Stellvertreter-Streit

Der Freizeit-Psychologe in mir kam gestern wieder mal zum Vorschein. Nachmittags hatte ich mich aus dem Staub gemacht, weil mein Süßer seine Mutter zum Besuch erwartete. Da mein Verhältnis zu ihr nicht ganz entspannt ist, hab ich lieber – gaaanz uneigennützlich natürlich – schon mal bei mir Zuhause Wäsche gebügelt und gewaschen.

Und wie immer wenn meine Quasi-Schwiegermutter zu Besuch ist, passt das zeitlich nie in den Rahmen, den mein Freund mir vorher vorgegeben hat…es dauert immer länger und alle nachfolgenden Pläne für den Abend lösen sich in Luft auf…weil es sowieso zu spät dafür ist.

Zusätzlich kommt es i.d.R. nach diesen Besuchen immer zu einem Streit zwischen uns und angeblich bin ich diejenige, die den Streit verursacht.

Okay…ich bin also mit sehr viel guter Laune und Schwung und bereit in die Stadt zu fahren wieder zu meinem Freund gefahren (SIE war schon gegangen) und es hat ca. 15 Minuten gedauert und mein Freund fing voll an mit mir zu streiten…

Und je mehr er in Rage kam umso absurder wurden die Anschuldigungen und umso wahlloser die Themen zusammen gemixt und verschoben. Es war so grotesk…weil ich dieses Mal genau aus seine und meine Reaktionen geachtet habe…das ich das Gespräch abgebrochen habe.

Irgendwo in dem Verhältnis zu seiner Mutter kommt er immer zu kurz und das trifft ihn auch heute noch – so erwachsen er auch ist. Ich wünsche ihm fast, seine Mutter wäre eine von der Sorte, die ihren Sohn über den Klee lobt und ihm immer vermittelt was für ein toller Sohn er ist…leider ist sie das nicht…und sie erzählt lieber aus ihrem Leben, als ihm zuzuhören. DAS kenne ich aus meiner eigenen Familie nur zu gut. Das ist verletzend.

Der Streit mit mir, ist dann nur der „Stellvertreter-Streit“ um den Ärger und die Verletzung durch den Besuch zu verdauen…nur das ich das auch verletzend finde.

Ich werde mir ab jetzt eine andere Strategie für die Abende nach „Mutter-Besuchen“ zurecht legen…dann geht es hoffentlich bald ohne Streit.

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3 Gedanken zu “Stellvertreter-Streit

  1. …es „vererbt“ sich, wenn Frauen nicht richtig durch ihre Väter und Männer geschätzt wurden, dann „rächen“ sie sich unbewusst an ihren Söhnen…dem kann man/frau eigentlich nur begegnen, indem sie es sich bewusst machen und dann lernen, sich bewusst anders zu verhalten…ein sehr schwieriger Weg…

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