Ein Haus geht fort – die Erinnerung bleibt

…in meiner Kindheit haben wir in einer Wohnung neben dem Finanzamt gewohnt…und mein Vater hatte mir gerade erzählt, das Finanzamt wurde nun abgerissen. Also sind wir nach dem Essen dorthin spaziert und vor der riesigen Baugrube stehend suchte ich unwillkürlich das Haus, in dem ich einen großen Teil meiner Kindheit verbracht hatte. …und hab es nicht gefunden.

Etwas umständlich versuchte mein Vater  mir zu erklären, das 4-Famliienhaus in dem wir mal gewohnt hatten war ebenfalls abgerissen…Zuerst glaubte ich, ich hätte mich verhört…dann hab ich gedacht er macht einen Scherz….Nein – kein Scherz.

Wir sind dann extra noch um die Ecke gegangen, in die kleine Gasse,  und erst als ich die Nachbarshäuser aus der „normalen“ Perspektive erkennen konnte und dazwischen die große Lücke sah, hab ich verstanden, es ist wirklich  kein Scherz.

Das schmerzt mich wirklich. Wie konnten die einfach diesen alten Kasten abreißen?  Das hätte ich gerne vorher gewusst….nicht das es etwas geändert hätte…aber dieser Ort war mehr mein „Elternhaus“, als alle anderen Orte an denen wir gewohnt hatten.

Die kleine Gartenmauer stand noch….dahinter war nur noch ein großes Loch, welches  mit dem Grundstück des ehemaligen Finanzamtes nun zu einer riesigen Baugrube mutierte…

Nein um das Gebäude ist es eigentlich nicht schade. Ein Bau Ender der 50er…keine vernünftigen Fenster, es ist fast nichts saniert worden in all den Jahren….wir wohnten damals im Erdgeschoss, hatten aber keinen direkten Zugang zum Garten…dafür musste man durch den Keller (oder aus dem Badezimmer-Fenster springen…das machten sogar die Erwachsenen.)

Wenn wir im Garten  hinter dem Haus spielten, dann konnten uns 4 Etagen Finanzbeamte dabei beobachten…also kein abgeschotteter  geschlossener Garten…Links von uns war eine Familie mit einem aggressiven Hund, vor dem ich immer Angst hatte und rechts davon war eine hohe Mauer  dahinter begann der Garten meiner Freundin…und ich bin einmal von dieser Mauer gefallen, auf unseren Rasen…mit dem Gesicht zuerst  und hab mir nur einen Arm angebrochen…und da meine Mutter damals arbeiten musste, hat mich die Mutter meiner Freundin ins Krankenhaus gebracht, …jaaaaa, das ging damals noch ohne  Vorzeigen einer Versichertenkarte,  und da es noch keine Handys gab, hat meine Mutter erst am Abend den Gips gesehen.

Da sind viele Erinnerungen…z.B. mein erster Kuss mit 11 Jahren von meinem Spielkameraden…jaaaa schade das das Haus nun weg ist…Aber die Erinnerungen bleiben.

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Ein Gedanke zu “Ein Haus geht fort – die Erinnerung bleibt

  1. …solch Gefühle kenne ich…das Haus meiner Kindheit ist auch fort und es war auch kein schönes erhaltenswertes Haus gewesen…und trotzdem…doch in der Erinnerung bleiben alle Häuser bestehen…

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