebucht.
Sooo – also wenn ich den Eintritt für das Gelände hätte selber bezahlen müssen, hätte ich mich geärgert…aber so war es okay…ich war nach 1,5 Stunden (inklusive Rundgang draussen durch das schöne Gelände) fertig.
Da es keine bzw. nur wenige Parkplätze auf dem Gelände gab, sollten alle Gäste in den umliegenden Wohngebieten nach Parkplätzen suchen…na die Anwohner tun mir auch leid.
Ich habe gelernt:
- Die meiste Wolle die dort angeboten wurde, war extrem teuer, weil handgefärbt und selbst-gesponnen…also das ist nicht mein Preissegment…da kaufe ich lieber in den Wollgeschäften oder im Internet direkt bei den Wollherstellern oder deren Vertriebspartnern
- In den Wollläden kann man in Ruhe Wolle aussuchen, wird beraten, wenn man möchte und das Zubehör verkaufen die auch
- Die Tutorials im Internet bieten ein Fülle an Hilfestellungen zu Techniken und Mustern
- große Rucksäcke, prall gefüllt verdoppeln nahezu das Volumen einer einzelnen Person – was bei so vielen Menschen gleichzeitig in einem Raum NICHTs für mich ist
Aber immerhin war das eine Erfahrung….und ach ja – das Geschnatter war unbeschreiblich laut in den Hallen und Räumen…und durch das schlechte Wetter fanden sich auch nur sehr wenige die sich zum gemeinsamen stricken draußen zusammen fanden…aber da wollte ich eh nicht mitmachen – ist nicht meine Art, mich irgendwo einfach dazu zu setzen.